Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 43 (21.10.1927)
- Date
- 1927-10-21
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite S flöfflBfflffllHfllßMUM DIE WAHRHEIT Albert Eulenburg, der Herausgeber der Realenzyklopädie der gesamten Heilkunde, der Admiralstabsarzt Dr. Fleischer, sowie eine große Reihe medizinischer Koryphäen mit Namen Frankel, Goldschmidt, Gomperz iL a. Staatsmänner: Die preußischen und deutschen Justizminister Detmold und Heinrich v. Friedberg, die Finanzminister Mor. Ellstätter und David Hansemann, der Begründer und erste Ministerpräsident der bayrischen Republik Kurt Eisner, der preußische Landwirtschaftsminister Karl Friedenthal, der deutsche Reichsminister Georg Gradnauer, der österreichische Justizminister Jul. Glaser, der niederländische Justizminister Michel Godefroy, der französische Minister des Innern Leon Gambetta und der französische Finanzminister Achilla Fould, sowie der Staatssekretär für Indien Sir Ellis Barrow und schließlich Benjamin Disraeli. der als Lord Beaconsfield Schatzkanzler des englischen Kaiserreiches und nebstbei einer der erfolgreichsten Schriftsteller seiner Zeit war. Komponisten und Musikkünstler, nur um einige von den vielen Namen zu nennen: Damrosch, Davidow, Dessauer, Mischa Elmann, Heinrich Grünfeld, der Opernkomponist Karl Goldmark und der Operettenkomponist Leo Fall; Schauspieler und Dramaturgen: Davison und Dessoir, Ossyp Dymow, d'Enne, Rachel Felix, die gefeierte Tragödin an der Comedie francaise, Jettka Finkelstein und der Begründer des jüdischen Theaters Abraham Goldfaden, dem eine längere Abhandlung gewidmet ist; die wissenschaftlichen Reisenden Estori ha Parchi aus dem 13. Jahrhundert und die Afrikaforscher Emin Pascha und Eduard Glaser aus der Gegenwart. Die Maler, Bildhauer und Graphiker: Maria Dillon, Feldmann. Fichel, Epstein, sowie die Wiener Malerfamilien Friedländer und Fränkel und die deutsche Malerfamilie Goldschmidt; die Philosophen und Schriftsteller aus dem Mittelalter: Familien Del Medigo Falaquera, Profiat Duran, Hai b. Scherira, der letzte Gaon an der Gelehrtenschule zu Pumbaditha; aus der neuen Zeit: Familien Dreyfuß, Donath, Dukes und Engel; die jüdischen Historiker Dubnow und Heinrich Graetz, sowie des letzteren Sohn, der berühmte Physiker Professor Leo Graetz, der Aegyptologe Georg Ebers, der reizende Schilderer „Aus Halbasien", Karl Emil Franzos; die großen Talmudheroen Jonathan Eibeschütz und sein Gegner Jakob Emden, sowie Akiwa Eger und R. Israel Friedmann, der Ruzhiner genannt, der sich 1841 in Sadagora niederließ und hier die Rabbidynastie Friedmann begründete. In gleicher Weise könnten wir noch unzählige interessante Namen bedeutender Juden anführen, die gewiß aut allen Gebieten menschlichen Fortschrittes Namhaftes geleistet haben. Es ist ein Werk reich an Belehrung und sollte im Besitze eines jeden Menschen von Kultur zu finden sein*). Die Judenheit müßte ihren Stolz und Ehrgeiz darein setzen, dem Autor die Möglichkeit zu bieten, auch die weiteren Bände in rascher Folge herauszubringen. Wie er uns mitteilt, sind nur noch etwa 150 neue Abnehmer des Werkes nötig, um diese reiche Fundgrube allgemeinen Wissens zu Ende führen zu können. *) Das Werk ist zu beziehen durch den Herausgeber S. Wininger, Czernowitz, Piata pecebal 4 und kostet per Band in elegantem Halbleder gebunden Lei 1.100.—, broschürt Lei 900.—. Für zahlungsschwächere Abnehmer auch in Ratenzahlung. II Bezugsbedingungen: Halbjährig: für Oesterreich S 8.50, Ungarn Pengö 8-50, Deutschland Goldm. 7—, Tschechoslowakei JK60—, Polen ZI. 11—, Schweiz Fr. 7.-, Amerika lVa Doli., Italien Lire 40— ,EnglandSchilling — 15.—.Rumänien Lei 300.—, Jugoslawien Dinar 100.— ■ Jüdische Frauenideale. (Fortsetzung.) Grabschriften. Aus .einer metrischen Grabschrift in einer jüdischen Katakombe in Rom. Das Original im Vulgärlatein der römischen Kaiserzeiti Hier liegt Regina geborgen, in däesem Grabe, das ihr Gatte ihr in Erwiderung ihrer Liebe errichtet hat. Mit einundzwanzig Jahren an ihn verheiratet, hat sie ein Jahr und vier Monate weniger acht Tage mit ihm gelebt, sie wird wieder auferstehen, zum Liebsten zurückkehren. Wahrlich, hoffen darf sie, daß sie sich in die Ewigkeit erheben wird, die nach dem wahren Glauben den Würdigen und Frommen verheißen ist, sie, die verdient hat, in dem ehrfurchtbaren Lande einen Sitz haben. Dies wird dir deine Frömmigkeit gesichert haben, dies, das künftige Leben, auch die Liebe zum Manne, dies die Beobachtung des Gesetzes, das Verdienst in der Ehe, deren Obsorge dir zum Ruhme gereicht. Für diese Taten ist dir eine Zukunft zu erhoffen, mit der sich der beraubte Gatte zu trösten sucht. Vom alten Prager Friedhof. Hendel, die Frau des Jakob Bassewi von Treuenberg, der in Jungbunzlau beerdigt ist, war die Mutter der Armen, sie lud sie an ihren Tisch, kleidete sie alljährlich ein, erzog Waisen, stattete arme Bräute aus, unterstützte dürftige Eheleute, spendete die Beleuchtung für Gotteshäuser und Lehranstalten, beschenkte sie mit Büchern, auch nach Oesterreich, Mähren und anderen Ländern schickte sie, als zu Beginn des dreißigjährigen Krieges die Plünderungen selbst die hebräischen Bücher nicht verschonten, zu Hunderten Gebetbücher, Tefillin, Telethim und Arba Kanfoth. Chaja, einte gebürtige Wienerin und, als Gattin des berühmtein Prager Rabbiners Jesaja Horowitz, Mutter des Wiener Rabbiners Sabbatai Horowitz, einzig in ihrer Generation, sie hätte verdient, daß die Schechina auf ihr ruhe, wenn ihie Zeit nicht dfieser Auszeichnung unwert gewesen wäre. (Ihr Grabstein trägt leine Krone.) Vom Währinger Friedhofe. Karoline Wertheimer (gestorben 1824). Eine Stütze der Studierenden in ihrem Hause. Fromme Frauen. Eine Schwester Rabbi Jakob Dossignos (Enti'e des 18. Jahrhunderts) war so fromm, daß sie Woche für Woche freiwillige Fasttage hielt. Die Angehörigen bewogen sie zur Erhaltung ihrer Gesundheit dazu, nur an jedem Erew Rosch chodesch, jeden Montag und Donnerstag in der Schowewvm- Periode und im Monat Elul, die zehn Bußtage, in der Mischpatim-Woche dlie letzten zwei Tage zu fasten, ferner natürlich die üblichen Gemeindefasittage zu halten. Zur Ablösung zahlte ihr Bruder ihr jede Woche ieänen Betrag für die Atmen und eine Spende für die Gelehrten in Hebron, die dafür ihren Namen im Mischeberach am Abend des Jomkippur im Gotteshause zu erwähnen hatten. Aus Dr. J. S. Blochs „Erinnerungen" (R. Löwit, Wien). (Bloch war als Knabe mittellos unterwegs.) „Die Wanderung zu Fuß war ungemein beschwerlich, und ich war sehr herabgekommen. Kaum wußte ich, wie ich je mein Ziel erreichen sollte, als auf der Landstraße, die nach Brzezany führt, ein Wagen in Sicht kam, auf dem ein dickes, starkes Weib saß mit einem hohen, perlenbesetzten Stirnband am Kopfe, und ein langer, hagerer Mann mit einer ebenso langen, mächtigen Pfeife im Munde. Die Frau war, wie ich später vernommen, die Gattin eines wohlhabenden Kaufmannes in Brzezany. Sie hatte eine erwachsene Tochter, für welche eine Partie aus Tarnopol in Vorschlag gebracht worden war, und sie kam gerade von einem Besuche bei dem Heiratskandidaten, den sie durch ihren Begleiter, einen Talmud-Gelehrten, auf seine talmudischen Kenntnisse hin hatte prüfen lassen. Galizisch-jüdische Familien haben damals bei Verheiratung einer Tochter vor allem auf die Intelligenz und das Ausmaß JAC. MAYER Kleideru. Gummimäntel-Fabrik Export nach allen Ländern Zentrale: Wien II., GlOCkengaSSe 24 Tel. 48-4-79 fflr K«Hiiib««f imd V«*«Uisfuaktl*n8re ««gen Legitimation 10% Nachlaß