Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1928-03-02 · Heft 9 (2.3.1928) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 9 (2.3.1928)
Date
1928-03-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3062972-3064248-3064257--16100-3088831
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

i>tC WAHRHEIT ^MnniiiniiriiiiniiiniiiiiiMmnntiiinnininöuttBimiiimiiifmnnfinitiraimnnmninmnin iifflifliiiuiiuiiiiitiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiHiimt <;ejte \ \ Nach einem interessanten Vortrage Dr. N. Einsteins über „Das Wirtschaftsprogramm des Centraivereines" faßt Justizrat Brodn i t'z in seinem Schlußworte noch einmal zusammen, welche bedeutsame Arbeit die Hauptversammlung in den drei Tagen geleistet habe. Am 13. Februar trat der neu gewählte 'Hauptvotstand -zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Zum Vorsitzenden des Vereines wurde wiedergewählt Justizrat Dr. Julius Brndnitz, zum Direktor Rechtsanwalt Ludwig H-ol- 1 ä'nid'eT,- zu Stellvertretern des 'Vorsitzenden die Herren: Oskar H e i m a"mi, Rechtsanwalt Dr. Rudolf G e ig e r, Ernst Wallach, Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil. "Den würdigen Abschluß fand die Hauptversammlung durch eine Kundgebung am Montag abends in den Unionsfestsälen, die schon vor Beginn 'der Versammlung überfüllt waren. Auch dort sprachen, wie im Kapitol, alle Referenten zu 'dem Thema „Lebensfragen des deutschen Ju'den-tu~ms". Tier Stellvertreter des Vorsitzenden des Centraivereines, Rechtsanwalt "Dr. Bruno W e i 1 (Berlin), betonte die besondere Bedeutung der schönverlaufenen Hauptversammlung. Rechtsanwalt Dr. Hans Reichmann (Berlin), stellvertretender Syndikus des Centralvereines, gab einen Üebetblick über die Emanzipationsbewegung der deutschen Juden bis zur Verfassung von Weimar. Fr.au Paula 0 Mendorf (Breslau) berichtete von ihrer ~Reise nach Amerika, wo die Frau die heilige Aufgabe hat, die Jugend religiös emporzubilden. Rabbiner Dr. S. Levi (Mainz) zeichnete ein erschütterndes Bild von dem Tiefstand der Kultur, der sich in dem religiösen Judenhaß — auf den Schulen, an den Hochschulen, im Kampf gegen den Talmud, in der Besudelung der Gräber — immer wieder zeige. Der demokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Ludwig Haas (Karlsruhe) sprach energisch für den religiösen Frieden in Deutschland, der durch „wissenschaftliche" 'Rassentheorien nicht gestört werden dürfe. Dr. Bruno W e i 1 wies in seinem Schlußwort darauf hin, daß nach dem Kriege die .Bekämpfung des Judenhasses viel schwerer geworden -sei. Anonymer Einsender des Artikels „Die Bundesgenossen". Wollen Sie die Freundlichkeit haben, unseren verantwortlichen Schriftleiter im Büro der „Union", und zwar zwischen 3 und 5 Uhr nachmittags aufzusuchen. Wir haben für Ihr Material großes Interesse, können aber anonyme Einsendungen prinzipiell nicht berücksichtigen. Vertraulichkeit der Unterredung sei Ihnen gerne zugesichert. O. H. * „Union denlsctiösferreichiscner Juden" Mitgliedschaft Innere Stadt Entsprechend der uns statutarisch "obliegenden ■Pflicht, alle Vorgänge im jüdischen Gemefndeleben ^org- ^sam izu beobachten, wollen wir unsere Mitglieder und "Freunde mit den wichtigen Auf g:abcn d"er Gerne rndev er wal'tung auf dem "Gebiete des Kultus, U n t e r r i c h t s, F ü r s o r g e we s'e n s usw. durch einen erfahrenen Kenner erschöpfend vertraut machen. EINLADUNG der am Donnerstag, den 8. März, Uhr -abends, im Festsaale des Bezirksrates für den L Bezirk, I., Wlpplingerstraße 8 (Altes Rathaus) stattfindenden i VEBtlNS VERSAMMLUNG f Tagesordnung: 1. Resierungsrat Dr. Hermann Oppenbelm: (Mitglied des Tertreterkollegiums und Tinanzreferent der Wiener Kultusgememde): „Das Budget der Wiener Kultusgemeinde für das Jahr 1928." 2. Diskussion. Von .'Mitgliedern eingeführte Gäste, auch /Damen, herzlichst ^willkommen. „Union deutschösterreichlscheT Juden" Der ^äsident: Dr. Jakob Örnsteto Mitgliedschaft I. der „Union" Tter Öbmann: Dr. Oskar Hein. I <WcJitheUmvouflag& ' T — '"" "'S* ' ' •' "■ Armut an jüdischer Würde! Der Fall Hatvany ist zur Genüge bekannt. Man kann zu ihm stehen, wie man will, man. kann «s für untunlich finden, daß Baron Hatvany der magyarischen Justiz sich Bedingungslos auslieferte und vor Gericht um Verzeihung bat für etwas, was er mutig hätte einbekennen können, da das ihn vernichtende Urteil schon aller Vorausischt nach festlag. Manliann auch als Jude abfällig denken über den Täufling Hatvany- Deutsch. -All dies ändert nichts an der Tatsache, daß man mit dem menscnen fiaivaiiy und semern turcutuaren bcmctcsal Mitleid haben muß, menschliches Mitgefühl, wie es in ähnlichen Fällen glücklicherweise doch f»b und zu einmal auch unsere heutige Generation .beseelt. -Und deren geistige Führer -sind bei Milchen Anlassen die oeruiencn, reuenu emzugreneii. damit Unrecht, .ob es Christen oder Juden widerfährt, doch irgendwie verhindert werde. So geschah es auch im Falle Hatvany. Ei nstein, FuIda, Hauptmann, Hofmannstha 1, Heinrich Mann, Salt« n, Schnitzler, Th. W ol f f, Z we ig u.a. m. riefen das Weltgewissen zugunsten eines Unglücklichen auf, hatten aber mit ihrer Aktion leider keinen Erfolg. Das ist nur zu bedauern, denn es beweist wieder einmal, daß die ungarischen Machthaber und deren Helfershelfer keine Gewissensskrupel kennen. Was aber ieden anständig Denkenden mit Abscheu erfüllen muß, ist der Umstand, daß ein jüdisches Blatt sich dazu hergibt, über einen der namhaftesten der protestierenden jüdischen Schriftsteller in gehässigster Weise wegen der Teilnahme an dem gemeinsamen Schritte herzufallen. Wir meinen „Die Neue Welt". In ihrer Nummer vom 17, v. M. bringt sie an leitender Stelle einen giftsprühenden Artikel, der mit Ford beginnt und mit Schnitzler endet. Diesem werden die unglaublichsten Vorwürfe wie „Armut an jüdischer Wiir d e", Selbsterniedrigung und Selbstüberhebung" usw. gemacht, weil er, nun weil er fein menschlich dachte und handelte. An Schnitzter reicht dieses widerliche Gekläffe wohl kaum heran, es wird ihn kalt lassen, aber uns sei eine bescheidene Frage doch gestattet: Warum wurde gerade Schnitzler namentlich als Objekt für diese empörenden Invektiven des jüdischnationalen Blattes herangezogen, .gelten diese in gleichem Maße auch zum Beispiel Felix Saiten, dem Autor des "Palästinabuches „Neue Mensch e n a uf a 11 er Erde" und Mitglied des Österreich i s ch e n „P r o -P a 1 ä s t i. n a - K o m i te es", oder Stefan 3. w eLg, der ebenfalls Mitglied dieses 3Cr4>- m i t e e s ist. oder gar Prof. Albert Einstein? 'Warum nur Arthur iBchnitzler, warum gerade diese Auslese? — Ein Artikel des .Münchener „V ö i k i-s c ne.n.t> e o b a c h t e r" über die Ablehnung des "Protestes für Baron Hatvany schließt mit den Worten: „Diese Ohrfeigen g.&nnen wir dem Hein* ■iiiiiiiiwiiiiiiiiinililiiiliiilWMiiniiiiiiiiiiiniiimin«iiMiMMmM ■ ■ Einzig in Mitteleuropa unübertroffen fll^pö $bb& fcti S TfiSO sind die YorlrtiH kh Mazzelli : der bestrenommierten 1. Wr. orthodoxen Ma»dthtabrik. : welche unter streng orthodoxer Aufsieh des ehrw. ■ Rabben der isr. Kulmsgeme'nde Wien eszeugt werden. Atteste der größten EMTKa. : Durch die modernsten technischen und hygienischen i Einr.chtungen bin ich in der Lage, sämtliche rflSBS und feinsten lichten Grieß wie auch die dünnsten j Mazzoth aus dem g^rrant i-ert feinsten N-ullefr- : mehl HDS >V7 "tTD streng orthodox zu erzeugen. | Sdk*! psr? Israel Vortrefflich IL.: Rsüjtik Wen Ober* Jlugartei Telephon Nr 44-8-14 und 46-3-90 Verkaufs* *e He: Generalvertreter Alberl Börner, U., Novaragasse 1 Detailverkaufsstellen i» ganz Wie» und Österreich lumHHimmiiiMMiuiiminiiiinimiMiiiiMWrtmwMiimJ

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.