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Die Wahrheit · 1927-08-05 · Heft 32 (5.8.1927) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 32 (5.8.1927)
Date
1927-08-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 IllllOllllltllllli DIE WAHRHEIT den sie fortfahren, sie zu erzählen, bis das Publikum aufhört, sie zu lesen". — Der vom Rasseantisemiten Grafen Ernst zu Reventlow herausgegebene „Reichswart" gibt eine Uebersicht übar Henry Ford's antisemitische Vergangenheit und schreibt: „In judengegnerischen deutschen Kreisen hat Henry Ford vielfach einen Ruf genossen, den er nie verdient hat. Ford hat sich niemals bemüht, die Judenfrage in ihren tieferen GründetL, im tieferen Sinne zu erfassen. . . . So verschwindet Henry Ford im jüdischen Sumpf . . . Der Fall Ford zeigt schließlich wieder eine Wahrheit, die nicht oft genug ins Licht gestellt werden kann: der Kampf gegen die jüdische Pest bedingt völlige innerliche Echtheit . . . Der Fall Ford hat kieine eSnzigfc Tatsache hinsichtlich dar Juden frage geändert, . . . es handelt sich nur um die Selbstenthüllung einer Persönlichkeit als unwahrhaftig und als minderwertig". Auf einmal! (D. Red.) Kongreßbegeisterung? Die Gesamteingänge des Hauptbüros des Keren Hajessod bis 30. Juni 1927 belaufen sich auf L 303,040.049.6.3. Die Eingänge im Monat Juni betragen L 32.697-1.5 Dazu bemerkt das Hauptbüro des K. H.: Im Juni sind die Eingänge auf einen so niedrigen Betrag gefallen, wie er seit 1925 nicht zu verzeichnen war. Der Rückgang ist dadurch zu erklären, daß die Vereinigten Staaten, die im Mai L 33.117 überwiesen hatten, jetzt im Ausgleich nur L 11.743 (also ein Drittel!) sandten. Der Jüdische Nationalfonds nahm im Juni 1927 LE 23.089 ein. In den ersten nun Monaten d. J. 5687 betrugen die Eingänge LE 187.971. gegen LE 202.982 in der gleichen Periode d. J. 5686. Das Minus beträgt demnach LE 15.011. Leichenschändung. Nichts ist bezeichnender für den Geist der „WissenschaftlichEeit", der an manchen deutschen Universitäten herrscht, als ein empörender Vorfall, welcher gegenwärtig die Berliner Gemüter mit Recht in heftigste Erregung versetzt. Im pathalogischen Institut der Charit 6 veranstaltete dessen Direktor, Geheimer Medizinalrat Universitätsprofessor Dr. Lubarsch im Anschlüsse an seine Vorlesung eine Demonstration von Leichenteilen, die er mit folgenden Worten begleitete: „Ich scheue mich nicht, Ihnen den Namen dieses Verstorbenen zu nennen. Es ist Herr Ivan K u t i s k e r, ein Ostjude, der, wie Ihnen wohl bekannt ist, zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Er hat sich mit 20 Jahre syphilitisch infiziert und rauchte, wie es bei Ostjuden Sitte ist, täglich 30 bis 40 Zigaretten." Mag auch der verstorbene Kutisker im Mittelpunkte einer einzigartigen Skandal- und Korruptionsaffäre gestanden sein, nichts gibt dem Geheimen Medizinalrat das Recht, sein Berufsgeheimnis, noch dazu in dieser abstoßenden und gehässigen Form preiszugeben. Er hat sich nicht nur dem Toten gegenüber, der als Leiche vor ihm lag, einer schweren Pflichtverletzung schuldig gemacht, sondern es nicht einmal mit der Wahrheit genau genommen, da Kutisker nicht als rechtskräftig Verurteilter, sondern als Untersuchungsgefangener gestorben ist. Aus diesem Vorfalle ersieht man, welche Verheerungen der Rassenhaß selbst in den Gehirnen intellektuell, wenn auch nicht moralisch hochstehender Personen zu verursachen vermag, wenn ein Arzt, ein Lehrer der akademischen Jugend, der der Nachfolger eines Virchow und eines Koch ist, vor solchen Unverschämtheiten nicht zurückschreckt. Der Präsident von Mexiko. In Mexiko, dem klassischen Lande der Revolutionen, haben die Bestrebungen auf Trennung vom Staat und Kirche zu einem Kampf gegen die katholische Kirche geführt, der Erscheinungsformen angenommen hat, wie man sie aus Chroniken und Geschichtswerken, die die Zeiten der Religionskriege in Europa schildern, in Erinnerung hat. Es bedeutet keine Einmischung in die inneren Verhältnisse eines fremden Staates, wenn wir auch in diesen Blättern unserem Bedauern darüber Ausdruck geben, daß in einem großen und blühenden Land ganze Klassen von Menschen um ihres Glaubens willen Gegenstand schärfster Verfolgung sind. Mehr als die meisten Blätter hat auch wohl dieses Organ die innere Berechtigung zu einer solchen Aeußerung; denn seit seinem Bestehen gilt sein Kampf allen Verfolgungen, die Menschen um ihres Glaubenns willen erleiden müssen. Und unsere Haltung gegenüber den mexikanischen Vorgängen wird auch dadurch in keiner Weise schwankend, und unsere Ueberzeugung von der Notwendigkeit der Glaubensfreiheit wird auch dadurch nicht ins Wanken gebracht, daß in katholischen Blättern Deutschlands, und zwar teilweise in sehr angesehenen und weitverbreiteten Zeitungen, die merkwürdige Version auftaucht, Präsident Calles, auf dessen Initiative die Bekämpfung der katholischen Kirche in so ungemein scharfer Form vor sich gehe, sei Jude, sogar, was eine Steigerung bedeuten soll, eingewanderter Ostjude. Die Behauptung wird wirklich ernsthaft aufgestellt, und so sehr man sie psychologisch auch verstehen kann, weil es sich ja um einen beinahe durch Uebung geheiligten Brauch handelt, dadurch die Verworfenheit des Gegners zu entschuldigen und seine womöglich ehrliche Meinung zu diskreditieren, daß man ihn zum Juden stempelt, so unpsychologisch ist es, Mittel des religiösen Hasses wiederum zur Abwehr eines Religionskampfes zu verwenden. Nun trifft von Calles' Judentum nur eines zu: er trägt neben seinen anderen Vornamen* auch den: Elias, und eine rege Reporterphantasie sieht in „Calles" eine raffinierte Buchstabenauswechslung von Elias. Die Herrschaften wissen nicht, daß der volle Name des übrigens katholischen Generals und jetzigen Präsidenten lautet: Plutarco Elias Calles. Die Vorfahren ds Präsidenten sollen aus Syrien in Mexiko eingewandert sein. Aus der Tatsache alttestamentarischer Vornamen auf jüdische Herkunft zu schließen, dürfte ein recht bequemes, aber ebenso unsicheres Mittel sein. Denn die Vorliebe, Vornamen aus dem Kreise biblischer Personen zu wählen, ist ja gerade in streng religiösen christlichen Kreisen weit verbreitet. Wenn die katholische Presse sich gegen mittelalterliche Methoden der Bekämpfung der katholischen Kirche wehrt, so dürfte die Verwendung gleichfalls mittelalterlicher Mittel hierbei wenig geeignet sein, den Gegner moralich ins Unrecht zu setzen. Die russischen Hinrichtungen. Die sowjetrussische Regierung hat in den letzten Tagen eine größere Zahl angeblicher Gegenrevolutionäre hinrichten lassen. Da die völkische Presse bereits, wie üblich, von dem „Blutrausch Sowjetjudäas" schreibt und die bedauerlichen Todesurteile, die auch verschiedene hohe Adelige und alte Offiziere betroffen haben, als „Christenpogrome" hinstellt, sei festgestellt, daß sich unter den Hingerichteten auch ein Jude befindet. Die „Jüdische Telegraphen-Agentur" (JTA) meldet darüber: „Unter den zwanzig Hingerichteten in Rußland befand sich auch Salomon Gurewitsch, der Sohn eines jüdischen Kaufmannes in Moskau. Es wird von ihm behauptet, daß er während einer Versammlung in Moskau einen Schuß auf den Kommissär B u c h a r i n abgegeben haben soll. Später versuchte Gurewitsch ein Attentat gegen Stalin und Rykow. Bei diesem Versuche wurde er gefaßt und saß einige Wochen im Gefängnis. Jetzt, aus Anlaß der neuen Attentate, wurde er ohne Urteil hingerichtet." Die Jüdische Gemeinde. Im Hamburger „Israelitischen Familienblatt" stellt der Berliner Rabbiner S. Weisse folgende zutreffende Betrachtungen über die jüdische Gemeinde an: „Das Judentum hat viele Richtungen und Parteien. Trennungen nach Weltanschauung und Milieu. Das ist kein Unglück. Die Parteien kontrollieren einander, hemmen die Erstarrung und machen durch Kritik den Weg zum Fortschritt frei. Es kann aber zum Unheil führen, wenn die Parteien die Weltanschauungen, die sie ins Leben gerufen MÖBELFABRIK ^"»»s*»«».™»»,« "M^TnPPENHEI WIEN, 2. BEZ., PRA TERSTRASSE NR. 30 Reiche Auswahl solid gearbeiteter Möbel zu billigsten Preisen

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