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Die Wahrheit · 1928-07-27 · Heft 30 (27.7.1928) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 30 (27.7.1928)
Date
1928-07-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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., „„T----Tfir..rrlri lrrMMai-[,--in-- -| i "«»^''■JaswaarergyTriTgKEn^j^^^j Seite io oü l&JuLik*zcm%gv Antisemitenkongrefi in Jassy. ProfessoT Cuza, der Kopf des militanten rumänischen Antisemitismus, hat sein ohnehin radikales Programm noch um ein beträchtliches radikalisiert. Und zwar durch Aufnahme der Forderungen des journalistisch sich innerhalb der sogenannten christlichen Liga Cuzas austobenden Theologen Militiade E. C u t a v a, der als Mitglied des obersten Rates der genannten Liga erstens einmal eine reinliche Trennung des alten vom neuen Testamente verlangt und hauptsächlich seine Ideen auf dem letzten rumänischen Antisemitenkongreß in Jassy in diesen Punkten zusammenfaßte: 1. Die Synagogen und Bethäuser sind anzuzünden. 2. Die Häuser der Juden sind ebenfalls zu zerstören und zu verwüsten. 3. Den Juden sind alle Gebetbücher, aus denen so viele Ungesetzmäßigkeiten gelernt werden, wegzunehmen. 4. Auflösung der religiösen Gemeinschaft der Juden. 5. Den Juden ist aläes Bargeld und aller Schmuck zu konfiszieren. Das ist das neue Programm Cuzas, das wenigstens an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt, wenn es auch nicht sehr originell mehr ist. Gelegentliche Erklärungen rumänischer offiziöser Stellen, daß der Antisemitismus im Lande nichts weniger als eine ernste Gefahr sei und als solche lediglich von interessierten, meist ausländischen Faktoren hingestellt werde, scheinen immerhin in einem gewissen nicht zu übersehenden Gegensatz zu diesem Programm zu stehen. Der Kommandant des „Krassin" ein Jude. Aus Berlin wird der J. T. A. mitgeteilt, daß P r o f e ssorSamojlowitsch, der Leiter der Rettungsexpedition in der Arktis und Kommandant des großen russischen Eisbrechers „K t a s s i n", der die von der gesamten Welt bewunderten Rettungstaten vollbracht hat, ein Jude sei. Der russische Publizist Wolkowski, ehemals Chefredakteur der liberalen russischen Tageszeitung „Utro R o s s i j", der Professor Samoilowitsch kennt und in früheren Jahren persönlichen Verkehr mit ihm gepflogen hat, teilt dem J. T. A.-Vertreter mit, daß Samoilowitsch einer angesehenen jüdischen Familie entstammt und selbst ein guter Jude sei. Vor dem Kriege wohnte Samoilowitsch in Petersburg und spielte als angesehener Ingenieur eine große Rolle in der Residenz des Zaren. Et war auch Vertrauensmann deutscher Industrie-Konzerne, wie A. E. G. und Siemens-Schuckert. Nach der bolschewistischen Revolution wurde er von der Sowjet-Regierung als Spezialist in Wirtschafts- und Industriefragen zu staatlichen Werken herangezogen und später zum Professor am Polytechnikum ernannt. Als sich nach der Katastrophe der Nobile-Expedition der italienische Regierungschef Mussolini an die russische Sowjet-Regierung mit der Bitte um die Entsendung einer Rettungsexpedition nach der Arktis wandte, betraute die Sowjet-Regierung Prof. Samoilowitsch mit der Leitung der gesamten Rettungsexpedition, die von den großen Eisbrechern „Krassin" und „Malegyn" ausgeführt werden sollte. Nach der Befreiung der Mannschaft aus Nobiles rotem Zelt und der Malgreen-Gruppe durch den „Krassin" (bekanntlich wurde auch die Sora-Gruppe vom „Krassin" entdeckt, wodurch erst ihre Rettung mittels Flugzeug ermöglicht wurde), hat Mussolini Prof. Samoilowitsch seinen Dank aussprechen lassen. "■Z;£ei&mtäEm Lord Melchetts Judentum. Anläßlich der Erhebung Sir Alfred Monds in die Peerschaft bringt die Londoner „J e w i s h World" einen Artikel, aus dem hervorgeht, daß es mit dem Judentum des neuen Lords so eine eigene Sache ist. Seine aktive Verbindung mit dem Judentum datiere erst seit der Zeit der Balfourdeklaration. „Seine Erziehung war in keinem Sinne jüdisch", sagt die „Jewish World", „und als er vor ejnigen Jahren in einem Prozeß als Zeuge auftrat, erklärte er, er sei ,kein Sohn des Alten Bundes'. Er heiratete eine Christin, war nicht Mitglied einer jüdischen Gemeinde, und seine Kinder, von denen eine dem Viscount Erleigh, dem Sohn Lord Readings, in der Kirche angetraut wurde, wurden als Christen erzogen. Es gab einige Ueberraschung, als Sir Alfred Mond 25.000 Pfund für den jüdischen Nationalfonds stiftete, mehr als einmal nach Palästina reiste, dort Grundeigentum erwarb und ein Haus erbaute. Sein Zionismus war aber immer zweifelhafter Natur. Es ist, meine ich, fraglich, ob die jüdische nationale Bewegung ihn so stark beeinflußte wie das z. B. bei anderen, die sich weit vom Judentum entfernt hatten und die der Zionismus zurückführte, bei Männern wie H e r z 1 und N o r d a u der Fall war. Es schien mir immer, als ob Lord Melchett in einem Palästina unter britischer Kontrolle nur .eine gute Sache' sah und sich daher entschoß, .dabei zu sein'. Ich glaube, ich irre mich nicht, wenn ich annehme, daß dies * das Motiv seiner Annäherung an die zionistische Bewegung ist — viel mehr als irgend ein Gemeinschaftsgefühl mit den jüdischen nationalen Bestrebungen. Die neue Peerschaft wird wahrscheinlich nicht dauernd — selbt wenn man dies Wort in dem sehr begrenzten Sinne gebraucht, in welchem es in diesem Zusammenhang mit einigem Recht allein angewandt werden kann — eine jüdische bleiben, noch weniger als das Marquisat Reading, dessen Erbe Viscount Erleigh ist ..." i Das Jerusalemer Heiligtum hatte — Blitzableiter. Flavius Josephus rühmt am Tempel in Jerusa- 1 e m als Zeichen seiner besonderen Heiligkeit, daß eT vom Blitzstrahl verschont blieb. Und er stand doch auf der höchsten Erhebung der Stadt, auf einem isolierten Felsen einsam gen Himmel ragend im gewitterreichsten Lande der Erde. Wir wissen heute, daß er durch Blitzableiter geschützt war. Das Dach war mit Goldplatten belegt, im Fundament wölbten sich mächtige Zisternen, die das Regenwasser sammelten. Große kupferne Röhren liefen vom Dach nach diesen Zisternen. Noch dazu war das Dach mit einem Wald langer vergoldeter Metallstäbe besetzt, die aufrecht in den Himmel standen. Josephus meint, dieser Stachelwald sollte die Vögel abhalten, sich auf dem Dache niederzulassen und es zu beschmutzen. Aber dazu hätte man keine Lanzen auf dem Dache zu montieren brauchen. Doch bei der Eroberung Jerusalems unter Titus flüchteten sich die Priester zum letzten Widerstand aufs Tempeldach, „brachen die metallenen Spitzen vom Dach und schleuderten sie als Wurfspieße gegen die eindringenden Feinde." Es waren also klafterlange vergoldete Metallstangen, Blitzableiter, die in Verbindung mit dem Metalldach, den Regenrinnen und den Wasserzisternen das Gotteshaus vor Gewitter- FLEISCHHAUEREI SIEGMUHD KORNMEHL WIEN IX., BERGGASSE NR. 19 FILIALE i XVIII., WAHRINGERSTRASSE NR. 97 Telephon Nr. A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieferant für Hellanstalten Abteilung für Koscherfleisch IX., Iipggassi IS ind XVIII., libringirstpafiB 97 unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der Isr. Kultusgemeinde Wisn. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima- Qualität zu den billigsten Marktpreisen IpiiiniuuHiiuM 1 Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von § 1 Sack 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons * JULIUS HABER Kohlen- und Koksgrofihandlung Für Tempel- und Wohlfahrtsvereine AuanahmspreiBe Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372-376 Wien IL, Taborstraße 9 Fernsprecher Nr. R 41-0-22

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