Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1928-05-11 · Heft 19 (11.5.1928) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 19 (11.5.1928)
Date
1928-05-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3062972-3064248-3064266--16254-3088994
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

■.-jji"!. j'iiiii 'ijiij iiiniiiaiwiwiwi iirnrtirwuiwifci mw ieHt 6 aMBHMBBHiB DIE WAHRHEIT Nachrichten der Keren Hathora-Zentrale. (Auszug aus dem ersten Viertdjafars-Beridit 1928.) J. Pädagogische Konferenz. 1. Im Anschluß am die Zentralrats-Tagung fand in Berlin eine pädagogische Konferenz statt, an w<elcher Delegilerite des Schulwerkes dies Keren Hathora in Polen, Litauen /und Deutschland teilnahmen. Herr Rabbiner Hirschowätz, Virbaien, erstattete Bericht über die Lage der Sohulorgandsation „Jawne", die als einzige von der litauischen Regierung anerkannt ist Sie umfaßt ein Seminar in Telschi, ferner zwei hebräische Mädchengymnasien in Kowno und Telschi, eine Universalsohule (Realschule) in Kowno, zu deren Leitung Dr. David Carlebach, Sohn des verstorbenen Kölner Raws, berufen wurde, ferner 79 Volksschulen, Knaben- und Mädchenschuäen. Die pädagogische Führung befriedigt, die materielle Lage läßt sehr zu wünschen übrig. i < ' \ . Es wurde beschlossen, in diesem Jahre in Telschi Fortbildungskurse für amtierende Lehrer und Lehrerinnen, unter Leitung der Schulabteiiung des Keren fiathora, zu veranstalten. Zur Linderung der augenblicklichen Notlage wurde ein außerordentlicher Beitrag vom Keren Hathora bewilligt 2. Ueber das Bajs Jakob-Schulwesen in Polen referierten Dr. Deutschender und A, S. Friedmann, Warschau. Vorgelegt wurde die kürzlich erschienene Broschüre „Bajs Jakob, Sein Wesen und Werden", welche über die Entwicklung des ganzen Schulwerkes Aufschluß gibt. Der gegenwärtige Stand ist: 87 Schulen mit 10.800 Schülerinnen. Im Seminar werden augenblicklich 54 Kandidatinnen ausgebildet. Die Leitung des Unterrichts liegt in den Händen von Fräulein Landsberg. Ihr Bericht wird mit besonderem Dank zur Kenntnis genommen Zur Vorlage gelangen ferner Manuskripte für neue Lehrbücher, die einer Kommission überwiesen werden. 3. Rabbiner Kalmanowicz berichtet über die Organisation der jüdischen Lehrkurse in Grodno und bittet den Keren Hathora die pädagogische Leitung zu übernehmen. 4. Namens des deutschen Merkas Hachinuch legt B. S. Jacobson den Entwurf einer Halachatabeile vor (inzwischen erschienen). Besprochen wurden ferner Tabellen zur Verbesserung des hebräischen Grammattik-Unterrichtes und eine Schrift über Priesterkleidung. Die Halachatabeile wurde genehmigt 5. Der Antrag von Rabbiner Dr. Hoff mann, Breslau, möglichst bald eine pädagogische Konferenz für die jüdischen Schulinteressen in Deutschland einzuberufen, wurde angenommen, IL Aktionen des Keren Hathora. 1. Die Schweizerische Landissverwaltung des Keren Hathora hat zu Pessach eine Aktion zur Beschaffung von Mazzoth für notleidende Thoralehranstaiten bewilligjti, von derem Ergebnis eine Anzahl Jeschiwaus in Rumänien, Polen, Litauen und Palästina mit Mazzoth versorgt wurden. Ferner wurden im letzten Vierteljahr folgende Anstalten von der Zentrale subventioniert: Lübau, Grodno, Lubawicz (Polen), Lomza, Emek-Halache in .Warschau, Nowogrodek, Radin, Josefow, Deutschkreuz, Makersburg, 10 Talmud Thora, Wien, Bajs Jakob, Oesterreich, Bais Jakob, Umgarn (Litteraturzwecke), Bais Jakob, Polen (Seminar Krakau und 16 Anstalten). Keren Hathora- Schulwerk in Kischinew, Baja Mare, Szatmar (Rumänien), Acz (Ungarn), Tyrnau und Galahta (Tschechoslowakei), Kopenhagen Talmud Thora, Kolel Kowno, Zentrale Jawne, Litauen. Die rumänische Landesverwaltung des Keren Hathora in Kischinew hat aus Anlaß der blutigen Ausschreittüngen in Rumänien einen Trauertag angeordnet und eine Sammlung für notleidende Jhoraiehransitalten veranstalltiet. Aus dieser Aktion konnten namhafte Summen an den Keren Hathora für Jeschiwaus überwiesen werden. III. Propagandatournee von Rabbiner Tobias Horowitz, Rzeszow in Amerika. Seit Beginn dieses Jahres weilt Rabbiner Tobias Horowitz, Mitglied der Exekutive des Keren Hathora und des polnischen Rabbinerverbandes zur Propagierung der Bajs Jakob- Idee und zur Förderung des Seminarbaues, in Amerika. Es ist ihm gelungen, bei den prominenten amerikanischen Führern Sympathien für das Werk zu erwecken. Es wurde auch eine Broschüre für Bajs Jakob in englischer und jüdischer Sprache herausggeben. [ t , , IV. Gründung einer Bajs Jakob-Schule in Wien. Im Dezember v. J. wurde in Wien, einem dringenden Bedürfhisse der im 20. Bezirk wohnhaften östlichen Kreise entsprechend, eine Bajs Jakob-Schule gegründet. Sie umfaßt 4 Kurse, in welchen von 4 Lehrkräften unltlerTichtet wird. Der Vorstand der Wiener jüdischen Kultusgemeinde hat für diese Schule eine Subvention von 12.000 S. p. A. bewilligt V. Halacha-Tabelle. Im Auftrage des Keren Hathora hat B. S. Jacobson, der pädagogische Beirat des Keren Hathora eine Tabelle herausgegeben, die die Entwicklung der Halacha bis zur Gegenwart in den verschiedenen Ländern anschaulich darstellt. Die Keren Hathora-Zentrale stellt de Tabelle Lernvereinen, Jugendgruppen, Schulen zu besonders ermäßigtem Preis zur Verfügung. VI. Stiftungen für das Bajs Jakob-Heim in Krakau. Für den Bau des Bajs Jakob-Heimes in Krakau sind in der Berichtsperiode (außer den bereits in der Bajs Jakob- Broschüre genannten Stiftungen) die folgenden Gedächtnis- Stiftungen •errichtet wordea 1. Zu Ehren des Gedächtnisses von Rabbiner I. Butten wies er s. z. 1. (von seinen Schülern in Straßburg und Schweiz und seinen Kindern Samson Bu'ttenwieser, Berlin und Otto Simon, Mannheim. 2. Zu Ehren des Gedächtnisses von Frau Prof. Dr. Else Breuer s. z. 1. (durch Frau Rabbiner Dr. Michalski, Karlsruhe). 3. Zu Ehren des Gedächtnisses von Josef Er lang er (durch Fräulein Gitta E r 1 a n g e r, Luzern). 4. Zu Ehren des Gedächtnisses von Benny Rothschild (durch Frau Betty Wreschner, Breslau). 5. Zu Ehren des Gedächtnisses von Dr. Israel R o o s (durch Frau Dr. R o o s und Kindier, Frankfurt a. M.). Gründungen von Bajs Jakob-Komitees erfolgten in Berlin und Hamburg. Den Vorsitz übernahm für das Berliner Koimitee Frau Prof. Dr. Mitt w o ch, für das Hamburger Komitee Herr Abraham Hekscher. Beide Komitees haben namhafte Beträge für das Heim überwiesen, ebenso die früher gegründeten Bajs Jakob-Komitees in den übriigen Ländern. Von Organisationen leisteten Zuschüsse: Hilfsverein der deutschen Juden, Berlin, Groß-Loge B. B., Wien, .Frauenverein Champaign (Illinois), Jüdischer Frauenverein, Bratislava und andere. Der Gesamtbetrag der Spenden für das Heim beträgt Dollar 16.921.— (bis 25. April). Glossen. Also jetzt wissen wir es. Graf Ottokar Czernin war nie ein blaublütiger Antisemit, sondern im Gegenteil immer ein Philosemit vom reinsten Wasser, ein aufrichtiger Verehrer des Judentums, die den philosemitischen Edelmann so tief kränkende Verdächtigung ist nur auf ein Mißverständnis zurückzuführen. Wie Herr Dr. Katz als Vertreter des Grafen Czernin vor Gericht betonte, war es eine ganz „harmlose Bemerkung, des gräflichen Autors in seinem afrikanischen Tagebuche über den Sonnenfisch, der „mit krummer Nase und ekelhaften fleischigen Lippen ein Gesicht wie ein jüdischer Kriegsgewinner hat". Das haben, wie Graf Czernin JAC MAYER Cltfcne raaOabtfelluntf Kleideru. Gummimäntel-Fabrik Export nach allen Ländern l*laOablellunf| Zentrale: Wien II., OlOCkengaSSe 24 Tel. 48-4-79 Für Kultusbaamt« und Varalnsfunktloftlr« gagan Legitimation 10«/, Nachlaft

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.