Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 28 (8.7.1927)
- Date
- 1927-07-08
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 » DIE WAHRHEIT .Jimtstu.SUcmtm HNMHMIIHNHUNMHMIMNIi Der Sohn des Moses Mautner. Ein Wiener Roman von Leopold H i c h 1 2 r. Dieser Roman ist die Schöpfung eines Wiener jüdischen Dichters, der mit seltener Einfühlung in die Zeit, die er schildert, die Lebensgeschichte eines Wiener Juden erzählt. Das Wien* der Neunzigerjahre ist als buntes, überaus lebendiges BMd vor dem Leser aufgerollt und insbesondere sind die Zeichnungen des jüdischen Milieus außerordentlich geglückt Hinreißend lustige Kapitel, erfüllt von köstlichem jüdischen Humor wechseln mit ergreifenden FamMiemszenen, die wahre Kabinettstücke echter Dichterkraft repräsentieren. Herrliche Sentenzen machen das Buch auch überdies zu einem Schätzkästiein tiefer Lebensweisheit. Mit Erlaubnis ds Verlages R. L ö w i t (Wien I., Rotenturmstraße) werden wir in einer unserer nächsten Nummern das erste Kapitel dieses Romanes abdrucken und sind gewiß, daß wir damit unseren Lesern eine Freude bereiten werden. Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Juden» tums. Im Juniheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums führt Max Wiener seine Besprechung der Schriften der prophetischen Literatur zu Ende. J. Bergmann bringt zu einer Reihe jüdischer Volksbräuche anregende Parallelen aus dem Volksbrauch anderer Völker und zeigt in sehr lehrreicher Weise, wie das Judentum trotz fremder Anregungen seine religiöse Eigenart zu bewahren gewußt hat. E. Bicker'mann untersucht den Ursprung des Vorwurfs des Ritualmordes, der zum erstenmal hn Altertum in der Form auftaucht, daß die Juden in ihrem Tempel einen Griechen mästeten, um ihn dann zu töten; er weist nach, daß die Fabel auf die Umgebung des Königs Antiochos Epiphaoes zurückgeht, der den Tempel geplündert hatte und ihn dann verleumdete, um die Mißbilligung abzuschwächen, die im Altertum jeder Tempelraub nach sich zog. G. Schwarz versucht zu zeigen, daß die König David in den Mund gelegten Ratschläge an seinen Nachfolger ihm zum Teil mit Unrecht zugeschrieben wurden, um für harte Urteile des jungen Salomo eine Rechtfertigung zu finden. Bürgermeister Anklam erzählt mit Unterstützung* des Lehrers Wolf die Geschichte der jüdischen Gemeinde Aurich, B. Rosenthal führt in die Anfänge der Karlsruher Gemeindegeschichte ein. — Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von Mk. 10.— an diese Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlin 7030) oder an einen der Vertrauensmänner sendet, welche in jedem Heft der Monatsschrift aufgezählt sind. Das judische Alt-Neu-Preßburg. Im Verlage des „Jüdischen Familienblattes" in Bratislava erscheint anfangs 1928 das monumentale Werk „Das jüdische Alt-Neu-Preßburg". Mit dem illustrierten, künstlerischen Werk, welches die historische und kulturelle Vergangenheit des jüdischen Preßburg bis in die Gegenwart herein erschöpfend darstellen wird, soll dem Geiste unserer Väter ein literarisches -und künstlerisches Denkmal gesetzt werden. Dieses mit großem Aufwand ausgestattete Prachtwerk wird in Großformat und in einem Umfange von zirka 500 Seiten mit zirka dreihundert Illustrationen denkwürdiger Stätten und berühmter jüdischer Männer und Frauen der Vergangenheit und Gegenwart unserer Heimatstadt bringen, wie auch die ganze Geschichte des jüdischen Preßburg in Wort und Bild literarisch und künstlerisch festhalten. Angesichts der Bedeutung dieses Werkes erwarten wir, daß alle aus Preßburg stammenden Juden und alle aus der berühmten Jeschiwa des Chassam-Sofers hervorgegangenen Schüler dieses Werk unterstützen und fördern werden. Wir bitten daher alle, die im Besitze sind von irgendwelchem Material. Erinnerungen, Reminiszenzen, interessanten Bildern von Preßburger Persönlichkeiten, Kultusgegenständen, historischen Statten, Faksimilien, Abschriften historischer Dokumente, Tagebüchern, Briefen, Stammbäumen usw., die auf Preßburg irgendwie Bezug haben, uns dasselbe gegen Vergütung aller Barauslagen leihweise zur Verfügung zu stellen. Weitere Auskünfte erteilt die Redaktion des „Jüdischen Familienblattes", Bratislava, Kapuczinergasse 3. Die Bibliothek Georg Brandes. Die Bemühungen, eine Aufteilung der Bibliothek des verstorbenen hervorragenden dänisch-jüdischen Literaturforschers Und Schriftstellers Georg Brandes zu verhindern, sind gescheitert. Die mehr als 2000 Bände zählende Bibliothek wird an verschiedene Stellen verteilt werden. Einen Teil erhalten mehrere Mitglieder der Familie des Verstorbenen, während der Rest der dänischen Nationalbibliothek in Kopenhagen und anderen Büchersammlungen zugewiesen wird. Nahezu sämtliche Bücher weisen eigenhändige Widmungen der Autoren auf. Es ist sehr zu bedauern, daß es nicht gelungen ist, die herrliche Büchersammlung Georg Brandes', die auch viele seltene Judaica und Hebraica enthält, zu erhalten. Weltkrieg, Weltrevolution, Weltverschwörung, ISVelt- Oberregierung Von B. W. Segel. Philo-Verlag, Berlin. Durch sein vor mehr als zwei Jähren veröffentlichtes Wie-rk „Die ProtokoUie der Weisem von! Zion*' hat sich der Mitarbeiter dieser Zeitung B. W. Segel nicht nur einen klangvollen Namen als ernster Forscher und glänzender Stilist erworben, sondern er hat auch allen, die nach Wahrheit streben^ große Dienste geleistet und sich durch seine Publikationen unvergängliche Verdienste um das Judentum erworben. Segel hat in seinen „Protokollen der Weisen von Zion" sein ganzes Können aufgeboten und das ganze wissenschaftliche Material so gründlich und sorgfältig bearbeitet, daß der. weniger wissenschaftlich gebildete oder geschulte! Leser sich darin nicht so leicht zurechtfindet. Von verschiedenen Seiten wurde ihm dringend geraten, eine gemeinverständliche, kurze Bearbeitung der „Protokolle" herauszugeben, die den Bedürfnissen des Laien genügen soll. (In diesem Blatte! wurde jüngst ein diesbezüglicher Brief des verstorbenen Philosophen Eucken aus dem Vorworte der neuen Broschüre zitiert.) Diese Bearbeitung liegt nun vor und auch sie ist dem fleißigen und gelehrten Verfasser in jeder Beziehung glänzend gelungen. Schreiber dieses war einer ersten, der gelegentlich einer flüchtigen Begegnung Herrn Segel dringend riet, eine populäre Ausgabe seines streng wissenschaftlichen Werkes zu veranstalten, und freut sich deshalb, daß sein Rat befolgt wurde. Schon im Interesse der Wahrheit wünschen wir dem fleißigen und geistreichen Verfasser die weiteste Verbreitung seiner neuesten Publikation. Denn sie verdient in höchstem Maße. Dr. Felix Kanter, Zwittau (Mähren). Die Zweimonatsschrift „Der Morgen" (Herausgeber Professor Dr. Julius Goldstein-Darmstadt) hält sich dem Tagespolitischen fern, obgleich sie allem Entscheidenden und Wertvollen der Zeit Ausdruck zu geben bemüht ist. Dieses Mal aber bringt die jüngst erschienene Nummer 2 des dritten Jahrganges einen kräftigen Weckruf gegen die Schande unserer Tage: Die Schaffung jüdischer Gräber. Wilhelm Michel, der bekannte Höiderlinforscher, spricht im Namen des Deutschtums und der Menschlichkeit gegen eine Niederträchtigkeit, die die Ehre des deutschen Namens befleckt. Seinen Aufsatz „Kampf gegen Gräber" wird man nicht ohne innere Bewegung lesen können. Der zweite Aufsatz von Dr. Max Wiener behandelt die Frage der U nsterblichkeit. Die Forderungen des religiösen Bewußtseins und die positive Haltung des Judentums zu der Frage der Unsterblichkeit kommen zu eindrucksvoller Darstellung. Carl Gebhardt; der Spinozaforscher und Herausgeber der Gesamtwerke Spinozas, behandelt das Thema „Spinozas B a n n". Dr. B. Jacob- Dortmund fährt in seiner E i nführungin das erste Buch Moses fort. Er behandelt dieses Mal die Akeda, die Geschichte der Bindung Isaacs. Wie immer versteht es Jacob, dem biblischen Bericht neue Seiten abzugewinnen. Professor Julius Goldstein beschließt in seinem Aufsatz „Vom demokratischen zum völkischen Bürgertum" seine Artikelreihe Kleideru. Gummimäntel-Fabrik Export nach allen Ländern Zentrale: Wie» II.« GlOCkeiigaSSe 24 Tel. 48-4-79 jFIlr Kuftesbeamte und Vereinsf«nktionäre gegen Legitimation 10% Nachlaß von den Fm Schaufenste meiner Niederlage II., Taborstraße 44 ersichtlichen Verkaufspreisen l TAG MAYER