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Die Wahrheit · 1928-02-10 · Heft 6 (10.2.1928) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 6 (10.2.1928)
Date
1928-02-10
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite H ^iiiiitiiiuitiitiiiitiiiiniiiiiittiiiiuiiEiiiituiitiittiimitiitiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiittiiiiiifiiiiitfiiiKiiiififiii qj£ WAHRHEIT Judentums mit vollem Recht erheben darf. Um das Arrangement bemühte sich ein Festkomitee mit Obmann Oskar Schramek an der Spitze in sehr verdienstvoller Weise. Der Verein „Die Zurawner". Am 25. Jänner 1928 veranstaltete der humanitäre Geselligkeiitsverein „D i e Zurawner" eine Wohltätigkeitsvorseitllung im Cafe Reklam, Wien IL, Praterstraße 34, welche sowohl von Mitgliedern des Vereines als auch von eingeführten Gästen überaus zahlreich besucht war. Vor Beginn der Vorstellung richtete der Sekretär des Vereines, Herr Steueroberverwalter Samuel Spieler, an die Besucher eine Ansprache, in welcher er alle Erschienenen vor allem herzlich begrüßte und dann in sachlicher und prägnanter Weise Zweck und Ziele des Vereines und dessen oharitativer Tätigkeit schilderte. Das Arrangement der Vorstellung, um dessen Zustandekommen sich besonders die VexeinsmitgMeder Herr und Frau Max B e r n z w e i g, sowie 'Herr E. Geller in erfolgreicher Weise bemühten, fand bei allen Besuchern viel Gefallen und Anerkennung, so daß viele der eingeführten Gäste den Wunsch äußerten, der Verein möge denselben gestatten, auch an den künftigen Veranstaltungen des Vereines teilnehmen zu dürfen. Na~h Schluß der Vorstellung dankte Herr Steueroberverwalter S p i & 1 e r allen Anwesenden für das dem Vereine erwiesene Interesse und machte gleichzeitig die Voranzeige, daß demnächst der Verein auch eine Akademie mit anschließendem Tanz veranstalten werde, deren näheres Programm rechtzeitig in diesem Blatte bekanntgegeben werden wird. Das Reinerträgnis der Vorstellung, welches über Erwarten namhaft ausfiel, wurde dem Wohltätigkeitsfonds des Vereines zugeführt Der Verein, an dessen Spitze Dr. M. Horowitz als Obmann, und Rabbiner Dr. M. Rosen mann als Ehrenpräsident stehen, hält jeden Mittwoch zwischen acht und neun Uhr abends im Cafe rrajizeasbrücke, Wien III., Radetzkystraße 31, seine Sitzungen ab, und werden dort jedermann alle den Verein betreffenden Auskünfte erteilt > Orthodoxer israelitischer Bethausverein „Emunas Aves". Sonntag, den 12. Februar, halb zehn Uhr vormittags, findet im Sitzungssaale, Wien XIV., Storchengasse 21, die diesjährige ordentliche Generalversammlung statt Am gleichen Tage findet um sieben Uhr abends die Einweihung des neuadaptierten „Bet-Hamidrasch", verbunden mit einem Bankett, statt. Todesfall Still und bescheiden, wie sie gelebt, ist Frau Hermine Haber, geb. Simenauer, Gattin des Bethausvorstehers Direktor Julius Haber, dahingeschieden. Im Kreise ihrer Familie hauchte sie am 5. d. M. ihre treue Seele aus. Sie war eine wahrhaft jüdische Frau, eine Esches Chajil, die ihr ganzes Leben dem Wohle ihrer Angehörigen gewidmet hat. Das Leichenbegängnis fand Dienstag, den 7. d. M., unter großer Beteiligung statt In Vertretung der Wiener israel. Kultusgemeinde erschienen Präsident Prof. Dr. A. P i c k, Vizepräsident Dr. J. O r n s t e i n, die Kultusvorsteher D. D o h a n nnd S. Meister, die Bethausvorsteher Direktor B r i c h t e r. S. Ernst, G. Planer und Med.-Rat Dr. J. Weiss. Rabbinei Dr. Max Grunwald hielt der Verewigten einen zu aller Herzen dringenden Nachruf, in welchem er die im Alter von 47 Jahren Verstorbene als musterhafte Gattin, liebevolle Mutter und Wohltäterin würdigte. Die kantoiale Funktion versah Oberkantor H. Fischer. '"'TT^S ^■■(»■■■■■m Krank en Unterstützung s-Verein „Bikur Chaulim" _Wien iX.. Wühnngerstiaße 52__ ElHaI«sdeEM*s* zu dem am Sam*tag; den 10. März, präzise 8 Uhr abends, im Müitärkasino, 1., Schwarzenbergplatz, stattfindenden Jubiliiiunsfesf 1868 60 MaaMmve: 1928 unter Mitwirkung hervorragendei Kunstkräfte Anschließend Tanz Salonkapelle M. Geifer, unter persönli her Leitung des Musikdirektors M. Geiger Karten bei den Vorstandsmitgliedern mmwwmfwww»WMW»mn www*? „Zukunft" Verein zur Erziehung und Erhaltung jüdischer Lehrlinge, Isr. Handwerkerverein Wien IX., Grüne Torgasse Nr. 26, versendet den folgenden Aufruf: Der Tod unseres unvergeßlichen Freundes und Gönners, des Herrn Oberrabbiner Dr. Chajes, hat seine Mitarbeiter im Kuratorium des Jüdjschen Lehrlingsheimes nicht nur in tiefe Trauer versetzt, sondern dem Heime auch unersetzlichen materiellen Schaden bereitet. Sein edles Herz hat kaum , zu schlagen aufgehört, als das American Joint Distribution Comittee seine Subvention für unser Heim bereits bedeutend restringierte und eine weitere „Aenderung" im Laufe des Jahres in Aussicht stellte. Auch andere Subventionen und Beiträge, die dem Lehrlingsheim durch seine Intervention zugeflossen sind, sind in Frage gestellt. Wir erhalten in unserem Lehrlingsheim 62 interne und 20 externe Waisenkinder, die wir einem Handwerke zuführen und ihnen die Möglichkeit geben, sich nach Erlernung eines Berufe selbst erhalten zu können. Wir bekümmern uns aber nicht nur um die gute fachliche Ausbildung und um das leibliche Wohl dieser 82 jüdischen Waisenknaben, sondern sorgen uns auch um ihre geistige Fortbildung und bestreben uns, sie durch Aufklärung und Belehrung, durch Abhaltung von Kursen und Vorträgen zu guten aufrechten Juden und zu braven, ehrlichen Arbeitern zu erziehen. Die Erhaltung des Lehrlingsheimes erfordert bei Anwendung der größten Sparmaßnahmen einen Aufwand von zirka S 80.000.— im Jahr. Hiervon sind aber nur S 50.000.— gedeckt, während S 30.000.— im Jahre fehlen. Dieser Fehlbetrag von S 30.000.— könnte am bequemsten durch den in Oesterreich beliebt gewordenen „Abbau" beseitigt werden. Was bedeutet dieser Weg aber in unserem Falle? Nicht mehr und nicht weniger, als daß wir die Hälfte unserer Jungen aus dem Heime entlassen, also zirka 450 arme, unfertige Waisenknaben, die ihre Lehre begonnen und noch nicht vollendet haben, einfach auf die Straße setzen, um das Geld, das sie kosten, zu ersparen. Dürfen wir diesen Weg betreten und kann die Wiener Judenheit hierfür die Verantwortung übernehmen? Wir richten an unsere Glaubensgenossen die innige Bitte, durch massenhaften Eintritt in unseren Verein dem Kuratorium die Möglichkeit zu geben, das Lehrlingsheim in seiner jetzigen Form erhalten zu können. Der Mitgliedsbeitrag eines ordentlichen Mitgliedes beträgt einen Schilling pro Monat oder 12 Schilling im Jahr. Selbstverständlich nehmen wir aber auch jeden beliebigen Betrag mit Dank an. Verein zur Versorgung hilfsbedürftiger israelitischer Waisen in Wien. Das 67. Jahr des Bestandes des Vereines ist zu Ende; fünf Jahre sind es her, seit die jetzige Leitung den dem Untergange geweihten Verein übernahm, seit die Loge „Wien:", B'nai B'rith, ihm ihre Fürsorge zuwandte. Die Räume füllten sich wieder, Hunderte jüdischer Waisen sind dem Verderben entrissen worden. Es ist zu hoffen, daß die Waisenhäuser, XIX., Probusgasse 2, für Knaben, und XIX., Ruthgasse 21, für Mädchen, die nach dem Urteü aller Besucher eine Zierde Wiens, ein Zeichen des nie versiegenden jüdischen Wohltatigkeitssinnes sind, es auch in alle Zukunft bleiben werden. Das Jahr 1927 war ein nach verschiedenen Richtungen hin sorgenvolles. Großer Dank gebührt den beiden Direktionen, Herrn Direktor Thieberger und seiner Frau, und der Direktorin Frl. Neumann, für ihre hingebungsvolle, unermüdliche Arbeit. 67 Knaben und 67 Mädchen bevölkerten die beiden Häuser, die Schulerfolge waren ungemein günstige. Fast allen austretenden Zöglingen wurden Stellungen vermittelt, außerdem wurden sie reichlich mit Kleidern, Wäsche und Schuhen ausgestattet. Das zahnärztliche Ambulatorium und die Werkstätten für Buchbinderei und Schusterei sind in vollem Betriebe. Für die körperliche Ertüchtigung sorgen Turnen und Schwimmen, für die Gemütbildung der besonders erteilte Gesangunterricht. Die Hauptschwierigkeit mit der der Waisenverein zu kämpfen hat, liegt in der Aufbringung der infolge der stets steigenden Teuerung immer größer werdenden Auslagen. Trotzdem ©s mit Hilfe der Arbeitsfreudigkeit unserer Freunde gelungen ist, 145.000 Schilling an Einnahmen zu buchen, schließt die Bilanz mit einem Defizit von 23.000 Schilling ab. Dies wurde hauptsächlich durch bauliche Veränderungen und Renovierungen verursacht Die Kosten eines Zöglings stellen sich, wenn die Mehrauslagen für die Investitionen nicht eingerechnet werden, auf 900—950 S pro Jahr, was bei Berücksichtigung der rationellen Verpflegung der Kinder ein Zeichen der guten Wirtschaft ist. Es muß noch erwähnt werden, daß der Verein an Unterstützungen solcher Waisen, die aus irgend einem Grunde im Waisenhause keine Aufnahme finden konnten. 6000 S verausgabte, um 1700 S mehr als im Jahre 1926, ein Zweig der Waisenfürsorge, der dringend erweiterungsbedürftig ist, leider scheitert das

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