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Die Wahrheit · 1928-07-22 · Heft 29 (22.7.1928) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 29 (22.7.1928)
Date
1928-07-22
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
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iiiumitinnii» Seite 13 Dffi WAHRHEIT der imaginären, niemals existierenden Begründung seines Satzes sehr nahe zu kommen oder sagen wir, den Antifeministen das Höchstmaß an Illusion zu scharfen, ihre Anschauung wäre die einzig richtige und wahre. — Der Verfasser leugnet entschieden Awtifeminist zu sein und behauptet, er wende sich nur gegen die „verderblichen Mischtypen" und die „Verwischung der Geschlechtscharaktere". Aber Eberhard hütet sich mit der Tür ins Haus zu fallen, damit nicht jeder objektive Leser, angesichts des grenzenlosen Frauenhasses, den Antifeminismus rundweg ablehnt. Hält man aber die Augen offen, so sieht man da und dort Weiberhaß zum Ausbruch kommen und schließlich verrät sich der Autor, indem er Urweibliches, wie z. B. den weiblichen Instinkt, als etwas von äußeren Einflüssen und jeder Emanzipation gewiß freies, aufs schärfste angreift. Vollstes Lob gebührt der Feder des Verfassers, allerdings macht sie dieses Buch erst für den Durchschnittsleser zur wirklichen Gefahr, indem sie mit amputierten Zitaten, mit feinen Schlüssen, deren Prämissen auf den ersten Blick unantastbar scheinen, arbeitet — Nach dem Vorwort ist das Buch den reiten und denkenden Männern gewidmet, ihnen wird es keinen Schaden bringen und sie werden dem Autor dieses mühevollen Werkes aufrichtige Bewunderung zollen, ohne seine Tendenz zu bejahen. Dr. K. Upton Sinclair: „Petroleum" („Oil"), M a 1 i k - Verlag, Berlin. Für Menschen, die von Amerika, als dem Lande märchenhafter Zustände träumen, ist dieses Buch ein harter Schlag, denn es zerstört die Ideale. Upton Sinclair ist Naturalist bis in die Knochen, er verzichtet auf Phantasie, er malt die Dinge wie sie sind. Und auch in diesem seinem Roman, der dem Erdöl gewidmet ist, ist alles wahr. Zum größten Teile sind die Namen geändert, verwischt, vertauscht, aber deutlich heben sich Gestalten ab, deren Skandale die Oeffentlichkeit kennt, der Oelmagnat Sinclair und der Evangelist. Die drei Präsidenten der Vereinigten Staaten sind genannt und das Buch bietet von diesen Männern Skizzen, die in wenigen Sätzen fast eine Biographie darstellen. Der Autor schildert den erbitterten Kampf um das Oel und plötzlich überzeugt er uns, daß eigentlich der große Krieg auch nichts anderes war, als ein Ringen um Petroleum, ein Kampf einiger weniger Faktoren, geführt mit allen brauchbaren Mitteln; und wir glauben es ihm. Upton Sinclair hat durch diesen Roman seinen Ruf noch gefestigt, er hat einen Achtung gebietenden Namen — in Europa, Amerika aber übersieht ihn. Vielleicht nur deshalb, weil ihnen der Winkel unter dem er die Dinge sieht, nicht paßt und noch weniger, daß er es niederschreibt. Aber „Petroleum" hat zwei Fehler, die man nicht verschweigen darf. Erstens sieht Sinclair das heutige Rußland verklärt, fehlerlos als Idealbild, oder er schildert es zumündest so und zweitens projiziert er alle seine eigenen Gedanken und Ansichten auf eine einzige Gestalt des Romans, auf einen jungen Millionärssohn, dessen soziale Ansichten ihn in Gegensatz setzen zum Reichtum seines Vaters und dessen Operationen: der arme Junge bricht fast zusammen unter der Last von Idealen und Anschauungen, die ihn in Gegensatz stellen zu seiner ganzen Umwelt. Das Buch als Ganzes aber, ist nicht nur eine große und mutige Tat. es ist auch eine journalistische Leistung von besonderer Bedeutung und um es bekannt zu machen, hätte es wirklich nicht jener lächerlichen Konfiskation von Boston bedurft. Der Boykott der Puritaner ist das beste Zeugnis für den Wert des Buches. Dr. K. ^■■■■■■■■■■■■■■■■■■■1 ■ Heilbad Glcidienberg! I. Sielennark | ■ Station: Kurzeit: ■ ■ Feldbach-Bad Gleichenberg Mai—Oktober 5 ■ H«llaiwelBen: Luftröhre, Bronchial- und Lungenspitzenkatarrhe, J ■ Asthma, Emphysem, Herzmuskelerkrankangen, m 2 Nervenleiden usw. ™ | KurmKteli Natürliche Kohlensäarebädtr, pneumatische Kam- I ■ mern, Quellsole- und Fiditennadel-Inhalationen, m ■ Kaltwasserkuren, Sonnenbäder, elektrische Licht- | ■ bäder. künstliche Höhensonne pj ■ Berühmte Heilquellen: Konstantin- und Emmaquelle ■ ■ Ausgezeichnetes Tafelwasser: Johannlsbrunnan | | Outa Verpflegung! Mildes KlimaI j ■ Auskünfte durch die Kurkommission ■ Veit Wecke zu IDoche Diamantene Hochzeit. Samstag, den 3. d. M., fand im Betsaale der israelitischen Versorgungsanstalt die diamantene Hochzeitsfeier des Ehepaares Sigmund und Rosa Süß statt. Als Festgäste erschienen von der israelitischen Kultusgemeinde Präsident Prof. Alois Pick mit den beiden Vizepräsidenten Dr. J. O r n s t e i n und Dr. Löwenherz und der Obmann des Versorgungshauses David Dohan, die Kultusvorsteher Edmund Hof mann und Dr. Kl aber, von der Bezirksvertretung: die Herren S. Kornmehl, S. Weiner und Cafetier J. Müller, sowie viele Verwandte und Freunde des Jubelpaares. Rabbiner Dr. Schwarz hielt die Festpredigt, die alle Zuhörer aufs tiefste ergriff. Präsident Prof. Pick beglückwünschte das Jubelpaar und überreichte eine Adresse sowie ein Geschenk der Gemeinde. Hierauf hielt Herr David Dohan im Namen der Versorgungsanstalt eine herzliche Ansprache. Die Gemeinde Wien war durch Herrn Stadtrat Linder und Direktor Nikoloritsch vertreten, welche im Namen des Bürgermeisters erschienen sind und eine schöne Gedenkschrift nebst Spende dem Jubelpaare überreichten. In Vertretung des IX. Bezirkes erschien der Obmann des Fürsorgeinstitutes Schiller, welcher das Ehepaar aufs herzlichste beglückwünschte und auch eine Spende überbrachte. Die kantoralen Funktionen versah Oberkantor P o s t o- 1 o w mit Chorbegleitung in glanzvoller Weise.. Nach dem Gottesdienste gab es ein vorzügliches Festessen und konnte das Jubelpaar ihren Festtag in bewundernswerter körperlichen und geistiger Frische begehen. Dank der umsichtigen Verfügungen der Verwaltung ist das Fest glänzend verlaufen und hinterließ bei allen Anwesenden den angenehmsten Eindruck. :*V>?.. Sabbatarier. Diese christliche Sekte, die auch in Europa sehr verbreitet ist. nimmt in Amerika eine bedeutende Stellung ein. In der Stadt Lancaster im Staate Massachusetts ist das Hauptzentrum dieser immer wachsenden Sekte, die sich offiziell ..Seventh day Adventists" nennt. Von diesem Zentrum aus wird große Propagandaarbeit für die Sabbatweihe unter den Christen der ganzen Welt geleistet. Ein Mitarbeiter einer amerikanischen Zeitung stattete vor kurzem diesem Zentrum der christlichen Sabbatverehrer einen Besuch ab und erzählt Konkurs Bei der Israal. Kultusgamelnda InTulln, mit dem Amtssitze in Klostarnauburgt wird zu den hohen Festtagen ein IlDSsaph-VorDctcri mit schöner und klangvoller Stimme, der auch Schofar blasen muß, aufgenommen. Offerte mit Gehaltsansprüchen sind zu richten an den Kultusvorsteher Hennann Erber, Klosterneuburg, Albrechtsstraße.

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