Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 13 (30.3.1928)
- Date
- 1928-03-30
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 10 3iniiftiiiiuiiuiuiiiiiiiuifiiiiiifiiiiiiii]fiimifiiuiimifiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim die WAHRHEll Ißakvkeikit vcn%1acje> Ein verspätetes Bekenntnis. Bei der letzten, am Donnerstag, den 22. März 1. J., im Gcmeinaerat Graz abgehaltenen Wechselnde über die Wohnungsanforderungen jn den Grazer Gasthöfen, ergriff .auch der-deutsch völkisch gesinnte frühere Bürgermeister und derzeitige Bürgermeisterstellvertrefcr Phm. Mag. Adolf F i z i a das Wort und sagte unter anderem folgende bemerkenswerte Worte: „Die Auffassung der Sozialdemokraten in bezug auf das Mietengesetz erinnere ihn an die Zeit des Radauantisemitismus. Damals sei vor allem ,dar .lud' schuld gewesen." So wörtlich auch in der „Grazer Tagespost" vom 23. März 1928, Seite 7, Spalte 4, unten zu lesen. Ein allerdings verspätetes, aber immerhin bemerkenswertes Bekenntnis eines deutsch völkischen Führers. Was wohl die Herde zu ihrem Hilten sagen wird! Bei .(Leipzig) über das Rücken." ma tischer Seilschaft, glossiert, A.: B.: C: Die Rassenreinen. der Mitteldeutschen Verlags-Gesellschaft m. b. H. veröffentlicht Max Bau mann ein Buch: „Hui, eins Auge. Hui, eins über den Schädel. Hui. eins über den Aus der amüsanten Sammlung, die in epigram- Form Menschheit, Leben, Weltanschauung, die Ge¬ Kunst, Literatur, Kultur, Geschichte. Staat usw. sei als Muster nachstehendes Epigramm aufgeführt: „Das geht zu weit. Unmöglich kann man alle ausschließen wahllos. Unterschied muß sein. Man muß sich überführ'n von Fall zu Falle, ob wer in uns sich ehrlich fand hinein. Wer sich bekennt zu Christus beispielsweise, muß zugelassen sein zu unser'm Kreise." — „Ich protestiere, daß man los sich kaufe — denn mir kommt's einzig auf die Rasse an — durch eine (meist noch äußerliche) Taufe von dem mit Fug und Recht verhängten Bann Für den Herrn Vorredner wär' solches freilich, da er selbst d'runtej fiele, unerfreulich." „Siu hätten, mein verehrter Herr Kollege, vielleicht hier Grund, nicht allzu scharf zu sein. Denn, wenn ich Sie auf Ihre Waage lege, welch* merkwürdiges Ergebnis stellt sich ein! Sie wissen's nicht? So lassen Sie sich's sagen: Ihr Großvater hat Löckchen noch getragen. — Wie? Was? Audi meiner? Welche Schnüffelei! Gesetzt indes, ich ließ' es unbestritten: Ich zähle zu diem Waizen, nicht zur Spreu und bin treudeutsch, da muß ich doch schon bitten. Und überhaupt: kommt erst der Judenriecher, wer, meine Herr'n, ist dann von uns noch sicher?" Bolschewistischer Kampf gegen die jüdischen Lehre« Die jüdische Sektion der kommunistischen Parteileitung in der Sowjetukrai ne hat sich in einer besonderen Sitzung mit Maßnahmen befaßt, die gegen die „wachsende r e 1 i g i ös - k l'e r i k-aJe Bewegung" in der jüdischen Bevölkerung ergriffen werden sollen. In der Sitzung wurde festgestellt, daß die „Aktivität" der Rabbiner und Prediger zunimmt ebenso die Zahl der jüdischen religiösen Gemeinden. Dies zeigten die Tendenzen, Funktionen zu übernehmen, die in das Gebiet der sozialen Fürsorge fallen. Immer häufiger werden in jüdischen' Kreisen Versuche gemacht, die Erziehung der Kinder auf religiöser Grundlage durchzuführen. Demgegenüber hat die kommunistische Sektion eine Verstärkung der antireligiösen Propaganda unter den Juden beschlossen. Jüdische Arbeiter und Handwerker, ganz besonders aber die Jugend, sollen in breitestem Maße für die von der Partei protegierte „Organisation der Gottlosen" gewonnen werden. Auch die Verbreitung entsprechender Literatur in jiddischer Sprache und die Ausbildung von Propagandistein ist in Aussicht genommen. Das Hauptaugenmerk soll übrigens auf die „Aufklärungsarbeit" unter den Frauen (!) gerichtet werden. Polnische Studenten gegen jüdische Waisenkinder. Während der im Zusammenhang mit den polnischen Wahlen erfolgten mehrtägigen Exzesse der antisemitischen Studentenschaft L e m b e r g s wurde von den Exzedenten ein brutaler Angriff gegen das jüdische W a i s e n h a u s ausgeführt. Abends, als die Waisenkinder bereits in ihren Betten lagen, wurde das Haus umzingelt und längere Zeit mit Steinen bombardiert. Alle Fensterscheiben wurden zertrümmert. Die Waisenkinder m ußten die ganze N a c h t s c h 1 a f 1 o s i >n d >e n kalt en Räumen zubringen. Unter der jüdischen Bevölkerung Lembergs hat diese Barbarentat große Empörung ausgelöst. Die jüdisch-polnische Tageszeitung „C h w i 1 a" hat eine G e 1 d s a m m 1 u n g zur Wiederherstellung des beschädigten W a i s e n h a u s e s c i n g c I e i t e t. Wodurch England groß wurde. Der Londoner „Daily Express" wendet sich in einem Leitartikel gegen die Gründung eines Verbandes in Ungarn, genannt „Blutbrüderschaft des apostolischen Kreuzes" und bedauert, daß Ungarn auch auf der Liste derjenigen Nationen stehe, die den Antisemitismus zulassen. Derartige Bestrebungen seien immer verderblich gewesen. Wenn England heute sowohl hinsichtlich des Wohlstandes als auch in der Handhabung politischer Rechte so viel Fortschritte gemacht hat. so sei dies deshalb, weil es bereits seit Generationen mit den Juden seinen Frieden geschlossen hat. Palästinensisches Einreiseverbot für Schwarzbard. Vom Einwanderungsdepartement der Palästina-Regierung wurde Schalom Schwarzbard die E'inrecseerlaubnis verweigert, weil sein Gesuchdem Einwanderungsreglement nicht entsprach. Jeder Einwanderer muß entweder im Besitze gewisser Mittel sein oder er muß nachweisen können, daß er von einem Arbeitgeber als Spezialist angefordert worden ist. Schwarzbard konnte weder das eine noch das andere nachweisen. Der Waad Leumi (Nationalrat der Juden Palästinas) hat sich an den Oberkommissär für Palästina, Feldmarschall Lord P1 u m e r, mit dem Ersuchen gewendet, Schalom Schwarzbard ein Visu m zu gewähren, das ihn in die Lage versetzen solle, sich in Palästina seßhaft zu machen. Oberkommissär Lord Pliimcr hat das Gesuch des Waad Leumi wegen Einreisebewilligung für Schalom Schwarzbard abschlägig beschieden und dabei die oben mitgeteilten Gründe, daß Schwarzbard laut seinem Gesuche den Einwanderungsvorschriften nicht entsprach, wiederholt. Wie die I. T. A. in Jerusalem erfährt, liegt der wahre Grund des abschlägigen Bescheides nicht in formellen Fehlern, sondern darin, daß die Regierungskreise befürchten, Schwarzbards Ankunft in Palästina könne eine unruhige Stimmung schaffen. Nach einiger Zeit, wenn der Schwarzbard-Prozeß an Aktualität eingebüßt haben wird, wird der Seßhaftmachung Schwarzbards in : nrun np^-n msab ■ sowie sonst in der Wirtschaft p verwendet ausschließlich I fpiedmanns Menorah - Kerzen ■ Wien II., Praterstraße 66 - Telephon R 40-8-17 ■ denn Ihr helfet damit beim Wiederaufbau unseres heiligen ■ Landes yiErez Israel" Man verlange Menorah-Kerzen mit Keren - Kajemeth - Marken, welche die Fabrik aus Eigenem bestreitet und die Kerzen im Preise dennoch nicht erhöhen. Wir bringen auch Menorah- Jahrzeitlichter mit garantiert 24 stündiger tadelloser Brenndauer in Verkehr und bitten Jahrzeitlichter mit der ges. gesch. Menorah-Marke zu verlangen. Wm Ges. gesch. Marke?,