Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 25 (22.6.1928)
- Date
- 1928-06-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite & lllllllllIhlllllfiimminiHiiiHnnmniimiiiHlilllHlin DIE WAHRHEIT anzeigen erstattet, 251 Sterbefälle immatrikuliert wurden, daß ferner von den Magistratischen Bezirksämtern 93 Austrittsanzeigen aus der israelitischen Religionsgesellschaft eingelangt sind und vor dem Rabbinate der Kultusgemeinde 31 Personen ihren Eintritt, bzw. ihre Rückkehr in die israelitische Religionsgesellschaft erklärten. Im Einlaufe befand sich ferner ein Rapport des Steueramtes der israelitischen Kultusgemeinde, aus welchem zu entnehmen ist, daß in der Zeit vom 29. April bis zürn 26. Mai 1928 76 Austritte aus der israelitischen Religionsgesellschaft vom Magistrate der Kultusgemeinde bekanntgegeben worden sind und daß sich unter diesen 76 Personen 19 Kultussteuerträger befinden, die mit Kultussteuern zwischen S 2.— und S 30.— bemessen waren; von den Ausgetretenen haben 12 Personen Kultussteuern unter S 10.— entrichtet. Die vom Vorstande der Israelitischen Kultusgemeinde in der öffentlichen Plenarsitzung vom 28. Dezember 1927 beschlossenen Aenderungen und Ergänzungen des Tarifes für Abgaben, Taxen und Gebühren wurden vom Bundesministerium für Unterricht grundsätzlich mit der ausdrücklich in das Statut aufzunehmenden Maßgabe genehmigt, daß die Manipulationsgebühr ausschließlich nur bei freiwilligen Spenden anläßlich des Aufrufes zur Thora an Sabbaten und Festtagen eingehoben werden darf, ohne daß aus irgend einem Titel eine Erhöhung des Höchstausmaßes von 5 Prozent der Spende einzutreten hätte. Nach langwierigen Verhandlungen, welche zwischen der Landesregierung, der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und dem „Verbände der Türkischen Israeliten (Sephardim)" gepflogen wurden, ist nunmehr von der Wiener,, Landesregierung als mittelbare Bundesverwaltung das Statut des Verbandes der Türkischen Israeliten (Sephardim) mit dem Genehmigungsvermerk versehen herabgelangt. In der üblichen Weise wurden seit der letzten Plenarsitzung namens des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde fünf Ehepaare anläßlich der Feier der goldenen Hochzeit beglückwünscht. Das Präsidium hat in der Berichtsperiode eine unangesagte eingehende Inspizierung der israelitischen Versorgungsanstalt vorgenommen. Es wurde die Herstellung und die Verabreichung der Verpflegung einer Visitation unterzogen, das Haus in allen seinen Teilen besichtigt und in Abwesenheit des Anstaltsverwalters die Befragung der Insassen nach etwaigen Beschwerden oder Wünschen vorgenommen. Das Präsidium konnte mit Freude feststellen, daß diese Fürsorgeinstitution der Kultusgemeinde nach jeder Richtung hin voll und ganz ihren Zwecken gerecht wird, daß der Betrieb, den Intentionen des Kultusvorstandes entsprechend, geführt ist und daß die Schutzbefohlenen zumeist voll des Lobes über das ihnen Gebotene sind. Es wurden ferner vom Präsidium Lokalaugenscheine auf den Neubauten 'am neuen israelitischen Friedhofe und eine Besichtigung der auf dem Grundstücke der Kinderspitals Ambulanz im Augarten errichteten neuen Baracke vorgenommen. Die Friedhofbauten gehen ihrer Vollendung entgegen, so daß nach den bisherigen Absichten die feierliche Schlußsteinlegung und Weihe der neuen Zeremonienhalle und damit die Inverwendungnahme der Neubauten in Bälde wird erfolgen können. Die auf dem Augartengrunde überaus zweckentsprechend erbaute Baracke wird es ermöglichen, daß der für das Kinderambulatorium und Sonnen-Tagesheim entbehrliche Teil unseres Gartengrundstückes für die Zöglinge des Kindergartens in der Othmargasse, sowie des Turnvereines „Makkabi" nutzbar gemacht wird. In der Berichtsperiode wurden aus den Mitteln der Kutusgemeinde die für das Jüdische Obdachlosen-Asyl bestimmten Räume im Hause des Ausspeisungsvereines für den XII. bis XV. Bezirk, XV., Herlclotzgasse 21, adaptiert und mit den erforderlichen Einrichtungsstücken versehen, so daß auch dieses durch ansehnliche Aufwendungen der Kultusgemeinde zustandegekommene Werk demnächst seine Wirksamkeit entfalten wird können. In den letzten Wochen hat sich das Präsidium mit der Festsetzung des Termins für die im laufenden Jahre vorzunehmenden Wahlen in den Kultusvorst a»nd und in die Bezirkskammissionen und mit den sich hieraus ergebenden administrativen Verfügungen befaßt. Als Tag der Wahl wurde, unter Zustimmung sämtlicher Mitglieder des Vertreter-Kollegiums, der 2. Dezember 1928 bestimmt. Von einem früheren Termine wurde abgesehen, um zu vermeiden, daß im Wahlstatute vorgesehene Fristen in die Zeit der hohen Feiertage fallen und um dem Steueramte die Möglichkeit zu bieten, die Fertigstellung der Wahlarbeiten rechtzeitig mit den eigenen zur Verfügung stehenden Arbeitskräften zu besorgen. Nach dieser Einteilung ergibt sich die Möglichkeit, in den letzten Tagen des Monates Dezember, bzw. in den ersten Tagen des Monates Jänner 1929 die Konstituierung des neugewählten Kultusvorstandes vornehmen zu können. Ueber Verfügung des Präsidiums, im Einvernehmen mit dem Obmanne der „Unterrichtskommission", werden während der Ferialmonate in den Schullokalitäten XX., Othmargasse 46, Kurse für Volks-, Bürger-(Haupt)- und Mittelschüler (innen) aus folgenden Gegenständen abgehalten werden: 1. Nachhilfe aus Hebräisch-Lesen; 2. Uebersetzen von Gebetstücken: 3. Einübung liturgischer Gesänge: 4. Vorbereitung für die Barmizwah; 5. Hebräische Lektüre für Vorgeschrittene. Der Unterricht ist unentgeltlich. Im Rahmen des Unterrichtes werden Lehrausgänge mit den Schülern und Schülerinnen veranstaltet werden. In den ersten Tagen des Monates Juli d. J. finden die Einschreibungen statt und es ist zu gewärtigen, daß von der getroffenen Einrichtung, die auch schon in der Vorkriegszeit bestanden hat, ausgiebiger Gebrauch gemacht werden wird. Als zweiter Punkt der Tagesordnung wurde die Geschäftsführung während der Sommermonate analog wie in den Vorjahren besprochen. Mit dem vom Obmann der Unterrichtskommission Dr. I. Ticho vorgelegten wichtigen Lehrplan für den Religionsunterricht an Haupt- und Mittelschulen, der genehmigt wurde, befassen wir uns in der nächsten Nummer unseres Blattes eingehend. Die ebenfalls von Dr. Ticho beantragten Beiträge für die Ferienkolonie (S 200.—) und die Schülerlade (S 300.—) des überwiegend von jüdischen Schülern besuchten Bundesrealgymnasiums II wurden bewilligt, ebenso die Bezugsaufbesserung der Angestellten der Kutusgemeinde analog den Beschlüssen des Wiener Gemeinderates vom 9. März 1928, nach denen auch an nichtpragmatische Angestellte Zuwendungen erteilt werden. Auch die neuen Kollektivverträge mit den Angestellten des Spitales und der Versorgungsanstalt, von Dr. Friedmann, der mit diesen als Bevollmächtigter des Kultusvorstandes unterhandelt hatte, vorgelegt, wurden mit Dank an den Referenten genehmigt; sie bewegen sich ungefähr in gleichen Rahmen wie die alten, am 30. April abgelaufenen Verträge und enthalten in der Hauptsache nur die Abänderung, daß die Angestellten zweimal jährlich Zuwendungen in der Höhe von je 100 Prozent des Gehaltes bekommen, was ein Mehrerfordernis von S 16.000.— bedeutet. Ein einer Anregung des Obmannes der Versorgungshauskommission D. Dohan entsprungener Antrag, angesichts des in letzter Zeit besonders zahlreichen Besuches von Fremden, einen „Führer" durch den Alten Friedhof in der Seegasse ^herauszugeben und auf diese Weise zugleich das Interesse für das Versorgungshaus zu fördern, wurde an das Vertreterkollegium auf Antrag des Kultusvorsteher Dr. R. Glanz zurückgewiesen, der der gewiß richtigen Ansicht war, daß mit einem geringen Mehraufwand ein „Führer" durch das gesamte jüdische Wien und seine Institutionen und Einrichtungen hergestellt werden könnte. Wie notwendig sich eine solche Maßnahme in unserer Zeit des Fremdenverkehres erweisen würde, bewies eine Bemerkung des Kultusvorsteher Dr. H. Körner, der darauf hinwies, daß in dem größten „Führer" von Wien (Baldaß) das Grab H e r z 1 s als auf dem Alten Friedhof in der Seegasse (!) befindlich angegeben wird. __ 1 Herren*- und Damenkleider ■ S nach MaB sowie fertig lagernd, nur Qualitätsware, billigste Preise. Even- S tueUe langfristige, bis zu einem Jahre währende Zahlungserleichterungen : Kleider-Erzeugungs-Union, Wien VL, Kaserneng. 6 2 Telephon 2-15 Bollinger-Eiskasten sind seit 1870 die besten Tabrik: Wien XV., Staglgasse Nr. 10, Telephon 80-5-38 Filiale: VII., Burggasse Nr. 17, Telephon B 32-3-80 ■Beg««-^.»riiR»m .«T-, 'ta^SP#^ff*^?g3assaw