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Die Wahrheit · 1928-06-01 · Heft 22 (1.6.1928) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 22 (1.6.1928)
Date
1928-06-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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DIE WAHRHEIT iiiHimiüniuiiniiiiiM^^ 5^ \$ gegen die Kirche, der Israelit — freilich nicht allein, sondern die meisten antiken Völker ihm gleich — in der Opferpraxis." Man traut seinen Augen kaum. Als ob nie ein israelitisches Prophetentum mit glühendem Eifer solcher Ueberschätzung des Opferwesens entgegengetreten wäre, als ob es seit der Einstellung des Opferdienstes keine Fortentwicklung des Judentums gäbe und nicht-christliche Sachverständige wie Herford u. a. darüber ganz anders geurteilt hätten, wird jenen beiden religiösen Typen das Judentum als Opferkult gegenüber gestellt! Aber auch gegen die Auffassung des altisraelitischen Opferwesens haben wir Einwendungen zu erheben. Seite 153 Liest man: „Die erste Wurzel des Menschenopfers ist eine genuin-israelitische." Nun ist anzuerkennen, daß nicht das Opfer Abrahams und die Jephtageschichte herangezogen wird. Daß aber Ex. 22, 28 und 34, 20 nicht vom Menschenopfer sprechen, sondern von dem Priesterdienst der Erstgeborenen, der nach der Sünde am goldenen Kalbe ausschließlich dem Stamme Levi übertragen wurde, und der dem Priester für jeden Erstgeborenen zu zahlenden Löse, sollte doch nach dem Wortlaut der Schrift selbst keiner besonderen Betonung bedürfen. So sonderbar sind die Wege dieser Bibelerklärer, daß, Seite 156. II. Reg. 3. 27, kommentiert wird: „D. h. nun wütete Kemosch mit seinen Streitern, neu gestärkt, gegen seinen Feind Israel". Dr. G. Paracelsus. Sämtliche Werke, in neuzeitliches Deutsch überscl'zt mit Einleitung, Biographie, Literaturangaben und Anmerkungen versehen von Priv.-Doz. Dr. Bernh. Aschner, Band I., Jena 1926, Gustav Fische r...— Ein mächtiger Oktavband von 1312 Seiten zeugt von einem Fleiß, den keine Mühe bleichet. Diese Riesenarbeit wurde aber nicht geleistet, um ein kulturgeschichtliches Kuriosum auszugraben oder besser gesagt: diese zahlreichen Arbeiten über den sprichwörtlich gewordenen Bombastus noch um eine weitere zu vermehren. Vielmehr soll die moderne materialistische Heilkunde zur Einkehr gemahnt und darauf hingewiesen werden, wie so manches, zum Beispiel der Aderlaß, was längst in das medizinische Museum verbannt schien, von neuem in Aufnahme gekommen ist, wie auch anderes, zum Beispiel der kosmische Einfluß auf das Befinden der Menschen, den man in die Nähe des Okkultismus und verwandter Gebiete verbannt hatte, der wissenschaftlichen Betrachtung wieder näher gerückt ist. Von diesen und ähnlichen Anschauungen der älteren Medizin handelt Paracelstis. Für jüdische Leser imsbesondeTs ist beachtenswert, daß P. die Medizin der Juden entschieden verwirft (S. 479), „da sie doch den Heiland verworfen haben'', während er den Ursprung der brauchbaren Heilkunst auf die alten Heiden, die Griechen zurückführt. Immerhin zitiert P. gerne das Alte Testament, mitunter (so S. 528: „vom Norden kommt das Unheil") vielleicht unbewußt. Er hält viel von der Kabbala. Für die jüdische Volksmedizin kommt mancherlei in Betracht, so die Heilung durch an gewisse Körperstellen angebundene Tiere (S. 655, 673). Auch die Verdunkelung mancher Worte durch Umstellung der Buchstaben (S. 716) findet ihre Analogie in Handschriften der jüdischen Volksmedizin. Daß sich P. so scharf gegen Kultus (S. 292), die hohen Schulen (S. 397) und andere Autoritäten wendet, erklärt hinreichend die Gegnerschaft, die er von den Universitäten, wie der Wiener. zu erfahren hatte. Werbet und verbreitet die „Wahrheit"! VmiDockazutDoeke Franzensbad im Frühling. Es hieße, Eulen nach Athen tragen, wollte man über die Vorzüglichkeit der Quellen und Kurmittel von Franzensbad. die weltbekannt und weltberühmt sind, ein Loblied anstimmen! Die Kurfrequenz steigt ja sprunghaft von Jahr zu Jahr! Neue Kurhäuser und Paläste schießen förmlich aus dem Boden! Ein neuer Musentempel modernster Art harrt seiner baldigen Vollendung, wo hohe Kunst eine Pflegestätte finden soll; aber auch die leichtgeschürzte Muse soll daselbst zu ihrem Rechte kommen! Die konzertveranstaltende Firma Windirsch in Franzensbad kündet prominenteste Künstler des Konzertpodiums für die Saison an. Glänzende Unterhaltungen, Strandbäder, mondäner Sport usw. stehen dem Kurpublikum zur Verfügung. Für jüdisch-religiöse Bedürfnisse ist nach jeder Richtung hin vollauf gesorgt! Im Vorjahre hielt hier sogar der Beizer Wunder-Rabbi mit seinem getreuen Stabe durch mehrere Wochen die Kur, und Chassidim aller Welt kamen her, des Segens des Zaddik teilhaftig zu werden. Das konservative Judentum betet und speist im Restaurant Fürstenhof, bei Herrn Simon Raab. Hier ist auch der Prager Oberrabbiner, Herr Dr. B r o d i, ständiger Gast. Die Kurverwaltung, an der Spitze Herr Bürgermeister Dr. I n d r a, gibt und hilft aus ihren Kurmitteln allen Bedürftigen ohne Unterschied des Glaubens und der Nationalität in großzügiger Weise. Die tschechoslowakischen Bahnen gewähren bedeutende Vergünstigungen, und die Sichtvermerke sind bekanntlich abgeschafft. Also rechnet man mit deutschösterreichischer, insbesondere Wiener Frequenz in Massen! Und man wird sich hoffentlich auch nicht verrechnen! A. W—tsch, Eger. Der Muttertag wurde auch in Lainz gefeiert. Der rührige Mädchen- und Frauenverein „Krankenbesuch" (Bikur Chaulim) mit dem Obmann des Komitees der Lainzer jüdischen Insassen, Herrn Karl A 11 m a n n. haben sämtliche jüdischen Frauen besucht und reichlich beschenkt. Im Tempel versammelten sich 42 Frauen, wo Frau Präsidentin Irma Rosenberg eine feierliche Ansprache hielt. Hierauf nahmen Frau Vizepräsidentin Wechsler und die Vorstandsdamen Fuchs, Dux und Bloch des Vereines „Krankenbesuch"' unter Führung des Herrn Altmann die Beteiligung vor. Es wurden auch an Männer und Andersgläubige Gaben verteilt. Die Freude der armen alten Frauen war sehr groß. Oberrabbiner Dr. Samuel Weszel s. A. Zu dem von uns in Nr. 19 gemeldeten Todesfall erhalten wir folgende Würdigung des unlängst verblichenen Sarajevoer Oberrabbiners: Dr. Samuel Weszel ist im Jahre 1871 in Waitzen geboren. Er entstammt einer sehr frommen Rabbinersfamilie. Von der frühesten Kindheit an widmete er sich dem Talmudstudium. Im 13. Lebensjahr besuchte er die Jeschiw oh zu Bonyhnd. Als Zwanzigjähriger kam er nach Altona zu Rabbi Elia Münk. Sein Moreno-Diplom erwarb er sich in Qyömörö, ging dann nach Preßburg, wo er mehrere Jahre hindurch seine Studien am Rabbinerse minar fortsetzte und auch sein R a b b i n e r d i p I o m erhielt. Seine philosophischen Studien absolvierte er in B e r n I I ■ Heilbad Gleichenberg i | Stelermurh | Kurzeit: ■ Mai-Oktober ■ | Station: ■ Feldbach-Bad Gleichenberg ■ Hellanzeigens Luftröhre, Bronchial- und Lungenspitzenkatarrhe, ■ ■ Asthma, Emphysem, Herzmaskzler krankungen, ■ 5 Nervenleiden usw. J | Kurmittel: Natürliche Kohlensäurebäder, pneumatische Kam- | mern, Quellsole- und Flchtennadel-lnhalatlonen, m Kaltwasserkuren, Sonnenbäder, elektrische Licht- | bäder. künstliche Höhensonne m _ Berühmte Heilquellen Konstantin- und Emmaquelle ■ ■ Ausgezeichnetes Tafelwasser: Johannisbrunnen | | Gute Verpflegung! Mildes Klima! | | Auskünfte durch die Kurkommission | Ena ■■■■■■■■■■■■■■■■■■ IPi ■ Bequeme feiUoldiiit t! \ Verblüffend billig 5 solid und fein ■ kaufen Sie Im ■ Sanitätshaus s Fischet«/» ■ ■ Wien, II., Taborstrasse 24 a Tal. R 40-3-93 2| Wohlfahrtsanstalten hohe Rabatte! ■ Damen- und Herrenbedienung! «■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■I

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