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Die Wahrheit · 1928-05-04 · Heft 18 (4.5.1928) · page 15

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 18 (4.5.1928)
Date
1928-05-04
Page
– (sequence 15)
Language
German
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DIE WAHRHEIT iiiiMiiiiuuuiuii« iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiuiiiiiuiiiiiiiiiiim Seite 13 thnWoAazu IDocKe Adolph S. Ochs 70 Jahre. Vor kurzem wurde Adolph S. Ochs, der beikannte jüdische Philanthrop und einer der bedeutendsten Zeitungsmänner der Vereinigten Staaten von Amerika, 70 Jahre alt. Adolph S. Ochs ist eine der markantesten Persönlichkeiten des jüdischen Lebens in Amerika, er betätigt sich auf verschiedenen Gebieten der Kulturbestrebungen und der sozialen Fürsorge der Juden. Ochs wurde am 12. März 1858 im Staate Ohio als Sohn eines aus Fürth in Bayern eingewanderten kleinen Geschäftsmannes geboren. Mit 11 Jahren begann er seine Laufbahn als Zeitungsjunge in Knoxville, später wurde er Setzerteihrling,' dann Druckereigehflfe. Als 20jähriger erwarb er mit Hilfe einer kleinen geliehenen Summe die „Timias" von Knoxville, die er bald zu einem ansehnlichen Zeitungsorgan heraufentwickelte. 1896 erwarb er die „N e w York Time s", die damals sehr notleidend war, und gestaltete sie zu einer der größten und führenden Zeitungen der Vereinigten Staaten. In der Folge erwarb Adolph S. Ochs eine Reihe anderer Zeitungen, die er seinem Konzern anschloß, und organisierte 1901 den hervorragendsten Zeitungsdienst „Associated Press". Adolph S. Ochs, dler als eines der größten organisatorischen Genies und schöpferischen Talente; in der Geschichte des Zeitungswesens gilt, hat in seinem Leben mannigfache Auszeichnungen erfahren. So ist er unter anderem 1924 vom Präsidenten der französischen Republik, M i Heran d, zum Offizier der Ehrenlegion ernannt worden, 1925 wurde er Kommandeur der Ehrenlegion. Er ist Präsident des Fünf-Millionen-Dollar-Fonds zugunsten des Hebrew Union College in Cincinnati. Öie ersten Juden in der Höhle Machpelah. Nachdem die Höhle Machpelah in Hebron nun doch gegen Entrichtung einer Gebühr allgemein zugänglich gemacht worden ist, haben vor kurzem zwei jüdische Touristen die Höhle besucht. Es ist dies der erste Fall seit Jahrhunderten, daß Juden der Besuch der Höhle gestattet worden ist. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten Deutschlands hat kürzlich in Berlin seine diesjährige außerordentliche Bundeshauptversammliung abgehalten. Obwohl efst vor einem halben Jahr in Breslau eine Bundeshauptversammlung, verbunden mit einer großen eindrucksvollen Kundgebung, stattgefunden hat, konnte der R. j. F. auch jetzt wieder mehr als hundert Delegierte aus allen Teilen-des Reiches begrüßen. Der Bundesvorsitzende, Dr. Leo Löwenstein, Berlin, eröffnete die Tagung, begrüßte die erschienenen Kameraden, betonte in kurzen Worten die Wichtigkeit der Tagung und der Bundesarbeit und unterstrich das schöne Bild der festen Einigkeit und Liebe zum R. j. F. Nach den von den Herren Landsberger und Grünpeter vorgetragenen Geschäfts- und Finanzberichten wurden die vorliegenden Anträge in eingehender Besprechung erledigt. Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildete das Referat des Bundesvorsitzenden Doktor Löwenstein über die politische Lage und die bevorstehenden Wahlen, das Zustimmung und Beifall der Versammlung fand. In der anschließenden Aussprache fanden die Dar- ' Stellungen der Herren Dr. Alfred Wiener und Eisen- Itraemer besonderes Interesse. Aus Anlaß der bevorstehenden Reichstags- und preußischen Landtagswahlen ist zwischen dem Centraiverein und dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten ein Wahlabkommen getroffen worden, das unter voller Wahrung der Selbständigkeit jeder Organisation und unter Ausschaltung jeder Weltanschauungsfrage ein Zusammenarbeiten beider Organisationen zum Zwecke hat. Ueber das Wahlabkommen wurde eingehend gesprochen und seine korrekte Durchführung zugesichert. Der zweiter Tag brachte nach einem Vortrage von Domänendirektor Dyk eine eingehende Diskussion zur Siedlungsaktion. Diie; Grundlinien für die Beteiligung sämtlicher anderer jüdischer Organisationen und der Allgemeinheit der deutschen Juden notwendig sei. Hohe Auszeichnungen führender Juden in Jugoslawien. Auf Vorschlag des Kultusministers hat König Alexander unter anderen folgende jüdische Persönlichkeiten durch Verleihung hoher Orden ausgezeichnet: Der Großrabbiner des Königreiches Jugoslawien Dr. Isac Alkalay und dler Präsident der sephard. Gemeinde in Belgrad Dr. Salomon Alkalay erhielten den „Weißen Adler^-Orden V. Klasse; der Sekretär des jüdischen Gemeindebundes und Handelsakademie- Direktor Ivan Kohn erhielt den „Heiligen Sava"-Orden III. Klasse. Das Sommersemester der Universitätsvorträge über hebräische Literatur und Geschichte des Judentums wird im Hörsaal 34 der philosophischen Fakultät vom Dozenten am hiesigen Institut, Herrn Dr. A. Kaminka, Montag, den 7. Mai 1928, abends 6K- Uhr, mit einem Vortrag über „Einleitung zu den Apokryphen" eröffnet. Die weiteren Vorträge an der Universität finden jeden Montag und Mittwoch, 6!4 bis 714 Uhr statt. — Im Saale IL, Zirkusgasse 33, werden die Vorträge des Maimonides-Instituts jeden Dienstag und Donnerstag abends von 6 bis 8 Uhr, jeden Samstag von 4 bis 6 Uhr abgehalten. Die XIV. ordentliche Generalversammlung des Vereines „Einheit44 zur Errichtung und Erhaltung von Volksspeisehallen in Wien IL, Malzgasse 12 (Telephon R 42-1-12) fand im Saale der Mittelstandsausspeisung Montag, den 16. April 1928, abends statt. Als Delegierter des Kultusvorstandes war Herr Edmund H o f m a n n, für die „Agudah" Herr Kultusvorstand Wolf Pappen he im, für die „Adas Jisroel" (Schiffschul) die Herren Sandor Adler und Jakob Stern, für die „Jüdische Presse" und die „Talmud Thora" (Volks- und Bürgerschule) Herr Rabbiner Dr. Joel Pol 1 ak und für die „Jessod Hathora" (Kindergarten) Herr Ing. Ludwig Kritzler erschienen. Herr Moritz Felsenburg leitete für den anwesenden, aber noch der Erholung nach langer Erkrankung bedürftigen Präsidenten Herrn Bernhard Hof bauer die Versammlung. Der allgemeine und der Kassabericht wiesen günstige Resultate auf, so daß an einen weiteren Ausbau und eine Reorganistion der Küchen gedacht werden kann. Freilich gehört dazu nach den beredten Worten des Revisors Herrn Jakob Stern eine erhöhte Teilnahme der Wiener jüdischen Bevölkerung. Auf diese hofft auch der Vorstand, in dem vor allem die Herren Moritz Felsenburg, Adolf Fischer und Max Hofbauer verdienstvoll wirken. Diese Förderung versprachen auch unter Lob und Dank für die bisherige Tätigkeit der „Einheit" die Herren Kultusvorsteher Edmund H o fm a n n und Wolf Pappenheim. Die zuletzt vorgenommenen Wahlen ergaben durch Akklamation die Neuwahl des Kultusvorstandes Michael Sternfeld und die Wiederwahl der ausgelosten Herren Moritz Fe Isenburg, Max Hofbauer, Hermann Kuner, Prof. Dr. Heinrich N e u m a n n, Rechtsanwalt Dr. Wolf gang P o 11 a c z e k, Rechtsanwalt Dr. Dagobert Rybaczewski und Lipe T ü r k 1, wie der Revisoren Jakob Fuchs, Emil Kritzler und Jakob Stern. Znaim. Am Erew Pesach 5688 feierte unser Oberkantor Herr S. Handgriff sein 25jähriges Amtsjubiläum als Kantor unserer Gemeinde. Aus diesem Anlasse wurden dem Genannten mannigfache Ehrungen zuteil. Vor Beginn des Abendgottesdienstes fand zu Ehren des Jubilars eine Festsitzung der Kultusgemeinde statt, an welcher der gesamte Kultusrat, Herr Rabbiner Prof. Dr. Kahan. die Vertreter sämtlicher jüdischer Vereine und eine Abordnung der jüdischen Schuljugend teilnahmen. Zunächst beglückwünschte der Präsident der Kultusgemeinde, Herr Dr. Wolfenstein, den Jubilar. Kultusrat Dr. Barth feierte als Sprecher der Kultusgemeinde Herrn Oberkantor Handgriff in formvollendeter Weise, hob die Verdienste des Jubilars als Kantor, als Sekretär der Kultusgemeinde und als Religionslehrer hervor und versicherte ihn der Sympathien der ganzen Gemeinde. Der Festredner schloß mit dem Wunsche, der Jubilar möge noch viele Jahre zur Freudia seiner Familie und zum Wohle der Ktrltusgemeinde die ihm übertragenen Funktionen mit dem gleichen Eifer und in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit versehen und überreichte ihm sodann das Ehrengeschenk der Kultusgemeinde, zwei prachtvolle silberne Sabbath-Leuchter. Hierauf feierte Herr Rabbiner Prof. Dr. Kahan den Jubilar und erteilte ihm am Schlüsse seiner warm empfundenen Rede den Priestersegen. Sodann deklamierte die Volksschülerin Ruth Untenricli* in deutscher, hebräischer, italienischer und ungarischer Sprache erteilt iunger Mann nach leicht faßlicher Methode zu mäßigem Honorar; auch im Teeach und Talmudfächern wird gründliche Lehre erteilt. Zuschriften erbeten unter „Seriös" au die Admitration des Blattes.

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