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Die Wahrheit · 1927-10-14 · Heft 42 (14.10.1927) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 42 (14.10.1927)
Date
1927-10-14
Page
– (sequence 13)
Language
German
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DBS WAHRHEIT IlllllliyillHJlMil inBSm Seite 13 P, ir."^. f«n Wodke xm Wosfkc ^§ *. « W|»*llt1l»l|l>Wt»l|TllW>llllHW»H»W»»fH«MMII«nilWt»WmW«t»»W»<WtW«M»IW** t> Wolf Pappenheim. Wir erhalten folgende Zuschrift: Am Jörn Kippur des Jahres 1848. als unter dem Donner der Geschütze die Truppen Windischgrätz in das niedergeworfene revolutionäre Wien einzogen, erblickte in der Preßburger Judenstadt als Sohn einer Familie, die seit Generationen dazu berufen war, in der Leitung dieser Muttergemeinde des thoratreuen Judentums eine führende Rolle zu spielen, Wolf Pappenheim das Licht der Welt. Die Stürme zur Zeit seiner Geburt spiegeln sich in dem Wesen dieses hochbegabten Menschen. Aufgewachsen und erzogen in einer vornehmen Umgebung, saß er als Jüngling zu den Füßen des Ksaw Sofer, dessen belehrende Worte er mit dem glühenden Durste des lernbegierigen Schülers aufnahm und genoß, was damals eine besondere Seltenheit war, eine gründliche und umfassende allgemeine Bildung. Im Hause seiner Familie trat er zu den zahlreichen Persönlichkeiten, die damals die großen Kämpfe für die Orthodoxie führten, in engere Beziehungen. In der Jeschiwah, die damals eine Glanzperiode feierte, befreundete er sich mit vielen Bachurim, die in der Folge führende Stellungen zu übernehmen berufen waren. (Zum Beispiel Chaim Sonnenfeld, Salomon Breuer, M. H. Fuchs, Jesaia Fürst u. a.) Der rege Geist des jungen Wolf Pappenheim schafften ihm in frühen Jahren Zutritt an den Beratungstisch der führenden Männer der ungarischen Orthodoxie, so daß er, kaum den Knabenjahren entwachsen, bald in den vordersten Reihen der eifrigsten Kämpfer gegen die Reform stand. Diesen Platz behielt er sein ganzes Leben hindurch. Er ist und bleibt immer die unbeugsame Kampfnatur. In Preßburg, in Paris, in Wien, wohin ihn immer sein Weg führte, immer, überall sehen wir ihn als führenden Rufer im Streite für die alte, unverfälschte Thora gegen die Reform. Unbekümmert um äußerliche Sorgen und Mißlichkeiten, ist er ein unnachgiebiger, unbeugsamer Verkünder und Herold der selbständigen, unabhängigen Trennungsorthodoxie. Wo in der Welt dieser Gedanken eines Verfechters bedarf, ist Pappenheim bereit mitzukämpfen. Es ist selbstverständlich, daß er in Wien, wo er seit mehr als dreißig Jahren zu Hause ist, in sämtlichen jüdisch-orthodoxen Körperschaften und Anstalten führend und leitend arbeitet. Unermüdlich, unverdrossen alles, vom kleinsten bis zum größten, das wichtigste und das mindeste ist sein Ressort, seine Interessensphäre, die er jedem gegenüber verteidigt. Er weiß es immer durchzuführen, daß jeder die Dinge und Ereignisse mit der Brille betrachtet, die er aufsetzt. Welche Aemter er bekleidet? Das ist wohl nicht gut aufzuzählen, denn es gibt wohl hier keine Stelle in der orthodoxen Judenschaft, in der Wolf Pappenheim, der seit vielen Jahren die Orthodoxie im Kultusvorstand vertritt, nicht führend mittätig wäre. Den Mittelpunkt seiner Tätigkeit bildet seit drei Jahrzehnten die Vertretung der Adas Jisroel und ihrer Institute, sowie die vielen orthodoxen Bethäuser. Talmud Thoras usw. Seitdem der Gedanke der Agudah in die Welt gesetzt wurde, ist Pappenheim ihr begeisterter Verkünder und all sein Sinnen und Trachten gehört der großen Idee, die die Agudah verkörpert, und Ihr gilt seine unablässige Arbeit. Diese umfassende Arbeit im öffentlichen Dienste, die den ganzen Mann Tag und Nacht, vom frühen Morgen bis zum späten Abend vollkommen in Anspruch nimmt, läßt Pappenheim noch Zeit und Muße, täglich ungezählte Hilfe una Rat Suchende zu empfangen, die ihm von den zahlreichen Bekannten und Freunden aus aller Welt empfohlen werden. Dem einen besorgt er die Spitalsaufnahme, dem anderen einen Freiplatz in einem Kurort, ein anderer benötigt den Mietzins, der wieder die Fürsprache bei dieser oder jener Behörde. Allen ist er zu Diensten, für jeden ist er liebenswürdig und entgegenkommend. Und wenn alle diese Empfänge und zahlreichen Konferenzen und Sitzungen zu Ende sind, muß er für einen erkrankten Schiursager einen Vortrag über Pirke Abath, über den Wochenabschnitt oder dergleichen halten. Dieser arbeitsfrohe, nie müde Jüngling tritt in das Alter der abgeklärten Kraft. Jubiläen feiern will er nicht. Aber nicht Bescheidenheit ist die Zurückhaltung. Nein, Jubiläen sind die Einleitung zu Ruhe und Rast. Daran aber denkt er nicht. Er fühlt in sich die ungebrochene Kraft und Lust zur unverminderten Arbeit. Awodas Hakodesch für alle. Und er hat Recht. Wir erwarten und wünschen von seinem jugendlichen Geist noch viele ersprießliche Dienste zum Wohl von Klall Jisroel. Maskirandachten am Scheminl-Azeretfi-Feste. Zur Vermeidung des großen Andranges in den Gemeindetempeln zur „Haskarah" veranstaltet der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien am diesjährigen Schemini-Azereth-Feste Dienstag, den 18. Oktober, um 6 Uhr früh, im Stadttempel I.. Seitenstettengasse 4, und im Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 5, sowie um 9 Uhr vormittags im Olympia-Saale. I., Rothgasse 5, anläßlich der Maskir-Andachten feierliche Gottesdienste. Leopoldstädter Kranken-Unterstützungsverein ..Nächstenliebe". Wir erhalten von geschätzter Seite folgende Zuschrift, die wir gerne veröffentlichen: Seit dreißig Jahren veranstaltet der im Titel genannte Verein anläßlich der hohen Feiertage im Pracntsaale des „Bayrischen Hof" Festgottesdienste, um aus dem Reinerträgnis die Not armer bedürftiger Menschen zu lindern. Ich hatte heuer Gelegenheit, dem Gottesdienste beizuwohnen, und die Begeisterung, die mich bei dieser erhebenden Andacht erfüllte, drängt mich, dem rührigen Vorstande im Namen einer großen Anzahl von Besuchern dieses Gottesdienstes meinen besonderen Dank auszusprechen. Die ausgezeichneten Leistungen des zu Studienzwecken hier weilenden Oberkantors Jakob Rothblatt aus Chikago, eines Schülers der Oberkantoren Müller und M a r g u 1 i e s. erinnern an die der besten Vertreter seines Faches. Er verstand es, mit dem vom Chordirigenten des Pazmaniten- Tempels, Bernhard Hirschmann, einstudierten Männerchor den Gottesdienst in einer Weise zur Geltung zu bringen, die allen Teilnehmern noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben wird. Aber auch den Herren Kantor Adolf Braunfeld und dem ausgezeichneten Bal-Tekeh Wilhelm K o 11 m a n n gebührt vollste Anerkennung. Der verdienstvolle Obmann des Vereines, Herr Adolf Reich, vermochte durch seine tief empfundene Rede bei der Maskirandacht die überaus große Zuhörerschaft zu Tränen zu rühren. Der Obmann, der schon oft Proben seines zielbewußten Strebens abgelegt hat und welcher als Anreger des neueingeführten choralischen Gottesdienstes zu bezeichnen ist, wurde vom Ehrenobmann Moritz Rosenblatt sowie den Herren der Exekutive Kassaverwalter Hermann Löwy, Schriftführer Alexander Guttmann, Schriftführerstellvertreter Samuel Bojnitzer. Kontrollor Max Robiöek und Revisor Simon Berger auf das kräftigste unterstützt und sei allen diesen Herren öffentlich die Anerkennung ausgesprochen. Ein solch schöner und erhebender Gottesdienst, der noch dazu humanitären Zwecken dient, fördert jüdisches Empfinden und dürfte allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben. M. B . . . . sch. 25 Jahre Verein „Bikur Chaulim" — Krankenbesuch. Die Anweisungen unserer Rabbinen, der Lehrer des Volkes, über den Krankenbesuch sind zahlreich. Nur drei von größter Wichtigkeit seien hier vor dem Jubeltage des genannten Vereines angeführt. Es heißt: „Wer einen Kranken besucht, der nimmt ihm den 60. Teil seiner Schmerzen." Ferner: „Wer einen Kranken nicht besucht, gilt so, als cb er Blut vergösse." Endlich: „Wer einen Kranken besucht, wird vom Gericht des Gehinnom errettet." Das sind große, rührende Beispiele, wie sehr im Judentum die Sorge für die Kranken gewertet wurde. Mit Recht. In heiliger, weil von Gott gewollter Arbeit hat der jubilierende Verein Bikur ■■**■■■«■■■■■ Herren-^ und Damenkleider nach Maß sowie fertig lagernd, nur Qualitätsware, billigste Preise. Eventuelle langfristige, bis m einem Jahre wahrende Zahlnngserleichtertmgen Kleider-Erzeugungs-Unlon, Wien VI., Kaserneng. 6 Telephon 3-15 , hamuiuinininimumnHnuiH«ni»m.m..n.,...m..........i Bollinger-Eiskasten •lud Mit 1870 dl« beste» Fabrik: Wien XV., Staglgasse Nr. 10, Telephon 38-4-19 Filiale: VII., Barggasse Nr. 17, Telephon 32-3-80

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