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Die Wahrheit · 1928-04-27 · Heft 17 (27.4.1928) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 17 (27.4.1928)
Date
1928-04-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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ÖÜfc WAHRHEIT jninnniiiflM^ Seite 9 Jlmtlicke llerlaidlarungen (LtUmdüi^^ Erneuerung des Mietverhältnisses der Tenipelsitze in den Gemeindebethäusern Stadt und Leopoldstadt. Die Inhaber von Sitzplätzen in den Gemeindebethäusern Stadt und Leopoldstadt werden ersucht, die Erneuerung der Sitze bis 15. Mai 1. J. bei der Hauptkassa der Kultusgemeinde während der täglichen Amtsstunden von 9 bis 1 Uhr vorzunehmen oder sich zu diesem Behufe der ihnen übermittelten Posterlagscheine zu bedienen. — Die bis längstens 31. Mai d. .1. nicht bezahlten Sitzplätze gelangen ohne weitere Verständigung zur Weitervermietung und kann eine weitere Reklamation nicht berücksichtigt werden. Dem Inhaber eines Tempelsitzes steht, im Falle er den Bezug des Sitzes aufläßt, keine Ingerenz bezüglich der Weitervergebung desselben zu. — Betsitzkarten sind bei der Hauptkassa der Kultusgemeinde, Wien I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, während der Amtsstunden erhältlich. * * * Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde. Die Bibliothek wurde im Monate Februar von 1114 Lesern besucht, die 2260 Werke, bzw. 3643 Bände benützten. Entlehnt wurden an 163 Personen 236 Werke in 327 Bänden, zurückgestellt 200 Werke, bzw. 280 Bände. Im Berichtsmonat hat die Bibliothek 114 Werke neu erworben. Im Monate März wurde die Bibliothek von 919 Lesern besucht, die 1759 Werke, bzw. 2912 Bände benützten. Entlehnt wurden an 157 Personen 237 Werke in 308 Bänden, zurückgestellt 169 Werke, bzw. 257 Bände. Im Monate März hat die Bibliothek 84 Werke neu erworben. * Matrikenbericht für den Monat März 1928. Beim Matrikenamte der Israelitischen Kultusgemeinde gelangten im Monate März zur Eintragung: 128 Geburten, 296 Sterbefälle, 85 Austritte aus der israelitischen Religionsgesellschaft und 17 Eintritte ins Judentum. * Konfirmation der Mädchen im Jahre 1928. Die Konfirmation der Mädchen findet im Jahre 1928 im S t a d 11 e m p e 1, Wien I., Seitenstettengasse 4, am Donnerstag, den 7. Juni 1928, um 10 Uhr vormittags und im Leopoldstädter Tempel, Wien IL, Tempelgasse 5, am Sonntag, den 3. Juni 1928, statt. Die Konfirmation der Mädchen in den übrigen Gemeinde-Synagogen wird später bekanntgegeben werden. UhMcitaivom^ Die Wiener Juden und der 15. Juli. Das Budapester Blatt „P e s t i N a p 1 o" hat am S. April einen angeblich vom österreichischen Bundespräsidenten Dr. H a i n i s c h verfaßten Artikel veröffentlicht, in welchem gesagt wurde, es bestehe „ein halb moralischer, halb politischer Kampf zwischen dem Lande und seiner Hauptstadt. Die Arbeiterschaft und ein großer Teil der Wiener jüdischen Bevölkerung sind links orientiert, während die große Mehrheit der Bevölkerung des Landes die christlichsoziale Partei unterstützt. Die traurige und blutige Episode des vorigen Sommers hat die Folgen dieser Orientierung Wiens genügend gezeigt." Das Bekanntwerden dieser angeblichen Aeußerung des Bundespräsidenten, der den Juden stets freundschaftlich gegenüberstand, hat in Wien großes Aufsehen erregt. Nunmehr hat die österreichische Regierung im Wege der „Politischen K o r r e s p o nd e n z" erklären lassen, daß die Aeußerungen des Bundespräsidenten ungenau und vielfach „vollkommen unrichtig'' wiedergegeben worden sind. Mit solchen Mitteln arbeitet die ungarische antisemitische Presse! Umwandlung Palästinas in einen britischen Teilstaat. Im Verlage der englischen Arbeiterpartei ist unter dem Titel „Das siebente Dominium" ein Buch über den Zionismus erschienen, dessen Verfasser der bekannte Zionistenfreund Wedgewood, der Arbeiterführer und Minister im Kabinett Macdonald, ist. Wedgewoed stellt vor allem fest, daß England als Träger des Palästinamandats verpflichtet ist, den Aufbau de« jüdischen Palästina materiell und moralisch zu fördern. Die englische Verwaltung darf nicht, wie bisher, untätig mit ansehen, wie sich die Juden unter den schwersten Verhältnissen abrackern und englische Beamte ihnen noch Hindernisse bereiten. England als Mandatarmacht hat die Pflicht, seine Macht, seinen Einfluß und seinen Kredit in den Dienst der Sache des Aufbaues zu stellen. So legt Wedgewood die Pflicht Englands fest. Dann aber spricht er vom Rechte Englands und wirft die Frage auf: Soll England das jüdische Palästina aufbauen auf die Gefahr hin, daß dieses mit seiner Hilfe geschaffene politische Gebilde von dritter Seite benützt werden kann, um England in seinen Stellungen in Asien und Afrika zu bedrohen? Wie kann eine Garantie geschaffen werden, daß dieses jüdische Palästina, auf einem für das britische Reich so lebenswichtigen Punkte gelegen, nicht in den Dienst der Feinde gerät oder sich in diesen Dienst begibt? Wedgewood gibt dazu die Antwort: Palästina muß ein Bestandteil des britischen Reiches werden, ein Teilstaat des britischen Imperiums, das siebente Dominium. Die zionistischen Blätter sind über diese Forderung, die noch dazu ein warmer Freund ihrer Bewegung aufgestellt hat, ganz außer sich. Wrenn man aber die Entwicklung Palästinas seit seiner Uebernahme durch die englische Mandatarmacht mit objektiver Ruhe überblickt, erscheint die logische Konsequenz, die aus dem Postulat des britischen Politikers spricht, gar nicht so absurd, wenn sie auch für uns Juden sicherlich schmerzlich ist. Aber es gab auch viele unter uns, die vom Anfang an einen solchen Fortgang der Dinge voraussahen, sie wurden immer „Verräter" genannt, und nun hat gar ein Anhänger der zionistischen Sache gleich JIHIIlllllllllHIIIIIHUIIIlBIUIIIIIv Bolllnger-Eiskasfen sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien XV., Staglgasse Nr. 10, Telephon B 38-4-19 Filiale: VII., Burggasse Nr. 17, Telephon B 32-3-80 j......---------.--------------------------- 5! Herren- und Damenkleider j j ■; nach Mafl sowie fertig lagernd, nur Qualitätsware, billigste Preise. Even-; S tuelle langfristige, bis zu einem Jahre währende Zahlungserleichterungen 5 5 Kleider-Erzengnngs-Union, Wien VI., Kaserneng. 6 ■ Telephon 2-15 :..___________.„„„.-....„.....>„„.......«...——.....—-.—.-——»*

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