Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 35 (26.8.1927)
- Date
- 1927-08-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Seite 7 Löwe und gründet dann die bekannte Waffenfabrik in Berlin. Sein Bruder heißt Isidor (Geschenk der Isis ähnlich. Theodor Qottasgabe). Löwe ist einer der zwölf bei den deutschen Juden üblichen Tiernamen: er hat noch eine andere Quelle. Nämlich das hebräische Wort leb, das Herz bedeutet und wie unser Herz und wie das lateinische cor und das italienische cuore als Liebkosungswort gebraucht, bei der Anrede geliebter Personen angehängt wird. Es nimmt dann im Jüdisch-deutschen die Form Leben an, Tateleben ist jüdisch-deutsch und soviel wie Vaterharz. Leb und Herz sind zugleich jüdische Vornamen; dann erscheint Leb gewöhnlich in der Form Lob (Löb Sonnerriann, Löb Rappaport). Auch aus Löb konnte nun, wie vorhin aus Levi Löwe und daraus durch Rückübersetzung ins Lateinische Leo werden, letzteres gleichfalls ein gewöhnlicher jüdischer Vorname. Die Juden lieben denselben um so mehr, als sie sich gemäß der Weissagung des sterbenden Erzvaters, der Jude einen jungen Löwen nennt, wirklich als Löwen fühlen. Der Löwe heißt im Hebräischen ari; Ariel ist der Löwe Gottes. Benary so viel wie Löwensohn. Alte Juden sind es." Es ist schade, daß diese geschilderte Entstehung vieler merkwürdiger jüdischer Namen weiten Kreisen des deutschen Volkes unbekannt ist. Ist doch die Meinung verbreitet, daß die Eigentümlichkeit mancher jüdischer Namen mit der lebhaften, südlichen Phantasie der Juden in Zusammenhang steht. Glossen. In St. Anton am Arlberg wurden Flugzettel verteilt, in denen dem Wiener Bürgermeister S e i t z, der dort zur Sommerirische weilt, in einem zwar schlechtstilisierten, aber doch klar verständlichen Deutsch mitgeteilt wird, daß er zu den „ungewünschten Gästen" zähle. Ueberdies wurde ihm der wohlgemeinte Rat gegeben, schleunigst das Land zu verlassen, „da sonst die Tiroler nachhelfen müßten." Der Bürgermeister der Hauptstadt Oesterreichs kann in Tirol nicht als Fremder angesehen werden, und man braucht daher diese Maßnahme der biederen Tiroler keineswegs vom Standpunkt der Hebung oder Schädigung des Fremdenverkehres aus zu prüfen. Aber man dürfte in Wien, dessen gesamte Bevölkerung ohne Unterschied der Konfession und der Parteizugehörigkeit in der Person ihres Bürgermeisters eine blutige Beleidigung erlitten, bei dieser Gelegenheit sich doch fragen, ob es wohlgetan war, gleichgültig zuzusehen, wie seit Jahren in zahlreichen antisemitisch verseuchten Orten dem Gesetze, das die Freizügigkeit aller Bürger dieses Staates gewährleistet, ins Antlitz geschlagen wird. Herr Seitz, der Bürgermeister der Stadt Wien, ist, abgesehen von der hohen Stellung, die er einnimmt, eine hervorragende achtunggebietende Persönlichkeit. Aber die Tiroler hätten es längst schon erfahren müssen, daß nicht nur der Wiener Bürgermeister, sondern kein österreichischer Bürger in dem Rechte seiner Freizügigkeit geschädigt werden dürfe. * * •fe Mannigfache Vorfälle in der jüngsten Zeit ließen es angezeigt erscheinen, daß ein Hakenkreuzler-Sonderzug, der 435 Personen, die an der Nürnberger Bundestagung der Nationalsozialisten teilgenommen, von Nürnberg nach Berlin brachte, an der Station Teltow einer Kontrolle unterzogen wurde. Die weise Vorsicht lohnte s|ch. Es wurden bei den Herren Dolche, Messer, Totschläger, Schlagringe, Stahlknüppel, Beile, Alarmpistolen usw. vorgefunden, kurzum eine Ausrüstung, mit der sich unter günstigen Umständen schon ein kleiner Haken-Kreuzzug, wenn auch nicht gerade gegen Heiden oder Moslems, unternehmen ließ. Es ist nicht anzunehmen, daß den so vorzüglich bewaffneten Helden irgendwelche Unannehmlichkeiten aus der Affäre erwachsen werden. Man wird es ihnen glauben, daß sie sich durch diese Ausrüstung nur gegen die eventuelle jüdische Verdächtigung, daß auch sie zur Schändung jüdischer Friedhöfe ausgezogen seien, wehren wollten. In der Tat sind Dolche, Totschläger usw. höchst ungeeignete Werkzeuge zur Demolierung von Grabsteinen, mit denen man nur die Ruhe der Toten stören kann. * * * Der immerhin namhafte Teil der deutschen Hakenkreuzler, der es nicht über sich bringen kann, auch den Fanatismus der Grabschänder gutzuheißen, hat einen journalistischen Vertreter gefunden, der sogar aus diesen Greueltaten Anklagen gegen die — Juden zu schmieden weiß. Er sagt unter anderem, man könne auch bei dieser Gelegenheit feststellen, wie unverschämt die Juden in Aufbauschung und Uebertreibung von Vorfällen seien, über die sie Klage führen. So habe man zum Beispiel in einem jüdischen Blatte lesen müssen, daß böse Antisemiten in der letzten Zeit „Woche um Woche" ausziehen, um jüdische Friedhöfe zu schänden, was eine schändliche Uebertreibung sei. Welcher Maßstab genügt, um die Beschämung der Juden zu kennzeichnen, die tatsächlich zugeben müssen, daß innerhalb der letzten zwei Jahre alles in allem 42, sage und schreibe zweiundvierzig jüdische Friedhöfe die erlösenden Heilwirkungen des antisemitischen Geistes in gründlichster, ja noch mehr, in grundstürzender Weise zu spüren bekamen! Die Juden gelten angeblich als gute Rechner, aber in ihrer Uebertreibungs- und Verleumdungssucht erfrechen sie sich, die kleinen, monatlich kaum zweimal sich wiederholenden antisemitischen Scherze, bei denen keinem lebenden Juden auch nur ein Haar gekrümmt wurde, als allwöchentliche Vorfälle zu bezeichnen. Und vor diesem jüdischen Terror sollen sich die Hakenkreuzler beugen? Nein, nie, niemals! * * * Die Rassenschnüffler, die glücklich sind, wenn sie einem primo loco für einen Professor vorgeschlagenen Gelehrten zumindest eine jüdische Großmutter anhängen können, folgen weniger entzückt den Bemühungen der Historiker, die den Nachweis erbringen, daß die Mutter des C o 1 u m b u s eine Jüdin war. Einer dieser Historiker, Professor Teodosio N o e Fi, Dozent am orientalischen Seminar der Universität Berlin, ein Spanier von unzweifelhaft christlicher Abstammung, erinnert in einer außerordentlich interessanten Abhandlung, die sich Kleideru. Gummimäntel-Fabrik Export nach allen Ländern Zentrale: Wien iL, GlOCkdlgaSSe 24 Tel. 48-4-79 Für KultiMbaamt« und Vtrtinsfunktlonäre sefl«n Legitimation 10% Nachlaß JAC. MAYER