Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 6 (10.2.1928)
- Date
- 1928-02-10
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT HintniMllHlHlHllflHIJUilllinUlitljllilUJIUJtUUliUliiUilinniUllJlltUlUiltUUlUJIIIlUUttlt] Seite l3 Vortrag. Im Verein für jüdische Geschichte und Literatur hat am 30. Jänner Herr Dr. Josei I.öwy einen sehr interessanten Vortrag über „Jonathan Eybeschütz und seine Gegner" gehalten. Der schon durch •den häufigen Wechsd des Aufenthaltsortes für die damalige Zeit recht ungewöhnliche Lebenslauf dieses großen Rabbiners, den der Redner eingehend schilderte, bot viel Anregung und Belehrung. Noch mehr dis> Stellungnahme seiner Zeitgenossen zur Kabbala, welche einen mehr als sechs Jahre währenden, •mit äußerster Heftigkeit geführten Streit der Meinungen zum großen Nachteil der gesamten Judenheit zur Polge hatte. Der große Gegensatz in den Charaktereigenschaften Eybeschütz" und seines Hauptgegners Jakob Emden wurde vom Vortragenden drastisch herausgearbeitet sowie die ungünstige Beurteilung Eybeschütz' seitens des großen Historikers Graötz ins rechte Licht gestellt. Med.-Rat Dr. Haase. Verein für jüdische Geschichte und Literatur. Montag, den 13.. Februar, Uhr abends, im Saale der Hakoah, U Wipplingerstraße 24, Vortrag Üriel Birnbaum: Aus eigenen Dichtungen. Gäste herzlich willkommen! Märchenvorstellung. Morgen Samstag (11. Februar), um drei Uhr nachmittags, findet im C a r 11 h e a t e r zugunsten des „O es t. See hospiz In Qrado" (Präsidentin Sofie G r ü n f e 1 d) eine interessante Vorstellung für groß und klein statt. Frau Professor Grete Groß mit ihrer Tanzgruppe führt „Aschenbrödel", Märchenballett unter Benützung der Musik von Johann Strauß zu dem gleichnamigen oallett, auf. Ferner werden Märchenbilder mit Musik von Willi dm Kiciizl, einstudiert von Frau Professor Groß, von den Kindern der Gönner und den Schützlingen aes „be-ehospiz'' und „Ferienheim" dargestellt. Karten im Büro des Vereines, Wien iX., Türkenstraße 17 (vormittags). Telephon 11-1-63, Papierhandlung Walter Deutsch, Wien I., Kärntnerring 2. Telephon 51-1-54 und an der Kassa des CarlÜieaters. Der Morgen, herausgegeben von Professor I. Goldstein, PhiJo-Verlag, Berlin, Jahrgang 3, Nr. 5. Wieder ein Heft, das man nicht durchfliegen kann, sondern Satz für Satz durcharbeiten muß. So reich ist die Fülle der Gedanken, die hier vorgetragen werden und zum Weiterdenken anregen. Was Driesch über Parapsychologie sagt, wirft ein neues Licht auf das Problem der Prophetie. Köstlich ist Goldstein's Abfertigung eines antisemiteJnden Geistlichen, gediegen Dieneinann's Analyse des jüdischen Gebetes, beherzigenswert S e g e Ts Betrachtung über Politik und Moral. Auch andere Beiträge fordern geistige Stellungnahme zu aktuellen Themen. Im ganzen eiiK- Herz und Geist befruchtende Lektüre. Le Traducteur, französisch-deutsches Sprachlehr- und Unterhaltungsblatt. Allen, die bereits Vorkenntnisse in der französischen Sprache besitzen, ihr Wissen aber aut unterhaltsame und zugleich bildende Weise vervollkommnen wollen, wird die Zeitschrift von großem Nutzen sein. Probenummer kostenlos durch den Verlag des „Traducteur" in La Chaux-de-Fonds (Schweiz). Der jüdische Verein „Nord-Ost" (Wien IL, Taborstraße 21 a), veranstaltet Samstag, den 18. Februar, halb neun Uhr abends, in den Festsälen des Hotel Continental, Wien II., Taborstraße 4. einen „Nord-Ost-Bal 1". VmWocke zu Woche Synagogen-Konzert. Sonntag, den 5. Februar, fand anläßlich des Chamischo-Osor-Festes im Tempel Wien 11., hozmanitengasse 6, das erste Konzert der von Überkantor Müller gegründeten Konzertgesellschaft zur Pflege synagogaler Musik statt. Das Debüt gestaltete sich zu einem Ereignis ersten Ranges. Einundzwanzig Sänger, und zwar die Herren Balaban, Bohomilny, Einhorn, Fränkel, Funke, (. i r o ß, Ratz, Landertr, Mandel, Müller, Ferczig, Postolow, Redlich, Reich, Reichmann, Schächte r, Stift, Tisch, Traser, Wahrmann, Z e i s 1 gehören dieser Konzertgesallschait an, die die schlummernden Schätze synagogaler Meisterwerke der großen Oeffentlächkeit erschließen will. Obwohl das sorgfältig gewählte Programm einen erlesenen künstlerischen Genuß erwarten ließ, wurde diese Erwartung von der ersten bis zur letzten Nummer weit übertroffen. Das reiche edle Stämmenmaterial' der mitwirken- Jen Sänger vom Chordirigenten E. Dimitrofski meisterhaft geführt, konnte Vollendetes zu Gehör bringen. Schon das von Oberkantor J. Müll er verrichtete „Ma ar i wgebet" machte auf die andächtigen Zuhörer tiefen Eindruck und lieferte den Beweis, daß man den modernen Gottesdienst mit (Jer traditionellen Liturgie verknüpfen kann. Zunächst folgten die; Chorvorträge Weintraub: „Psalm 115" und Nowakowski: „Weschomru". Die Solovorträge der Oberkantoren Schächter (Reze) und Trager (Mah godlu) lieferten den lieweis von der großen Begabung beider Künstler. Samins k i: El jibne hagalil (Gesang jemenitischer Juden) übte auf u'e Zuhörer ui .cn nachhaltigen Eindruck. Baruch S c h o r r s „El erech apajim" wfes Leistungen auf, wie sie in ähnlicher künstlerischer Vollendung in Wien wohl noch niemals gehört wurden, und trugen zum großen Erfolge dieser Komposition die Sologesänge des Oberkantors Postolow und des Sängers Reich sehr viel bei. Oberkantor Katz begeisterte die Zuhörer durch das mit viel Geiühl zum Vortrage gebrachte „Haschkiwenu*1. Brunns herrliche Schöpfung „Ator Niglessoh" gab den Überkantoren Bohomilny und Einhorn Gelegenheit, ihr ausgezeichmates Können zu beweisen. Den Schluß bildete „Psalm 150" (Hallelujah) von Brunn, welches nicht nur die Zuhörer, sondern auch d.'e zahlreich anwesenden Fachleute mitriß. Das mit wahrer Begeisterung aufgenommene Konzert trug dem ausgezeichneten Dirigenten und seiner trefflichen Künstlerschar uneingeschränktes Lob ein und bewies, daß Wien nicht nur die Stadt war, von welcher die Synagogen- Musik ihren Ausgang genommen hat, sondern auch heute noch d;a Stadt ist, wo jüdische Litur&ie im hohen Maße gepflegt wird. Gebührende Anerkennung sei auch dar Begleitung des Harmoniumkünstler Kurt Fuchsgelb ausgesprochen. Das aus der besten Wiener jüdischen Gesellschaft bestehende Auditorium mit dem Präsidenten der Wiener israelitischen Kultusgemeinde FJrof. Dr. A. Pick und den Vizepräsidenten Dr. J. 0 r n s t e i n und Dr. J. L ö w a n herz an der Spitze, lauschte in weihevoller Ergriffenheit vom Anfang bis zum Ende dein Konzert der Wiener Kantoren und Tempelsänger. Alle Anwesenden konnten sich davon überzeugen, daß eine Korporation, die nach verhältnismäßig kurzem Bestände so Hervorragendes zu leisten imstande war, den Anspruch auf weitestgehende Förderung der offiziellen Kreise des Wiener | Herren*- und Damenkleider j S nach Maß sowie fertig lagernd, nur Qualitätsware, billigste Preise. 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