Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1928-03-09 · Heft 10 (9.3.1928) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 10 (9.3.1928)
Date
1928-03-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3062972-3064248-3064258--16116-3088848
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

^>eite 10 DIE WAHßHEIl Elternhaus wegen einer Liebelei. Sie wird mehrere Tage von dem Gemeindeaufseher von Wieliczka verborgen gehalten, dann in das Kloster der Felicianerinnen gebracht. Die Herausgabe an die Eltern wird verweigert, obwohl hier sogar der Fürsterzbischof dem Vatier ein Schreiben an die Oberin mitgibt Rochme Weiß wird erst am 4. Februar 1901 aus dem Kloster entlassen. Esther Weiser in Szczucina ist fünfzehn Jahre alt und entflieht gleichfalls wegen einer Liebelei dem Elternhaus. Endstation: das Kloster der Felicianerinnen in Krakau. Feigel Siegeltuch in Dobzcyce, fünfzehn Jahre alt, Blime Kornreich in Mala, vierzehn Jahre alt, Szalka Sobel in Podgorze, siebzehn Jahre. Deborath Sattler, fünfzehn Jahre, sind die nächsten;, deren Lebensweg ins Feiicianerinnenkloster führt Bemerkenswert ist der Fall Sattler, weil er ein Beispiel tatkräftiger Selbsthilfe ist Die Mutter kommt ins Kloster; man läßt sie nicht ein und die Tochter nicht aus. Da beginnen beide Lärm zu schlagen. Die Mutter tobt vor der Klosterpforte, die Tochter jammert und schreit im Kloster. Die Nonnen wollen den Skandal vermeiden und so wird das Mädchen freigegeben. Ein Mädchen, Gelb, war aus dem Kloster der Felicianerinnen entflohen und erzählte einer Frau, daß in demselben Kloster zwei andere Mädchen, Lea Altmann und Franja Ledermann, seien, welche herausmöchten und sich nicht befreien können. (Schluß folgt.) — B^=l ,l)nlon deufsctiösterreichischer Juden' Mitgliedschaft Innere Stadt. I!l ■ E1MLADUNQ Hl Die infolge Verhinderung des Referenten abgesagte 1 VraElNS-VERSiMlILUNG III findet Donnerstag, den 22. März, V28 Uhr abends im III Großen Saale des Cafe Silier (Souterrain) I. Schweden- ■ platz, statt. Iii Tagesordnung: II 1. Regierungsrat Dr. Hermann Oppenheim: JJ (Mitglied des Vertreterkollegiums und Finanz- III referent der Wiener Kultusgemeinde): II „Das Budget der Wiener Kultus- || gemeinde f ür das Jahr 1928." ■ 2. Diskussion. III Von Mitgliedern eingeführte Gäste, auch Damen, II herzlichst willkommen. Jj „Union deutschösterreichischer Juden" In Der Präsident: Dr. Jakob Ornstein II Mitgliedschaft I. der „Union" ____Der Obmann? Dr. Oskar Hein. •«=■^=■^=■^=■^=■^=■^=8 J „UNION DEUTSCHÖSTERREICHISCHER JUDEN" _Ortsgruppe Floridsdorf. Einlaci un<yzu der am Montag, den 26. März 1928. präzise HS Uhr abends, im Hotel „Goldener Engel", XXL, Am Spitz 3, stattfindenden Ortsgruppen Versammlung Tagesordnung: Aktuelles aus der Wiener Kultusgemeinde. Referate erstattet vom Vizepräsidenten der Kultusgemeinde Dr. Jakob Ornstein und Kultusvorsteher Emil Engel. Anschließend Diskussion. Von Mitgliedern eingeführte Gäste, auch Damen, herzlichst willkommen. „Union deutschösterreichischer Juden": Präsident J. Ornstein. Ortsgruppe Floridsdorf der „Union": Obmann Dr. Julius G r ü n w a 1 d. tCtaJuhutmrcm%cfe Lasset die Toten ruhen! Im Salzburger „Eisernen Besen" veröffentlichte der Heroldsamtmann des deutschen Tannenberg-Bundes Süd, Major a. D. H. B a u m a n h, einen „Offenen Brief" an den „Centrai-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens", in dem er unter Benutzung einer antisemitischen „Kriegsstatistik" Alfred Roths die Behauptung aufstellt, die deutschen Juden hätten im Weltkriege höchstens 4797 Tote verloren; die von jüdischer Seite verbreitete Zahl von 12.000 Gefallenen sei eine absichtlich verbreitete Unwahrheit. Der Centrai-Verein schreibt dazu: Es ist müßig, mit Völkischen, die eines Besseren nicht belehrt sein wollen, über diese Frage zu streiten. Eine wirklich hieb- und stichfeste Statistik konnte erst nach dem Kriege und nicht nach dem Material bis zu 1917, das Alfred Roth benutzt hat, niedergelegt werden. Die sorgfältig durchgeführte Gefallenenzählung des Ausschusses für jüdische Kriegsstatistik, die von so verantwortungsvollen Gelehrten wie Silber gleit, Segall, Oppenheimer u. a. anerkannt und durchgeführt ist, ergibt nach peinlich genau bearbeitetem Material die Summe von rund 1 2.000 Gefallenen. Wir besitzen jetzt sogar eine gedruckte württembergische Kriegsstatistik, herausgegeben vom Landesverband Württemberg des Centraivereins, in der namentlich 270 gefallene jüdische Soldaten aufgeführt werden, während Segall nur 210 angab. Ein schlagender Beweis für jeden gerecht Denkenden, daß die Segallsche Statistik die Gefallenenziffer eher zu niedrig als zu hoch ansetzt. Mit diesen Feststellungen lassen wir es genug sein. Es ist nur verwunderlich, daß immer wieder von jener Seite, die sich nicht genug tun kann, bei jeder Gelegenheit von den Heldentaten der deutschen Soldaten im Kriege zu sprechen, der Versuch gemacht wird, dabei die Blutopfer der Deutschen jüdischen Glaubens tendenziös herunterzudrücken. Die einsichtigen Völkischen sollten endlich einmal die Gräber der Toten in Ruhe lassen und, statt die Hinterbliebenen der judischen Gefallenen stets aufs neue durch Verdächtigungen in ihren heiligsten Gefühlen zu kränken, sich nützlicheren Dingen endgültig zuwenden. Die „Deutsche Studentenschaft" existiert überhaupt nicht In einer von der Ortsgruppe I der Bürgerlichdemokratischen Partei veranstalteten Versammlung berichtete der Vorsitzende der Deutsch-demokratischen Hochschülervereinigung Heinz Braun über die Sogenannte ..Deutsche Studentenschaft". Redner führte u.a. aus: Die Clique, die sich Amtscharakter anmaßt, wurde bisher von allen wenigstens für einen Verein gehalten. Nun stellt sich heraus, daß auch das nicht stimmt. Ein Verein „Deutsche Studentenschaft" ist, wie die sozialdemokratische Studentenvereinigung aus den Amtsprotokollen des Magistrats einwandfrei konstatieren konnte, bisher überhaupt nicht Kemel d e t. Die sozialistischen Hochschüler haben daher die Anzeige auf Grund des § 4 des Vereinsgesetzes und wegen Geheimbündelei im Sinne des Strafgesetzes erstattet. Trotzdem dieser Verein also überhaupt nicht existiert, hat ihn das Rektorat anerkannt und subventioniert einen einzigen Unterausschuß, das sogenannte „Amt für Leibesübungen" (wo in Wirklichkeit Schießübungen abgehalten werden) allein mit 7000 Schilling. Von anderen Vereinen wird die Vorlage ihrer behördlich genehmigten Statuten verlangt: bei der „Deutschen Studentenschaft" ist das offensichtlich unterblieben. Nun kann man begierig sein, ob das Rektorat diesmal einschreiten wird. Der Schriftführer der Deutsch-demokratischen Hochschülervereinigung, Hans Arnstein, brachte Plakate der „Deutschen Studentenschaft" zur Verlesung, die von der Hochschulbehörde nicht beanstandet wurden. In einem dieser Pamphlete wurde erklärt, daß der preußische Kultusminister Dr. Becker die deutsche Studentenschaft auf das sittliche Niveau des Kol Nidre-Gebetes bringen wolle (!). . Nachdem noch Bezirksrat Dr. Koloman Freuder die Studentenschaft der vollen Solidarität mit den Altakademikern versichert hatte, schloß die Versammlung. Relativitätstheorie. Anläßlich seiner Anwesenheit in Paris wurde Professor Albert Einstein in ein vornehmes Haus zum Diner eingeladen. Bei dieser Gelegenheit bat ihn die Hausfrau, ihr die Lehre von der Relativität wenigstens an einem Beispiel zu er- ^if^r^ff^.s fr-caiff^yy <^;^:a^^^g^rrnri

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.