Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 19 (11.5.1928)
- Date
- 1928-05-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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DEC WAHRHEIT fliiiiM^ Seite 11 Höher geht es nimmer. i Der Ost-West-Flug der „Bremen", an dem neben zwei deutschen Fliegern auch ein irischer Fliegeroffizier beteiligt war, wird, ohne daß ©in Normalmenseh hierfür besondere Gründe auffinden kann, in den Blättern der völkischen Gruppen als Sieg dies völkisch-nationaliistischen Gedankens gefeiert Dabei ist Hühnefeld, wie wir jüngst in den „Glossen" berichten konnten, leider jüdischer Abstammung. Dem Münchener „Völkischen Beobachter" gelingt nunmehr die nachträgliche Entdeckung, daß Mtzmaurice am 11. November 1918 mit der Durchführung eines umfassenden Bombenangriffes auf Berlin beauftragt war. Das Blatt des Herrn Hitler knüpft an diese Reminiszenz folgende Bemerkung: ,.....Der Waffenstillstand einer entmannten Heimat verhinderte diese Schreckenstat. Soll man aber besondere Genugtuung darüber empfinden, daß es nicht mehr dazu gekommen ist? Wir konnten uns denken, daß auch deutschen Frontsoldaten die Person Fitzmaurices noch sympathischer wäre, wenn er damals, trotz des Waffenstillstandes, den Deserteur- und Meuterteirsumpf Berlin ordentlich verbombt hätte. Vielleicht hätte er damit eine Tat vollbracht, die seinen heutigen Flug an Tragweite noch übertroffen hätte." Der Standpunkt des Münchener „Völkischen Beobachters" ist also: ein Feind, der die eigenen Landsleute, sofern es sich um Menschen anderer politischer Gesinnung handelt, tötet, steht uns näher als die eigenen Volksgenossen. Nieder das Vaterland, hoch die Partei! Der Stein von Sichern gefunden? Professor J i r k u, Breslau, berichtet über die Funde die bei den von Professor Sellin (Berlin) geleiteten A u sgrabungen zu Sichern in Palästina gemacht wurden. Bekanntlich hat Professor Sellin den alten Königspalast und den Tempel des Bundesgotltes — beides Lokalitäten, die uns schon aus dem 9. Kapitel des Richter-Buches bekannt waren — sowie mehrere Urkunden in Keilschrift gefunden. Seit Anfang März weilt Professor Sellin wieder in Sichern, und in wenigen Wochen sind ihm neue, überaus wertvolle Funde geglückt. Neben der Freilegung des doppelten Befestiigungsgürtels der alten Stadt wurden zwei Feststellungen gemacht, die für die alttestamentliche Religionsgeschichte von hoher Bedeutung sind und sicher noch viel diskutiert werden dürften. Erstmals fand Sellin, was bisher ganz übersehen worden war, daß der Eingang zu dem Tempel des Bunidesgottes von zwei großen Steiinsäulen flankiert war, welchen Brauch wir bisher nicht nur von phönizischen Heiligtümern, sondern auch vom salomonischen Tempel in Jerusalem kannten (1. Königsbuch 7,21). Diese Steinsäulen, die nach oben hin vielleicht in Verzierungen endigten, sollten wohl die Stelle von Schutzgoftltiheiten einnehmen, die den Eingang zum Tempel bewachen. Dann aber fand Sellin, daß eine schon früher entdeckte große Steinplatte, deren Zweck man noch nicht erkannt hatte, zweifellos ihren Standort unmittelbar östlich vom Altar hatte und hier als kultische Steinsäule (auch das alte Testament kennt solche) Verwendung fand. Der Tempel, in dem dieses Steinheiligtum stand, wurde zwar, wie wir aus deir Bibel wissen, im 12. Jahrhundert vor Christi durch Abimelek zerstört. Da aber, schreibt Professor Jirku, durch die jetzt gefundene Keramik bezeugt ist, daß dieses Heiligtum auch noch in den folgenden Jahrhunderten weiter bestand, so kann kein Zweifel obwalten, daß dieses Steinheiligtum FLEISCHHAUEREI SIEGMUNP KORNMEHL WIEN IX., BERGGASSE NR. 19 FILIALE i XVIII., WÄHR1NGERSTRASSE NR. 97 Telephon Nr. A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilung für Koscherfleisch IX., Bipggassi IS und XVIII., RihFingtrstFaii 97 unter Aufsicht des ehrst. Rabbinates der Isr. Kultusgemeinde Wien. 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Wenn aber ein Arier jüdische Praktiken bis zum alleräußersten treibt, ist es für die arische Gesellschaftsordnung um so dringender, einem solchen Auswürfling das Handwerk zu legen, selbst auf die Gefahr hin, daß Juden hieran ihre Freude finden und den durch Haderlumpen gebotenen Stoff in ihren Blättern veröffentlichen." Von dieser freundlichen Einladung des Salzburger nationalsozialistischen Wochenblattes „V o 1 k s r u f" Gebrauch machend, erlauben wir uns, die Enthüllungen dieses Blattes über Herrn Sepp Koller, Herausgeber des „Eisernen Besen" und Gauführer der Hitler-Bewegung im Lande Salzburg, auch unseren Lesern teilweise zur Kenntnis zu bringen, damit sie sehen, welch dunkle Ehrenmänner bei unseren Gegnern zu Hause sind: Koller hat nach seinem Ausscheiden aus der nationalsozialistischen Partei noch im Jahre 1924 von einem Grödiger Parteigenossen Parteigelder im Betrage von S 30.— auf offener Straße in Empfang genommen, obwohl er dazu nicht berechtigt war. Koller hat aber diese Gelder nicht nur eingesteckt, sondern auch die Abführung unterlassen. Als Koller Ende 1923 seinen Abschied von der nationalsozialistischen Partei nehmen mußte, hat er nicht unterlassen, die ihm bis dahin anvertrauten Gewerkschaftsgelder in einer beträchtlichen Höhe als getreuer Verwalter mit sich zu nehmen. Wiederholt wurde er von verschiedenen Fachgruppen der Gewerkschaft aufgefordert, diese Gelder ihrer Bestimmung wieder zuzuführen. Koller konnte sich aber bis heute dazu nicht entschließen. Er verschanzte sich im Gegenteil mit allen möglichen Ausflüchten, deren ein Koller fähig sein kann, vor der Trennung von diesen Geldern. Koller ging sogar so weit, von einer Gruppe zu verlangen, sie möchte sich ihm unterordnen, dann könne über die Gelder weiter gesprochen werden. Nun, diesen Herrn überlassen wir getrost den Hitlerianern in Oesterreich zur Begutachtung. 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