Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1928-05-11 · Heft 19 (11.5.1928) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 19 (11.5.1928)
Date
1928-05-11
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3062972-3064248-3064266--16261-3089001
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

DIE WAHRHEIT «ßtHUiHUHawii^^ Seite 13 VenWoche xulDoche Verein „Wohlfahrt" zur Erhaltung der im Jahre 1843 gegründeten Kind erbe wahr anstalt (Wien IL, Schiffarrftsgasse 15). Die VII. ordentliche Generalversammlung dieses so überaus segensreich wirkenden Vereines fand Donnerstag, den 3. Mai; im großen Saal der Känderbewahranstalt, statt. Als Gäste waren erschienen: In Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde Vorsteher D. Donau, für den Bethausvorstand des I. und II. Bezirkes Vorsteher Rudolf Kohn. für den Tempelverain im IX. Bezirk Präsident Börserat I. Glück und Ministerialrat Dr. Wein er, für den Jüdischen Frauenverein des II. Bezirkes die Präsidentin Frau Dr. M. Qru n w a 1 d mir den Vorstandsdamen Fischer. Hirschfeld, Dr. Klar und Schwarz, ferner Univ.-Prot. Dr. Julius Zappe rt, Frau Ella Kreisler, Chefredakteur Hirschfeld ü. a. Der Obmann Herr Rabbiner Dr.Max Grunwald eröffnete um KS Uhr die Versammlung, begrüßte die erschienenen Gäste und Mitglieder und gedachte mit warmen Worten vor Eingang in die Tagesordnung der heimgegangenen verdienstvollen Mitglieder Kammerrat Ludwig L a m p e 1, A. Sied er er und Cafgtier Lauf er. Er erörterte sodann die Tätigkeit des Vereines im abgelaufenen Jahre und bot in fesselnder Ausführung einen Ueberbliek über Wesen und Aufgaben der Kindörerziehung im allgemeinen und die der Kinderbewahranstalt im besonderen. Gebührende Anerkennung widmete er den Leistungen seiner rührigen Mitarbeiter. Mit allgemeinem lauten Bedauern wurde eine Zuschrift des bisherigen zweiten Vizepräsidenten des Vereines, Herrn Bethaus Vorsteher Julius Berg er, zur Kenntnis genommen, in dem dieses um den Verein so hervorragend verdiente Vorstandsmitglied unter Hinweis auf Ueberbürdung mit unerläßlicher Berufsarbeit sein Ausscheiden aus diesem seinen Ehrenamte erklärte. Einstimmig sprach die Versammlung die Hoffnung aus, daß es vereinten Bemühungen von Freunden des Herrn Berger doch noch gelingen werde, diese unentbehrliche Kraft dem Vereine zurückzugewinnen. Seinen Leistungen wurde vom Vorsitzenden, vom Vizepräsidenten S. Wein er, Vorstandsmitglied S. Kornmehl und Schriftführer M. Oesterreicher begeisterte Anerkennung zuteil. Der Vorsitzende sprach sodann dem Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde für die Subventionierung der Anstalt, Herrn Univ.-Prof. Dr. Julius Zapp e r t, der sich in uneigennützigster Weise der Anstalt als Arzt zur Verfügung gestellt hat, Frau Direktor Fischer für cHe umsichtige Leitung der Anstalt und Herrn Oskar T o n e 11 o für die Veranstaltung der Gottesdienste während der hohen Feiertage den besonderen Dank des Vorstandes aus. Sodann erstatteten Schriftführer Moritz1 O e s t e r r e i c h e r den Tätigkeitsbericht und Kassier E. Juszkovits den Rechenschaftsbericht, aus welchen hervorging, daß der Verein trotz der allgemein schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse durch die Opferfreudigkeit und Opferwilligkeit seiner Vorstandsmitglieder und Mitglieder auch im vorigen Jahre geradezu Vorbildliches geleistet hat. Nachdem die Revisoren die Erklärung abgegeben, daß alle Bücher und Belege überprüft und in bester Ordnung befunden wurden, wurde auf Antrag des Redakteurs L. Hirschfeld dem Vorstande das Absolutorium einstimmig erteilt. Kultiusvorstenei D. Dohan, der in Vertretung der israelitischen Kulitusgemeinde die überaus zielbewußte Tätigkeit des Vereinsvorstandes und insbesondere des Vereinsobmannes in warmen Worten würdigte, gab namens der Kultusgemeinde die Zusage. daR dieselbe dem Verein auch in der Zukunft nach Möglichkeit gerne beistehen werde. Vorstandsmitglied S. Kornmehl richtete an Kultusvorsteher D. Dohan das Ersuchen, beim Präsidium der Kultusgemeinde dahin zu wirken, eine Erhöhung der Subvention zu bewilligen und dadurch vielen armen Kindern beizustehen. Vizepräsident S. Weiner konstatierte, daß, wenn die Leistungen des Vereines im vergangenen Jahre hinter denen der früheren Jahre nicht zurückstehen, dies vor altem ein Verdienst des Obmannes Herrn Rabbiner Dr. Max Gm nw a 1 d sei und sprach ihm im Namen des Gesamtvorstandes den innigsten Dank aus. Die Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: Wiedergewählt wurden die Herren: Rabbiner Doktor Max G r u n w a 1 d. Kommerzialrat Emil Abraham, Direktor Henry Bondy, Kultusrat David Dohan, Bethausvorsteher Siegmund Ernst, Dr. Ernst Feldsberg, Max Frenke), Paul F r i e s, David G o 1 d m a n n, Oskar Grosser, Kultusrat Edmund Hofmaiin, E. Juszkovits, Sigmund Kornm ehl, Direktor Max Lassner, Cafetier J. M ü 11 e r, Bernhard M ü n z. Moriz Utsterreichcr, Ernst P1 u t z k o, Rudolf Rudi ng er, Martin Roth, Bela Sonnenfeld, Ing. Leo Steiner, Oskar T o n e 11 o, Salo \V u s s e r m a n n, Friedrich Wechsler, Simon W einer, Julius Weinmann, Josef Weil], Dr. Walter W e r n e r. Als Revisoren: die Herren Gustav Glaser und Bernhard Brunn er. Bei der nach der Generalversammlung stattgehabten konstituierenden Vor Standssitzung wurde Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Max G ru n \v a 1 d zum P r ä s i d e n t on, die Herren Simon Weiner, Großkauimann, und Moritz Oesterreicher, Juwelier, zu Vizepräsidenten, Herr Max Lassner, Direktorstellvertreter der Credit-Anstalt, zum Kassier und Herr Dr. Ernst F e 1 d s b e r g, Vorstandstellvertreter des Wiener Giro- und Kassenvereines, zum Schriftführer gewählt. L. H. Brigittenauer Israelitischer Tempeiverein. In der letzten Generalversammlung des im Titel genannten Tempelvereines wurden die Herren Obmann Josef Kohn und Obmannstellvertreter Leopold Bösel in Anbetracht ihrer großen Verdienste um den Tempelverein (Kluckygasse) zu Ehrenmitgliedern desselben ernannt. Einem einstimmigen Beschluß des Vorstandes gemäß wurden nun die Porträts der genannten Herren im Sitzungssaale neben dem Bilde des verstorbenen Begründers und Ehrenpräsidenten des Vereines Herrn Hermann El t bogen angebracht und dortselbst in Anwesenheit des Gesamtvorstandes vor kurzem feierlich enthüllt. Der Festlichkeit folgte eine intime Feier des Vereinsvorstaudes. bei der die großen Verdienste der Herren K o h n und Bösel ebenfalls gewürdigt wurden. Probevorträge. Herr Kantor Salon Einhorn vom Bethausverein „Emunas Awes" wird Freitag, den 11. d. M. abends und Samstag, den 12. d. M. vormittags, im F1 o r i d .-•> dorfer Tempel, XXI., Holzmeistergasse 12. Probevorträge halten. 60. Geburtstag. Aus V u k o v a r (S. H. S.; schreibt man uns: Den 60. Geburtstag des Herrn Oberrabbiner Dr. Julius Diamant benützten die Kultusgemeinde; und ihre Vereine, um ihren in weiten Kreisen verehrten Oberrabbiner zu ehren. Im Namen der vollzählig erschienenen Repräsentanz hielt Präses Dr. Daniel Klein eine überaus warme Ansprache, in welcher die Liebe, Achtung und Anerkennung für ihr geistiges Oberhaupt zum Ausdrucke kam. Namens der Chewra Kadischa wurde der Jubilar von Vorsteher Sigmund Frank, für den Frauenverein durch Frau Präsidentin Rosa O b e r s o h n an der Spitze aller Vorstandsdamen herzlichst beglückwünscht. Im Auftrage der übrigen Vereine hielt Dr. Josef H e r z 1 eine sehr eindrucksvolle Rede, in welcher die hingebende Tätigkeit Oberrabbiner Dr. Diamant s in treffenden Worten geschildert wurde. Tiefgerührt dankte der Jubilar allen Erschienenen und betonte, daß er sich auch diesmal überzeugen konnte, daß seiner fast 35jährigen Tätigkeit volle Anerkennung gezollt wird. Aus allen Teilen des Landes kamen zahllose Glückwünsche, u. a. von den Oberrabbinern Doktor G. Schwarz. Zagreb, I. Schlang, Beosrad, Doktor S. Ungar, Osijek und Dr. M. Frankfurter. V i r ik o v c i. Sarajevo. Unter imposanter Teilnahme wurde Freitag, den 20. April, der in R a g u s a, wo er zu kurzer Erholung weilte, im Alter von 56 Jahren plötzlich dahingeschiedene Oberrabbiner der hiesigen Aschkenasim Dr. Samuel W e s s e 1 zu Grabe getragen. Ihr neuer großer Tempel konnte nur einen Teil der Trauergäste fassen. Hunderte standen außerhalb desselben, um dem auch bei den Sephardim beliebten und geschätzten Toten die letzte Ehre zu erweisen. Während jener Stunden, welche das Begräbnis in Anspruch nahm, waren sämtliche jüdische Geschäfte geschlossen. An der Trauerfeier nahmen teil: Minister a. D. Dr. Srskic, der kommandierende General, der Obergespan des Departements, der Bürgermeister der Stadt, der englische und italienische Konsul, die Professoren und Direktoren aller Mittelschulen. Die erste Leichenrede hielt Landesrabbiner Dr. I. A 1 k a 1 a y. B e <>- fr ad, der die Seelengröße und den edlen Charakter des Heimgegangenen schilderte. Ihm folgte der Oberrabbiner der SarajevoeT Sephardim Dr. M. L e v y. der in ergreifenden Worten vom langjährigen Freund und Kollegen Abschied nahm. Der Vizepräses der Gemeinde Ing. Grof dankte dem Verstorbenen für seine unermüdliche, dem Wohle der Gemeinde gewidmete Tätigkeit. Hierauf setzte sieh der nach Tausenden zählende Trauerzug in Bewegung. In der Zeremonienhalle würdigte Oberrabbiner Dr. G. Schwarz, Zagreb, die großen Verdienste des Toten.um die junge Gemeinde der Aschkcu^w*:^*^

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.