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Die Wahrheit · 1928-08-03 · Heft 31 (3.8.1928) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 31 (3.8.1928)
Date
1928-08-03
Page
– (sequence 14)
Language
German
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. ajtB^MK«^lL^a*?M •**•> JOTflf■ ZXl^*iati9fZ?.Z*Ma*2t. \&xtt&i&&m&f&BmK£&&s?H*>m*3a Seite 14 auiiijmuiuufmjuumiiuiimiiiiiiifliinimMiuirTTnmnnHHiüHniniHiiiiiniiJHii!.'; DIE WAHRHEIT durch ihre Unparteilichkeit dazu beitragen möge, daß Klassen- und Rassenhaß verschwinde und Einigkeit alle deutschen Volksgenossen verbinde. Oberkantor Josef Rosenblatt. Anläßlich der Besprechung seines Konzertes vom 27. Juni v. J. sprachen wir die Hoffnung aus. den gottbegnadeten Sänger bald wieder in Wien zu hören. Dem rührigen Vorstand des Synagogenvereines „B e t h Israel", an der Spitze dem Obmann Dr. L. Landau und dem Schriftführer M. Burian, gebührt der Dank, daß wir den weltberühmten Chasan vorigen Freitag und Samstag in der Synagoge Leopoldsgasse 29 mit Chor vorbeten hören konnten. Der ungeheure Erfolg, den er im Konzertsaal durch seine herrliche Stimme und sein unübertreffliches Falzett errungen, erfuhr in der Synagoge womöglich noch eine Steigerung, denn hier war Oberkantor Josef Rosenblatt, begleitet von einem ausgezeichneten Chor unter Leitung des Dirigenten M i 1 e t auf dem richtigen Platz. Allerdings sollte man ihn nicht Josef, sondern J o s e 1 e nennen; die zwanglose Art, in der er sich gibt, das Vermeiden jeder künstlerischen Pose, das sammetweichenKäppchen auf dem freundlichen, mit schwarzem Bart umrahmten Haupt, das alles paßt unbedingt besser zu Josele als zu Josef. Ununterbrochen hält er durch einzigartigen Vortrag seine Zuhörer im Bann, sein strahlender Tenor schreitet über Höhen und Tiefen, es gibt kein Hindernis mehr im Reiche dieser ausgereiften Kunst. Von dem kleinen Städtchen irgendwo in Polen bis zur Millionenstadt New York hat er den Weg mit dem Gnadengeschenk seiner Caruso-Kehle zurückgelegt. Möge es ihm vergönnt sein, zur Verherrlichung Gottes und zur Erbauung seiner Glaubensbrüder in aller Herren Länder noch ungezählte Jahre zu wirken. Ehrung. Aus dem engeren Freundeskreis des verstorbenen jüdischen Komponisten Leo Fall wurde an die Wiener Gemeindevertretung der Antrag gestellt, eine Straße nach Leo Fall zu benennen. Der Wiener Gemeinderat wird diesem Ersuchen nachkommen und in dem jetzt neu ausgebauten Wiener Stadtgebiet einen Straßenzug nach Leo Fall benennen. Ein seltsamer Brauch bei den Juden in Samarkand. Bei den Juden in Samarkand (Zentralasien), die etwa 5% der 100.000 Seelen zählenden Bevölkerung ausmachen, hat sich eine merkwürdige Gepflogenheit herausgebildet. Bekanntlich soll nach einem überlieferten geheiligten Brauch jeder tote Jude, wenn schon nicht wirklich, so doch wenigstens in effigie in Erez Israel bestattet werden. Dies wird in der Weise erreicht, daß man sich bei Lebzeiten eine Grabparzelle im Heiligen Lande käuflich sichert. Die Samarkander Juden befürchten, wenn die Toten auferstehen und aus allen Teilen der Erde ihre unterirdische Wanderung in das messianische Erez Israel antreten werden, so werde das Heilige Land zu wenig verfügbaren Boden haben. Sie sorgen daher vor und erwerben kontraktlich von der Samarkander Chewra Kadischa eine Grabstätte in Erez Israel für den Einheitspreis von fünf Goldrubeln, die beim Präsidenten des Vereins erlegt werden und für die man einen auf den Namen des Todeskandidaten lautenden Kontrakt erhält Beim Begräbnis wird dieses amtliche Schriftstück der Leiche mitgegeben, die so den Anspruch auf ein palästinesisches Grab in der messianischen Zeit bescheinigt erhält. Verband der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden. Die Geschäftsführung für den Monat August liegt in den Händen des Vizepräsidenten Adolf Taub, Marialiilferstraße 113, wohin Zuschriften zu richten sind. Residenz-Atelier für moderne! Wien L, Flcischmarkt 1 — Tel. 79-2-80 Aufnahmen taglich 9—6 Uhr, Sonntag 10—5 Uhr Verein „Ferienheim". Wien. Die unter dem Präsidium der Fiau Sofie Grünfeld stehenden Vereine „Ferienheim" und „O e s t e r r. S e e h o s p i z" haben trotz der schwierigen Lage, in der sich beide Institutionen befinden, auch in diesem Jahre ihre Tätigkeit in vollem Umfange aufgenommen. Mitte Mai kamen 55 vorschulpflichtige Kinder in das eigene Heim nach V ö s 1 a u, die nach glänzender Erholung am 27. Juni durch 70 schulpflichtige Mädchen abgelöst wurden. Die nächste Gruppe bilden 70 schulpflichtige Knaben, denen im September wieder vorschulpflichtige Kinder folgen sollen. Zusammen dürften in diesem Jahre etwa 250 Kinder in dem prachtvollen Vöslauer Heime Gesundung und Kräftigung finden. Das „Oesterr. Seehospiz" in Grado, das mit dem 23. Mai seine Tätigkeit in diesem Jahre begann, wird in dieser Saison 150 tuberlkulos gefährdeten, besonders erholungsbedürftigen Kindern Aufnahme gewähren. Ungeachtet der sehr respektablen Leistungen, die sich in obigen Ziffern ausdrücken, konnte infolge Platzmangels doch nur ein kleiner Teil der vorliegenden Ansuchen berücksichtigt werden; es wäre ein überaus segensreiches und menschenfreundliches Werk, wenn dem „Ferienheim" und „Seehospiz" durch Zuwendung von Spenden die Möglichkeit geboten würde, seine Institutionen auszugestalten und zu erweitern. Todesfälle. Dienstag, den 17. v. M. wurde Herr Hermann Schacherl zu Grabe getragen, der Sonntag, am 15. v. M., im 89. Lebensjahre sanft verschieden ist. Der Verstorbene war ein wahrhaft frommer Mann, der sich wegen seines trefflichen Charakters großer Achtung erfreute. Bescheiden und wunschlos für seine eigene Person, lebte er als ein Musterbild treuer Pflichterfüllung und widmete sein tatenreiches Leben dem Wohle seiner Familie, die ihm dann in jeder Weise den Lebensabend zu verschönern suchte. Liebenswürdig und hilfsbereit als Mensch, hat er sich die Achtung und Verehrung aller, die ihm im Leben nahegestanden sind, erworben und kam diese seine Beliebtheit auch bei seinem Leichenbegängnisse (Zentralfriedhof, I. Tor) zum Ausdruck. Eine große Gemeinde von Freunden und Verehrern scharte sich um den schlichten Sarg des bescheidenen, edlen Mannes, der keinem Menschen je Unrecht zugefügt, deshalb auch keinen Feind, sondern nur Freunde zurückgelassen. An der Bahre trauern die Familien Schacherl, Grün, Löwy, Direktor Charl6. Hugicnisdies I K Onigslicht I (iIIilllliffiBlIIiülliiffllll» S V'.U Seit vielen Jahren das anerkannt beste W^TIDtW Man achte auf die ges. gesch. Marke «Hyglen. Königslicht* und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhlrschengasse 3 Telephon 83-1-87 19

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