Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 26 (29.6.1928)
- Date
- 1928-06-29
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3062972-3064248-3064273--16380-3089127- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
DIE WAHRHEIT üiinniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiim Seite 13 'himrt und Literatur VonWoAa m Woche Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Das Juniheft enthält eine Reihe wichtiger Aufsätze zur Bibelwissenschaft. In durchaus gemeinverständlicher Weise berichtet Privatdozent Dr. Zoller, Oberrabbiner in Triest, über Ausgrabungen in Syrien und Palästina. H. M. Wiener sucht neue Wege zur Lösung der Schwierigkeiten in der Thora, die der neueren Bibelkritik den Anlaß zu ihrer Quellenscheidung gegeben haben. Den Aufsätzen der früheren Hefte über die Geschichte der Juden in Bremen und in Aurich schließt eine interessante Skizze des RabbineFS Dr. Posner über die Juden in Kiel an. S. J. Schulsohn gibt lehrreiche Einblicke in die Geschichte der österreichischen Juden, insbesondere in der Bukowina, nach dem Erlaß der Toleranzverordnung Josefs II.; er konnte dabei noch Akten benutzen, die 1927 beim Brand des Wiener Justizpalastes untergegangen sind. Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von 10 Mk. an diese Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlin 7030) oder an einen der Vertrauensmänner sendet, welche in jedem Heft der Monatschrift aufgezählt sind. A. J. Brawer: Haarez (Palästinakunde). Verlag „Dewir", Telaviv 1928. Der als Geograph bekannte Verfasser liefert in diesem Buche eine Darstellung Palästinas nach den neuesten Daten, die aus unzähligen, vielfach verstreuten Notizen ein anschauliches Bild des Landes der Väter in weitestem Sinne aufbaut. Nach eingehender Behandlung der Geologie, wobei der abergläubische Gebrauch gewisser Versteinerungen (S. 15) beachtenswert ist, werden Gebirge und Flüsse beschrieben und eines interessanten Faktums aus dem Feldzug Bonapartes gedacht. Jammervoll ist das Schwinden des Waldbestandes im Laufe der Jahrhunderte (S. 43, 65). Jerusalem besaß schon in vorisraelitischer Zeit eine zentrale Stellung (S. 57). Die neueste Wasserleitung wird (S. 59) gewürdigt und die geschichtliche Bedeutung der Höhlen hervorgehoben (S. 61). Das Klima ist konstant geblieben (S. 25). Die Gesundheitsverhältnisse haben sich nur infolge Vernachlässigung des Landes verschlechtert. Die jetzt für das Land so wichtige Orange wurde im 18. Jahrhundert aus China über Portugal importiert, daher die arabische Bezeichnung „Bordugan". Sowohl Vorgeschichte (die auch den Gegenstand der gründlichen Arbeit von A. Kohn in den Mitteilungen der Anthrop. Ges. in Wien, XL1X, 1914. bildet) als auch Geschichte des Landes kommen zu ihrem Rechte. Nicht weniger als 38» Idiome werden in Palästina gesprochen (S. 194). Nicht viel weniger bunt ist die Uebersicht über die religiösen Bekenntnisse im Lande (S. 197). Verheerend wirkten der Weltkrieg und andere Heimsuchungen. Doch ist ein energischer Wiederaufbau im Zuge. Wir erwähnen diese Einzelheiten nur. um auf die vielseitige Belehrung und Anregung, die das Buch bietet, hinzuweisen. Es kann allen Freunden des Landes warm empfohlen werden. A. Granowsky: Bodenbesteuerung in Palästina. Berlin 1928, Jüdischer Verlag. — Diese neueste Schrift eines um die Revision des ganz abnormalen Steuerwesens in Palästina seit langem bemühten Fachmannes zeigt, besonders durch die Vergleichung mit der Besteuerung in anderen Mittelmeerländern, die Önhaltbarkeit des bestehenden Systems. Sie kann auf die Adresse, an die sie gerichtet ist. nicht ohne Eindruck bleiben. G. ■ Heilbad Oleiülenberg! I Slelermcurh | Kurzeit: ■ Mai—Oktober 5 g Station: ■ Feldbach-Bad Gleichenberg ■ Heilanzeigen: Luftröhre, Bronchial- und Lungenspitzenkatarrhe, ■ I Asthma, Emphysenii Herzmuskelerkrankungen, I 5 Nervenleiden usw. ■ | Kurmittels Natürliche Kohlensäurebäder, pneumatische Kam- | Imern, Quellsole- und Fichtennadel-Inhalationen, m Kaltwasserkuren, Sonnenbäder, elektrische Licht- | m bäder. künstliche Höhensonne m ■ Berühmte Heilquellen Konstantin-und Emmaquelle ■ ■ Ausgezeichnetes Tafelwasser: Johannlsbrunnen | | Oute Verpflegung! Mildes Klima! | ■j Auskünfte durch die Kurkomrnission sj Ein Gedenkwort für Don Fuchs s. A. Als die Nachricht vom Tode Napoleons in Paris eintraf, sagte einer von denen, die er gemacht, in den Sattel gehoben hatte, Talleyrand: „Das ist «ine Notiz, aber kein Ereignis!" Für Talleyrand, das Prototyp den Vielgewandten, die mit feiner Witterung für jede Wendung des Windes rechtzeitig Kappe und Kokarde zu wechseln wissen, war Napoleon jetzt eben nur gestorben. Tot war er für ihn längst, tot, seitdem er ihm nicht mehr Vorteil bieten oder schaden konnte, tot, weil er ihm nicht mehr eine Figur auf seinem politischen Schachbrett bedeutete. Anders aber als die strebsamen Diplomaten, anders als die Leitenden und Tonangebenden, für die man im besten Falle stirbt, um sogleich vergessen zu werden, — anders fuhrt das dankbare Volk. Wer wirklich dem Volke etwas geleistet hat, der mag längst von der öffentlichen Tribüne verdrängt oder freiwillig in den Hintergrund getreten sein, nur zu sterben braucht er, um in der liebenden Erinnerung des Volkes wieder aufzuleben und, nun erst voll gewertet, fortzuleben. Wir wollen gewiß Don Fuchs nicht mit Napoleon vergleichen. Er hat keine Schlachten geschlagen, sich nicht den Lorbeer eines Weltruhms erstritten. Was er mit dem großen Korsen gemeinsam hat, ist höchstens der jammervolle Abschluß eines Lebens, das ihn in raschem Aufstieg zum Gipfel des Erfolges führte. Unser Zitat soll uns nur in der Hoffnung bestärken, daß jetzt nach seinem traurigen Ende im doppelten Elend der Vereinsamung und der Fremde sein Wiener Krei* sich erinnern wird, was er an Don Fuchs besessen hat, und daß ihm dort mancher eine Regung nachträglichen Dankes aus tiefem Mitgefühl widmen wird. Er hat es verdient! Ueber seine Bedeutung als Kantor steht nur dem Fachmann ein Urteil zu. Doch als kürzlich der Rabbiner einer angesehenen Gemeinde Nordamerikas nach Wien kam, um „die Stadt eines Jellinek und eines Sulzer" kennen zu lernen, konnte ihm gesagt werden: „Um Sulzers Geist und Kunst nachzuprüfen, dazu brauchten Sie nicht Europa aufzusuchen. Bei Ihnen drüben lebt und leidet jetzt ein Mann, bei dem Sie an die beste Adresse kämen." Nur an den Menschen, an den Juden Don Fuchs denken wir. Der mußte bei jedem, der ihn kannte, den rechten Anwert finden. Nicht sein rührender. Familiensinn soll hier betont werden, der ihn den Verlust seiner Lebens- und Leidensgefährtin nicht überwinden ließ. Sondern seine urjüdische tarnen Jlfeider - Metier Arbeitsgemeinschaft indischer Wmlseamadchmm im Dr. Krüger-Helm Wien IL, Malzgasse 7, Tel. R43-5-40 Übernahme aller Arbeiten, von Reparaturen bis zur allerlelnsten Maßarbeit. Billige Preise! >«:ciu«£m« T«ilzcalalumg«m f 3 Verblüffend billig S solid und fein i kaufen Sie Im ■ Sanitätshaus s Fischer ■ ■ Wien, II., Taborstrasse 34 a TeL R 40-5-93 g Wohlfahrtsanstalten hohe Rabatte! ■ Damen- und Herrenbediemtng!