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Die Wahrheit · 1928-01-27 · Heft 4 (27.1.1928) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 4 (27.1.1928)
Date
1928-01-27
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite ] 2 WiiiPiiitMittiu™ TütnH und Literatur Urania-Vorträge aus jüdischer Geschichte. Wie hn Vorjahre, hat auch heuer auf Veranlassung des Vorstandes der Kultusgememde Rabbiner Dr. Grunw a 1 d einen Zyklus von Lichtbildervorträgen aus jüdischer Geschichte absolviert. Bildeten im vergangenen Jahre die Geschichte der Wiener Juden und das jüdische Volksleben Gegeaistände dieser von unserer Schuljugend massenhaft besuchten Vorträge, so diesmal die Vergangenheit der älteren jüdischen Gemeinden Oesterreichs außer Wien. Die Gemeinden des Burgenlandes gelangten zunächst zur Behandlung, darauf folgten Wiener-Neustadt. Mödling. Salzburg, Hallein, Linz, Graz, Hohenc-ms u. a. Ein biographischer Rückblick auf Sa). Sulzer (aus Hohenems) beschloß die Vortragsreihe und führte zu dein Ausgangspunkte, der Wiener Kultusgemeinde, zurück. Die Vorträge, von lehrreichen Brldern unterstützt, fanden den lebhaften Beifall der jugendlichen Zuhörer. h. Grunwalds Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde, 3C. Jahrgang, Frankfurt a. M. 1927. J. Kauffmann. Der vorliegende Jahrgang, zum großen Teile ein Sonderahdruck aus der ..Memorah". enthält folgende Beiträge: Von Dr. M. Orunwald .,Das jüdische Theater in New York", „Aus Hausapotheke und Hexenküche" und „Allerhand Zauber", die letzteren beiden meist Uebersetzungcn aus hebräischen Manuskripten, die Volksmedizin und Volksglauben zum Gegenstand haben; aus dem literarischen Nachlasse des vor Jahresfrist verstorbenen Szegediner Rabbiners Dr. Adolf Löwin gcr „Vom Livjathan"; von Prof. Dr. A. Marmorst sein (London) „Beiträge zur Religionsgeschiihte und Volkskunde": von Cecil Roth (London) „Jüdische Bräuche im Comtat Venaissöi"; von L. Schloss (Rimaszomba*) „Eine jüdische Zunft aus neuerer Zeit". Eine Fülle wertvoller Bilder schmückt das geschmackvoll hergestellte Heft. O. H. Die Merores-Waisenhaus-Stiftung (Wien XIX.. Bauernfeldgasse 40), welche auf eine bald 25jährige Wirksamkeit zurückblickt, ist, wie wohl die meisten unserer Wohlfahrtsanstalten, seit dem Kriege notleidend. Gegenwärtig sind 59 Mädchen von 6 bis 17 Jahren in derselben untergebracht. Eine dringend gewordene Reparatur der Badeeinrichtung erfordert einen sehr hohen Betrag. Das außerordentlich verdienstvolle Damenkomitee, an dessen Spitze die unermüdliche Frau Präsident Professor Pick steht, hat. um einen Teil dieser Kosten hereinzubringen, am 15. Jänner ein Schubert-Konzert im Turnsaale des Hauses veranstaltet, welches seinen zahlreichen distinguierten Zuhörern einen ungemein genußreichen Abend geboten hat. Nach Absingung der „Deutschen Tänze" von den Kindern der Anstalt brachte das Kinder-Trio F r i e d I, Kurt und Liselotte Marcus mit erstaunlicher Präzision und Musikalität das Andante aus der C-Dur-Symphonie, das Impromptu, und den Marche Militaire Op. 51 zum Vortrag, worauf Staatsopernsängerin Bella Paalen mit bewährter künstlerischer Vollendung einige Schubertlieder sang, die wahre Stürme von Begeisterung auslösten, die die Künstlerin mit höchst willkommenen Zugaben quittierte. Nach einem mit großer Verve vorgetragenem Klavierstück, welches Herrn Adolf B a 11 e r verdienten Beifall brachte, erfreute Opernsängerin Malvine S z t e r € n y i mit drei virtuos gesungenen Liedern. Sodann hatte sich wohl unser bester Schubert-Interpret. Viktor fieim, in den Dienst der Wohltätigkeit gestellt, der unter selbstverständlich größtem Beifall oft und seltener gehörte Schubertlieder mit gleicher Liebe und künstlerischer Vollendung vortrug. Ein von den Kleinen des Hauses reizend getanzter Kindermarsch beschloß den äußerst animiert verlaufenen Abend, um welchen sich Fräulein Hilde Loewe durch ebenso sorgfältige wie virtuose Begleitung ein großes Verdienst erworben hat. Das Damenkomitee hofft bei einer Veranstaltung eines zweiten Konzertes im März auf einen gleich großen Erfolg und bittet um gütige Zuwendung von Geldspenden an die Adresse der Stiftung oder an Frau Präsidentin Professor Pick, I„ Rudolfsplatz 12, Postsparkassenkonto 162.343. Dr. H. Im „Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien" hielt Montag, den 16. d. M., Herr Medizinalrat Dr. Heinrich H a a s e einen ebenso fesselnden wie gediegenen Vortrag über „Judentum und Christen tu m". Ohne sich in Einzelheiten der Apologetik zu verlieren, verstand es der Vortragende, die fundamentalen Gegensätze, die zwischen beiden Glaubensbekenntnissen bestehen, scharf und klar vorzuführen. An Hand von Aussprüchen nichtjüdischer Autoritäten legte er sodann dar, daß auch der modernste Jude, insoferne er die Kenntnis des Judentums sich verschafft und der Erkenntnis desselben sich nicht verschließt, der . hohen Ethik unseres Schrifttums Verehrung entgegenbringen müsse. Mit dem Appell, iür die Ausbreitung der jüdischen Gedankenwelt unter den /Juden selber Sorge zu tragen, schloß Dr. Haase seine inhaltsi reichen Ausführungen. In der hierauf folgenden Diskussion wurden die Anregungen des Vortragenden mit Worten der Anerkennung aufgenommen. Verein für jüdische Geschichte und Literatur. Montag, den 30. Jänner, findet im Klubsaal der „Hakoah1' (Wien L Wipplingerstraße 24—26. Caf6 Altes Rathaus) ein Vortrag des Herrn Dr. Josef L ö w y, „Jonathan E y b e s c h ü t z und seine Gegne r", statt. Beginn K<8 Uhr abends. Eintritt frei. Gäste willkommen. Anschließend: General vers a m m 1 u n g. Rudolf Kirchner: „Engländer". Frankfurter Sozietäts-Druckerei, Abteilung Buchverlag. Der Autor des Buches „Engländer" ist der Korrespondent der „Frankfurter Zeitung" in London. Daß er nicht nur Berichterstatter »■IMIBlBlBBBIBIBIllllIIIIIIBIHlllllli: LeopoIdstädterTempelverein .Aeschel Awrohom* Tel 47-8-63 Wien IL, Pazmanitengasse 6 Tel. 47-8-63 EINLADUNG zu dem - Sonntag, den 5. Februar 1928, präzise 7 Uhr abends, im Pazmanitentempei (II., Pazmanitengasse 6) startfindenden CIIAIIISCnil-OSOD-rESTE Zum Vortrage gelangen SYNAGOGALE CHÖRE aufgeführt von der „Kunstgesellschaft für synagogale Musik" Mitwirkend die Herren: Balaban, Bohumolni, Einhorn, Frankel, m Funke, Groß, Kafz, Landerer, Mandel, i Margulies, Müller, Perczig, Postolow, Red- 5 lieh, Reich, Reichmann, Schächter, Stift, ■ Trager, Wahrmann, Zeisl unter Leitung des Dirigenten E. SttHefOfski Karten sind im Sekretariat, II., Pazmanitengasse 6, Tel. Nr. 47-8-63 sowie bei den Mitwirkenden erhältlich Das Festkomitee MÖBELFABRIK FERNSPRECH-NUMMER 45-1-91 PPENHEI SIGM. WIEN, 2. 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