Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 21 (25.5.1928)
- Date
- 1928-05-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 wmmmmsm die WAHRHEIT Kunst und Literatur Vorlesungen im Maimonides-Institui Dienstag, 29. Mai, Zirkusgasse 33, Rabbiner M. Horowitz, 6 Uhr: „Midrasch*". 7 Uhr: „Kusari". Universitätsvorträge des Mainionides-Institutes über hebräische Literatur und Geschichte des Judentums; im Hörsaal 34 der phil. Fakultät vom Dozenten am Institut Herrn Dr. A. Kaminka: Mittwoch, den 30. Mai, über „Mischna-Traktat Aboth". Ferner Donnerstag, den 31. Mai, Dr. A. Kaminka, Zirkusgasse 33, 6 Uhr: „Ezechiel". 7 Uhr: „More Nebuchim". Samstag, den 2. Juni, Dr. N. Goldstein, 4 Uhr: Midrasch. 5 Uhr: „Aus dem jüdischen Eherecht". Carltheater. Sonntag, den 27.. Mai 1928. findet um 3 Uhr nachmittags eine WohltätigkeitsVorstellung statt. Zur Aufführung gelangt „Der Dorfsjing" (Jankel Boile) in jiddischer Sprache. Das Reinerträgnis fließt den Verein „Mathilde" (zur Bekleidung jüdischer Waisenkinder) zu. Preise von 1 Schilling bis 6 Schilling. Karten im Vorverkauf: An beiden Kassen des Carltheaters (Tel. 75-0-63); Kartenbüro Aida, H.. Taborstraße 1—3 (Tel. R 46-2-53); Zion. Landeskomitee, I., Kärntnerstraße 28 (Tel. 77-4-85); Cafe Buxbaum. IL, Große Sperlgasse 41 (Tel. R 48-3-23) und im Cafe Astor, IL, Praterstraße 60 (Tel. R 43-5-59). Handbuch der Philosophie, herausgegeben von Baumer und Schröter, München 1927—28, R. Oldenbourg. 17. und 18. Lieferung. H. Heimsveth, Metaphysik der Neuzeit (5.50 Mark). Fr. Seifert, Psychologie-Metaphysik der Seele (4.— Mark). Wer sich über den Stand deer Geschichte der Philosophie rasch und zuverlässig unterrichten will, wird dieses „Handbuch" nicht entbehren können. Auch die beiden Gegenstände, die in den vorliegenden Heften behandelt werden, können keine bessere Einführung finden, als sie hier geboten wird. Im ersten Heft wird besonders die Behandlung Agrippas von Nettesheim, des Paracelsus und verwandter Denker willkommen geheißen werden, im zweiten der lichtvolle Ueberblick über die Gedankengänge der kirchlichen Philosophen. Nur sei darauf hingewiesen, daß der Gedanke der Gottesebenbildlichkeit des Menschen, den der Verfasser auf Seite 30 als „den tiefsten und rührendsten Gedanken der abendländischen Welt" bezeichnet, dem hebräischen Schrifttume entstammt. Seine Quelle ist Genesis 1, 27. Er bildet einen Grundpfeiler der jüdischen Ethik. G. Festschrift zum 75iährigen Bestehen der Realschule der israelitischen Religionsgeseilschaft, Frankfurt a. M., 1928, Hermon-Verlag. Beneiden darf man um diese Schöpfung den Mann, der, mit seltenen Gaben ausgestattet, zur rechten Zeit auf den Techten Posten gestellt wurde, um Großes, Unvergängliches zu leisten, durch eine Schule sich eine Gemeinde heranzuziehen und auf eine feste Grundlage zu stellen. Wohl sagte gerade S. R. Hirsch, das Haus vermöge ohne Schule wenig, die Schule ohne das Haus nichts. Aber, wer die Schule hat, hat die Zukunft. Und gerade diese Schule hat jüdische Häuser geschaffen. Entweder die Schule oder das Nichts —, das ist die Erkenntnis, die in jedem gereift sein muß, der noch an eine Zukunft des Judentums glaubt und sie sichern will. Zu einer solchen Schule gehören aber solche Lehrer. Elias Fink, dem wir längst wertvolle Beiträge zur Apologetik verdanken, bespricht hier wieder sehr annehmbar die Adne ssade, die, freilich anders, K. Kaufmann u. a. behandelt haben. Sehr dankenswert sind M. Schülers Beiträge zur Kenntnis der alten jüdischdeutschen Profanliteratur. Die anderen Aufsätze stehen auf der gleichen Höhe. Der Morgen, Nr. 1, Hallo beschreibt die Sammlung jüdischer Gegenstände im Kasseler Landesmuseum. Er wundert sich, den Pelikan, der seinen Jungen das eigene Blut reicht, auf einem Thoravorhang vorzufinden. Er sei daran erinnert, j.------......---------------«,---------------.-----.--------.----- 1 Herren- und Damenkleider j ■ ■ S -nach Maß sowie fertig lagernd, nur Qualitätsware, billigste Preise. Even-; 5 tnelle langfristige, bis zu einem Jahre währende Zahlungserleichterungen ■ Kleider-Erzen gnnga-Union, Wien VI., Kaserneng. 6; Telephon 2-15; . ■ *«mim«ininnnminn«,Htm«Mn»mn»imHMm.nimnninnm>; daß dieses Bild auch im Wappen der Amsterdamer Sefardimgemeinde und in dem der geadelten Familie Kornfeld anzutreffen ist. Vortrefflich weist Steinbüchel den jüdischen Grundzug in Karl Marx auf, spricht Fr. Herford über die religiösen Grundlagen im Lichte des Christentums und des rabbinischen Judentums. Gleichen Wertes sind die übrigen Beiträge, besonders die Uebersicht des Herausgebers über Schriften zur religiösen Lage der Zeit. G. Jüdisches Jahrbuch für Groß-Berlin, Jahrgang 1928. Verlag Fritz Scherbel & Teil Ii., Berlin SW. 19. Zum zweiten Mal erscheint dieser Wegweiser durch die jüdischen Einrichtungen und Organisationen Berlins, der von dem Leiter des Gesamtarchivs der deutschen Juden herausgegeben ist. Das über 300 Seiten starke Buch weist gegenüber dem vorjährigen Band erhebliche Fortschritte auf und stellt jetzt einen vortrefflichen Querschnitt durch das jüdische Leben Berlins dar. Der literarische Teil des Buches enthält zahlreiche Aufsätze von Vertretern der verschiedenen jüdischen Richtungen, vornehmlich über aktuelle jüdische Fragen. Da es sich hier um einen — erfreulicherweise geglückten — ersten Versuch handelt, sind die einzelnen Abhandlungen noch nicht ganz miteinander abgestimmt. Der umfangreichste Beitrag stammt aus der Feder des Zionisten Dr. Max Kollenscher und gibt „Gedanken zur Erneuerung der Gemeindesatzung" wieder. Auch der überzeugte Nichtzionist, der der Auffassung Kollenschers nicht beizupflichten vermag, daß „werktätige Mitarbeit am Aufbau Palästinas die Krönung der Gemeindearbeit ist", wird in der Mehrzahl der praktischen Forderungen dem Autor zustimmen können. Als besonders erfreulich sei der Satz hervorgehoben: „Jede historisch gewordene religiöse Richtung, die sich auf dem Boden des Judentums praktisch durchgesetzt hat, kann Anspruch darauf erheben, daß die von ihr für notwendig erachteten Instiutionen vorhanden sind und in ihrem Sinne durchgeführt werden." Wichtig" für uns österreichische Juden, denen doch die Forderung nach „nationaler" Autonomie seitens unserer besonders „radikalen" Jüidischnationalen aus den bisherigen Erfahrungen nur zur Genüge bekannt ist, ist das, was Dr. Kollenscher dazu bezüglich Deutschland schreibt: „Mit aller Entschiedenheit und Bestimmtheit muß festgestellt werden, daß auch von Nationaljuden nie und nimmer die Forderungen nach nationaler Autonomie in Deutschland aufgestellt ist." Ueber „Die Berliner Jüdische Gemeinde im Jahre 1927" schreibt Leo K r e i n d 1 e r. Rechtsanwalt Heinrich Stern hat einen Beitrag „Zur Reform der preußischen Judengesetzgebung" beigesteuert, der in klarer und sachlicher Weise den Gesetzentwurf des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden behandelt. Einen interessanten Einblick in das arbeitende jüdische Berlin gibt Georg Davidsohn in seinem Artikel „Jüdische Schwer- und Schwerstarbeiter in Berlin". Der Geschäftsführer des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände, Dr. Georg L u b i n s k i, gewährt eine Uebersicht über „Die jüdische Jugendbewegung in Deutschland", der bekannte Chefredakteur der Berliner „Jüdisch-Liberalen Zeitung" Dr. Bruno Woyda schreibt Vorzügliches über ..Die jüdische Presse". Sally Kirschstein behandelt die Frage „Wie hindern wir den Untergang aller jüdischen Kulturgüter?" und Dr. Bertha Badt-Strauß schließlich „Judenprobleme in zeitgenössischer Literatur". So ist das Jahrbuch von seltener Mannigfaltigkeit. Die schöne Ausstattung und die Beigabe von Illustrationen vermehren noch seinen Wert, aber auch zugleich unseren — Neid. Denn uns fehlt noch immer ein solches „Jüdisches Jahrbuch" für Wien, trotzdem dessen Notwendigkeit gewiß jedermann einleuchtend sein dürfte. Aus unbekannten Schriften. Festgabe für Martin Buber zum 50. Geburtstage, Berlin 1928, Lambert Schneider. 7 Mark. Wer zählt die Namen, die mit ihrer Festgabe hier zusammenkamen? Wo sieht sich sonst so leicht ein Fünfzigjähriger von einem an Zahl und Wert so stättlichen Schwärm von Verehrern umgeben? An jüdischen Spenden verzeichnen wir gute Deutungen talmudischer Stellen von Bergmann und E. Simon. Höchst lesenswert sind sie aber alle, die Beiträge zu dieser originellen Festgabe. Bollinger-Elskasten sind Mit 1870 die bestall Fabrik: Wieo XV., Staglgasse Nr. 10, Telephon 80-3-38 Filiale: Vll., Burggasse Nr. 17, Telephon B 32-3-80 WIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIUIIIIIIIini^