Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 46 (11.11.1927)
- Date
- 1927-11-11
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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\ Seite 12 811«^^^.....»If DIE WAHRHEIT Veröffenttidhun^en der Jttnion deuisdkösterweicinsdkew Juden Wien IX. (Berggasse U &ost&&axfcaa8en- Jionto Jlr. (Tel. lO-Z-TT Epilog zum Schwarzbard-Prozeß. Die französischen Geschworenen haben hier registriert. Er schließt sich würdig den früher Schwarzbard freigesprochen, weil sie die Uebereinmal behandelten (so die Verhimmelung Henry zeugung gewonnen haben, daß die Untaten Petljuras, Fords) an. die Pogrome, die seine Truppen veranstaltet haben, * ohne daß er gegen sie einschritt, ohne daß er auch Was schrieb nun wirklich die in der Judenfrage nur einen seiner Untergebenen dafür bestrafte, so bewanderte „Reichspost"? Dort fand sich Schwarzbard zu einer Verzweiflungstat brachten, der folgenschwere Satz des Herrn Fun der: für die Sie ihn nicht verantwortlich machen wollten. „Der Freispruch Schwarzbards birgt Gefahren in Der Prozeß hat in aller Welt das größte Aufsehen sich und droht seinen Teil zur Verwilderung der politischen hervorgerufen, die bedeutendsten jüdischen und Sitten Europas beizutragen. Es ist aber sehr fraglich, ob •„i,--; j-__i, ' v _______i___i, , »uL~ ~„,,u™, das gerade den Juden, die heute ihren Schwarzbard zunichtjudischen Zeitungen brachten über ihn spaltenjubeIn> besonders erwünscht sein kann." lange Berichte und auch die Wiener Öffentlichkeit Dazu wäre zu bemerken: Es ist unwahrj daß hat sich mit dieser Aufrollung der furchtbarsten judie Juden ihrem Schwarzbard zujubeln! Seine Tat ^•ffnt UnSerer Jahrzehnte eingehend be" läßt sich nicht in Einklang bringen mit dem Gesetz A?r i i u ai-u i m der Religion, mit dem Gesetz des Zehnworts: Du Was aber schrieb die liberale N e u e F r e i e u t . ht töt , Jeder Jud d diese Forderung Pi%fSn '/ie aUC!1,dl,e W!eneVudlsch1e BuW£ der Mom{ e{ Heiligtum ist/muß unter allen Umt schaft, allerdings nur infolge einer Zwangslage liest? ständen auch d au§ politischen Hintergründen noch Elisabeth Janstein (Paris) berichtete dort als So verständlichen Mord verurteilen, und das haben „Epilog zum bcnwarzbard-FrozeB u. a.: beinahe alle jüdischen Blätter ohne Unterschied der „Ein maniakischer, fanatischer, überreizter Mensch Richtung getan. Die Pariser Geschworenen aber hatte sich zum Befreier seiner Rasse berufen gefühlt — ,x , j. , trj. j i_ - i hineinwachsend in eine Sphäre der Uebersteigerung, deren haben nur diese politischen Hintergründe ZU berucklegaie Grenzen schwer bestimmbar sind." sichtigen gehabt-, und hier eine solche „Verwilderung Es stand also für die „Neue Freie Presse" fest, der politischen Sitten" vorgefunden, daß sie mit was wissenschaftlich noch heiß umstritten ist, woeinem Freispruch Schwarzbards vorgehen mußten, von aber schon heute jeder, der die Dinge nur Auf der anderen, der antisemitischen Seite also lag einigermaßen interessiert verfolgt, längst weiß, daß die „Verwilderung", richtiger gesagt die Vertiertdie Wahrheit entgegengesetzt lautet, daß das Judenheit, und der große russische Schriftsteller Maxim tum getreu der antisemitischen Ideologie eine G o rk i behauptet deshalb mit Recht: „R a s s e" ist, die zu „befreien sich ein maniakischer, „Schwarzbards Tat hat das Gewissen der fanatischer, überreizter Mensch berufen fühlte». Diew e J geweckt, „adto ^^M^^u auf ser „m eine Sphäre der Uebersteigerung hinein- Wejt mußt.e etwas tun, daß solche Bestialitäten sich nicht wachsende" schwülstige Satz konnte wahrlich ebenmehr wiederholen." so gut in der antisemitischen „Reichspost" stehen. * Nur gut für Herrn Benedikt, daß viele seiner Durch die Tat Schwarzbards ist keines der jüdischen Leser für solche Dinge kein so gutes Ge- Pogromopfer zum Leben erweckt worden. Aber wir dächtnis zu haben scheinen oder nicht nachtragend . wollen aus der Vergangenheit lernen. Auch in unsind. Aber es wird auch ihnen hoffentlich bald einserer Heimat gibt es genug moralische Pomal zu viel werden, was ihr Leib- und Magenblatt gromisten. Ihnen gilt unser Kampf; reißt ihnen ihnen bieten zu können glaubt. Heute sei dieser Fall die Masken herunter! Bitte hier abzutrennen und an die Geschäftsstelle der .Union deutschösterreicblscher Juden", Wien IX., Berggasse Nr. 4, einsenden. j= Hiermit erkläre ich meinen Beitritt zur „Union deutschösterreichischer Juden" mit einem O ~ _M 2 c 5 -S « Jahresbeitrag von...................................................................................Schilling (Mindestbeitrag S 10—) •o g bf g 5 SP und zeichne für den Vortragsfonds ................................................................................. Schilling o jz a» c ä C° ^t>i Name: ................................... 5 ~ QJ \~4 5 « § Stand: ............................................................................................................................................... w CT C ° < Genaue Adresse:..........................................................................................................................