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Die Wahrheit · 1928-05-18 · Heft 20 (18.5.1928) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 20 (18.5.1928)
Date
1928-05-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sejte 4 iiiiininmiiraiiiiinniiiinnHiiiiiiniiiiiiiiiiiiuiiiiniiiiiiiuiiiiiiui DIE WAHRHEIT unentgeltlich verpflegten Kranken hinzugerechnet werden, das Defizit unseres Spitals, welches jährlich über 3 Milliarden beträgt und welches das Gleichgewicht im Budget oft unmöglich macht. In der diesbezüglichen Debatte im Vertreterkollegium hat demnach der Obmann der Spitalskommission, Herr Baurat Kempler, auch angeregt, daß zu den Leistungen der Kultusgemeinde auf dem Gebiete der Fürsorge, namentlich aber zu den Ausgaben für das Spital eine Beitragsleistung des Staates, eventuell des Landes, analog dem in Deutschland gegebenen Beispiele, erwirkt werde. Am Ende seiner glänzenden Ausführungen hat Vizepräsident Dr. J. 0 r n s t e i n der Vollversammlung des Vorstandes den Antrag des Vertreterkollegiums vorgelegt, bei der Bundesregierung um eine Beitragsleistung für die Bedürfnisse der Kultusgemeinde aus Staatsmitteln einzuschreiten und in der Begründung dieses Ansuchens in erster Reihe auf die staatsgrundgesetzlich gewährleistete Gleichberechtigung der Konfessionen und auf die gesetzlichen und sonstigen diesfälligen Bestimmungen, insbesondere in der Tschechoslowakei und in Deutschland hinzuweisen. Im Einklänge mit dieser Aktion wird dann auch an die Länder, bzw. an die Gemeinden wegen ihrer Beitragsleistung heranzutreten sein. Nachdem ein solches Anliegen im Interesse sämtlicher Kultusgemeinden gelegen ist, sollen diese eingeladen werden, sich dem Einschreiten der Kultusgemeinde in Wien anzuschließen, zu welchem Zwecke auch ein entsprechend angelegter Fragebogen den Kultusgemeinden zur Beantwortung zu übermitteln wäre. In der an den Bericht anschließenden Debatte haben die Herren Vorsteher Dr. Ehrlich namens der zionistischen Fraktion und Dr. Glanz für die soziale Vereinigung die Anträge des Vertreterkollegiums mit großer Wärme unterstützt. Insbesondere Herr Dr. Ehrlich stützte diese Anträge auf den Friedensvertag, dessen die Minoritäten betreffenden Bestimmungen ein Teil der österreichischen Gesetz- „Nun gut — soll seän Zlotys . . ." Fort der Jid. Ich reiße meinen Ueberzieher von der Wand und renne hinaus. Vor dem Hotel ist eine große Ansammlung. Kaum sehen sie mich, da fallen sie über mich her: „Herr — Panje — Reb — Master . . ." Ich reiße den Beutel aus dar Tasche und beginne auszuteilen. Mein Kleingeld ist alle — ich renne zurück ins Hotel und wechsle Großes. Wieder ist es verteilt. Der Schweiß rinnt mir in Strömen von der Stirn. Ich habe mein ganzes Geld verteilt, um mein Leben zu retten, um meiner Familie den Vater zu erhalten. Zum Schluße verteile ich meine Zigaretten. Die Masse droht mich zu erdrücken. Ich raffe alle Kraft zusammen und mache mir einen Weg. Ich renne planlos davon. Die Gesellschaft hinter mir her. Ich springe über Stock und Stein. Ein Dutzend Hunde bellt hinter mir her. Einer schnappt nach meiner Hose. Zerrissen ist sie. So renne icli durch die Gassen. Ich laufe m einen Hof. Zur anderen Seite hinaus. Die Bande ist auch da. An einer Wand lehnt eine Leiter. Ich hinauf und aufs Dach. Durch eine Lücke steige ich im eine Rumpelkammer und warte. Nach und nach wird draußen alles still. Es beginnt zu dunkeln. Ich verlasse die Kammer, steige Treppen hinunter und — sehe bei Euch hier Licht Da bin ich nun. Versteckt mich, suiter Mann, denn Ihr rettet einen Familienvater. Gott wird es Euch lohnen — so wahr ich noch lebe . . ." Der Mann fällt erschöpft in sich zusammen. „So, Ihr seid also der Amerikaner von dem die ganze Stadt spricht? Ich werde Buch was sagen: ich hatte die Absicht, Euch morgen zu besuchen — ich habe nämlich drüben einen Onkel ..." „Still, um Gottes Willen! Wer redet von Ametrrka? Ich bin Jankel Schmelke aus Kaiisch . . .!" gebung, bzw. Verfassung geworden sind, so daß diese auf den Friedensvertrag gegründeten Forderungen nunmehr auf unsere eigenen österreichischen Gesetze sich stützen. Sodann wurden nach einer kurzen Präzision des Standpunktes der Mehrheit durch Baurat W. Kempler die Anträge des Vertreterkollegiums einstimmig zum Beschlüsse erhoben. Oeffentliche Plenarv er Sammlung des Kultusvorstandes. Donnerstag, den 9. d. M., fand unter Vorsitz des Präsidenten Prof. Dr. A. Pick eine öffentliche Plenarversammlung des Wiener Kultusvorstandes statt. Präsident Dr. Pick begrüßte die erschienenen Vorstandsmitglieder und gab auch seiner besonderen Freude darüber Ausdruck, daß der verdienstvolle Amtsdirektor der Gemeinde, Herr Regierungsrat Guido Fuchsgelb, nach zehnwöchentlicher Krankheit vollkommen hergestellt ist und seine Tätigkeit wieder aufgenommen hat. In dem vom Amtsdirektor Reg.-Rat Fuchsgelb zur Verlesung gebrachten Einlauf befand sich: Eine Spende der Frau Baronin Valentine von Springer-Rothschild aus Anlaß des Hinscheidens ihres Gatten, Baron Sigismund Springer, im Betrage von S 20.000.—, wovon S 10.000.— für das Spital, S 5000.— für die Versorgungsanstalt, S 3000.— für den Präsidialfonds und S 2000.— für besondere Fälle der Fürsorgekommission bestimmt sind. Eine Mitteilung der Frau Anna Weitzmann, welche ein Sefer Thora für den Gemeindetempel des XVI. und XVII. Bezirkes spendete. Eine Reihe von Dankschreiben verschiedener Vereine* und Institutionen für die vom Kultusvorstande bewilligten Subventionen. Ein Dankschreiben des Generals Dr. Salornon Kirchenb e r g e r für die Gratulation des Kultusvorstandes anläßlich des 80. Geburtstages. Ein Dankschreiben des Herrn Kommerzialrates M o r i z und der Frau Leontine Hacker anläßlich der Gratulation zur Goldenen Hochzeit. Eine Mitteilung des Vorstandes des „Krüger-Heimes" (fnüher Elisabethheim), daß dortselbst für die Zöglinge Vorträge . aus jüdischer Geschichte und sittlich-ethischen Inhaltes eingeführt wurden. Ein Bericht des Herrn Prof. Dr. Kaiman Kupfer über den zufolge Auftrages des Kultusvorstandes vorgenommenen Inspektionsbesuch bei den jüdischen Insassen der Heil- und Pflegeanstalt in Ybbs. Ein Bericht des Schulamtes, nach welchem die versuchsweise Einführung des Jugendgottesdienstes im III. Bezirk sich, wie aus der Frequenz hervorgeht, als sehr zweckmäßig erwiesen .hat. Ein Dankschreiben der „Jüdischen Sonderschau der Pressa 1928, Köln (Isop)" für die Spende von S 500.— für die Zwecke der Isop. Förderung der Aufbauarbeit in Palästina. Das Präsidium hat sich veranlaßt gesehen, dem Vertreterkollegium in der Sitzung vom 30. April 1928 in Antrag zu bringen, daß gleich wie im vergangenen Jahre zu Lasten der „Reserve für außerordentliche Ausgaben" ein Betrag von S 50.000.— für die Aufbauarbeit in Palästina gewidmet werde. Hiervon sollen S 25.000.— dem „Keren Hajessod", S 7500.— dem „Keren Haiischuw", S 2500.— dem Palästinensischen Arbeiterfonds, S 7500— dem „Emigrantenfonds", S 6000.— für „Hechaluz" und S 1800.— für den Reservefonds verwendet werden. Das Vertreterkollegium hat diesem Antrage mit Stimmeneinhelligkeit zugestimmt. Zusammenlegung der Stiftungen, Widmungen und Fonds. In den letzten Tagen ist dem Präsidium der Kultusgemeinde ein von dem mit den Rechts- und Stifrungsangelegenheiten befaßten Sekretär der Kultusgemeinde, Herrn Dr. Leopold Stern, in mühevoller, fast 2J4jähriger Arbeit fertiggestelltes Operat überreicht worden, welches die Neuordnung des Stiftungswesens der Wiener israelitischen Kultusgemeinde zum Gegenstande hat. Durch die im Jahre 1925 vom Nationalste beschlossenen, unter der Bezeichnung „Verwaltungsreform" bekannten Gesetze zur Vereinfachung der Verwaltung wurde die gesetzt

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