Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 29 (22.7.1928)
- Date
- 1928-07-22
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT iiiiiitiiiiiiiiiiliM uuiM setie ii Die Juden der Welt. Das Amerikanische Statistische Institut in Philadelphia hat vor kurzem in einer übersichtlichen tabellarischen Zusammenstellung die Ergebnisse seiner Untersuchungen über die Zahl der Juden in den einzelnen Ländern und auf der ganzen Welt veröffentlicht. Die Abschätzungen beziehen sich auf den Durchschnitt der Jahre 1920/25 und dürften die genauesten Daten sein, die bisher hierüber erhoben worden sind. Nach dieser Statistik wohnen auf der Erde 14,600.000 Juden. (Daß das Erhebungsmerkmal für das Amerikanische Statistische Institut das Religionsbekenntnis war, braucht wohl nicht besonders betont zu werden.) Die Gesamtzahl der auf Erden lebenden Juden entspricht also ungefähr der Bevölkerung der Tschechoslowakischen Republik. Die Statistik behandelt zunächst den Bevölkerungszustand und die Bevölkerungsbewegung der Juden in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Gegenwärtig beträgt die Zahl der in diesem Lande wohnenden Juden 3,600.000; sie hat sich in den Jahren 1910 bis 1920 um 1,550.000 vermehrt. Im Jahre 1818 gab es in Amerika bloß 3000 Juden, im Jahre 1897 betrug ihre Zahl bereits 937.000, im Jahre 1907 waren es 1,778.000. Die jüdische Einwanderung nach Amerika hat zum Hauptziel New-York. Unter den 5,620.000 Einwohnern dieser Stadt gibt es 1,643.000 Juden, das sind 29 Prozent. In Chikago wohnen 225.000 Juden, in Philadelphia 200.000, in Cleveland 100.000 Juden. Wenn man die Verteilung der Juden Amerikas betrachtet, so bemerkt man, daß sie überwiegend in den großen Städten und Handelsplätzen der Union wohnen. In der Tat ist New York das Finanzzentrum, Chikago das Handelszentrum und Philadelphia das Industriezentrum der Vereinigten Staaten. Die Zahl der Juden Europas beträgt 9,500.000. Unter den europäischen Staaten ist Polen derjenige, in welchem am meisten Juden wohnen, nämlich 2,850.000, das sind ungefähr 10 Prozent seiner Gesamtbevölkerung. Gleich darauf folgt Sowjetrußland mit einer jüdischen Bevölkerung von 2,661.000 Seelen. Es folgen sodann Rumänien 900.000 Juden (b Prozent); die Tschechoslowakische Republik 354.300 Juden {2% Prozent); Deutschland 613.000 Juden (1 Prozent); Oesterreich 350.000 Juden (5,3 Prozent), 200.000 in Wien; Ungarn 473.000 Juden (5,9 Prozent), hievon 217.500 in Budapest. In England wohnen 300.000, in Frankreich 165.000, in Holland 150.000, in Italien 50.000, in Belgien 44.000, in der Schweiz 21.000. \v Spanien 4000, in Schweden 6400, in Finnland 1600, in Norwegen 1400, in Portugal 1000 Juden. Relativ groß ist die Zahl der Juden in den kleinen ehemals zu Rußland gehörenden baltischen Staaten. Sie beträgt in Litauen 96.000, in Lettland 145.000, in Estland 4500. Die jüdische Bevölkerung Asiens wird vom Amerikanischen Statistischen Institut auf eine halbe Million geschätzt, was für diesen volkreichsten Erdteil, der mehr als die Hälfte aller Menschen umfaßt, gewiß nicht viel ist. Es entfallen auf Palästina 150.000, auf den Irak 87.000, auf die Türkische Republik 70.000, auf Persien 40.000, auf Syrien 35.000, auf Arabien 25.000, auf Indien 21.000 und auf China 12.000 Juden. In Afrika leben 850.000 Juden, davon 200.000 in Marokko, 85.000 in Algier, 65.000 in Tunis, 60.000 in Aegypten und 50.000 in Abessinien. In Südamerika, woselbst die jüdische Bevölkerung besonders in den letzten Jahren stark im Zunehmen begriffen ist, gibt es gegenwärtig 230.000 Juden, hievon leben 200.000 in Argentinien, während sich der Rest über sämtliche übrige Staaten dieses Erdteiles verteilt. Australien schließlich besitzt eine jüdische Bevölkerung von 25.000 Seelen, doch war auch hier eine nicht unbeträchtliche Zunahme in den letzten Jahren zu konstatieren. Der Verein zur Abwehr des Judentums. So etwas gibt es nämlich bei uns, und er besitzt auch natürlich eine Abkürzung, nämlich „A. B.". Diese beiden ersten Buchstaben des Alphabetes wurden gewählt, ungeachtet dessen, daß dieselben auch die ersten Buchstaben des jüdischen Alphabetes sind. Der besagte Verein müßte demnach, wollte er seinen Vereinszwecken voll und ganz Rechnung tragen, zuerst bei sich selbst anfangen. Er hat aber scheinbar viel Dringenderes zu tun, da er die „unwiderrufliche Ausscheidung des Judentums gar nicht mehr erwarten kann, und so veröffentlichte er jüngst im „Eisernen Besen" eine Entschließung, durch welche die weiteren „deutsch-arischen Vereine" auf seine Existenz aufmerksam gemacht werden. Diese Entschließung legt Zeugnis ab von solcher Borniertheit, daß sie nicht einmal vom antisemitischen Standpunkte aus als gelungen bezeichnet werden kann. Denn derjenige, welcher die Sozialdemokratie als Organ zur Förderung und zum Schutze des Finanzjudentums bezeichnet, wie das in der Entschließung geschieht, gibt sich damit eine Blöße, die ihm selbst im Kreise von Anhängern, falls dieselben nicht ganz vertrottelt wären, vollständig diskreditieren müßte. Wir lassen nunmehr zur Erheiterung unserer Leser die Entschließung selbst folgen: Wir unterzeichneten judengegnerischen Verbände Oesterreichs bedauern im Namen unserer sämtlichen Mitglieder die während der letzten Wahlbewegung zutage getretene volle Zurückstellung aller antisemitischen Grundsätze der in der Einheitsliste vereinigten, auf christlicharischer Grundlage aufgebauten politischen Parteien und fordern von diesen nunmehr eine unzweideutige offizielle Stellungnahme zur. Judenfrage als der wichtigsten Lebensfrage unseres Volkes und unseres ganzen öffentlichen Lebens überhaupt. Wir erinnern die Parteien der Einheitsfront kategorisch an ihre satzungsmäßige Pflicht gegenüber ihren Wählern, den Antisemitismus als einen der wesentlichsten ihrer Programmpunkte zu betrachten, und machen nachdrücklichst darauf aufmerksam, daß der überwiegende Teil der christlich-arischen Wähler durch die Wahl der Einheitsliste nicht die arische, wenn auch derzeit marxistisch eingestellte Arbeiterschaft, unsere Volksgenossen, sondern deren volksfremde Führung als spezifisch jüdische Organisation zur Knebelung der bodenständigen Bevölkerung, als Organ zur Förderung und zum Schutze des Finanzjudentums und seiner Weltherrschaftspläne bekämpfen wollte. Wir verlangen daher von den Parteien der Einheitsfront mit allem Nachdrucke, ihre zahlenmäßige Ueberlegenheit im Nationalrate rücksichtslos auszunützen, um mit allen gesetzlichen Mitteln den Schutz der bodenständigen christlich-arischen Bevölkerung und ihrer Kultur sicherzustellen und durch gesetzgeberische Maßnahmen die nicht länger erträgliche, beschämende Vorherrschaft des Judentums, insbesondere in der Verwaltung, Volkswirtschaft, Rechtspflege und Schule zu brechen. Wir fordern daher zunächst die sofortige gesetzliche Einführung des Numerus clausus auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens, nicht etwa nur an Schulen und in Aemtern, sondern auch im Aerzte- und Advokatenstande, in Banken, Zeitungsunternehmungen, Film- und Kunstinstituten und dergleichen sowie im gesamten wirtschaftlichen Leben, und zwar nach dem Hundertsatze der am 1. Juli 1914 im Gebiete des heutigen Oesterreichs an- Freitag, 27. Juli, * wir abend» und Samstag, 28. Juli, «-so mu» wird der weltberühmte Oberkantor Josef Rosenblaft aus New-York In der Synagoge »Bfetll ISfSfel" II., Leopoldsgasse 29 mu«.., vorbeten. Die strengste Überwachung, das nur Inhaber von numerierten Platzanweisungen Elnlaft finden, wird getroffen. SEPARATE PLATZANWEISUNGEN an Herren für Freitag abends und Samstag, an Damen nnr für Freitag abends in der Kanzlei, II., Leopoldsgasse 29, von 3 bis 8 Uhr in den Buchhandinngen Rath, IL, Taborstraße 20 a; Belf, L, Rabensteig 3 und in den Restaurationen Barschak, IL, Große Schiffgasse 3, Baron, II., Große Schiffgasse 19, „Wienna", II., Obere Donaustraße 91 und Hotel Guth, Hollandstraße 14 Letzte Platzanweisungsstelle Freitag, 27. Juli, IL, Leopoldsgasse 29 bis 6 Uhr