Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 10 (9.3.1928)
- Date
- 1928-03-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite & DIE WAHRHC11 HOTEL „NATIONAL ii TOS Restaurant TOD Wien II., Taborstraße 18 J£!mÜ£» Zentrale Lage, 200Zimmer, fließendes kaltes und warmes Wasser u, Zentralheizung. In allen Zimmern Telephon Unter der bewährten Leitung des •bestbekannten Restaurateurs S. Grüner. Vorzilgl. Wiener, ungarischeu. orientalische (rumänische) Küche. Wienerbräu u. Pilsner Urquell. mäßigen Einstellung (also doch!!) hat ihm großen Tadel hervorgerufen." Das stimmt. Wir denken hier nur an Dr. Werner Mahr holz' Literargeschichte und Literarwissenschaft (Berlin 1923), woselbst es Seite 165 heißt: „Doch zeichnet sie (Sorgeis Neueste Literaturgeschichte) sich, etwa gegenüber den Aufsätzen von Adolf Bartels durch den Willen zur Gerechtigkeit aus, der nun einmal die Voraussetzung ernstzunehmender geschichtlichar Bemühungen bildet. Ist bei Bartels aber die einseitige Haltung bekannt, ein streng wissenschaftlicher Ausspruch also gar nicht vorhanden (von uns gesperrt!), so steht es damit bei der neueren Literaturgeschichte von Koch anders." Auf Seite 12 der Huth'schen Schrift lesen wir: „Er (Floeck) rubriziert ihn (Richard Dehmel) unter die Symbolisten, während Bartels beide (Dehmel und Iilienkron) unter jüdischem Einfluß stehend einordnet, was sicher unrichtig ist." (Von uns gesperrt!) Aus den zahlreichen Beurteilungen (von Seite 15—31). heben wir nur einiges hervor. So schreibt ein Rezensent (Seite 16): „Auch Andersgläubigen gegenüber hat Floeck keine Scheuklappen vor den Augen, sondern erkennt das Gute und Schöne an, wo immer er es findet, auch bei den Juden (vgl. Wassermann), ganz anders als z. B. Bartels, bei dejm für jeden, der auch nur von ferne ein jüdisches Aussehen oder einen jüdischen Namen hat, das Urteil schon gesprochen ist. Wegen dieser Objektivität nach allen Richtungen hin, hat ein ablehnendes Wort von Floeck auch größere Bedeutung, z. B. die mannhafte, scharfe Zurückweisung der ausschließlichen Herrschaft erotischer Probleme, die namentlich durch das Judentum in die Literatur gekommen ist." Hinter „Judentum" erlauben wir uns ein großes Fragezeichen zu setzen. In einer anderen Beurteilung, Seite 26, heißt es: „Wir sind gerade dem Kritiker (Floeck nämlich) aufmerksam nachgegangen und konnten auch nicht einen Fall feststellen (so!?), wo ihn seine Gesinnung zu literarischer Voreingenommenheit verführt hätte." Siehe dagegen die Besprechung (S. 29), worin es unter anderem heißt: „Enige Unebenheiten fallen dennoch auf. Es will mitunter scheinen, als ob der Autor sich bedenklich dem Antisemitismus nähere. So z. B., wenn er „den Prager Juden" Franz Werfel von Grund aus verreißt, dagegen Schriftsteller von der manchmal an die Courths-Mahler reichenden Flachheit eines Walter Bloem u. a. gelten läßt. Gewiß ist bei Werfel vieles anzufechten, aber dann ist die Bloemsche Anerkennung eine — Entgleisung." Professor Huth stellt fest, daß eine Kopie Floecks aus den Bartelschen Werken nicht herauskonstruiert werden, also von einem Plagiat keine Rede sein könne. Dagegen können wir feststellen, daß Bartels sowohl wie Floeck gegen die wichtigste Grundlage aller wissenschaftlichen Forschungen: die Gerechtigkeit verstoßen. Dr. M. Spanier (Magdeburg). Goldenes Doktorjubiläum. In der Vorwoche haben wir auf die feierliche Begehung des 50jährigen Doktorates des allbeliebten Obermedizinalrates Dr. S. Krüger hingewiesen. Diese Feier hat nun unter Anteilnahme der hervorragendsten Repräsentanten der Wissenschaft, der Vertreter von Staat und Stadt und der Korporationen und Vereine der öffentlichen und privaten Wohltätigkeit Sonntag, den 4. d. M., stattgefunden. Punkt 11 Uhr trafen der Rektor der Wiener Universität Professor Doktor P e h a m und der Dekan der medizinischen Fakultät Professor Dr. Arzt ein, welche die Feier jiurch Ueberreichung des erneuerten Doktordiploms und dufch Ansprachen, in welchen sie die Verdienste Dr. Krügers auf wissenschaftlichem und praktisch ärztlichem, sowie sozialem Gebiete hervorhoben, eröffneten. Der Präsident des Wiener medizinischen Doktorkollegiums, Hofrat Dr. Steiner, dankte dem Rektor für die Ehrung des Kollegen. Sodann kam ein Glückwunsch des Bundespräsidenten Dr. Michael H a i n i s c h und ein Schreiben des Stadtrates Prof. Dr. T a n d 1 e r zur Verlesung. Bezirksvorsteher Berdiczower überreichte ein Glückwunschschreiben des Bürgermeisters S e i t z namens der Stadt Wien. Präsident der Kultusgemeinde, Generalstabsarzt Professor Dr. Pick würdigte die Verdienste des Jubilars um das Wohl der jüdischen Armen, besonders der Jugend, durch Schaffung aes clisabeth-rieimes für Lehrmädchen und jugendliche Arbeiterinnen. Sodann sprach Obersanitätsrat Dr. Thenen, Präsident der Wiener Aerztekammer, über Dr. Krüger als Arzt und, Menschenfreund und im Zusammenhang mit dem von ihm initiierten Dianabad als Förderer der Gesundheitspflege und des Sportes in Wien. Hof rat Dr. Alexander Horowitz dankte namens des Präsidiums des D i a n a b a d e s für die langjährigen Verdienste, die sich Dr. Krüger als geistiger Schöpfer und langjähriger Chefarzt des Bades erworben. Die Ernennung Dr. Krügers zum Ehrenmitgliede des Aerztevereines im zweiten bezirke übeibrachten Obermedizinalrat Dr. Berdach und Hofrat Dr. Rapapport. Innige Worte tand die 81jährige bekannte Philantnropin Kegine U 11 m a n n. Kommerzialrat Klernperer, Präsident der Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge, feierte Dr. Krüger als einen der Begründer dieser Vereinigung. Frau Helene Stein überreichte als Vi7epräsidentin des Elisabeth-Heimes eine Urkunde; wonach das Heim seinen Namen in Dr. Krüger-Heim geändert hat. Schriftsteller Jäger erinnerte an Dr. K r ü g e/r s selbstlose Freundschaft und Hilfsaktion für den österreichischen Afrikaforscher Dr. Holub, dem auch durch Doktor Krügers Initiative ein würdiges Denkmal am Zentralfriedhof gesetzt wurde. Für den Lehrkörper der Frauengewerbeschule am Elisabeth-Heim sprach Fr?u- Direktor Wobornik. Nachdem noch eine Reihe weiterer Persönlichkeiten, so Hofrat Prof. Dr. Schnitzler, Prof. Dr. Zappert, Obermedizinalrat Dr. JCronfeld, Primarius Dr. Latzel, Bildhauerin Feodorowna Ries, Frau Regierungsrat Geyling vom Bundesministerium für Handel und Gewerbe, die Witwe des Afrikaforschers Dr. Holub und viele andere persönlich ihre Glückwünsche dargebracht hatten, trug als letzter der siebenjährige Enkel des Jubilars, Heinz, ein launiges Poem vor, in dessen Tendenz wir nur vollkommen einstimmen können; sie lautet: 50 Jahre Doktor sein, mag ja recht verdienstlich sein, 50 Jahre in der Menschen Gunst, das ist eine große Kunst. Jidiscbe Barfenbauunternehmting ^U^jSSStS^^li tieren. — Auskünfte nur Sonntag von?— 6 Uhr. Wien Xf Tl.. Biraghigasse Nr. 55 ■^•/»^■»■»••»•«»«««*»«««»fpaM>iaaa»f|a>t Krankenunterstützungs-Verein „Bikur Chaulim" _Wien IX.. Währingerstraße 52__ Einladung zu dem Samstag, den 10. März präzise 8 Uhr abends, im Militärkasino, I., Schwarzenbergplatz, stattfindenden Jubilfiumsfesi 186$ €»€» Jahre 1928 unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte Anschließend Tanz Salonkapelle M. Geiger, unter persönlicher Leitung des Musikdirektors M. Geiger Karten ä S 3.— bei den Vorstandsmitgliedern erhältlich. miWMWMwwHwwmmmi wwwv