Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 46 (11.11.1927)
- Date
- 1927-11-11
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 14 llifM DIE WAHRHEIT Ton JVo<&e gn Wadke 50 Jahre Budapester Rabbinerseminar. Der Ausschuß des Franz-Joseph-Rabbinerseminars führte in seiner letzten Sitzung den neugewählten Präsidenten. Hofrat Franz Szekely, in seine Würde ein. Der Festsitzung wohnten unter anderen bei: Großrabbiner Dr. Simon Hevesi, der Präsident der Israelitischen Landeskanzlei Hofrat Dr. E u 1 e n b e r g, der Rektor des Rabbinerseminars Dr. Ludwig Blau, Universitätsprofessor Dr. Eduard M a h 1 e r, Reichstagsabgeordneter Dr. Geza D e s y, Universitätsprofessor Dr. Ignaz Kunos. Präsident Szekely dankte in einer Ansprache für seine Wahl zum Präsidenten dieser hervorragenden Institution der ungarischen Judenheit, die seit einem halben Jahrhundert geistige Führer ausbildet, und versprach, stets an der Entwicklung der Anstalt zu arbeiten. In der gleichen Sitzung beschloß der Ausschuß, das 50jährige Jubiläum des Franz-Joseph-Rabbinerseminars feierlich zu begehen und. gleichzeitig sich in einem Aufruf an die jüdische Glaubensgemeinschaft zu wenden, die Jubiläumskosten in der Höhe von ungefähr 10.000 Pengö im Wege einer Sammlung aufzubringen, ferner durch einen Beitrag von jährlich 20.000 Pengö die Aufrechterhaltung des wissenschaftlichen Niveaus der Seminarbibliothek, sowie die Uebersetzung ihrer eigenen Publikationen und deren Versendung an die ausländischen Schwesteranstalten zu ermöglichen, letzteres, um mit den wissenschaftlichen Kreisen des Auslandes im Kontakt zu bleiben. Zur Vorbereitung dieser Spendensammlung wurde ein Komitee eingesetzt. Gemeindevorstandswahlen in Berlin. Die Repräsentantenversammlung der Berliner jüdischen Gemeinde trat am 20. Oktober zu einer Sitzung zusammen. Es galt eine große Reihe wichtiger Vorlagen zu verabschieden, die sich infolge der Verzögerung der Einberufung der im Mai 1926 gewählten neuen Repräsentantenversammlung angehäuft hatten. Hauptpunkt der Tagesordnung war die Ergänzungswahl von Mitgliedern des Gemeindevorstandes. Der zionistischkonservativ-mittelparteiliche Block trat hierbei wieder in Funktion. An Stelle des Justizrates Felix M a k o w e r, der sein Amt als Mitglied des Gemeindevorstandes niedergelegt hatte, wurde Kommerzienrat Gerson Simon mit 11 Stimmen (7 Volksparteiler, 1 Konservativer, 2 Mittelparteiler, 1 Poale Zion) gewählt. Die 10 liberalen Stimmen | entfielen auf Herrn Leopold B a d t, der in der Minderheit blieb. Die turnusweise ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren Carl Fuchs, Bruno G a 1 e w s k i, und Georg K a r e s k i, ebenso die Stellvertreter Dr. Aron S a n d I e r und Wilhelm Klee mann, wurden auf 6 Jahre wiedergewählt. Die zionistische Jüdische Volkspartei gab bei der Wahl der liberalen Herren Fuchs und Kleemann weiße Zettel ab, die liberale Fraktion dementsprechend auch bei der Wahl der Zionisten Kareski und Sandler. Im Amte verbleiben bis 31. Dezember 1929 die Herren Kammergerichtsrat Leo W o 1 f f, R.-A. Dr. Kollens eher, Professor Dr. Erich Seligmann und als Stellvertreter Herr James Goldschmidt. Der Gemeindevorstand, der bisher aus 4 Liberalen, 2 Volksparteilern und einem Konservativen bestand, weist nunmehr die folgende Zusammensetzung auf: Drei Liberale (Kammersrerichtsrat Wolff. Professor Seligmann, Carl Fuchs), zwei Volksparteiler (Dr. Kollenscher, Kareski), ein Konservativer (Galewski), ein Mittelparteiler (Simon). Klosterneuburg. Bei der am 30. Oktober 1927 stattgefundenen Kultuswahl wurden folgende Herren gewählt: Hermann Erber als Kultusvorsteher, Alois Fischl. Vorsteher- Stellvertreter, Ignaz Ehrenfest, Jakob Scheuer, Gustav Fleischmann als Beiräte; Josef Spitzer als Kassier; Ludwig Kraus als Schriftführer; Nathan S i 1 b i g e r als Religionsinspektor; Rudolf Grünwald als Gebäudeverwalter. Tuchtiger Kassier und Buchhalter s it vielen Jahren in selbständiger Stellung in der Fleischbranche, sucht Posten. J. B., II., Adambergergasse 1/3 St. Pölten. Am 1. d. M. fand eine Ehrung der gefallenen Helden des Weltkrieges vor dem Kriegerdenkmal statt. Der Feier wohnten unter anderen in Vertretung der Kultusgemeinde über Einladung des Brigadekommandos die Herren Kultusvorsteher A. Leicht und Kultusbeirat I. K o h n bei. Auszeichnung. Der Bundespräsident Dr. Michael H a i n i s c h hat dem Oberkantor Sigmund J e 11 i n e k in Oberhollabrunn in Anerkennung seiner Verdienste um die Republik Oesterreich, anläßlich seines 40jährigen Dienstjubiläums, die große silberne Verdienstmedaille verliehen, mit welcher der Jubilar am 30. Oktober 1. J. vom Bezirkshauptmann Hofrat Dr. S e m s c h im Beisein des Kültusvorstehers Herrn Emil S k u t e z k y feierlichst dekoriert wurde. Personalnachricht. Herr Dr. Leo Heinrich W e r d i s - heim, Kurarzt, in Gleichenberg, hat seine Tätigkeit in Wien aufgenommen und ordiniert täglich von 10 bis 11 und 3 bis 5 Uhr, II., Praterstraße 27. Todesfall. Am 29. Oktober verschied in Charlottenburg plötzlich nach einer Operation im 56. Lebensjahr Lehrer Louis H i r s c h b e r g, der Vater des Sekretärs des Centrai- Vereines Alfred Hirschberg. Louis Hirschberg wirkte zur vollsten Zufriedenheit zuerst in Gnesen als Lehrer einer jüdischen Schule, dann nach der Abtretung Posens in Berlin an einer Volksschule als Lehrer und verstand es, auch hier sich die Achtung seiner Kollegen und die Liebe seiner Schüler zu erwerben. Als Mitglied des Vorstandes der Charlottenburger Ortsgruppe leistete er dem Centraiverein treue Dienste. Luachfehler. In verschiedenen Kalendern, die in Wien massenhafte Verbreitung fanden, ist die Gebetstunde für Freitagabend zu früh angesetzt. Da man gewohnt ist, den Sabbathausgang mit 24 Stunden und 45 Minuten später als den Sabbatheingang anzusetzen, könnte durch eine zu frühe Ansetzung des Sabbatheinganges ein verhängnisvoller Irrtum entstehen. Man wolle sich daher nicht nach den Angaben dieser Kalender richten. Die pünktliche Zeit des Sabbatheinganges finden unsere Leser in den auf Seite 15 der „Wahrheit" veröffentlichten Gebetstunden der Kultusgemeinde. Speziell wird aufmerksam gemacht daß der Beginn des Sabbaths in Wien nie früher als 4 Uhr nachmittags festgesetzt ist. ienisdies önigslicht Seit vielen Jahren das anerkannt beste M^TIDiM Man achte auf die ges. cesch. Marke ,Kygien. Königslicht* und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhirschengasse 3 Telephon 83-1-87