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Die Wahrheit · 1928-07-13 · Heft 28 (13.7.1928) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 28 (13.7.1928)
Date
1928-07-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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DIE WAHRHEIT iiiihiiiiiiiiiihiiiiiiiiiiiuium Seite 13 Piscator hat das Drama des in Berlin lebenden bekannten jüdischen Dichters David Bergelsohn „Die Mühle" zur Aufführung angenommen und für die Darstellung der Hauptrolle den in Amerika wirkenden berühmten Schauspieler Rudolph Schildkraut verpflichtet. Schildkraut hat seine Zusage bereits telcgraphisch gegeben. Bergelsohns Drama schildert' das Leben der Juden im heutigen Rußland. Das Drama wird in jjiddischer Sprache auch vom M i n s k e r jiddischen Kammertheater aufgeführt. B. Rosenthal, Heimatgeschichte der badischen Juden, Bühl (Baden), Verlag Konkordia, 1927, gebunden Mark 10.—. Ein stattlicher Band, der aber nicht etwa durch Weitschweifigkeit künstlich auf möglichsten Umfang berechnet ist, sondern streng sachlich einen Gegenstand behandielt, der weit über die Grenzen Badens hinaus Beachtung verdient. Gehören doch zum Schauplatz der hier geschilderten Vorgänge einige der angesehensten Judengemeinden Deutschlands und zu den behandelten Persönlichkeiten Männer, wie ein Joselman von Rosheim, ein Thia Weil, Aug. Lamey, Dr. Ludwig Frank und andere. Seit dem 13. Jahrhundert flileßen die geschichtlichen Quellen über diesen Zweiig dies jüdischen Stammes. Mit gewissenhafter Benützung aller bisher bekanntgewordenen, aber auf verschiedene Gebiete verstreuten Daten zusammengestellt, rollt ein Panorama dieser Leidensgeschichte vor unseren Augen ab. Berührt wird Barbarossas Gerechtigkeit (21), Rudolf v. Habsburgs Habsucht (23) den Juden gegenüber, der Leäbzoll, der bis ins 19. Jahrhundert bestanden hat (27), kavaliermäßiges Auftreten von Juden in früherer Zeit. Juden als Färber, wie auch sonst, wohl weil dieser Beruf zu -ien mindergeachteten zählte (29), und als Glaser (70). Wenzels Untaten (35), Samuel Oppenheimer, unter anderem ein von ihm gestifteter Chanukkaleuchter in Heidelberg (104), un:l unzählige andere Einzelheiten wären hier anzuführen, für dieses Buch Aufmerksamkeit zu wecken. Es ist eine dankenswerte Leistung. Bedenkt man, daß bei der eigentümlichen Zusammensetzung und historischen Entwicklung des Landes Baden ein Hinüberschweifen auf andere Gebiete der Geschichtsschreibung unvermeidlich war, so wird man das Maß von Arbeit zu schätzen wissen, das der Verfasser zu leisten hatte. G. Charlotte von Mexiko, der Leidensweg einer Kaiserin. Ein historisch-psychologisches Lebensbild auf Grund neuer Quellen mit zahlreichen unbekannten Bildern und Briefen. (Von Curt Elwenspoek.) In Steifband geh. Mk. 5.50. Halbleinen Mk. 4.80, vornehm Geschenkleinen Mk. 5.50. Verlag Walter Hädecke. Stuttgart. Das erschütterndste Frauenschicksal des Jahrhunderts in formvollendeter Darstellung. Wir erleben in atemloser Spannung, wie diese Fürstin aus tragischer Frühreife ernster Kindheit zu kurzem Eheglück, zu glänzender Machtstellung aufsteigt. Zur Annahme der phantastischen Kaiserkrone Mexikos treibt weniger der Ehrgeiz der Herrscherin als der brennende Wunsch, dadurch tiefgehende Ehekonflikte zu überbrücken. Trotz dieser Disharmonien, die der Oeffentlichkeit bis zum Tode der Fürstin unbekannt blieben, bewahrte sie ihrem Gemahl die Treue und nahm den demütigen Bittgang zu Napoleon III. und Papst Pius IX. auf sich. In der Hochspannung dieser Erregung traten die ersten Anzeichen jener Krankheit auf, die sie in 60jährigen Wahnsinn versenkt. Erst jetzt nach dem Tode der Kaiserin fallen die letzten geheimnisvollen Schleier: nicht nur die historischen Hintergründe erscheinen im neuen Lichte, auch die psychologischen Zusammenhänge werden hier gezeigt. S ncilbad ffleiffleniiergS I Meiermark | ■ Station: Kurzeit: ■ ■ Feldbach-Bad Gleichenberg Mai—Oktober ■ .3 Heilanzeigen: Luftröhre, Brondiial- und Lungenspitzenkatarrhe, JJ ■ Asthma, Emphysem, Herzmuskelerkrankungen, I 5 Nervenleiden usw. ■ | Kurmittel: Natürlidie Kohlensäurebädtr, pneumatische Kam- | ■ mern, Quellsole- und Fithtennadel-Inhalationen, m ■ Kaltwasserkuren, Sonnenbäder, elektrische Licht- | ■ bäder. künstliche Höhensonne m 5 Berühmte Heilquellen Konstantin« und Emmaquelle ■ ■ Ausgezeichnetes Tafelwasser: Johannisbrunnen | | Gute Verpflegung! Mildes Klima! | ■ Auskünfte durch die Kurkommission ■ TJenfWochtzu IDoche Der Touristik- und Ski-Klub „Hakoah" übersendet uns folgenden Auirui zum Bau einer jüdischen Touristenhütte. An die Freunde der jüdischen Sportjugend! Ein bedeutungsvoller Augenblick für unseren Klub und damit für die jüdische Sport- und Wanderjugend ist gekomden. Es ist uns gelungen im Semmeringgebiet in einer Höhe von 1100 Meter einen in idealem Skigelände gelegenen, sonnigen und aussichtsreichen. Bauplatz käuflich zu erwerben. Dort soll die Hakoah-Touristenhütte erbaut wer - den. Vierzig Personen werden bescheidene Unterkunft finden und das Hochgefühl des Besitzes einer eigenen, doch allgemein zugänglichen Hütte wird das Matratzanlager zur angenehmste!» Lagerstätte machen. Aber nicht nur Matratzenlager, auch 20 Betten soll die Hütte nach dem vorläufigen Entwürfe des Herrn Baurates Dr. Ing. Arnold K a r p 1 u s. enthalten, wenn es uns gelingt die Baukosten aufzubringen. 6500 Schilling sind bis heute gesammelt worden, und wir sind überzeugt, daß die gesamte jüdische Oeffentlichkeit opferwillig mitarbeiten wird, um der jüdischen Jugend ein Heim in den Bergen zu schaffen. Die vorbereitenden Arbeiten sind in vollem Gange. Sammelt und spendet reichlich für unseren Hüttenfouds, dann wird noch in diesem Jahre die Hütte erstehen und so unserem ernsten Willen die ernste Tat folgen. Die Klubleitung des Touristik- und Ski-Klub „Hakoah". Die Administration unseres Blattes ist bereit, allfällige Spenden für obigen Zweck entgegenzunehmen. Wie wir erfahren, hat die Wiener Kultusgemeinde den Betrag von S 1000.— für den Hüttenfonds bewilligt. Herr Kommerzialrat B. Buch wald hat sich bereit erklärt, für die Hütte zehn Stahlrohrbetten zu widmen. -■ Die eben erschienene Nummer von „Touristik und Winterspor t'\ des offiziellen Organs des Touristik- und Ski-Klubs „Hakoa h'\ ist zur Gänze dem durchaus begrüßenswerten Projekte des Hüttenbaues gewidmet. Der 2000jährige Kölner Judenfriedhoi. Der zu einer Erinnerungsstätte umgewandelte, noch aus der Römerzeit stammende jüdische Friedhof am Bonner Tor zu Köln ist in diesen Tagen von den beiden Synagogengemeinden Kölns der Großgemeinde und der orthodoxen Adass Jeschurun in Obhut genommen worden. Die Umfriedung und das in altrömischem Stil gestaltete Tor wurden von Architekt Robert Stern geschaffen. Das Gelände erwarb die Synagogen gemeinde Köln in Gemeinschaft mit der Adass Jeschurun, als Erweiterungsarbeiten am Güterbahnhof das einstige Gräberfeld des uralten Friedhofs aufdeckte, um die Gebeine pietätvoll gesammelt, dort wieder beizusetzen. In der Mitte des Geländes wurde ein kleiner Tempel erbaut. Hier fand vor einigen Tagen die Einweihungsfeier statt. In seiner Weiherede führte Gemeinderabbiner Dr. Kober ungefähr aus: Die älteste Kölner jüdische Grabstätte, der älteste Besitz der Juden in Köln und vermutlich nächst Rom der älteste jüdische Friedhof des Abendlandes, der seit der Römerzeit bis K>95 benutzt worden ist, weiß viel vom Martyrium des jüdischen Glaubens und von Helden jüdischen Geistes zu erzählen. Die Stätte, die geweiht ist durch solche Tote, wird zum Wahrzeichen der jüdischen Gmeinde Kölns. Justizrat Dr. Bodenhcimer, der ■ B«2«iw«2Hn«3 Teilzcnimluntgcimi f \ Verblüffend billig 5 solid und fein m kaufen Sie im ■ Sanitätshaus [ Fischet «#» ■ Wien, II., Taborstrasse 24 a Tel. R 40-5-93 5 Wohlfahrtsanstalten hohe Rabatte! ■ Damen- und Herrenbedienung! SlIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUII

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