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Die Wahrheit · 1928-04-27 · Heft 17 (27.4.1928) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 17 (27.4.1928)
Date
1928-04-27
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 iiinmimiumiiiiimiiimiiiiimiiiiimniiiiiiuiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiih DIE WAHRHEIT Die zweite Generalversammlung der Organisation „Hitachduth Jereim". Sonntag, den 8. April, fand die zweite Generalversammlung der „Hitachduth Jereim" (Vereinigung thoragesetzestreuer ost1ändischer Juden) in Wien IL, Heinestraße 30/15. statt. Das Lokal des Ausspeisungsvereines „Seudath Sabbat" in der Malzgasse, in welchem die Versammlung abgehalten wurde, konnte die massenhaft erschienenen Mitglieder nicht fassen. Nach Eröffnung der Generalversammlung seitens des Obmannes des Vorstandes, Herrn Rabbiner Abraham Heschel, erfolgten die Begrüßungen der Vertreter sämtlicher in Wien wohnender Großrabbiner (Czortkow, Husiatyn, Kopyczynce, Sadagora und Storozynec). Hierauf ergriff Herr Samuel Nüssenba um das Wort. Redner gab einen Ueberblick über die bisherige Entwicklung der Organisation und hob die große Bedeutung derselben für das Wiener religiöse Judentum hervor. Herr Vizepräsident Markus Hornstein schilderte in anschaulicher Weise die starke Behinderung der religiösen Entwicklung der ostländischen Judenschaft in Wien, welche besonders unter dem Mangel eines verläßlichen, ihren Anforderungen entsprechenden Ritualaufsichtsapparates, aber auch unter anderen Hemmungen leidet, und gab ein düsteres Bild der religiösen Not eines ansehnlichen Teiles der Wiener jüdischen Gemeinde, der sich geradezu in seiner Existenz bedroht sieht. Er beschäftigte sich sodann mit Erziehungsfragen, um die es besonders arg bestellt ist. Die ostländische Judenheit in Wien kann infolge ihrer ungünstigen materiellen Lage aus eigenen Mitteln eine gedeihliche Jugenderziehung nicht betreiben, und die Kultusgemeinde leistet für dieselbe eine wenig zulängliche Unterstützung. Die Schulinstitutionen der thoragesetzestreuen ostländischen Juden in Wien leiden unter großem Raummangel. Hunderte Kinder müssen in Kellerräumen unter unhygienischen Bedingungen unterrichtet werden. Schließlich brachte Redner noch das Wahlgesetz der Wiener jüdischen Gemeinde zur Sprache, das den fremdländischen Juden wohl das aktive, aber nicht das passive Wahlrecht gewährt. In Deutschland und in anderen Staaten besitzt jedes Gemeindemitglied ohne Rücksicht auf seine Staatsbürgerschaft sowohl das aktive wie das passive Wahlrecht. Die beifällig aufgenommenen Ausführungen des Redners wurden in einer Resolution niedergelegt und der neugewählte Vorstand mit der praktischen Verwirklichung der drei Hauptforderungen, die Herr Hornstein erhob, beauftragt. Besonderen Nachdruck legten die Mitglieder auf die Forderung des passiven Wahlrechtes. Als Vertreter der Kultusgemeinde begrüßte Herr Kommerzialrat Max Markus die Versammelten und gab der Versicherung Ausdruck, daß er für die gerechten Forderungen der Hitachduth Jereim beim Kultusvorstand eintreten werde. Sodann begrüßte Kultusvorsteher Herr Wolf Pappenheim namens der Agudas Jisroel die Generalversammlung. Auch Herr Pappenheim versprach, die Ziele der Vereinigung zu unterstützen, und wünschte der. Vereinigung, deren Tätigkeit nicht genug hoch einzuschätzen ist, eine gedeihliche Entwicklung. Hernach . erstattete Schriftführer Abraham S c h a p i r a den Rechenschaftsbericht, und wies zahlenmäßig nach, mit welch treuer Anhänglichkeit die bisherigen Mitglieder der Organisation ergeben sind. Es ist eine energische Aktion zur Erfassung weiterer thoratreuer Juden als Mitglieder^ im Zuge und ist berechtigte Hoffnung vorhanden, bis zu Ende dieses Kalenderjahres die Mitgliederzahl auf 2000 zu erhöhen. Nach Erteilung des Absolutoriums und der Wahl des neuen Vorstandes schloß Obmann Rabbiner Heschel" die Versammlung unter begeisterten Ovationen. SEMMERING Pension HlrStfl, Fürstenhof SVCHT eine Wirtschaftsfrau, welche die selbständige Leitung eines größeren Betriebes in streng rituell-wirtschaftlicher Hinsicht übernehmen könnte. 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