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Die Wahrheit · 1928-05-25 · Heft 21 (25.5.1928) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 21 (25.5.1928)
Date
1928-05-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
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DIE WAHRHEIT nniinunniiHuinuiiiBmuiiiiniinniiunüiiiiiiimiiaittiii iBüiiiiiffliiiuiniiiiiHHiHii Seite 13 T^tiWoeka zulDockz Verein zur Versorgung hilfsbedürftiger israelitischer Walsen In Wien. In den Waisenhäusern. XIX.. Rathgasse 21 (für Mädchen), und XIX., Probusgasse 2 (für Knaben), können arme jüdische Waisen Aufnahme finden. Gesuche sind an den Vereinsvorstand, I., Seitenstettengasse 2, zu richten. Preisverteilung an der israelitisch-theologischen Lehranstalt. Am 10. Mai d. J. (20. Ijar) fand an der hiesigen israelitisch-theologischen Lehranstalt die feierliche Verteilung der von G. Alexander K o h u t auf Namen des verewigten Oberrabbiners Dr. C h a j e s gegründeten Preisstiftung statt. Der Rektor der Lehranstalt, Hof rat Professor Dr. Adolf Schwarz, begrüßte die erschienenen Gäste, das Kuratorium, das Professorenkollegium sowie viele andere jüdische Persönlichkeiten. In seiner Rede gedachte der Rektor des großen Gelehrten K o h u t, an dessen Sterbetag alljährlich die Preisverteilung vorgenommen wird. Es liefen zwei Arbeiten ein. Der Preis für die Behandlung des Themas: „Agada und Exegese bei Flavius Josephus" wurde von der Prüfungskommission einstimmig würdig befundenen Arbeit des Herrn Salomo Rappaport zugesprochen. Der Arbeit des Herrn Mendel Bergenbaum wurde ein zweiter Preis zuerkannt. Nach einer Ansprache des Präsidenten des Kuratoriums, Dr. I. 0 r nstein, Vizepräsident der israelitischen Kultusgemeinde, schloß der Rektor die würdige Feier. Das Thema der nächsten Preisarbeit lautet: Die halach Baraithoth aus der Schule R. Ismaels" sind zu sammeln, ordnen und beleuchten. Einreichungstermin bis zum 15. Weadar 5689 im Sekretariat der israelitisch-theologischen Lehranstalt. Wien. Todesfälle. Ein kluger und charaktervoller Mann, voll Eifer für jüdische Angelegenheiten, ist von uns gegangen. Am 12. Mai verschied in Baden b. Wien unser Mitarbeiter Herr Rechtsanwalt Dr. Alfred Berger, im 76. Lebensjahre. Seine Universitätsstudien absolvierte er in Wien und Prag und wurde dort mit Professor Masaryk befreundet. Schon als junger Rechtsanwalt widmete er sich den Anstalten, die sein verstorbener Vater, Heinrich B e r g e r, ins Leben gerufen, von denen die Rabbinatsschule in Preßburg und die Talmud-Thora Volksschule in der Malzgasse, hervorzuheben sind. In hervorragender Weise betätigte er sich in der Schönlaternschul. deren Mitbegründer ebenfalls sein Vater war. Er selbst stand jahrelang an der Spitze dieses altehrwiirdigen Bethauses und bekundete bis zu seinem Lebensende, trotzdem er infolge Erkrankung in Baden lebte, ein lebhaftes Interesse für dasselbe.*) Wo Dr. Alfred B e r g e r stand und wirkte, tat er Gutes und Jüdisches, denn seine Abkunft — er entstammte väterlicherseits einer Patrizierfamilie in Presow und mütterlicherseits der berühmten Jeiteles-Familie in Prag — und seine eigene stolze Männlichkeit sicherten ihm Gehör. Im November 1896 wurde Dr. Berger in den Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien gewählt, im Jahre 1898 wurde er von der Regierung in die Statutenkommission für Kultusgemeinden *) Der Vorstand der Schönlaternschule hat beschlossen, daß zum Zeichen der Trauer 30 Tage im Tempel ein Seelenlicht für den Verblichenen angezündet werde. ernannt. Er war durch Besonnenheit und Objektivität ausgezeichnet und erregte durch seine inhaltsreichen und sachlichen Reden stets Bewunderung, so daß er im Jahre 1904 ins Vertreterkollegium gewählt wurde. Im Oktober 1910 legte er wegen schwerer Erkrankung seine Ehrenstellen nieder und übersiedelte nach Baden bei Wien. — Das Leichenbegängnis fand Montag, den 14. d. M., unter außerordentlich großer Beteiligung statt. "Unter den Anwesenden bemerkte man: *Den Präsidenten der Wiener israelitischen Kultusgcmeinde Prof. Dr. A. Pick und Frau, den Gesamtvorstand der Chewra- Kadischa. Baden, Rabbiner Dr. F e u c h t w a n g, Wien, Rabbiner S. Fried mann, Baden, Rabbiner Doktor Z. Schwarz, Wien, Rabbiner H. Weiß und Frau, Wr.- Neustadt, Regierungsrat Amtsdirektor Dr. Adler. Amtsleiter W. F r e i s t a d t, für die Schiffschul die Herren Kultusvorsteher Wolf Pappen heim und Kommerzialrat Sigmund B o r4,d i, für die Talmud-Thoraschule die Herren Bernhard Hofbauer und Rabbiner Dr. Joel Po 11 ak, für die Schönlarernschule Herr Goldmann, ferner die Herren Hugo B o n d i, Religionslehrer Rudolf Müller u. v. a. Herr Rabbiner Weiß aus Wr.-Neustadt hielt dem Verblichenen einen Nachruf, rühmte seine Selbstlosigkeit und Opierfreudigkeit und würdigte ihn als einen edlen, hochstehenden Menschen. Am offenen Grabe sprachen Präsident Prof. Dr. Pick namens der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, Kultusvorsteher Wolf Pappenheim namens der Schiffschul und Bernhard Hofbauer namens der Talmud-Thoraschule Worte des Dankes und der Anerkennung für seine großen Verdienste. An der Bahre trauern seine Schwester Frau G. Adler, sein Schwager Hofrat Prof. Guido Adler und sein Neffe Doktor Achim Adler. Die Redaktion unseres Blattes wird ihrem langjährigen Mitarbeiter ebenfalls ein ehrenvolles Andenken bewahren. — Am 17. d. M. wurde der Möbelfabrikant Sigmund Oppenheim im 75. Lebensjahre unter großer Beteiligung, namentlich von Vertretern der Industrie, zu Grabe getragen. Sigmund Oppenheim, der einer vornehmen Rabbinerfamilie entstammte, hatte vor mehr als vier Jahrzehnten eine Möbelfabrik gegründet und verstand es. durch unermüdlichen Fleiß und große Fachkenntnisse sein Unternehmen zu hohem Ansehen zu bringen und zu einer der führenden Firmen dieser so spezifisch Wiener Industrie zu gestalten. Bis an sein Lebensende körperlich rüstig, geistig von bewunderungswerter Frische, war sein persönliches Wesen von wundersamer Einfachheit, unfaßbarer Milde und größter Liebe. Die Seinen, seine Angestellten, denen er stets als Vater gait, seine Freunde und alle die, denen Sigmund Oppenheim in aller Stille so viel Gutes getan, beweinen tief den unersetzlichen Verlust. An der Bahre trauern seine Guttin Regine Oppenheim, seine Kinder Paul und Fritz Oppenheim. Hanna Friedmann, Hedi Häuser und Elsa Friedmann, seine Schwester Regine L ö b 1, seine Schwiegersöhne Kurt F r i e d m a n n, Doktor Hugo H a u s e r und Paul Friedmann und seine Schwiegertochter Erna Oppenheim, geborene Mayer, sowie seine Enkelkinder. Herr Rabbiner Dr. Max G r u nw a 1 d hielt dem Verblichenen einen überaus herzlichen und tiefempfundenen Nachruf und schilderte in ergreifenden Worten das Leben und Wirken dieses seltenen Mannes. Im Namen des Verbandes der Möbelindustriellen Wiens gedachte der Präsident Osias Großbart des Toten als beispielgebenden Fachmannes, der es verstanden hat, sein Unternehmen zu festigen und zu heben. Namens der Tischler Heilbad tilekhenberü Steiermark Station: Kurzeit: Feldbach-Bad Gleichenberg Mai—Oktober Hellansolgoni Luftröhre, Bronthial- und Lungenspitzenkatarrhe, Asthma, Emphysem, Hetzmuskelerkrankungen, Nervenleiden usw. Kurnütteli Natürliche Kohlensäurebäder, pneumatische Kammern, Quellsole- und Ftdttennadel-lnhalationen, Kaltwasserkaren, Sonnenbäder, elektrische Ltdttbädtr. künstliche Höhensonne Berühmte Heilquellen Konstantiii« und Emmaquelle Ausgezeichnetes Tafelwasser: Johannisbrunnen Out« Verpflegung! Mildes Klima! Auskünfte durch die Kurkommission 10 IT Danksagung Anläßlich meines vierzigjährigen Geschäftsjubiläum sind mir so viele ehrende und hocherfreuende Beweise von Freundschaft zugekommen, daß ich außerstande bin, jedem einzeln geziemend Dank zu sagen. Ich spreche daher auf diesem Wege den verehrlichen Korporationen, sowie allen meinen Freunden und Bekannten meinen wärmsten und tiefgefühlten Dank aus. Wien, im Mai 1928. Li; Edmund Hoimann.

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