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Die Wahrheit · 1928-06-22 · Heft 25 (22.6.1928) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 25 (22.6.1928)
Date
1928-06-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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DIE WAHRHEU uililiiliiliniuti HOTEL „NATIONAL ii IBtt Restaurant Wien II., Taborstrafte 18 Zentrale Lage, 200Zimmer, fließendes kaltes und warmes Wasser u, Zentralheizung. In allen Zimmern Telephon Unter der bewährten Leitung-des bestbekannten Restaurateurs S. Grüner. Vorzügl. wiener, ungarischeu. orientalische (rumänische) KUche. Wienerbräu u. Pilsner Urquell. diesen ungewöhnlichen Vorgang, ja zionistische Blätter schrieben sogar von einem „Verrat", der an der „Hakoah" begangen worden war. Aber nach dem Gesagten ist die Handlungsweise dieser Spieler, wenn auch nicht entschuldbar, so doch leicht verständlich, ist auch das begreiflich, was leider weiter geschah. Die „Hakoah", von ihren besten Kämpfern verlassen, verfiel immer mehr und mehr, der zurückgebliebene und teilweise neu aufgefrischte Rest der einst so stattlichen Elf konnte den Zusammenbruch nicht aufhalten, auch Reorganisationen im Vereine selbst — Dr. K ö r n e r trat, seiner schweren Fehler bewußt, zurück und der Begründer der „Hakoah'*, Dr. Fritz Löhner-Beda, wieder an ihre Spitze — halfen nichts und nun folgte diesen Sonntag der letzte Akt des Dramas, dem übrigens auch die gerade jetzt zurückgekehrten Amerikafahrer, sicher mit sehr gemischten Gefühlen, beiwohnten. Dieser Zusammenbruch eines großen jüdischen Sportvereines interessiert natürlich auch von der jüdischen Seite. Die „Hakoah" genoß unleugbar trotz vieler Widersacher im Wiener Judentum, insbesondere bei seiner Jugend, eine große Popularität. Zehntausende Menschen besuchten und bejubelten jedesmal die schönen Spiele des jüdischen Vereines, die ihm auch treu blieben, als es bergab ging, wenn auch die Anhängerschaft in der letzten Zeit stark abfiel. Woher kam ydiese immense Begeisterung solcher jüdischer Massen? Der Gedanke, daß elf jüdische Jünglinge körperliche Glanzleistungen vollbrachten, war für .diese Menschen ein solch beseligender, daß ihre Trauer nun um so verständlicher erscheint. Und hier haben wir auch einen der vielen Fehler in der ganzen Konstruktion der „Hakoah" zu suchen. Sicherlich, der Zusammenschluß von Juden in jüdischen Sportvereinen ist ein durchaus begrüßenswerter, noch dazu heute in unserer Zeit der . Vorherrschaft des Sports. Aber daß man wegen seiner Zugehörigkeit zum Judentum auch schon „Hakoahner" sein mußte, daß man von Fanatikern als „minderwertig" betrachtet wurde, wenn man einer anderen Mannschaft aus rein sportlichen Gründen den Vorzug gab, das war — seien wir ehrlich — Verblendung. Und solche Illusionen werden nur zu leicht zerstört, wie der traurige Fall der „Hakoah" wieder klar beweist. Zu diesem Konstruktionsfehler kam noch ein anderer. Die „Hakoah" war lange, wenn auch nicht offiziell, ein ausgesprochen jüdischnationaler Verein. Sie bot dem jüdischen Nationalismus in Wien ein starkes Agitationsmittel, das er nun verloren hat, sie hat auch bei verschiedenen politischen Anlässen offen Partei für die Partei ergriffen. Noch in der letzten Nummer der zionistischen „S tirame" stand vor dem nun verloren gegangenen Entscheidungskampfe zu lesen: „Die Frage, ob die Fußballmannschaft der Wiener Hakoah erstklassig bleibt, oder nach fast zwanzigjährigem Bestand unter 13 Vereinen als Vorletzter in das Nichts der zweiten Klasse zurückfallen muß, ist mehr als eine Vereinsangelegenheit, mehr als ein jüdisch-sportlicher Fall, ist ein Markstein in der jüdisch-nationalen Bewegung. Der Verlust einer Position, wie sie die Erstklassigkeit der Hakoahmannschaft bedeutet, einer freilich schon seit langem getrübten Möglichkeit der werbenden Kraft für den Gedanken des jüdischen Aufbaues wäre eine klare Niederlage auf dem Wege der jüdischen Regeneration." Diese politische Haltung hat der „Hakoah" bei der Majorität des Wiener Judentums sehr geschadet, der diese einseitige Stellung des Vereines nicht willkommen» war, weil sie auf dem gewiß richtigen Standpunkte stand, daß Sport und Politik schon gar nichts miteinander gemein haben. Die „Hakoah" hat auch in letzter Zeit die Richtigkeit dieser Ansicht eingesehen und ist merklich von der jiid'ischnationalen Partei abgerückt; vielleicht war es auch umgekehrt. Noch steht das weitere Schicksal der „Hakoah" nicht fest; eines aber ist sicher, aus all den bisherigen Fehlern müssen die nötigen Konsequenzen gezogen werden, soll die „Hakoah" wieder einmal eine ehrenvolle Rolle im Wiener Sportleben spielen. __O. H. Oeffentliche Plenarsitzung des Wiener Kultusvorstandes. Montag, den 18. d. M., fand unter Vorsitz des Präsidenten Professor Dr. A. Pick eine öffentliche Plenarsitzung des Wiener Kultusvorstandes statt. Vor Eingang in die Tagesordnung gedachte Präsident Professor Dr. Pick, während alle Anwesenden sich von ihren Sitzen erhoben, des schweren Verlustes, der die Wiener Gemeinde durch das Ableben des Mitglieds des Rabbinatskollegiums Rabbiner Dr. S. Funk betroffen hat. Der Präsident schilderte in bewegten Worten die leuchtende Persönlichkit des Dahingegangenen, rühmte seine großen Verdienste als Rabbiner und Forscher und erklärte, daß die Wiener Kultusgemeinde das Andenken dieses edlen Mannes stets in Ehren halten werde. Im Einlaufe, der von Amtsdirektor Regierungsrat Dr. G. Fuchsgelb verlesen wurde, befanden sich: Dankschreiben des Keren Haiessod Direktoriums in Jerusalem für den von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien gewidmeten Betrag von S 25.000.—; ferner Ouittungen mit dem Ausdrucke des Dankes von der Palästina-Zentrale der „Agudas Jisroel" in Frankfurt a. M. für die dem „Keren Hajischuw" gewidmeten S 7500.— und vom „Verein der Freunde des arbeitenden Palästina" für die Zuwendung von S 2500— Vom Israelitischen Blinde n i n s t i t u t i n Wien ist für die seitens der Kultusgemeinde bewilligte Subvention von S 1000.— pro Monat und eines einmaligen Baukostenbeitrages von S 1500.—. ein herzliches Dankschreiben des Direktors A11 m a n n eingelangt. Den Wochenberichten des M a t r i k e 1 a m t e s für die Zeit vom 6. Mai bis 10. Juni 1928 ist zu entnehmen, daß in der Berichtsperiode im Wirkungsbereiche der Israelitischen Kultusgemeinde Wien 59 Trennungen vorgenommen, 157 Geburts-

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