Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 18 (4.5.1928)
- Date
- 1928-05-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 10 JiiiiiUiuniiiuiiiuM DIE WAHRHE11 einen Ries enbr and vollkommen zerstört worden. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Lei. Man glaubt, Üaß der Brand durch die Unvorsichtigkeit eines Tempeldieners entstanden ist. Jüdisches Leid in Südbulgarien. Beim Erdbeben in Südbulgarien sind hunderte von Juden bewohnte Häuser der Zerstörung anheimgefallen. Am meisten haben die Städte Tschjirpan und Philippopel gelitten, die große jüdische Gemeinden beherbergen. Ob unter den Hunderten von Toten auch Juden sind, hat sich bisher nicht feststellen lassen. Martin Buber über den Bar-Mizwah-Tag. Die neuerdings hervortretende Neigung Bubers zum konservativen Judentum und zum Glauben an die Auserwähltheit Israels als Träger des göttlichen Gebotes tritt deutlich in einem Briefe, den Dr. Buber vor zwei Jahren an einen Barmizwah-Knaben geschrieben hat und der anläßlich des 50. Geburtstages Bubers von der Mutter dieses Knabens in der „Rundschau" veröffentlicht wurde, hervor. In diesem Briefe Bubers heißt es unter anderem: „Der Mensch kann wirklich mit dem Unsichtbaren, das sich ihm in der Stille seines Herzens kundgibt, wie ein Kind mit seinen Eltern verbunden werden. Aber da ist doch ein ganz großer, entscheidend großer Unterschied. Mit seiner Mutter ist ein Kind verbunden, ob es will oder nicht. Aber mit Gott wird der Mensch verbunden, wenn er es mit seinem ganzen Wesen will. Und sieh, das ist es, was den Bar-Mizwah- Tag vor al'len anderen auszeichnet: daß man da diesen Willen mit seinem ganzen Wesen zu wollen beginnt — beginnen soll.. Und so wie man dies tut, wird man wirklich zum zweiten Male geboren, als „Sohn des göttlichen Gebots". Der Mensch kommt als Gottes Geschöpf ins Leben, aber sein höchstes Ziel ist, Gottes Kind zu werden. Am Bar-Mizwah-Tag macht ^ich der Jude auf den Weg zu diesem Ziel. Noch ist er erst „Sohn des Gebots", aber je weiter er in der Erfüllung fortschreitet, je mehr er das göttliche Ebenbild, das in ihm angelegt ist, verwirklicht, um so mehr wird er ein Kind Gottes selber. Israel ist von allen Völkern der Erde abgehoben, jedoch nicht durch besondere Geistesgaben, die denen der anderen überlegen wären — laß Dir das nicht einreden: jedes Volk hat seine eigene Berufung, und keins darf sich über die andern erhaben dünken —, wohl aber, weil es einmal in der entscheidenden Stunde seiner Geschichte eben dies getan hat, was Du an diesem Tage tun sollet: weil es damals — ein ganzes Volk! — das Gebot Gottes auf sich nahm und Bar-Mizwah wurde: in jener Stunde ist es erst wahrhaft als Volk geboren worden. Und sein ganzes Schicksal, das Schicksal Israels hängt davon ab, ob es den Weg, den es damals antrat und von dem es seither so oft abirrte, bis zum Ziel weitergeht." Ein Monument für Baron Hirsch. In der Stadt Bahia Bianca in Argentinien wird — wie vom Hauptbüro der ICA mitgeteilt wird — im Rahmen der Feier des hundertjährigen Bestandes der Stadt ein Denkmal für den Baron Hirsch, den Begründer der jüdischen Kolonisation in Argentinien, enthüllt werden. Die Kosten des Monuments wurden durch eine Volks-Subskription, die von der jüdischen Gemeinde der Stadt eingeleitet worden ist, aufgebracht. An der Aufbringung der Summe haben sich die jüdischen Kolonisten stark beteiligt. Einstein Mitglied der Schwedischen Akademie. Die schwedische Akademie der Wissenschaften hat den Nobelpreisträger Professor Albert Einstein zu ihrem ausländischen Mitglied gewählt. Eine russische Anti-Pessach-Kampagne. Die in Charkow erscheinende jiddisch-kommunistische Tageszeitung „Der Stern" beklagt es, daß die von den jüdischen Kommunisten eingeleitete Kampagne gegen die Teilnahme an dem Pessachfest wenig Erfolg gehabt hat. Mazzoth wurden in sehr großen Quantitäten gekauft. In der Ukraine und in Weißrußland reisten die Rabbiner und Maggidim (Prediger) von Stadt zu Stadt und sammelten öffentlich „Moaus chittin" (Pessach-Unterstützung für .Arme). In den jüdischen Häusern wurde das Fest traditionell begangen. „Bitte, zweihundert Juden herschicken!" Kürz-liich ereignete sich in dem polnischen Orte Che Im folgender komischer Vorfall: Von einer jüdisch-orthodoxen Gesellschaft wurden telegraphisch zweihundert Exemplare der im Jargon geschriebenen Zeitung „Der Jud" beim Verlag „in Warschau angefordert. Das Telegramm lautete: „Bitte, zweihundert Juden herschicken!" Als der Telegraphenbeamte den Text las, war ihm sofort klar, daß er das Vaterland retten müsse. Denn was bedeutete dieses Telegramm, als daß die zweihundert Juden für irgend eine Revolte zusammengerottet werden sollten? Darum eilte er voll patriotischem Eifer zu seinem Chef. Dieser ließ die Absender des Telegramms sofort verhaften. Eine Untersuchung wurde eingeleitet und erst nach langem Hin und Her stellte sich die absolut friedliche Tendenz des Telegramms heraus. Die Ordnung von Chelm wird von diesen zweihundert Juden nicht umgestürzt werden. Eine internationale Schomre-Schabbos-Organisation. Die wachsenden Schwierigkeiten der Sabbat-Heiligung haben eine Anzahl jüdischer Persönlichkeiten Berlins veranlaßt, zur Gründung einer Organisation der Schomre-Schabbos auf interterritionaler Grundlage zusammenzutreten. Neben der intensiven Förderung der bestehenden Schomre-Schabbos- Vereine soll es die Aufgabe der geplanten Organisation sein a) den Sabbat-Gedanken in den weitesten Kreisen der Judenheit neu zu beleben und zu vertiefen, b) praktische Wege zu suchen, um die Vereinbarkeit der Sabbat Heiligung mit den sozialen Einrichtungen unserer Zeit eventuell durch die BeeiLnflussung legislativer Maßnahmen sicherzustellen, c) sabbattreue wirtschaftliche Unternehmungen zu schaffen und bestehende zu fördern, d) in Verbindung mit den sabbattreuen Gruppen des Auslandes den Schomre-Schabbos-Vereinen weitere Betätigungsmöglichkeiten zu eröffnen und durch Annäherung der religiösen Gruppen des In- und Auslandes diese wirtschaftlich zu fördern. Die Arbeit soll in Gemeinschaft mit den Schomre- Schabbos-Vereinen geleistet wenden. Zur Verwirklichung dieser Ziele ist die Einberufung eines internationalen Kongresses geplant. Das vorbereitende Komitee besteht aus den Herren: Seminardozent Dr. Graihbeng, Dr. Werner Silberstein, H. Abramczyk, James Goldsclmidt, Hans Goslar, Dr. Paul Suflzberger, Rabbiner Dr. Klein, Rechtsanwalt Dr. Alfred Wiener, Moritz Merzbach, Raphael Gradenwitz, Alfred Marcus. „Masel-Tow". Bei einer Festrede, welche das Komitee für das jüdische Hospital in London jüngst abhielt, sagte der ehemalige englische Ministerpräsident und Führer der liberalen Partei Lloyd George in einer Festrede: Mit Freude und Stolz weile er in einer Versammlung der jüdischen Gemeinde, er sei immer ein demütiger und tiefer Bewunderer der Juden gewesen. Würde man von der westlichen Zivilisation den hebräischen und den griechischen Einfluß subtrahieren, wir würden noch heute in einem Zustand der Barbarei verharren. Das jüdische Duldervolk hat Männer hervorgebracht, die anderen Nationen zu großem Ruhm verhalfen. Das Judenvolk hat viele Reiche überlebt: das assyrische, das babylonische, das ägyptische, ^.das persische, das griechische, das römische; vielleicht wird es auch das British Empire überdauern. Durch die Jahrhunderte haben sie ihre Vitalität durch ihre Schriftsteller, Philosophen, Gelehrten und Staatsmänner dargetan. Der verehrungswürdigste aller britischen Premiers war Benjamin D i s r a e 1 i, ein Kind der jüdischen Rasse, und in unserer Mitte weilt jetzt der größte Statthalter unserer Zeit, .der ebenfalls ein Kind dieser Rasse ist (Lord R e a d i n g). Als ein Glied der Soeben ersdiienen imimiiiiiiiiiiiuiiiiiiii | TQLDOTH G DOLE HOROflHj fH Biographien von zehn berühmten halachischen s jg Autoren. Dieses Buch ist von der Presse wie p ||f auch von vielen kompetenten Fachgelehrten g jg als ein sehr gediegenes und nützliches Werk §§ H anerkannt worden | Preis 5» Schilling j Zu beziehen durch alle besseren BuchhandfH §H lungen wie auch vom Verfasser §| 1 SCHEWACH KNOBIL, WIEN XX. | H Romänogasse 11/13 s IllllilHIIMilM