Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 18 (4.5.1928)
- Date
- 1928-05-04
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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m WAHRHEIT » Seite i HOTEL „NATIONAL1* m Restaurant Wien II., Taborstraße 18 ™e£»S Zentrale Lage, 200Zimmer, fließendes kaltes und warmes Wasser u, Zentralheizung. In allen Zimmern Telephon Unter der bewährten Leitung des [bestbekannten Restaurateurs S. Grüner. VorzOgl. Wiener, ungarischeu. orientalische (rumänische) Küche. Wienerbräu u. Pilsner Urquell. Weyr a. d. Enns. (Der V<erschönerungsverein schreibt, daß „Juden nicht erwünscht" seien.) Weyregg am Attersee. (Lehrerheim: „Nur für Arier".) Wolderbad bei Hall. Salzburg. St. Johann im Pongau. (Laut Ge meinderatsbeschiuß: „Juden nicht erwünscht".) Mattsee. (Laut einstimmigem Gemeinderatsbeschluß „judenrein".) Neumarkt am Wallersee. Seehan bei Mattsee. Seekirchen am Wallersee. Tamsweg im Lungau. (Laut Gemeinderatsbeschluß „judenrein".) Wald im Oberpinzgau. 'Zell am See. („Villa 0 l g a", „Villa S c h m i 11 e n t a l"). Steiermark. Alt-Aussee. (E d l a u e <r;) Murau. Pöllau. („Arische Sommerfrische ersten Ranges.") Puch. (Z e n t r a l v e ir b a n d.) Pürgg (am Eingang des steirischen Salzkammergutes). Trofaiach. (Die Kurverwaltung annonciert: „Angenehmer Aufenthalt für christliche Familien.") Waldbach a. d. Lafnitz. (Pension Langenecker.) Kärnten. Afritzersee. („Arische Sommerfrische.") Agathendorf, Post Hirt. Kötschach im Gailtal. (Stempel: „Nichtarier unerwünscht" auf •einem Briefe eines dortigen Gasthofbesitzers.) Krumpendorf am Wörthersee. (Villa Streiche r.) St. Margarethen, Lavanttal. Maria-Wörth am Wörthersee. (Hotel Post.) Möllbrücke. Ober-Villach. (Nicht zu verwechseln mit Ober-Vellach bei Villach.) Weißensee. (Juden sind am Weißensee in sämtlichen Sommerfrischen ungebetene Gäste, da gemäß einem Beschluß der dortigen Fr emden verkehr s-Verbände die Sommieirfrischen „judennein" zu sein wünschen.) Tirol. Fügen. Hall. (Gasthof „Goldener Engel.") Hopfgarten. Judenstein ob. Hall. (Pension Wälsung.) Mieders, Stubaital. (Das Gasthaus „Alte Post" ist mit einem Hakenkreuz versehen.) St. Jakob am Pillersee. („Nur Arier werden angenommen.") Oetztal (von O e t z bis L ä n g e n f e l d [s. d.] antisemitisch verseucht) Dorf Oberlängenfeld im Oieitztal. (Der Gasthof „Zum Hirschen" und dessen Dependence „Antonshaus", Besitzer Geschwister Skr ein, nehmen jüdische Gäste nicht auf. Kurbad Längenfeld ist nicht antisemitisch.) ZUlertal. Vorarlberg. Gaschurn bei Montafon. (Hotel „Rößle-Post". Der Besitzer Kassier ziert seine Schreiiben mit einem Hakenkreuz.) Schruns. (In den Gasthöfen „Löwe" und „Taube" sind Hakenkreuze angebracht.) Waluiudkitrcin%ge ■ ^tittdfi^iSM Zionismus in Ungarn. Nach einer 25jährigen Tätigkeit hielt die zionistische Organisation Ungarns erst vor kurzem im Hause des alten Parlaments ihre erste legale Landeskonferenz ab. Die ungarische zionistische Organisation wurde 1903 gegründet, aber erst im September 1927 wurden ihre Statuten von der Regierung genehmigt. Die Konferenz beschloß, an den Reichsverweser Horthy und den Ministerpräsidenten Grafen Bethlen telegraphische Begrüßungen abzusenden, was von den Wiener zionistischen Blättern in ihren Berichten wohl mit Absicht den Lesern vorenthalten wird. Oberrabbiner Dr. Pfeiffer und Professor Richtmann übten Kritik an der Tätigkeit der bisherigen Leitung und erklärten, jetzt gelte die Ausrede nicht mehr, daß man in Ungarn keine normale zionistische, Arbeit leisten könne; denn nun seien die Statuten der Organisation bewilligt Dennoch habe die bisherige Leitung nicht jene Erfolge erzielt die gegenwärtig in Ungarn ganz und gar möglich seien. Ob diese Hoffnung nicht eine trügarische ist, steht dahin, denn unseres Wissens steht die überwiegende Mehrheit der Juden Ungarns dem jüdischen Nationalismus ablehnend, ja sogar feindlich gegenüber und vertritt den Standpunkt den der neugewählte Präses der Pester Gemeinde, Hofrat Aladar Kaszab, anläßlich seines Amtsantrittes präzisierte. tSiehe Notiz „Judentum und Vaterland" in unserer letzten Nummer.) Da werden die ungarischen Zionisten mit ihren „nationalen" Forderungen wohl kaum mehr Glück als bisher haben. Konstituierung der Liga zur Bekämpfung der Pogrome. Die Liga zur Bekämpfung der Pogrome, die, wie hier im Artikel „Henri T o r r 6 s" der vorwöchentlichen Nummer mitgeteilt, vor einigen Wochen in einer in Paris abgehaltenen Massenversammlung gebildet worden ist und das Ziel verfolgt, eine internationale Aktion zur Bekämpfung der Pogrome durchzuführen, hat sich kürzlich konstituiert. Mehrere Universitätsprofessoren sowie katholische und protestantische Geistliche sind in das Präsidium gewählt worden. Judenmission nur noch auf „traditionellem Wege". Zu der bereits gemeldeten Auflösung des Vereins der „Freunde Israels" ist noch nachzutragen, daß die Vereinsangehörigen sich der Entscheidung des „heiligen Offiziums" sofort unterworfen haben. Die deutsche Zentrumspresse weiß hierzu noch folgendes zu melden: Die „Freunde Israels" haben anerkannt, daß es in Zukunft nur darauf ankommt, in der Frage der Bekehrung der Juden diejenigen Gesichlspunkte im Auge zu behalten und sich der traditionellen Wege zu bedienen, welche in der katholischen Kirche immer gebräuchlich waren. Nach deutschen Vorbildern. Auf dem orthodoxen jüdischen Friedhof in N i t r a in der Tschechoslowakei wurden 13 Gräber zerstört und die Grabsteine zertrümmert Die Behörde hat, wie aus Prag mitgeteilt wird, eine strenge Untersuchung zur Ermittlung der bis jetzt unbekannt-gebliebenen Täter eingeleitet. Der große Tempel in Jassy niedergebrannt. Vor kurzem ist der großü Tempel in der Strada Socola zu Jassy durch