Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 41 (7.10.1927)
- Date
- 1927-10-07
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Offi WAHRHEIT IMMM^^ Seite 9 Von den Verwandten des dahingeschiedenen Präsidenten des Bethausvorstandes für den I. und IL Bezirk, Herrn Anton Beck, ist mit einem herzlichen Dankschreiben für die dem Verstorbenen erwiesenen Ehrungen eine Spende von S 1000.— zur Verteilung an Arme nach Ermessen des Präsidiums der Kultusgemeinde eingelangt. Des weiteren hat Präsident Wilhelm Kux für die Anteilnahme anläßlich des Ablebens seines Vaters dem Kultusvorstande seinen herzlichsten Dank zum Ausdruck gebracht. Im Einlaufe befindet sich ferner das Verzeichnis der größeren Spenden, welche der Kultusgemeinde seit der letzten Plenarsitzung zugekommen sind: Von einem Gemeindemitgliede sind zur Erinnerung an dessen Eltern 10.000 Dollar zur Errichtung einer Stiftung zugunsten der Erweiterung der Israelitischen Versorgungsanstalt gewidmet worden. Das Kapital dieser Stiftung soll im Falle der Erweiterung der Versorgungsanstalt für diesen Zweck herangezogen werden; bis dahin aber sollen die Stiftungserträgnisse zur Armenunterstützung an den Jahrzeittagen der Eltern des Stifters verwendet werden. Des weiteren hat die jüngst verstorbene Frau Josefine S a 11 m a y e r letztwillig ihr Wohnungsmobiliar einem jüdischen Waisenkinde geschenkt. Allen Spendern wird der herzlichste Dank des Plenums votiert. Von den Mandataren der „Wahlvereinigung für soziale Tätigkeit" wurde bei Sitzungsbeginn eine Interpellation überreicht, in welcher die Beratung einer Aenderung des Wahlrechtes in die Kultusgemeinde urgiert und die Anfrage gestellt wird, ob das Präsidium gewillt ist, in der allernächsten Zeit die Frage auf die Tagesordnung des Vertreterkollegiums und Plenums zu setzen. Vorsitzender Vizepräsident Dr. J. Ornstein gibt bekannt, daß die Interpellationsbeantwortung in der nächsten Plenarsitzung des Kultusvorstandes erfolgen werde. Als nächster Gegenstand der Tagesordnung wird der Präsidialbericht vom Amtsdirektor Regierungsrat G. Fuchsgelb zum Vortrage gebracht. In seiner Sitzung vom 14. Juni 1927 hat das Plenum des Kultusvorstandes dem Vertreterkollegium, beziehungsweise dem Präsidium die üblichen Vollmachten für die Geschäftsführung während der Sommermonate erteilt. Das Präsidium war bemüht, von dieser Vollmacht nur den unumgänglich notwendigen Gebrauch zu machen. Dem Plenum werden somit alle jene Geschäftsstücke vorgelegt, welche im Sinne der erteilten Vollmacht vom Vertreterkollegium zu erledigen und dem Plenum bloß zur Kenntnis zu bringen sind, ferner jene, welche einer nachträglichen Genehmigung durch das Plenum bedürfen. Für Mitte Juli dieses Jahres war der Besuch des Großpräsidenten der B'nai B'rith, Mr. Cohen aus C incinnati, zur Besichtigung der von den Israel. Humanitätsvereinen B'nai B'rith in Wien teils erhaltenen, teils tatkräftigst geförderten jüdischen Fürsorgeinstitutionen angekündigt. In Würdigung der ganz hervorragenden Leistungen auf jüdisch - charitativem Gebiete, welche die B'nai-B'rith- Vereinigungen in Wien sowie in aller Welt zu verzeichnen haben und wodurch sie sich besonders der dankbaren Anerkennung der Wiener Judenschaft verdient gemacht haben, hat sich das Präsidium veranlaßt gesehen, für den 18. Juli dieses Jahres einen festlichen Empfang der genannten Persönlichkeit in den Räumen der Kultusgemeinde anzuberaumen. Die traurigen Ereignisse vom 15. Juli dieses Jahres und den folgenden Tagen haben diesen Empfang sowie den Besuch des Mr. Cohen überhaupt hinfällig gemacht. Diese schweren Schicksalstage Wiens haben infolge des stattgehabten Generalstreikes Schwierigkeiten hinsichtlich des Beerdigungswesens gezeitigt, welche dank der Umsicht der in Betracht kommenden Organe soweit als nur irgendwie möglich beseitigt wurden. An dem auf Kosten der Kultusgemeinde veranstalteten Begräbnis eines jüdischen Opfers der blutigen Ereignisse hat der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde teilgenommen. Auf dem Neuen israelitischen Friedhofe sind die Bauarbeiten bei dem Neubau der Zeremonienhalle und den dazugehörigen Bauten während der Sommermonate intensiv betrieben worden, so daß die Vollendung dieses Werkes mit Schluß des laufenden Kalenderjahres oder zu Beginn des nächsten Jahres zu gewärtigen ist. Auch während der Sommermonate ließ es sich das Präsidium der israelitischen Kultusgemeinde angelegen sein, durch fortlaufende unangesagte Inspizierungen und Besichtigungen der jüdischen Fürsorgeinstitutionen sich von derem klaglosen Funktionieren zu überzeugen. Mit besonderer Befriedigung soll an dieser Stelle des „Sonnen-Tagesheimes" gedacht werden, welches im Anschlüsse an unsere Kinderspitalsambulanz im Augarten unter der trefflichen Leitung des Herrn Primarius Prof. Dr. Z a p p e r t und unter der dankenswerten finanziellen Förderung des Vereines „E i n t r a c h t". B'nai B'rith, vielen Hunderten zur Tuberkulose disponierten Kindern Gesundung und Erholung bringt. Die Eindrücke, welche sich dem Präsidium darboten, waren wahrhaft herzerfreuend. Ueberaus befriedigend konnte das Präsidium die Entwicklung des von der Kultusgemeinde errichteten Kindergartens in der Othmargasse erkennen. Durch die Errichtung einer entsprechenden Baulichkeit auf der Augartenwiese beim Kinderambulatorium, welche wohl in diesem Jahre nicht mehr möglich war, aber im nächsten Frühjahre zur Durchführung gelangt, wird die Möglichkeit geschaffen, die Zöglinge des Kindergartens während der warmen Jahreszeit in der frischen Luft zu betreuen, wird aber auch für die erwachsene Jugend die Errichtung eines Platzes für Turn- und Leibesübungen ermöglicht. Das Präsidium hat im S p i t a 1 e der israelitischen Kultusgemeinde und in der Israelitischen Versorgungsanstalt unangesagte und eingehende Visitationen vorgenommen. Auch hier konnte festgestellt werden, daß im Rahmen des Möglichen alles geleistet wird, um bei einer geordneten und umsichtigen Verwaltung den Schützlingen, die den Intentionen des Kultusvorstandes entsprechende beste Obsorge angedeihen zu lassen. Mit um so größerem Bedauern mußte das Präsidium wahrnehmen, daß ein in Wien erscheinendes Wochenblatt in mehreren Aufsätzen sich in abfälligster Weise über die Versorgungsanstalt ausgelassen hat. Durch die Entstellung von Tatsachen und durch Unwahrheiten, die offenbar von böswilliger Seite zugetragen wurden, wurde in diesem Falle das Wirken einer Anstalt, auf welche die Kultusgemeinde mit Stolz zu blicken alle Veranlassung hat, ganz ungerechtfertigt herabgesetzt. Das Präsidium beabsichtigt, in nächster Zeit die Vertreter der Wiener Presse zu einer Besichtigung dieser Institution der Kultusgemeinde einzuladen, um auch der Oeffentlichkeit eine gerechte Beurteilung zu ermöglichen. Es hatte ferner das Präsidium sich mit der Ueberprüfung einer Subventionsangelegenheit zu befassen, welche den Gegenstand der Erörterung in einem Montagsblatte bildete. Auch in diesem Falle handelt es sich um die Vorbringung von Entstellungen und Unrichtigkeiten, und .es hat das Präsidium der bezüglichen Redaktion die Einsicht in den Verhandlungsakt angeboten, wovon allerdings bisher kein Gebrauch gemacht wurde. % Auf dem Gebiete des Kultus waren es vornehmlich die Vorkehrungen für die hohen Feiertage, welche das Präsidium intensiv beschäftigten. Infolge von Saalschwierigkeiten hat der im Vorjahre im Olympia-Saale abgehaltene Neujahrsgottesdienst für die reifere Jugend in diesem Jahre als Sonderveranstaltung nicht stattfinden MOBELfjAjäRIK SIGM. WIEN, 2. BEZ., PRATERSTRASSE NR. 30 Reiche Auswahl solid Bearbeiteter FERNSPRE C H-N U M N?E R 45-1-91 PPENHEIH Möbel zu billigsten Preisen