Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 46 (11.11.1927)
- Date
- 1927-11-11
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 13 WaSkeSkeltevi vom iFodc Ruhe vor dem Sturm. An den ungarischen Hochschulen herrscht derzeit wieder nach dem Siege der „Erwachenden" relativ Ruhe, es ist dies aber wirklich nur eine relative, keine absolute Ruhe oder richtiger eine Ruhe vor dem Sturm, der da losbrechen dürfte, wenn im Parlament das von Horthy bereits sanktionierte Gesetz über die Abänderung des Numerus clausus, vom Kultusminister Graf Klebeisberg eingebracht, zur endgültigen Behandlung kommen wird, Dann wird der magyarische Nationaltanz der „Erwachenden" wieder losgehen, jetzt aber halten sie sich, erschöpft von ihren bisherigen Heldentaten, noch zurück, um im gegebenen Moment ganz besonders kräftig zu sein. Nicht zuletzt dürfte bei dieser Reserve die auffallend energische Haltung des Grafen Klebeisberg eine große Rolle spielen. Im Parlament erklärte er z. B. als Antwort .auf die Interpellation des Abgeordneten Pakots: Ich habe die Herren Rektoren wissen lassen, daß ich sie für die Aufrechterhaltung der Ordnung in den Hochschulen in eigener Person verantwortlich mache. Reichen die Pedelle zu diesem Zwecke nicht aus, so können sie auch die Assistenz der Polizei in Anspruch nehmen oder mir über eine Schließung der Hochschulen Vorschläge zu machen. Ein ungarischer Kultusminister für Polizei auf die Hochschulen gegen die diese bedrohenden Radaubrüder! Hat man so was schon erlebt! Was sagen da unsere völkischen Studenten* die bei gleichem Anlaß gegen Bürgermeister Seitz Sturm liefen? Die Krisis des palästinensischen Schulwesens. Im Nachhange zu dem Artikel „Die Lehrernot in Palästina" von Prof. S. K r a u s s erscheint die folgende Ita-Meldung von größtem Interesse, da sie neuerlich die unglaublichen Mißstände aufdeckt, die auf dem Gebiete des palästinensischen Schulwesens im Jubiläumsjahre der Balfour- Deklaration herrschen. Die die Zustände besonders kraß beleuchtende Nachricht besagt: Das Direktorium des Waad Leumi und der Waad HachinucH (Erziehungs-Rat), sowie die Leiter des Erziehungsdepartements der Zionistischen Exekutive hielten eine gemeinsame Beratung ab, um sich über die durch die Kürzung des Erziehungsbudgets laut Beschluß des Baseler Zionistenkon-gresses geschaffene neue Lage schlüssig zu werden. Nach einer Rede Dr. T h o n's, der die Notwendigkeit betonte, daß kein Kind vom Unterricht ausgeschlossen werden dürfe, stellte Doktor L u r i e, der frühere Direktor des Erziehungswesens, fest, daß der bisherige Standard nur bei einem Erziehungsbudget von 82.000 Pfund aufrechterhalten werden könnte. Bei dem jetzigen Budget werden etwa 3000 Kinder draußen bleiben müssen. Die Vertreter der Lehrer erklärten, daß die Lehrer von ihren Minimalforderungen nicht abgehen können. Es wurde beschlossen, die Zionistische Exekutive aufzufordern, Verhältnisse zu schaffen, daß allen Kindern die Möglichkeit gegeben werde, eine normale hebräische Erziehung zu genießen. Dr. W e i z m a n n und Chaim N a c hman Bialik haben die amerikanischen Zionisten telegraphisch gebeten, alle Anstrengungen zu machen, um die amerikanischen Beiträge für das Schulbudget zu erhöhen. Ob dieser Appell von Wirkung sein wird, ist angesichts der Reserviertheit Amerikas sehr zweifelhaft. .«■«■»»■■■■■■■■■BanSMMMaUBBSBaMBt Bollinger-Elskasten sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien XV., Staglgasse Nr. 10, Telephon B 38-4-19 Filiale: VII., Burggasse Nr. 17, Telephon B 32-3-80 ^BBBBBBBBBBBBBBBBBBBSBBBBBBBBBBBBBBBBBBr 1 Herren- und Damenkleider j ■ ■ ■ nach Maß sowie fertig lagernd, nur Qualitätsware, billigste Preise. 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Damals und heute wurden wir von zionistischer Seite wegen dieser Feststellung getadelt, und dabei ist immer nur die Tatsache behauptet worden, die Kohn fast als selbstverständlich ansieht. Sicherlich eine bemerkenswerte Bestätigung unserer Ansicht. Merkwürdige Bundesgenossenschait. Die „Ita" berichtet: Der Präsident der Zionistischen Weit-Exekutive. Herr Nahum Sokolow, wurde vom italienischen Regierungschef, Mussolini, empfangen und unterhielt sich mit ihm eingehend über das zionistische Aufbauwerk in Palästina. Später wurde Herr Sokolow vom Staatssekretär des Vatikans, Kardinal Gas pari, in längerer Audienz empfangen. — Der Korrespondent des „B e r- 1 i n e r Tageblatts" meldet hierzu unter der Ueberschrift „Mussolini als Schutzherr des Zionismus": Nahum Sokolow, der Chef des zionistischen Exekutive, hatte eine Unterredung mit Mussolini. Wie das „Giornale ditalia" berichtet, heb Sokolow die lebhafte Sympathie hervor, die der Zionismus für das vom Antisemitismus völlig freie Italien hege . . . Ueber diese und andere Dinge habe er mit Mussolini gesprochen, bei dem er in jeder Hinsicht Verständnis gefunden habe. Was die Lage des Z i o n i sni u s betreffe, so stehe Mussolini, dem es übrigens nicht an Phantasie fehle, ihm mit Sympathie gegenüber. Mussolini, als höchster Vertreter des Nationalismus, verstehe die Ziele des Zionismus sehr wohl. Daraus hätten sich viele Kontaktpunkte ergeben. Schließlich habe Sokolow Mussolini urri seine Protektion für den Palästina-Staat gebeten, unter Hinweis auf das Goethe-Wort aus dem zweiten Teil des „Faust": „Ein Werdender wird immer dankbar sein." Was Mussolini antwortete, wird nicht gesagt, doch kann die Antwort nicht ablehnend gewesen sein, wie Sokolow lächelnd andeutet. Mehreren Anfragern. Laut Entscheidung des Kultusministeriums vom 31. Jänner 1876 Z. 1208 und 19. Februar 1876 Z. 1683 erflossen an das Bethaus, II., Große Schiffgasse 8 (Schiffschul) und an den Kultusvorstand ist „jeder direkte oder indirekte Zwang zum Schreiben, Zeichnen und Handarbeit am Samstag in den Schulen zu unterlassen." Es kann also kein Schüler und keine Schülerin gezwungen werden, in der Schule den Sabbat zu entweihen. Beschwerden werden gewiß bei den betreffenden Schulleitungen Abhilfe finden. |!:!ll!llli:!ll!l!lltllll!lilll!lllll!!)lllllllll!l!IIM 1 Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von Ü 1 Sack 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in g Fuhren und Waggons I * I JULIUS HABER | Kohlen- und KoksgroBhandlung 3 1 Für Tempel- und Wohlfahrtsvereine Angnahmsprelae Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372-376 Wien II.. Taborstraße 9 Fernsprecher Nr. 41-0-22