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Die Wahrheit · 1928-06-01 · Heft 22 (1.6.1928) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 22 (1.6.1928)
Date
1928-06-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT MmmHnmmiMmnmm^ 5^ 5 tU W/einbjQC&ee WARENHÄUSER für LINOLEUM TEPPICHE VORHÄNGE Zentralbüro: X., Raaberbahngasse 12 - Tel. 50-2-94 V Re^ÄdgÄstr 58 Niederlagen: X., Favoritenstraße 98 Telephon 50-0-39 X., Favoritenstraße 130 Telephon 57-4-19 V.,Schönbrunnerstraße 105 Telephon A 30-0-64 XX., Wallensteinstraße 16 Telephon R 46-1-12 XXI., Hauptstraße 44 Telephon A 40-9-90 Sammler wie die Fould's, großmütig wie die Rothschilds, während von Krakau an die wahren Talmudisten sich hervortun. ... In keinem Lande der Welt hat sich das jüdische Volk so unverschämt 'wie das Moos im Feld eingepflanzt wie in Polen, und ich verstehe die Abneigung gegen diese usurpatorische Macht, die man dem Kaiser Nikolaus zuschreibt. Die Juden haben nichts von ihren Gebräuchen aufgegeben, sie haben keinerlei Zugeständnis an die Sitten des Landes gemacht, wo ihre Rasse sich ausbreiten sollte. Es ist ihnen untersagt, Land zu besitzen, in Rußland auch es zu pachten, sie können nur handeln und Wucher treiben und sie wuchern und handeln, dafj es eine Wonne ist. Ich habe sie in den kleinen Städten wie Fliegen wimmeln, nach ihren Synagogen in geistlichen Kostümen gehen sehen, deren Seltsamkeit mich lächein ließ, wie man bei einer Alaskerade lächelt, die aber niemand verwunderte. Der polnische Jude fürchtet immer die Erpressungen, denen seine Vorfahren im Mittelalter ausgesetzt waren, und es ist daher bei ihm zu einer Art unvertilgbarem Rasseninstinkt geworden, seinem Besitz eine leicht tragbare und wenig voluminöse Form zu geben. Mit Ausnahme daher von zwei oder drei großen jüdischen Familien, von denen die eine in Berditschew, die andere in Nikolajew lebt, und welche danach streben, geadelt und Barone zu werden, verdichten alle Juden ihre Verdienste auf folgende Weise: Ihre Frauen tragen eine charakteristische Kopfbedeckung, mit Edelsteinen besetzt und in zwei riesigen Kohlblätterformen angeordnet, die auf einer Unterlage von Perlen ruhen. Hier steckt der Reichtum des jüdischen Haushaltes. Der Jude denkt nur daran, seine kleinen Perlen gegen große auszutauschen, die großen gegen noch größere; Perlen von einem geringeren Glanz gegen Perlen von hellem Glänze, schließlich gegen Perlen von tadellosem Glänze. Ebenso ist es mit Diamanten. Sie sehen also, daß es Jüdinnen gibt, welche Hüte im Werte von hundert-, zweihundert-, dreihundert-, oft auch von sechshunderttausend Franken tragen. . . . Man begreift es, daß im Besitz ihrer DiamantenkoHiers, ihrer Perlen und der Hüte ihrer Frauen, die Juden hingehen können, wohin sie wollen, daß sie das Unglück herausfordern können. Die Kenntnis von Diamanten und Perlen ist, wie man sieht, eine allen Juden angeborene Wissenschaft; sie gehen zur Schule schon am Busen ihrer Mutter und sehen vom zartesten Alter an gewöhnen sich ihre Augen, Edelsteine und Perlen zu betrachten und sie abzuschätzen. Juden verbinden sich nie mit Christen, sie wechseln aber ihre Religion, um adelig zu werden und Güter zu besitzen. Man kennt viele polnische und russische Familien jüdischen Ursprungs. Es geht den Juden in Polen wie den Mestizen in den Vereinigten Staaten: noch bei der fünften Generation ist der ursprüngliche Fleck nicht abgewaschen und die polnischen Grandseigneurs vergessen das nie. Das, was die Juden veranlaßt, Christ zu werden, ist immer der Wunsch, ihre enormen Reichtümer zu befestigen. Die Taufe ist bei ihnen das gekaufte Amt (d. h. ein Amt, das man sich in früheren Zeiten kaufte, um adelig zu _werden). Die Juden halten zueinander, wie die Sträflinge im Zuchthause, wie Schauspieler, wie alle Rassen, die außerhalb des Gesetzes stehen, d. h. daß sie einen besonderen Giauben haben. Nichts gleicht ihrer Kühnheit beim Spekulieren. Riesige Vermögen entstehen und verschwinden, man weiß nie, wohin und wie. . . . Die Juden sind außerordentlich diebisch, sie sind in dieser Art Vetter der Chinesen. Man kann sich keine Vorstellung machen von der Zahl der gestohlenen Pferde, namentlich an den Grenzen. Der Jude scheut vor einem Mord nicht zurück, dort, wo es sich um große Summen handelt. Diese Rasse besitzt merkwürdige Gebräuche und Aberglauben, sie hat wilde Traditionen behalten. So, wenn in einer Familie sich ein Jude iindet, dem jeder Raubgeist abgeht, der nicht fähig ist, Dukaten in Säuren zu waschen, Silberrubel zu beschneiden, Christen zu betrügen und der in Müßigkeit lebt, so ernährt ihn seine Familie, gibt ihm Geld und ct gilt als ein Genie. Aber dieser Heilige der jüdischen Familie muß fortwährend die Bibel lesen, fasten, beten wie ein Fakir. Auch die Familie Rothschild hat ihren Heiligen, ein Genie von dieser Art.4" So beschreibt Balzac die polnischen Juden. Es erübrigt sich selbstverständlich, auf solche geradezu unbegreifliche Fehler in dem von ihm gelieferten Bild hinzuweisen, wie die Behauptungen, daß die Juden nie vor einem Mord zurückschrecken, daß ihr Vermögen von ihren Frauen in deren Hüten getragen wird, daß die jüdischen Kinder schon im Säuglmgsalter lernen, Perlen und Edelsteine zu unterscheiden usw. Das Merkwürdigste ist, daß all dieser Unsinn von einem Schriftsteller geschrieben wird, welchen als Antisemiten anzusehen, nicht der geringste Grund vorhanden ist. In seinem Vaterland hat Balzac kaum die Gelegenheit gehabt, über den Juden nachzudenken, m Polen aber, wo er in das Milieu des polnischen grundbesitzenden Adels hineingeraten ist. spricht er offenbar alles nach, was er in dieser Umgebung über die Juden gehört hat. Zweifellos ist diese Charakteristik der Juden von Balzac eine getreue Wiedergabe der Begriffe, die man sich im polnischen Adel gegen die Mitte des vorigen Jahrhunderts von den Juden machte, wo man sich offenbar nicht die geringste Mühe gab, das wahre Wesen der Juden, mit denen man doch jeden Tag zu tun hatte, zu erkennen und richtig zu beurteilen. Diese Beeinflussung durch seine Umgebung wird auch deutlich an einer anderen Seite der Reiseschilderung, wo er von den ukrainischen Bauern spricht. Man muß sich erinnern, daß damals in Rußland die Leibeigenschaft noch bestand und daß sie vielleicht nirgends im russischen Reich eine so bösartige Form trug wie gerade in diesem Teil von Kleinrußland, wo der soziale Gegensatz zwischen Gutsbesitzer und Bauer noch durch den religiösen und nationalen verschärft wurde, da der Gutsbesitzer in diesen Gegenden meistens Katholik und Pole, der Bauer aber orthodox und Ukrainer war. Nichtsdestoweniger schreibt Balzac, man könne sagen, daß der „russische Bauer hundeitmal glücklicher ist, als die 20 Millionen, aus denen das Volk in Frankreich besteht", obwohl er selber einige Zeilen weiter schreiben muß, daß der Bauer für den Gutsbesitzer im Lauf des Jahres nicht weniger als 150 Tage zn arbeiten hat! Der Bauer, fährt er fort, ist von einer barbarischen Ignoranz; Freiheit hätte für ihn nur den Sinn, daß er nicht mehr arbeiten würde. „Das Wort Freiheit würde für den Bauer gleichbedeutend sein mit dem Recht, sich zu betrinken." Ebensowenig wie dort, wo er von den Juden spricht, kommt es Balzac in den Sinn, die Wahjheit dieser ihm offenbar vorgetragenen Weisheiten zu untersuchen. Er sieht es eintacii nicht, daß diese barbarischen Bauern, die angeblich nichts tun wollen, nur trinken, immerhin die Grundlage der Existenz der Umgebung waren, in welcher sich Balzac in d#r Ukraine bewegte. Erst durch die Arbeit dieser Menschen, die er iür faule Barbaren erklärt, konnte die jLerrschende polnische Oberschicht, die auf ihre Kosten nicht schlecht lebte, dazu kommen, das Leben von geistreichen Müßiggängern zu führen und unter anderem auch iür französische Schriftsteller zu schwärmen. Die Schilderung der kleinrussischen Bauern ist hier ebensowenig wirklichkeitsgetreu, wie diejenige der polnischen Juden, und das von Balzac gelieferte Bild beweist nur, daß edm großer — nach der Meinung vieler sogar genialer — Schriftsteller doch nicht vor den gröbsten Fehlern geschützt ist, wenn er sich in ein Milieu begibt, das er nicht kennt Eine Erfahrung übrigens, die man gerade, jetzt wiederum bei den vielen Intellektuellen und Schriftstellern, allerdings von weit geringerem Kaliber als Balzac, die sich nach Sowjetrußland begeben, um „mit ihren eigenen Augen" dort die „wahre Sachlage" zu erkennen und dann recht seltsame Zeugenaussagen machen, tagtäglich inachen kann. L Lewin.

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