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Die Wahrheit · 1927-11-04 · Heft 45 (4.11.1927) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 45 (4.11.1927)
Date
1927-11-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT lül Seite 5 gründlich durchgesprochen und die Ansicht der Mehrheit dem Manuskript einverleibt. Von Zeit zu Zeit waren Subkomitees an der Arbeit, um offengelassene Fragen durchzuberaten; ihre Entscheidungen wurden dem Uebersetzerkomitee unterbreitet, welches darüber abstimmte. Bevor das Manuskript in Druck gegeben wurde, wurde es nochmals untersucht, um alle Vorschläge und Aenderungen, die im Laufe der sieben Jahre gemacht wurden, miteinander in Einklang zu bringen. Die erste Korrektur des Gesamtwerkes wurde jedem Mitglied zur Revision zugesandt. Alle vorgeschlagenen Verbesserungen wurden registriert und diejenigen, auf die sich eine Mehrheit einigte, wurden beibehalten. Gegen 300 Fälle, für welche weder Professor Margolis, noch der Vorsitzende, Cyrus Adler, die Verantwortung übernehmen wollte, wurden auf einer der letzten gemeinsamen Sitzungen nochmals durchberaten. Darauf wurde eine zweite Korrektur hergestellt, von Margolis und von Adler sorgfältig mit der ersten verglichen, kleine Verschiedenheiten und Abweichungen wurden ausgeglichen, wobei die einzelnen Uebersetzer brieflich um Rat gefragt wurden. Außerdem wurden mehrere Korrekturen von berufsmäßigen Korrektoren gelesen und noch in jenem Stadium der Drucklegung die Uebersetzung mit der Urschrift verglichen. Häufig wurden ganze Abschnitte umgesetzt, nur um das typographische Bild schöner zu gestalten. „Jede Maßnahme wurde ergriffen, um die Edition von jeglichem Gesichtspunkt aus anziehend zu machen. Keine Arbeit, keine Kosten wurden gespart." Der berühmte Philantrop Jakob H. Schiff, der aus Frankfurt a. M. stammte, hatte der Gesellschaft für den Bibelfonds das nette Sümmchen von 50.000 Dollar zur Verfügung gestellt, und das ermöglichte ihr die großartige Organisation und den billigen Verkaufspreis. Der Stil der Uebersetzung wurde nach der Authorized Version und nach der Revised Version modelliert, die feierliche und getragene Vortragsweise der Elisabethinischen Epoche wurde beibehalten, jedoch wurden die veralteten und seltenen Ausdrucksweisen, Wendungen und Wiederholungen fallen gelassen und dem Ganzen ein einheitliches volkstümliches Gepräge verliehen. Die wichtigsten Aenderungen gegenüber den früheren Uebersetzungen bestehen jedoch in den exegetischen Verbesserungen. Die Jewish Publication Society bereitet einen populären Bibelkommentar in sechs Bänden vor, der demnächst zu erscheinen beginnt, und hier sollen die exegetischen Verbesserungen, deren Zahl sich auf ungefähr 50.000 beläuft, eingehend begründet werden. Da diese Uebersetzung für das Volk bestimmt ist, so war die Regel, daß rein theoretische Neuerungen nicht eingeführt werden dürfen, noch das, was die Probe der Zeit noch nicht bestanden hat; nur dort, wo Assyriologie, Archäologie, Zoologie und Botanik auf unbestreitbare Ergebnisse hinweisen können, wurde von der überlieferten Exegese abgewichen und die Abweichung in der Uebersetzung sichtbar gemacht. Ein Beispiel sei hervorgehoben. Im 1. Buch Samuel, 13, 19 ff. wird erzählt, wie einmal die Hebräer nach einer Niederlage von den Philistäern entwaffnet worden waren, so daß im ganzen Lande Israel kein Schmied vorhanden war und die Hebräer gezwungen waren, zu den Philistäern zu gehen, um ihre Pflugschare, Beile, Sensen und Sicheln wetzen zu lassen. Im folgenden Verse kommt ein rätselhaftes Wörtchen „pim" vor, welches die Uebersetzer gewöhnlich einfach mit Stillschweigen übergingen, weil keiner es zu deuten wußte, dann ergab aber der Zusammenhang das Gegenteil vom Vorangehenden. Die Lexika zogen das Wörtchen zu dem vorangehenden „pezirah", welches „feilen" bedeutet, und so entstand ein Wort „pezirahpim", welches sogar in die neuesten, allerneuesten Wörterbücher überging. Nun fand Professor Macalister bei einer Ausgrabung in Palästina zwei Gewichtsteine, von denen'der eine die Inschrift „beka", der andere die Inschrift „pim" in althebräischen Buchstaben eingegraben trug. Da das Wort „beka" in dem Sinne eines bestimmten Gewichtes häufig in der Bibel vorkommt, so wissen wir, daß auch „pim" ein Gewicht bezeichnet, etwa ein Drittel Schekel. Das Wort bekommt jetzt einen Sinn: die pezirah, nämlich das Feilen oder Wetzen kostete bei den Philistäern einen „pim", also ein Drittel Schekel für die Pflugschar usw. Durch diesen glücklichen Fund ist das hebräische Vokabular um ein Wort bereichert, aus dem althebräischen Leben uns ein interessantes Detail bekannt und ein dunkler Bibelvers aufgehellt worden. Die vorliegende Uebersetzung ist die 'erste, die diese Entdeckung berücksichtigt hat. (Schluß folgt) fl^=l^=l^=l^=l^=i^=i; Verlangen sie Oberau Original- Nnjgmtdher Thermalwasser Av€L Direktion Bfrdgastein; Nik Fernsprecher 138 Drahtanschrift: Thermag Depot Wien: I., Helferstorferstraße Nr. 9 Fernsprecher 62-0-42 Drahtanschrift: Thermag Wien Her Name spricht fflr sich! Ein Jahrbuch der Zagreber Kultusgemeinde. In äußerst geschmackvoller Form und mit hochinteressantem Inhalte ist soeben zum erstenmal der Jahresbericht der Zagreber Judengemeinde in Form eines Kalenders erschienen. Gemeindepräsident Dr. Hugo Kon schildert die rechtliche Basis und Organisation der Gemeinde. Wir. erfahren, daß die Gemeinde 2758 Mitglieder zählt hiervon 41 Orthodoxe in einer eigenen Vereinigung, dann 95 Sephardim, die aber inzwischen eine eigene Kultusgemeinde bildeten, während es anderseits seit Jahresfrist noch eine autonome orthodoxe Gemeinde gibt. Dem Berufe nach sind 586 Kaufleute und Industrielle, 1617 Privatbeamte, 160 Gewerbetreibende, 258 Advokaten, Aerzte, Ingenieure, usw., 53 Staatsbeamte, 105 Haus- und Gutsbesitzer sowie Rentiers. Die Steuer betrug im letzten Budgetjahr 2,101.320.— Dinar, während von den Ausgaben 55 Prozent auf Kultus, 12 Prozent auf Unterricht, 13 Prozent auf Verwaltung und 20 Prozent auf Dotationen entfallen. Vizepräsident Dr. Lavoslav S i k bringt anläßlich des geplanten Baues eines großen Gemeindepalais wichtige geschichtliche Daten. Schon im Mittelalter gab es in Zagreb eine große Niederlassung. Aus dem „liber possesionum", dem Grundbuche der Stadtgemeinde, erfahren wir von einem Elyas parvus im Jahre 1377, dann später

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