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Die Wahrheit · 1928-06-29 · Heft 26 (29.6.1928) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 26 (29.6.1928)
Date
1928-06-29
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite H «iiittin^ DIE WAHRHEIT Friellieler i BeetsA WIEN I., Seltenstettengasse 2 Tel. 68-1-28 XI.« Zentralfriedhof, neben dem 1. Tor, Tel. 98-0-85 Weitherzigkeit, Opferfreudigkeit und Vornehmheit überall, wo es galt, Leidenden zu helfen. Aufstrebende zu fördern. In den Dienst dieser Mizwah stellte er nicht nur seine Kunst, nicht nur seinen Einfluß, sondern sich selbst mit seinem ganzen Herzen, seiner Seele und seinem Vermögen. * In den Erregung des Mitleides wird mancher nach der Mitschuld des einen oder des andern an dieser Tragödie fahnden wollen. Die Hauptschuld trifft ihn selbst, diese wahre Künstlernatur mit ihrer Unschuld in weltlichen Händeln. So viele haben in seiner Lage nicht, wie er, alles verloren, sondern auf der ganzen Linie gesiegt, weil sie besser als ihre Gegner rechnen und auf bessere Freunde, als er sie hatte, zählen konnten. War dies eine Schuld, so hat er sie sattsam gebüßt und jetzt ein Anrecht auf die Teilnahme aller. Eine mittelalterliche Schrift warnt vor dem Lesen von Grabschriften, weil das Gedächtnis darunter leide. Und wirklich glaubt man vor manchen Grabschriften und Grabreden des Gedächtnis verloren zu haben. Wenn man, was man da liest oder hört, mit dem vergleicht, was bei Lebzeiten des Gefeierten über ihn gesagt und geschrieben wurde, so möchte man an das Schriftwort denken: „Vergessen, wie ein Verstorbener aus dem Herzen" und es deuten: „Wie man, wenn einer die Augen schließt, aus Herzensdrang vergißt, was er in Wahrheit gewesen ist."? Wen Don Fuchs näher gekannt hat und-nun diese wenigen Zeilen über ihn liest, die unter dem ersten Eindruck der Todesnachricht in aller Eile geschrieben werden, wird kaum tadeln, daß hier von ihm zu viel gesagt sei. Man wird finden, daß es viel zu wenig ist. Vorstehende Worte erheben aber keinen Anspruch, die Bedeutung dieses lieben, gütigen Menschen zu erschöpfen. Sie wollen nichts als ein Tribut aufrichtiger Freundschaft sein. Dr. M. G r u n w a 1 d. zum Amateurismus bereits so gut wie eine1 feststehende Tatsache. Die „Hakoah" als größer Sportverein sah die Professionalmiannschaft immer als einen Fremdkörper unter ilhlren vielen Amateursektionen an. Die Freunde des Amateiurgedankens warteten noch einige Zeit ab, bis nach lädier Richtung Inn klar wurde, daß die weitere Aufrechterhaltung der Fußballsektion ails Professionalmannschaft zwecklos und eine zu große Belastung für den Verein bedeute. München* Vor kurzem verstarb der- Vorsitzende des bayerischen israelitischen Lehrervereines, Herr Simon Dingfelder. Mit seinen 1908 abgefaßten Denkschrift über die wirtschaftliche Lage der bayerischen jüdischen Lehrer gab er den Anstoß zur Grüdung des Verbandes bayerischer Israelitischer Gemeinden, dessen Rat Dingfelder angehörte. Diamantene Hochzeit. Seit 4 Jahren lebt das Ehepaar Sigmund und Rosa Süss in behaglicher1 Sorglosigkeit und Zufriedenheit im israelitischen Versorgungshause. IX., Seegasse 9. Nach einem Leben voll Tätigkeit feiern sie am 7. Juli in körperlicher und geistiger Frische ihre diamantene Hochzeit, welche vom Kultusvorstande unten Beteiligung aller Verwandten und Freunde des Jubelpaares in festlicher Weise begangen wird. Der würdige Greis (84 Jahre alt) war seine ganze Lebenszeit in korrekter Weise kaufmännisch tätig, der liebevollste Gatte und hatte stets eine offene Hand für die Armen. S. R. Kein „Parlament" in Palästina. Wie der „Haaretz" berichtet, soll Kolonialminister Amery, der sich letztens mit der Frage der Schaffung eines Legislative Council in Palästina beschäftigt hat, nachdem bei den Arabern eine gewisse Strömung füir dieses Projekt sich bemerkbar macht, nach näherer Prüfung zur Ansicht gelangt sein, daß es besser sei, diese Frage noch für einige Jahre in Schwebe zu lassen, da die Vorbedingungen hierfür noch nicht vorliegen. Rückkehr der „Hakoah" zum Amateurismus. Rascher als allgemein erwartet wurde, hat die > ..Hakoah" in ihrer, unter dem Vorsitze ihres Gründers und; Ehrenpräsidenten Dr. Fritz Lehner-, Beda am 21. d. M. stattgefundenen Vorstands-* Sitzung die Entscheidung bezüglich ihrer Fuß- \' baUsektion getroffen- Die Versammlung faßte denV eins t i mm igen Beschluß, die bisherige$ Pr ofessiönäl m a n n s c h ä f t aufzulösen und zum Amateurismus zu r ü ckzu-( kehren. Der Entschluß des Vorstandes kommt nicht überraschend, denn noch bevor die „Hakoah" '-. das verlorengegangene entscheidende Meislerschaftsspiel ausgetragen hatte, war die Rückkehrv Konkurs. An dem Jernsalemteinpel in Prag gelangt die Stelle eines Oberkanrfors zur Besetzung. Belegte Gesuche sind bis 9. Juli an den . Obmann des Verwaltungsausschusses Dr. Alfred Stein in Prag II, HavHckova 5, zu richten. Konkurs. In der isr.aeüi tischen K'u 11 u sg e m e i nd e C e r n a u t i (Czernowitz) gelangen nachstehende Stellen zur Besetzung: 1. Die Stelle eines zweiten Oberkantors für Tempel oder große Synagoge; 2. die Stelle eines Chasen und Bai Tefi 1 u speziell für die g r o ße S y n a g o g e; 3. die Stelle eines Tenors und eines Baritons im Tempel-Chor im Gemeinde-Tempel. Bewerber um einen der vorbezeichneten Dienste Posten haben ihre volle Eignung und Kenntnisse für diese Funktionen, und zwar: musikalische und gesangliche Ausbildung, womöglich an einem Konservatorium, sympathische und ausreichende Tenor- oder Baritonstimme, ferner insbesondere umfassendes religiöses und hebräisches Wissen in den Wochen- und Sabbath-Qebeten wie auch in jenen der hohen und höchsten jüdischen Feiertage, ferner in unserem hebräischen Schrifttum: die Bewerber um einen Kantor-, Chasen- oder Bal-Tefile-Posten auch die Eignung als Bal-Kore. Alle aber auch noch allgemeine Bildung sowie ihre bisherige Verwendung und Tätigkeit in dem gegenständlichen Berufe nachzuweisen sowie ihre Studien-, Geburts-, Staatsbürgerschafts- und Moralitäts-. Zeugnisse beizubringen. Ordnungsmäßig adstruierte Kompetenzgesuche mit den vorstehend bezeichneten Nachweisen sind ehestens und bis längstens 30. Juli d. J. bei der unterzeichneten Kultusgemeinde zu überreichen. Der Kultusgemeinde-Gerent: Dr. Sträucher. Czernowitz. 14. Juli 1928.

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