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Die Wahrheit · 1928-07-06 · Heft 27 (6.7.1928) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 27 (6.7.1928)
Date
1928-07-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 iiunnmTfrTTTmmnuniiiinnnuunuifiuinnftiniiiuntiiminuiiiinniuiiiuiinniiiuuiniiEinmuinmi [nnnimiHninnfnHmsnDiflifrni du* WAHRHEIT der zionistischen Bewegung bis San Remo mit besonderer Betonung der Bestimmungen betreffend die Jewish Agency. Der erste Hauptteil beschäftigt sich mit dem gegenwärtigen Stand des Palästinawerkes und dein Bericht der Sachverständigen, wobei an der bisherigen Tätigkeit der zionistischen Organisation bei aller Anerkennung ihrer Leistungen eine stellenweise sogar sehr scharfe Kritik geübt wird. So wird das System, der kollektiven Siedlungen (Kwuzoth) abgelehnt und ihre Einstellung gefordert. In einem weiteren Punkte wird die Gebarung dar zionistischen Palästina-Exekutive als unrationell und verschwenderisch bezeichnet. Der zweite Hauptteil enthält Empfehlungen an die englische Regierung, die zionistische Organisation, den Jischuw und das Wehjudentum, und bringt die Schlußfolgerungen der Kommission, die im wesentlichen eine positive Stellungnahme zu dem gesamten Aufbauwerke einnimmt. Zwischen beiden Teilen findet sich ein besonderes Kapitel über die Pflichten der Mandatsregierung. In diesem heißt es nach der Wiedergabe der Jüdischen Telegraphen-Agentur: „Wenn auch Palästina nicht ein verfassungsmäßiges britisches Territorium und auch nicht ein Protektorat ist, so steht es doch unter der Kontrolle des britischen Kolonialamtes. Ist es auch, streng genommen, nicht eine britische Kolonie, so trägt es nichtsdestoweniger den Charakter einer Kolonie." Gestützt auf diese Verbindung von Großbritannien und Palästina und auf einzelne Bestimmungen des Mandates wird eine stärkere Unterstützung des Aufbauwerkes durch die englische Regierung gefordert. Es wird eine Sonderstellung für Palästina verlangt, und es heißt in diesem Zusammenhang: „Selbst wenn ein solcher Vorzug nicht als ein absolutes Recht angesehen werden sollte, würde die Gewährung eines solchen schon durch Erwägungen gerechtfertigt sein, wie sie zwischen einem Vormund und seinem Mündel am Platze sind." in de:n Bericht werden dann zahlreiche, seiir ins einzelne gehende Vorschläge auf wirtschaftlichem Gebiet gemacht, die von eingehendem Studium der Verhältnisse und ernstem Willen zur Sanierung und Förderung des Werkes in Palästina zeugen. Die Kommission stellt fest, daß das bisherige Budget der zionistischen Fonds in keiner Weise für eine Erweiterung der Aufbauarbeit reicht. Als wichtigste Forderung wird daher für die kommenden fünf Jahre dieNotwendigkeiteinesMinimalbudgets im Betrage von 1 Million eng]. Pfund jährlich aufgestellt, während das bisherige Jahresbudget der zionistischen Weltorganisation bloß (oder schon) 650.000 engl. Pfund betrug. Der Bericht schließt mit einem dringenden Appell an das jüdische Gewissen, den Palästinaaufbau zu fördern; die Kommissionsmitglieder, die mit dem Verlauf der Konferenz die anderen alle und tanzten gar lange, aber man sah es ihnen an, daß keine Müdigkeit über sie kam, so lange sie auch tanzen mochten. Unser armer Mann konnte sich nicht sattsehen und satthören an all dem Schönen, welches hier war. Er vergaß ganz, woher er kam und was mit ihm geschehen war, und meinte, hier würde er ewig bleiben in den weißen Gewändern, und würde den Gesang hören und das Spiel der Fiedel und die wunderbaren Offenbarungen der Geheimnisse der Thora. Da kam auf ihn der Mann zu, der ihn hierher geführt hatte, faßte ihn bei der Hand und geleitete ihn hinaus durch unterirdische Gänge, weit, weit weg, bis sie nach einem Raum gelangten, der voll war von Gold und Edelsteinen, daß es in den Augen flimmerte. Da sprach der Führer zu unserem Mann: „Wisse, ich bin Eliah, der Prophet. Ich habe deine Klage gehört und deine Bitte, daß Gott dir den Lohn, der dich im Jenseits erwartet, auf Erden in irdischen Gütern bezahle. Ich habe dich nun ins Paradies gebracht, und du hast da eine ganze Nacht verweilt. Du hast den Geschmack des Paradieses bei Lebzeiten gekostet. Das waren die Heiligen und Reinen, die hier ein ewiges Leben führen. Das war König David, der die Fiedel spielte, denn es war ja das Festmahl des Königs David. Wenn deine Zeit auf Erden abgelaufen ist, wirst du auch unter ihnen weilen. Aber-solange du lebst, mußt du Armut tragen. Denn es wurde beschlossen, daß du entweder diese oder jene Welt erbst. Doch wenn du auf jene Welt verzichtest, kannst du dir hier soviel Gold und Edelsteine nehmen, als es dir beliebt. Nun wähle." Der arme Mann sann eine Weile nach. Aber bald wandte er sich ab und ging rasch hinaus, denn er fürchtete, daß der Jezer-hara ihn bereden könnte, auf das Paradies zu verzichten. Als der Morgen graute, stand er wieder im dichten Walde neben seinem mageren Pferdchen. (Fortsetzung folgt.) sehr befriedigt waren, wollen sich auch persönlich für die Aufbringung der nötigen Mittel, über deren Garantierung im Berichte selbst eigentlich wenig gesagt wird, einsetzen. Die Wirkung der Vorschläge bleibt abzuwarten. Ob durch Kommissionsbeschlüsse für die Kolonisation eines Landes überhaupt Wesentliches zu erreichen ist, kann bezweifelt werden. Erst in den nächsten Monaten dürfte es aber überhaupt möglich sein, vollkommene Klarheit über die Tragweite der bei den Londoner Beratungen gefaßten Beschlüsse zu gewinnen, da diese zunächst der für den 19. Juli in Berlin festgesetzten Tagung des Aktionskomitees der zionistischen Organisation und hierauf einer Ende September stattfindenden Tagung der an dem Palästinaaufbau interessierten amerikanischen nichtnationalen Kreise, der „Unparteiischen Palästina-Konferenz" vorgelegt werden. ' Soviel steht schon heute fest, daß die Beschlüsse, zumal sie positiver Natur sind, tief in die Entwicklung des Palästinaaufbaues einschneiden und insbesondere die Position der zionistischen Organisation entscheidend beeinflussen werden. Es nimmt daher nicht wunder, daß in Wiener zionistischen Kreisen, und zwar diesmal in beiden Lagern, die auch sonst in letzter Zeit — namentlich in inner jüdischen Fragen — auffallend konform gehen, die Ansicht vorherrscht, daß die Notwendigkeit eines außerordentlichen zionistischen Kongresses gegeben sei, da die Beschlüsse der Londoner Konferenz angesichts ihrer , besonderen Wichtigkeit nicht allein von dem zionistischen Aktionskomitee, sondern von dem Gesamtplenum, also einem Kongreß ratifiziert werden müßten. Es sollen bereits Beamte der zionistischen Exekutive sich in der Schweiz befinden, um die. Vorbereitungen für den wahrscheinlich nach Zürich einzuberufenden Kongreß vorzunehmen. Das Wiener Organ der radikalen Zionisten, die „Neue W e 1t", schrieb letzthin wörtlich: „Solche Kongreßgerüchte flattern immer wieder auf, was bei der in London beliebten undemokratischen Geheimnistuerei nicht verwunderlich ist, was aber auch die Wirkung hat. daß die Stimmung in der zionistischen Organisation immer wieder beunruhigt wird .... Man kann eine politische Bewegung nicht so behandeln, wie ein Kind, dem man etwas befiehlt". Es wird also die Entwicklung der Dinge abzuwarten sein, bevor man endgültig zu der neuen sicherlich ungemein wichtigen Sachlage Stellung nehmen kann. Brief aus Jugoslawien. Von Oberrabbiner Dr. Julius Diamant, Vukovar. Es wurde hier schon hervorgehoben, daß bei uns in Jugoslawien wirklich liberal und vorurteilsfrei nur unser König ist. Se. Majestät hat noch immer seinen bewährten jüdischen Leibarzt, Dr. K o e n, dem die medizinische Fakultät in Beograd bis nun nicht einmal die Dozentur verlieh. Der Gesundheitsminister, ein waschechter Großserbe, steht auf dem fanatischen Standpunkt, daß der neugegründete Staat als Beamte vornehmlich Serben anzustellen habe, und ernennt an den Spitälern und Kliniken der Hauptstadt weder jüdische noch katholische Aerzte,. Wenn zwei sich streiten, sollte sich nach dem bekannten lateinischen Sprichworte der dritte freuen. Serben und Kroaten, Pravoslawen und Katholiken streiten sich, aber die jüdischen Aerzte haben doch keinen Grund zur Freude. Da an den Beograder Kliniken und Spitälern weder katholische noch jüdische Aerzte Aufnahme finden, fühlte sich das unter Führung der Bauernpartei stehende Zagreber Departement berechtigt, den an den Spitälern angestellten jungen jüdischen und serbischen Assistenz- und Hilfsärzten zu kündigen, ihre Zahl zu reduzieren. Sie erleiden dadurch keinen wesentlichen materiellen Schaden, denn die Entlohnung seitens des Staates ist eine ganz minimale. An der internen Klinik wirkt als Assistenzarzt ein sehr begabter und überaus fleißiger junger Jude, der gründlichste Kenner der Stoffwechselerkrankungen bei uns, den vor einigen Jahren der Staat nach Paris schickte, damit er sich dort gründlich spezialisiere. Er hält zwar die meisten wissenschaftlichen Vorträge im Aerzteverein, ist die rechte Hand des Professors für interne Medizin und infolge seiner bewährten Tüchtigkeit wird* ihm gestattet, an der Klinik unentgeltlich ärztliche Hilfe zu leisten, aber die Dozentur wurde ihm noch immer nicht verliehen. Vom Standpunkte der Gleichheit sind diese Fälle tief zu beklagen. Von diesem Standpunkte ist ein Ereignis, dessen Mittelpunkt meine Person bildete, hoch einzuschätzen. Bei dem-

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