Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 45 (4.11.1927)
- Date
- 1927-11-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE WAHRHEIT llllllllllllllimilllliliyillll Seit«» 3 glorreichen Zukunft des jüdischen Volkes. Ludendorff ruft zum völkischen Freiheitskampf auf, denn im Volke beginnt der Haß gegen die Freimaurer anzuschwellen, wie er selbst sagt, und die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen, daß der Volkszorn sich wahllos gegen sie entlädt. Das wäre so eine Aufforderung zu einem kleinen Pogrom. Die Freimaurerei ist überhaupt eine hochpolitische Angelegenheit, dazu bestimmt, die Völker zu verjuden, wirtschaftlich-kapitalistisch zu beherrschen, um das neue Zion aufzurichten, ein neues Priesterkönigtum mit der Zentrale in Jerusalem. Fast alle politischen Größen, besonders in Deutschland, sind natürlich Freimaurer. Wie uns Ludendorff versichert, sind weitere Veröffentlichungen dieser seiner Art im In- und Auslande bereit. Was steckt hinter dem freimaurerischen Menschheitsbunde anders als dasselbe wie hinter den jüdisch-freimaurerischen Schlagworten von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit? Um uns völkisch aufzuklären, bricht Ludendorff als Großsiegelbewahrer der Deutschneit das Salomonsiegel freimaurerischer Verschwiegenheit. Immerhin gibt unser Rufer im Streite als Ziel dieser dunklen oder vielmehr verbrecherischen Machenschaften Völkerverschmelzung an, natürlich unter dem Zepter der gewissen Weisen von Zion, was an sich natürlich ein crimen laesi majestatis ist. Wer ist so blind, um nicht im Völkerbunde das konstruierte Werkzeug des jüdischen Weltreiches zu sehen? Es naht die Zeit der Erfüllung der jüdischen Freimaurerei! Den blinden Ariern, die nicht sehen, obzwar sie Augen haben, ruft Ludendorff die notorischen Beziehungen verschiedener Dynastien zur Maurerei ins Gedächtnis. Warum sind Wilhelm II. und der letzte Zar entthront worden? Weil sie nicht Freimaurer waren! Selbstverständlich sind diese und die Jesuiten der Sündenbock für den Ausbruch des Weltkrieges. Wer wendete sich hier nicht mit verhülltem Haupte schaudernd ab? Die Zeit der deutschen Freimaurerei kam nach dem Kriege in der Revolution, die also erst der Anfang vom Ende ist: den deutschen Volksstaat in eine autonome Wirtschaftsprovinz des jüdischen Weltreiches umzuwandeln. Für die geniale Konstruktion dieses weltpolitischen Aufbaues ist allerdings die geistige Höhe eines Ludendorff von Nöten. Die Instruktionsbücher der Freimaurerei in ihrem Frage- und Antwortspiel erinnern unseren Autor an das Reglement des alten Heeres, reichen aber an dessen geistige Höhe nicht heran, wodurch das völkische Kulturniveau im allgemeinen sowie die Auffassung von Klassizität im Sinne Ludendorffs im besonderen illustriert erscheint. Der General gleicht geradehernm, töteten mein Pferd, doch ich blieb verschont. Meine Leute, durch meine scheinbare Tollkühnheit mitgerissen, folgten mir, der Sieg war unser. Ich suchte den Tod und fand — Ruhm. Ich stieg von Stufe zu Stufe, und schon 1602 wurde ich beim Sturm von Ofen auf den eroberten Schanzen Obrist meines Regiments. Ich kämpfte nun bald in Ungarn, bald in Deutschland, bald in Böhmen. Das Glück war meinen Waffen stets hold. Geburt und Rang wurden in der Armee weniger berücksichtigt, ein kräftiger Arm, ein heller Kopf, das war es, was man brauchte, und so wurde ich Generalleutnant, Feldherr der Kroaten und der gesamten ungarischen Reiterei. Das Schwarze Meer und der Orient haben die siegreichen Fahnen meiner Regimenter gesehen, Deutschland nennt meinen Namen unter den Tapfersten; aber nicht mein Mut, sondern meine Verzweiflung gewann Schlachten, eroberte Städte und Länder. Die wildeste Schlacht, der Donnerruf der Kanonen konnte den Aufschrei meines Herzens nicht übertönen. Aber ich habe die Worte Eures seligen Vaters, der mir befahl, menschlich zu sein, nie vergessen. Viele Menschenleben habe ich gerettet; Katholiken, Protestanten, Juden und Osmanen, Deutsche, Schweden, Spanier, Wallonen, Jedes Menschenleben war mir gleich heilig. Ich bin nun alt geworden und schon vor einiger Zeit wollte ich mein Schwert meinem Kaiser zu Füßen legen; aber die Pflicht der Dankbarkeit hielt mich zurück. Ferdinand hatte mich mit Huld und Gnade überschüttet und so konnte ich ihn zur Zeit der Not nicht verlassen. Tilly war ergraut und sein Stern im Sinken. Wallenstein war seit dem Reichstage zu Regensburg aus dem kaiserlichen Dienste entlassen, Pappenheim wohl tapfer, aber jung und unerfahren. Jetzt aber, da Friedlands Kriegsstern mit neuem Glänze auf dem Kriegsschauplatze leuchtet, ist mein greiser müder Arm entbehrlich. Ich komme von Wien, ich habe meinen Fürsten um meine Entlassung gebeten. Er hat mir diesen Stern umgehängt," er wies auf ein Ordenskreuz, das an seiner Brust hing, „und mich seiner fortwährenden Gnade versichert. Ich KUNEROL Verbärgt reines Feit ans Kokos* nassen. Die Kokosnüsse werden bei der Kunerolwerke A. G., Wien* Atzgersdorf, gepreßt und die Er» zeugung steht bis zur Verpackung des fertigen Fettes unter strengster Aufsicht des Herrn Bezirksrab* biners S. Ehrenfeld zu Mattersburg. Ktmerol kann daher von jedem Sireng» gläubigen ohne Bedenken zur Zubereis* tung der Speisen verwendet werden. zu einem blindwütigen Amokläufer: Die große Revolution war eine Freimaurer-Revolution und im übrigen ein Rassenkampf, bei welchem edles, hochrassiges, nordisches Blut vergehe nach Polen, um dort mein reichbewegtes Leben auf den Gräbern meiner Lieben zu beschließen. Riß mich das Leben aus ihrer Mitte, möge der Tod uns wieder vereinigen. Gestern war ich in der Altneusynagoge und habe gesehen, wie Euer Vater sein Versprechen getreulich bis über den Tod hinaus gehalten. Erlaubt mir nun. Euch zu bitten, diese Geldrollen an die Armen und Bedürftigen Eurer Gemeinde, welche durch die harten Kriegszeiten viel gelitten haben, zu verteilen. Meinen Kriegernamen werdet Ihr wohl erraten haben, möge er nie über Eure Lippen kommen. Ich entäußere mich allen Prunkes und Glanzes und will ungekannt in meiner Heimat den Tod erwarten, der wohl nicht mehr lange säumen wird, zu kommen. Und nun, edler Rabbi, lebt wohl, schließt mich in Euer Gebet ein und möge man nie den Kaddisch vor Kol- Nidre vergessen." „Verlaßt Euch darauf," sprach der Rabbi, „so lange die Prager Gemeinde und die Altneusynagoge, Gott erhalte beide, bestehen wird, wird dies Gebet für Euer Seelenheil abgehalten werden." „Nun, so scheide ich getröstet und erhoben." Sie drückten sich gerührt die Hände und Tränen entquollen den Augen der beiden Greise. Fast willenlos sanken sie einander in die Arme und küßten sich, der Rabbi und der Feldherr! Endlich entriß sich der General schluchzend der Umarmung, hüllte sich in seinen Mantel und ging. Seit der Zeit hat der Rabbi nichts von ihm vernommen. Die Mitwelt konnte sich das plötzliche Verschwinden eines großen Feldherren jener Zeit von dem Kriegsschauplatze nicht erklären; bloß der Prager Rabbi wußte, daß nur sein Name gestorben. * * * Das Versprechen des Rabbi wurde getreulich erfüllt, und noch jetzt wird in der Altneusynagoge vor dem Beginne des Kol-Nidre ein Kadischgebet verrichtet. Den wenigsten ist die Ursache dieses Gebrauches bekannt.