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Die Wahrheit · 1928-03-23 · Heft 12 (23.3.1928) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 12 (23.3.1928)
Date
1928-03-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 iiiiiinirmimmiiimimiiiiiiiiiiiHiii iDiiiüiiiiiiiiuuiitiiiiinuiiiiiiiHiiiiinHiiinimiuiiiiiJiiiHMUiiiiiiii die WAHRffEIl Uebefsetzer war Liepman Moses Büschen.thal; die Uebersetzung erschien im Jahre 1817 in der Berliner Zeitschrift ..Jedidja". Eine größere Auswahl SchMlerscher Gedichte in sehr schöner Uebersetzung veröffentlichte Dr. Meir-Halewi Letteris aus Przemysl in Galäzien, Wie« 1852. Letteris, der sich -als. Lyriker einen guten' Namen, gemacht, lieferte (1862) auch eine Uebersetzung vom Faust I. Teil, die damals zu einer weitläufigen Polemik Anlaß gab, .Mathias Simcha Rabener aus Lemberg. Schuldirektor in Jassy, hatte zur Zentenarfeier von Schillers Geburtstag (1859) ebenfalls eine Auswahl von dessen Gedichte ins Hebräische übertragen, die aber erst 1862 in Czernowitz herauskam und sechs Jahre nachher in Jassy in vermehrter Auflage erschien. Das war vielleicht der einzige Fall, daß Schilers hundertster Geburtstag von Niditdeutschen weit unten in „Halbasien" derart gefeiert wurde. Außerdem seien von einzelnen Gedichten wenigstens folgende Übersetzungen angeführt: Elegie auf den Tod eines Jünglings. Uebersetzt von M. E. Stern, 1847. Die Kindesmörderin. Uebersetzt von Daniel Ehrmann. 1864; und von Nathan Samuely, 1867. Letztere Uebersetzung ist ein wahres Meisterwerk. An den Frühling. Uebersetzt von Ghajim Ga r.- f unkel. 1850. E1 y s i u m. Uebersetzt von Selig Allerhand aus Zurawno, Galizicn, 1852. An die Freude. Uebersetzt (zum zweitenmal) von Baruch Schönfeld, 1825. D i e I d e a 1 e, von J. L. L a n d a u, Krakau, 1895. R e s i g n :i t i o il Uebersetzt von I. B r ü s t i g e r, Lemberg, 1884, und von Konstantin A. Schapira, 1886. Eine dritte Uebersetzung erschien in Warschau 1885. Die Zerstörung von Troja. Uebersetzt von Michah Josef Lebensohn, Wilna, 1849. Sehnsucht. Uebersetzt von Nathan Meiler, 1862. Der P i 1 g r i m. Uebersetzt von Moses S c h u 1 b a u in, 1862, und von Hermann Mayer, 1866. Der Jüngling am Bache. Uebersetzt von Jacob Weidinger, 1856, und von M. Schulbaum, 1864. B e r g 1 i e d. Uebersetzt von M. Schulbaum, 1862. Der Ring des Polvkrates. Uebersetzt von M. E. Stern, 1851. Hero und Leander. Uebersetzt von David R apoport Lemberg, 1852. Die Bürgschaft. Uebersetzt von Isaak Kandia, Warschau. 1829, und von I. S., Lemberg, 1852. Der Taucher. Uebersetzt von Israel Ra 11, Jaroslaw, Galizien, 1847. Der Handschuh. Uebersetzt von Louis L e w i n, Berlin, 1862. Die Teilung der Erde. Uebersetzt von Hirsch Bauer, 1824. Das Mädchen aus der Fremde. Uebersetzt von David Rapoport, Lemberg, 1851. Das Lied von der Glocke. Uebersetzt (bruchstückweise) von Salpmon Jehudah Rapoport, 1820 und 1826, von Simon Bacher, 1847, von I. L. Gordon, von Salomon Pundi, 1856. (Außerdem von Letteris und Rabener in den oben erwähnten Sammlungen). Hoffnung. Uebersetzt von Issacher Ber Schlesinger, 1826, und von Leon Adler, 1848, Die Worte des Glaubens. Uebersetzt von Hirsch Bauer, 1824. * (Schluß folgt.) Aus dem Kapitel Neila. Von Alme Palliere. Der verdienstvolle Heine-Bund (eine jüdische Buchgemeinde), Berlin W 9. Linkstraße 39, hat jüngst das berühmte Bekenntnisbuch . Ahne Paüieres „Das unbekannte Heiligtum" in deutscher Uebersetzung herausgebracht. Palliere, ein ehemaliger katholischer Priester-Aspirant, ist bekanntlich zum Judentum übergetreten. Nachstehend die ergreifende Schilderung eines Jörn Kippur in Lyon, das erste jüdische Erlebnis des frommen Katholiken Palliere. An einem Herbstdonnerstag, ich verbrachte gerade meine Ferien in Lyon, ging ich mit einem Kameraden über den ■ Tilsit-Quai, wo die Synagoge steht. Wir hatten bemerkt, daß viele Läden an diesem Tage geschlossen blieben. Mein Begleiter hatte sagen hören, daß dies das große Fest der Juden wäre, und er schlug mir vor, in den Tempel hineinzugehen. Ich war einverstanden, wenn auch nicht ohne Zögern. Allein hatte ich es niemals getan, denn der fromme Katholik versagt sich das Betreten eines Gotteshauses Andersgläubig^"-, ^och weniger darf er dort irgendeiner gottesdienstlichen Handlung beiwohnen. Die Synagoge war ganz voll. Alle Anwesenden standen schweigend da. Nachträglich hatte ich verstanden, daß ich gerade zu Beginn des Neila-Gebetes von Jörn Kippur gekommen war. Ich will versuchen, den Eindruck des Schauspiels zu zergliedern, das sich meinen Augen darbot. Es war solcher Art, daß von diesem einzigen Augenblick mein ganzes Leben abhängen sollte. Ja, das mag unerklärlich scheinen und ist für mich ein unerforschliches Rätsel, aber alle meine Zukunftspläne sollten dadurch erschüttert und zum Schluß vernichtet werden. Ich war dabei, in einer Richtung fortgerissen zu werden, die meinen entrüsteten Widerspruch hervorgerufen hätte, wenn, man mich in jenem Augenblick sie würde haben erkennen lassen. Es war in mir weder Ueberlegung "noch Nachdenken irgendwelcher Art. Noch lange Zeit hindurch sollte die in mir vorgehende Aenderung sich nach außen hin auf keine Weise kundgeben. Und doch hat alles damals begonnen. So geschieht es, daß ein Reisender, der an einer Straßenkreuzung aus Unachtsamkeit einen Weg einschlägt, der dem gewollten scheinbar parallel läuft, nach längerer Zeit merkt, daß er ungeheuer weit von dem Punkt entfernt ist, zu dem er strebte. Habe ich etwa bei diesem denkwürdigen Vorkommnis ein starkes und entscheidendes religiöses Erlebnis gehabt? Keineswegs. Alrjbnnse Rati^bonne, Weltmann und Skeptiker, der einige Augenblicke allein in der Kirche Sant Andraea delle Fratte in Rom verblieben ist, verläßt sie infolge einer geheimnisvollen, inneren Vision als ein zum Katholizismus Bekehrter. Der jüdische Musiker Hermann, der in einer Pariser Kirche zur Vesper einen befreundeten Organisten vertritt, wirft sich plötzlich auf die Knie. Er erhebt sich wieder, als Katholik und .wird zum Pater Hermann. Das sind Tatsachen, über deren Natur man streiten kann, die jedenfalls keine Bekehrungen von Juden sind, sondern Bekehrungen von Seelen mit unbewußten religiösen Bedürfnissen, die man nicht befriedigt hatte. Ueberwältigt. hingerissen, geben sie sich ganz der ersten Offenbarung hin, die ihnen zuteil wird. Aber bei einer religiösen Natur, deren Frömmigkeit sich gewohnheitsmäßig in vorgeschriebener Form äußert, können solche Gemütsbewegungen ohne ein gleiches Ergebnis eintreten. Ich selbst habe gewiß einen außerordentlichen Eindruck empfangen, als ich zum erstenmal dem Freitagsgottes- MÖBELFABRIK SIGM. WIEN, 2. BEZ., PRA TERSTRASSE NR. 30 Reiche Auswahl solid gearbeiteter Möbel zu billigsten Preisen Atelier fSr Innendekoration stets große Auswahl von Möbeln aller Stilarten In Jeder Preislage. FERNSPRE CH-NUM M E R r45-1-91 P P EN HEI M

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