Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 28 (13.7.1928)
- Date
- 1928-07-13
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 10 siiiiiiiiiiiiiuifliniiiiniüiiiiiiiiiiiinuiiiiiiiiiiiiuii immimuinniiuniuiunuiniJuiiiniiiifniniiuuinniuHiiHEiiiuuniiiHHnMnu; DIE WAHRHEH Schmach. Es geht nicht um die deutschen Juden, sondern um das Ansehen und die geistige Zukunft Deutschlands. Demission Lord Plumers. Das Londoner Kolonialministerium (Cplonial Office) gibt bekannt, daß Feldmarschall Lord Plumer im kommenden Herbst von seinem Posten als'Iii'gh Commissioner für Palästina und Transjordanien zurücktreten wird, nachdem die Periode von drei Jahren, für welche er im Sommer 1925 als Nachfolger von Sir Herbert Samuel sein Amt übernommen hat, abgelaufen ist. Lord Plumer wird Ende Juli Palästina verlassen, um einen dreimonatigen Urlaub anzutreten. Der neu ernannte Chief Secretary für Palästina L u k o, ist aus Westafrika nach London zurückgekehrt und wird dieser Tage sich nach Palästina begeben und dort unmittelbar vor der Abreise Lord Plumers sein Amt antreten. Bekanntlich obliegt dem Chefsekretär als dem zweithöchsten Beamten des Landes die Vertretung des Oberkommissärs während dessen Abwesenheit. Luke wird somit gleich nach seiner Ankunft die Regieruns selbst zu leiten haben. Die Londoner Zeitung „Daily Expreß" veröffentlicht eine Mitteilung ihres Jerusalemer Korrespondenten, in der es heißt. Lord Plumer habe ejn.e Verlängerung seiner im Herbst ablautenden Amtsperiode wegen scharfer Differenzen mit dem Kolonialamt, betreffend die Verteilung der Lasten der transjordanischen Streitkräfte zwischen dem britischen Schatzamt in Palästina abgelehnt. Angesichts des Defizits im Palästina-Budget von über einer Million Pfund zu Ende des letzten Finanzjahres halte der Oberkommissär die gegenwärtige Verieilungsform für unhaltbar; eine Verminderung der Ausgaben um etwa 15 Prozent müßte die Folge sein. Der Korrespondent teilt mit, daß in Jerusalem geglaubt wird, daß Sir Gilbert C 1 a y t o n, der drei Jahre lang Chefsekretär der Palästina-Regierung war, der Amtsnachfolger Lord Plumers auf dein Posten des Oberkommissärs werden wird. Der Jüdischen Telegraphenagentur wird dagegen von maßgebender Stelle mitgeteilt, daß Colonel Sir John Robert, bisher Gouverneur und Oberbefehlshaber von Süd- Rhodesien, zum Oberkommissär für Palästina an Stelle des Peldmarschalls Lord Plumer ausersehen sei. Die Ernennung werde demnächst verlautbart werden. Lipsky wiedergewählt. Die in Pittsburg am 1. und 2. Juli siatlgefundene Jahreskonvention der Zionistischen Organisation Amerikas hat sich mit 398 gegen 159 Stimmen für die Beibehaltung der bisherigen von Louis Lipsky als Präsidenten der Organisation geführten Administration ausgesprochen. Nach der Abstimmung wurden Verhandlungen mit der von Richter Julian W. M a c k geführten oppositionellen Gruppe eingeleitet, und zwar auf der Grundlage, daß Lipsky bewo >ren werde.'! soll, seinen einige Tage vorher ausgesprochenen Verzicht auf die Annahme der Präsidenten würde oder einer anderen Funktion innerhalb der amerikanischen zionistischen Administration zurücknehme und weiterhin Präsident der Organisation bleibe. Richter M a c k erklärte jedoch irr Namen seiner Gruppe, daß diese auf der Fernhaltung L i p s k y s von der Führung der Administration beharre. Mit überwältigender Mehrheit ist aber Louis Lipsky von den in Pittsburg versammelten Delegierten der amerikanischen Zionisten zum Präsidenten der Zionistischen Organisation Amerikas und zum Leiter der Administraton gewählt worden. Zu Vizepräsidenten wurden gewählt Morris Rothenberg, Richter William N. Lewis und Max Schulmann. Alles fürs Geld. Aus Bukarest wird gemeldet: Innenminister Duca hat dem gegenwärtig in Bukarest weilenden Vizepräsidenten der Union rumänischer Juden in Amerika, Leon Fischer, im Namen der rumänischen Regierung eine wichtige Deklaration überreicht als Antwort auf jigren Beschluß, die rumänische Anleihe, die in kurzem in Amerika zur Zeichnung aufgelegt Werden soll, zu unterstützen. Die Erklärung lautet: ..Die rumänische Regierung ist entschlossen, den Minoritäten gegenüber eine Politik des weitgehenden Liberalismus anzuwenden. Die Gefühle der R_ecierung gegenüber den Juden äußerten sich in konkreter Weise durch ein Wahlbündnis zwischen der liberalen Partei und den Juden. Ich bin glücklich, festzustellen, daß seit dieser Verständigung die Beziehungen zwischen der Regierung und den Juden immer freundschaftlicher wurden und zu einer Serie administrativer Maßnahmen zugunsten der jüdischen Bevölkerung führten. Ich kann versichern, daß den erzielten Ergebnissen sowohl auf dem religiösen Gebiete, als auch auf dem des Unterrichtes weitere folgen werden, da die Gleichheit in der Behandlung aller Minoritäten eine Notwendigkeit ist, welche wir respektieren wollen. Daher verlangen wir unsererseits von der jüdischen Bevölkerung Geduld und Vertrauen. Geduld, weil alle schwierigen Probleme, die in Neurumänien in der Konsolidicrungsepoche nach dem Kriege zu lösen sind, nicht von eiinem Tag zum anderen bewältigt werden können, Vertrauen, weil die Absichten der Regierung und der liberalen Partei, die von einer höheren Staatsauffassung und vom menschlichen Rechtsstandpunkt ausgehen, nicht bezweifelt werden können." Mit schönen Worten haben die rumänischen Minister während des letzten Jahres nie gespart. Aber — was wird der Innenminister tun, wenn — so der Teufel und Cuza wollen — wieder ein Studentenpogrom ausbricht. Gegen die Ausweisung jüdischer Familien aus Palästina. Kürzlich hat die Palästina-Regierung vier jüdischen Familien, die als Touristen ins Land kamen, den ständigen Aufenthalt in Palästina gestattet, dagegen aber die Landesverweisung von vier anderen jüdischen Familien bestätigt. Der Stadtrat von Tel-Aviv hat nun den britischen Koloniaimiuister auf telegraphischem Wege ersucht, die Ausweisungsorder gegen diese Familien zu annullieren. Das Telegramm lautet: „Trotz des Ersuchens einer Versammlung von 10.001) jüdischen Einwohnern Tel-Avivs und trotz der Intervention von Vertretern aller jüdischen Institutionen hat die Palästina-Regierung die Landesverweisung von vier ehr- und arbeitsamen jüdischen Arbeiterfamilien bestätigt. Es sind dies die Familien Abraham Dunio, Nissi'm Armando, Lea Zaharani und Abraham Vegril. Wir sind des Glaubens, daß jeder Jude, der palästinensischen Boden betritt, zu behandeln ist als einer, der in seine Heimat zurückkehrt, aus der ihn kein Gesetz vertreiben kann. Dies ist auch der Sinn des Mandates. Diese Ausweisungen werden von der gesamten jüdischen Bevölkerung als schwere Beschimpfung empfunden und säen Verzweiflung in die Herzen der jüdischen Massen in der Diaspora, indem sie sie der Hoffnung berauben, den Boden Palästinas je btreten zu können. Wir protestieren mit aller Schärfe gegen die Ausweisungen und bitten den Koloru'alminister, auf telegraphischem Wege die Ausweisungsorders zu annullieren." Unterschrieben sind Oberrabbiner Ahronson, Oberrabbiner Ouziel, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Louprasky. ferner Rosov, Weihschal. Halperin. Das Frauen Wahlrecht in den Londoner Synagogen. Wie bereits kurz gemeldet, bildete die Frage des Wahlrechtes der Sesselinhaberinnen in den Synagogen, die zur Londoner United Synagogue gehören, erneut Gegenstand der WOltem Ste SChff <|Ui SpeiSCn? *E Versuchen Sie die seit 60 Jähren bestehende Telephon R 42-3-70 Telephon R 42-3-70 und DestreBommlerie -reo ifttche im ii II., Hollandstraße 14 HOTEL-RESTAURANT „GUTH Arrangiert jedes festliche Ereignis, in jeder Preislage in und außer Hause unter Beistellung von geschultem Personale und vollständigem Service Prwntvolle geräumige Sole für Hochzeiten, Vereine und Gesellschaften Verwendung von nur Prima Gansfette — Mittags- und Abendmenü zu S 2*20 und S 3*20 Palftsthiaweine vom Faß Zum Besuche ladet höflich ein Schwechater Bier josel Guth, Hotelier und Restaurateur