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Die Wahrheit · 1928-04-27 · Heft 17 (27.4.1928) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 17 (27.4.1928)
Date
1928-04-27
Page
– (sequence 13)
Language
German
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DIE WAHRHEIT iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiii^ IlllllillUliiiluiiiiiiuiuiuiiniiiiiuiiiiii» Seite 13 Sänger mit einer Weichheit und Innigkeit zum Vortrag gebracht wurde, machte auf den anwesenden nichtjüdischen Vertreter der „Ravag" einen mächtigen Eindruck. Ein besonderes Lob gebührt dem jungen Harmoniumvirtuosen Kurt Fuchsgelb für die gefühlvolle Begleitung der Solisten. Wir haben bei der Besprechung des ersten vollauf gelungenen Konzertes der „Konzertgesellschaft" auf die Notwendigkeit verwiesen, daß eine solche Korporation die weitestgehende Förderung seitens der Wiener Judenschaft finde. Leider war dies bei der oben besprochenen Veranstaltung nicht der Fall; denn trotzdem dieselbe vom „Keren Kajemeth" (jüdischer Nationalfonds) zugunsten eines C h a j e s - Waldes in Palästina abgehalten wurde, ließ der Besuch sehr viel zu wünschen übrig.. Thora-Einweihung. Am 7. Tag Pessach wurde im Ottakringer Wintertempel ein neuer Sefer Thora feierlich eingeweiht. Das Sefer Thora bildet eine Spende der Frau Anna W e i t z m an n, der Witwe des ehemaligen, überaus verdienstvollen Obmannes des Bethausvorstandes Ottakring- Hernals, Hofphotograph Salomon W e i t z m a n n, gewidmet dem Andenken des Verblichenen. Herr Rabbiner Doktor J. M. Bach hielt bei dieser Gelegenheit eine Ansprache, in der er betonte, daß das Andenken des Dahingeschiedenen in den Herzen seiner vielen Freunde fortlebt und die Spende noch der Nachwelt künden wird den Segen, den er gestiftet, als er unter uns weilte. Verein Wohlfahrt. Die VII. ordentliche General-Versammlung des Vereins „Wohlfahrt" zur Erhaltung der im Jahre 1843 gegründeten Kinderbewahranstalt wird Donnerstag, den 3. Mai 1928, 18.45 Uhr, im Gebäude der israelitischen Kinderbewahranstalt, IL, Schiffamtsgasse 15, mit der Tagesordnung: 1. Bericht über die Vereinstätigkeit; 2. Bericht über die finanzielle Lage des Vereines; 3. Wahl des Vorstandes; 4. Anträge, abgehalten werden. 25jähriges Amtsjubiläum. Am 1. Mai feiert Herr Leopold Löwy, Amtsgehilfe im Präsidium der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, sein 25jähriges Amtsjubiläum im Dienste der Gemeinde. Der Jubilar erfreut sich wegen seines Pflichteifers und seiner Liebenswürdigkeit großer Beliebtheit beim Präsidium, den Kultusvorstehern, Kollegen und nicht zuletzt Parteien, der Gemeinde. Verein der Kinderfreunde zur Bekleidung armer israelitischer Schulkinder (Sitz: XVI., Hubergasse 8). Der rührige Vorstand dieses seit 47 Jahren in den armen Arbeiterbezirken Ottakrang-Hernalls wftrkende Verein veranstaltete, wie schon seit Jahren, auch heuer vor kurzem unter der Leitung seines Obmannes, Oberveterinärrates Tierarzt Heinrich Rosen zweig und in Anwesenheit seines Ehrenpräsidenten Herrn Kultusvorstehers Med.-Rat Dr. Jakob Deutsch und zahlreicher Vertreter der öffentlichen und humanitären Körperschaften seine Wohltätigkeit s- Masken-Redoute. Eine exklusive Gesellschaft hatte die Festräume des Etablissements Gschwandtner gefüllt. Die Stimmung war eine sehr animierte und der Inhalt der Zelte, dem humanitären Zwecke dienend, war rasch geleert. Der beträchtliche Reingewinn kam 170 armen jüdischen Kindern zugute, die Schuhe, Kleider. Mäntel und Wäsche bester Qualität erhielten. Die zufolge steigender Arbeitslosigkeit zunehmende Verarmung zwingt uns, mit Rücksicht auf die fortlaufenden flehentlichen Bittschriften unser Kinderhilfswerk fortzusetzen. Unsere Mittel sind jedoch erschöpft. Mit unserem Danke für die bisherige Förderung unserer humanitären Aktionen verbinden wir die innige Bitte, unseren bedrängten Kindern auch weiterhin hilfreich beizustehen. Geldspenden, die in diesen Blättern ausgewiesen werden, nimmt unser Vereinskassier Herr Max Werter, XVI., Ottakringerstraße 17, entgegen. Der Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder, für den XVI. und XVII. Bezirk, über dessen menschenfreundliche Tätigkeit wir schon oftmals zu berichten Gelegenheit hatten, hat anläßlich dies Pessachfestes eine sehr lobenswerte Aktion unternommen, indem er 100 Kindern und 25 Erwachsenen acht Tage hindurch eine komplette Pessachverpflegung zukommen ließ. Besondere Verdienste um das Zustandekommen dieses gottgefälligen Werkes habere sich die Vorstandsdamen Charlotte W e g 1 e r und Regine U n gv a r y erworben, sowie Herr Julius und Frau Olga K r u p n i k, die durch eine Spende von 100 kg Fleisch und 1000 Stück Eiern wesentlich zum Gelingen der Pessachverpflegung beigetragen haben. - Schweden lehnt ein Schächtverbot ab. Das schwedische Parlament hat einen Antrag auf Einführung eines Verbotes der Schächtung nach jüdischem Ritus abgelehnt. Pessach 5688. Seder-Feier. Donnerstag, den 5. April, wurde von der Bibelschulsektion des Tempelvereines „A e s c h e 1 Awrohom" (Pazmanitentempel) für die Schüler der Bibelschule, Knaben und Mädchen im Alter von 6 bis 12 Jahren, eine schöne Seder-Feier veranstaltet. Es kamen aber nicht allein die Kinder, sondern auch deren Eltern, welche mit Freude und berechtigtem Elternstolz zusehen konnten, wie ihre Kleinen das alte jüdische Fest feierten und welches Verständnis sie den altehrwürdigen Gebräuchen entgegenbrachten. Dies ist vor allem ein Verdienst der Lehrer Dr. Bau mgarten und S. R u d z k i. Als Obmann der Schulsektion begrüßte Redakteur L. Hirse hfeld die zahlreich erschienenen Gäste, insbesondere Herrn Inspektor L. W i e s n e r als Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde, Herrn Obmann Oskar Schramek sowie Herrn Professor M. Antscherl, der zur großen Freude der Kleinen heuer wieder den Seder gab. Vorsteher S. Leen mann würdigte in einer schönen Rede die Bedeutung der Seder-Feier für die Erziehung der Jugend. Pessach in der „Einheit". Die „Einheit" erfüllt wohl das ganze Jahr eine große Aufgabe, indem sie Hungernde speist. Aber in den Tagen des Pessach wird diese Aufgabe vermehrt und zur Zufriedenheit des Vorstandes ist gerade die Veranstaltung der Sederabende und die Bereitung der Pessachausspcisung eine seiner schönsten Aufgaben, besonders in diesen schweren Zeiten. Unsere Küche ist wahrlich der Gradmesser für den materiellen Zustand unserer Glaubensbrüder. Heuer gaben wir im ganzen 16.300 Portionen Essen, davon 1010 Portionen ohne jedes Entgelt. Die Not hat sichtlich zugenommen. Schön war es an den Sederabende n. In der allgemeinen Abteilung und in den Mittelstandssälen lasen frohe Menschen die Erzählungen der Hagadah und sangen deren frohe Lieder. Heilige Begeisterung lag auf allen Mienen. Daß wir auch die Studierenden der Mensa academica judaica ritualis. IL, I m W e r d 13, mit bester Pessachkost versorgen konnten, hat die Wünsche und Absichten des Vorstandes ebenfalls mit Freude erfüllt. Wie alljährlich, sandten wir auch den Häftlingen der Wiener Gerichte Essen. Es sollte ein Zeichen des Wertes der Freiheit sein, wozu vor allem das Freiheitsfest aufforderte. Durch Gaben des Kultusvorstandes, des amerikanischen Komitees der israelitischen Allianz, der B'nai B'rith Logen, der Chewra Kadischa und edler Gönner waren wir zu diesen vielfachen Leistungen befähigt. Wir richten aber eben im Vertrauen, daß die weiteste jüdische Oeffentlichkeit unser Wirken mit Befriedigung aufnehmen wird, an alle Frauen und Männer der Wiener Judenschaft die Bitte: Gedenket stets, in Leid und Freud der „Einhei t"! Sederabende im Allgemeinen Krankenhaus. Wie alljährlich, wurden auch heuer im Allgemeinen Krankenhause Sederabende veranstaltet. Es dürfte vielen unbekannt sein, daß sich dort ein kleiner, netter Tempel, erhalten von der Kultusgemeinde, und eine rituelle Küche des „Vereines zur Unterstützung armer, kranker Israeliten" befindet, welche das gute und reichliche Mahl hergestellt hat. Den Gottesdienst leitete Herr Dr. Ludwig Riesz. Sodann gab er den Sedei. jedes Wort ins Deutsche übersetzt und erklärt, von vielen schwerkranken Patienten, Blinden und Lahmen, mit bewegter Stimme mitgebetet. Im festlich beleuchteten Tempel wurde der Tisch von der Präsidentin des „Vereines Krankenbesuch" (Bikur Chaulim) Frau Irma Rosenberg gedeckt und das Essen serviert. Unter vielen Dankes- und Segenswünschen der Männer und Frauen ging das schöne Fest zu Ende. Vorlesungen am Wiener Bethamidrasch. II.. Tempelgasse 3. Samstag, den 28. April, 4 bis 5 Uhr: Lektor Doktor Rabbiner S. Rubin: Das Sittengesetz in der Bibel. Sonntag, den 29. April, 5 bis 6 Uhr: Rabb. Lektor Dr. S. Gelb haus: Mechilta: 6 bis 7 Uhr: Rabb. Lektor Dr. S. Rubin: Pirke Aboth. Montag, den 30. April, 6 bis 7 Uhr: Lektor. Dr. Rabb. S. Rubin: Religionsphilosophie: 7 bis 8 Uhr: Professor Dr. S. Krauß: Jüdische Geschichte, Dienstag, den I. Mai. 6 bis 7 Uhr: Prof: Dr. S. Krauß: Jüdische Geschichte: 7 bis 8 Uhr: Dr. Rabbiner Lektor Gelbhaus: Propheten. Mittwoch, den 2. Mai, 6 bis 7 Uhr: Rabbiner Lektor Doktor Gelb haus: Propheten: 7 bis 8 Uhr: Rabbiner. Dr. Lektor Rubin: Talmud Specification (Schinui im talmudischen und römischen Rechte). Donnerstag, den 3. Mai, <S bis 7 Uhr: Hofrat Rektor Prof. Dr. Schwarz: Mischna: 7 ois S Uhr: Lektor Dr. Rabbiner Gclbhaus; Sentenzen des Rabbi Nathan.

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