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Die Wahrheit · 1928-06-01 · Heft 22 (1.6.1928) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 22 (1.6.1928)
Date
1928-06-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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DIE WAHRHEIT iiniiiiiiininniiiiiiniiiniöDiiiiiiiiinniiniiM Seite * hervorgehoben worden wäre, er gehöre dem Glauben an, zu dem die Redakteure der „Reichspost*' sich bekennen? ± * Der französische „Studentenverband" in Paris hat dem rumänischen Gesandten ein Memorandum überreicht, in welchem der schärfste Protest gegen die Judenverfolgung in Rumänien erhoben wird. Als ein Schlag gegen die Zivilisation wird es bezeichnet, daß studentische Teilnehmer an den mörderischen Pogroms in Rumänien mit ein paar Tagen Arrest davonkamen und die Anstifter der Ausschreitungen jetzt Studienreisen auf Staatskosten machen dürfen. Die französischen Studenten sind offenbar der Meinung,,daß zwar auch die hochstehenden Anstifter der Pogrome längere Zeit auf Staatskosten volle Verpflegung erhalten mögen, aber zu Hause, in der Heimat, in ungestörter voller Zurückgezogenheit. _ Ego. /Imtlicke TerlautlarunqetY derbraelitifchmkult^ Vergebung von Lieferungen und Arbeiten bei der Israel. Kultusgemeinde Wien. Seitens der israelitischen Kultusgemeinde Wien gelangen im Laufe der nächsten Zeit die nachfolgenden Arbeiten und Lieferungen zur Vergebung: 1. XVIII., Spital der israelitischen Kultusgemeinde. a) diverse Verputzherstellungen in den Krankensälen etc. b) Ausbesserung der Oelanstriche und Malerei in den Krankensälen. c) Instandsetzung eines Einfahrtstores (Tischler-, Schlosser- und Anstreicherarbeiten). 2. Lieferung von rituellen Holzsärgen. Jene Firmen, welche zur Offerterstellung herangezogen werden wollen, werden eingeladen, dies bis längstens 10. Juni 1928 dem technischen Amte der1 israelitischen Kultusgemeinde, Wien I., Seitenstettengasse 2, 4. Stock, woselbst auch während der üblichen Amtsstunden (Samstage ausgenommen) alle näheren Auskünfte erteilt werden, schriftlich bekanntzugeben. Die freie Auswahl unter den sich meldenden Firmen zwecks Heranziehung zur Offerterstellyng für die einzelnen Arbeiten behält sich der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde ausdrücklich seinem alleinigen Ermessen vor. Bezüglich der Sarglieferung wird außerdem bemerkt, daß hierfür nur solche Firmen in Betracht kommen, welche ihren Betrieb an Samstagen geschlossen halten. 2ß»A«A«fe»t»»%0» Zionistische Uneinigkeit in aller Welt Dr. Weizmann, der Präsident der zionistischen Organisation, hielt vor seiner Abreise aus den Vereinigten Staaten eine Rede, worin er sich mit der Opposition im amerikanischen Zionismus auseinandersetzte. Dr> Weizmann erklärte: „Da ich nach Amerika gekommen bin, um ein wichtiges Stück Arbeit für Palästina zu tun, lasse ich mich nur mit dem größten Widerstreben auf eine Besprechung der Situation ein. Der Baseler Kongreß gab der Exekutive eine bestimmte Aufgabe, die sie nur dann durchführen kann, wenn Amerika die Verpflichtungen, die die amerikanische Delegation auf dem Zionistenkongreß übernommen hat, erfüllt. Wenn Amerika uns im Stiche läßt, werden wir eine sehr ernste Situation vor uns haben. Die amerikanische Opposition macht der Londoner Exekutive den Vorwurf politischer Unfähigkeit. Man versucht, einen Keil zu treiben zwischen die Exekutive in Palästina und die in London. Gegenüber diesen Vorwürfen hob Dr. Weizmann hervor, daß er nur gemäß seiner politischen Methode arbeiten könne. Wenn es Menschen gibt, die mit schärferen Methoden mehr erreichen können, so möge man diese wählen. Er sei bereit, auf der Aktionskomiteesitzung seinen Platz zu räumen, ja, wenn man den Kongreß im nächsten Jahr nicht erwarten kann, so ist er mit Freuden bereit, schon, in diesem Sommer einen Kongreß einzuberufen. Zum Schluß xechnete Dr. Weizmann mit Stephen Wise ab. Dr. Wise nat es abgelehnt, nach Doktor Weizmanns Ankunft eine Aussprache mit ihm zu haben, ob- . wohl Weizmann die Initiative dazu ergriff. Dr. Wise mag im Recht oder Unrecht sein, von Menschen in einer so schwierigen Aufgabe, die von so viel Gleichgültigkeit und Feindschaft umgeben sind, hatte jede Anstrengung gemacht werden sollen, um ein solches Schauspiel eines inneren Kampfes zu vermeiden. Schon aus Gründen der Gastfreundschaft harte ich, als ein Gast in diesem Lande, ein Recht darauf, zumindest angehört zu werden von Herren, mit denen ich jahrelang zusammengearbeitet habe. Ein solches Vorgehen zwischen Kampfgenossen entspricht nicht den Formen zivilisierter Gesellschaft und erzeugt Demoralisation. * Die Zionisten in Polen und mit ihnen ihre Gesinnungsgenossen in der ganzen Welt werden nicht müde, die Sejmwahlen in Polen als ihren großen Sieg hinzustellen, obwohl sie hierzu, wie Dr. Fritz Seift er, Bielitz. in unserem Blatte treffend nachwies, sicherlich keinen Anlaß haben. Nur manchmal dringt eine kritische Stimme durch. So lesen wir zum Beispiel in der zionistischen Berliner „Jüdischen Rundschau" einen Bericht aus Warschau, der erkennen läßt, daß der Ausgang der Sejmwahlen alles eher, denn als Sieg gewertet werden soll. Der Korrespodent äußert sich unter anderem wie folgt: .... Leider sind bisnun die Hoffnungen noch nicht in Erfüllung gegangen. Ein einheitlicher jüdischer Parlamentsklub existiert noch nicht, die reinzionistische Tätigkeit hat vom Märzsieg (Darunter sind natürlich die Sejmwahlen zu verstehen. D. R.) noch nichts genossen. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Grünbaum- und Reich-Gruppe machen einen Zusammenschluß der zionistischen Sejmvertreter unmöglich. Er herrscht gegenseitiges Mißtrauen, Angst vor Majorisierung (beide Gruppen sind fast gleich stark) und dies verursacht die Hauptschwierigkeiten. Denn "die bestehenden aktuellen Differenzen betreffen fast nur taktische Fragen, sie könnten in einer versöhnlichen, vertrauensvollen Atmosphäre immer ausgeglichen werden, in den gegebenen Verhältnissen aber spitzen sich die Gegensätze zu, das persönliche Moment wird hervorstechend. Fragen der Taktik verwandeln sich in prinzipielle Probleme . . . Abgeordneter Grünbaum suchte vom ersten Augenblick gar keinen Zusammenschluß mit den anderen § KleiderkreditZahlbar SSSäalb eine0 £ ■ Sämtliche Herren- und Damenkleider ■ 2 Nur Qualitätsware! nach Maß sowie fertig lagernd. Billigste Preise! J ■ KLEIDERHAUS WERTER, WIEN XVI., 5 ■ Telephon A 21-501 Otta&ringerstraße 17 Telephon A 21-501 5 ^■■■■■■■■■■■■■■«■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■0 Bollinger-Eiskasten sind nH 1870 die beetea Fabrik: Wien XV., Staglgasse Nr. 10, Telephon 80-5-38 Filiale: VII., Borggasse Nr. 17, Telephon B 32-3-30

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