Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 28 (8.7.1927)
- Date
- 1927-07-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 ^u«Ma^^^ DIE WAHRHEIT Amtliche Verlautbarungen der israelitischen Kultusgemeinde Wien Kundmachung betreffend die Errichtung von Minjanim für die hohen Feiertage. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde beabsichtigt, für den Bedarf an temporären Bethäusarn durch eigene Maßnahmen vorzusorgen, beziehungsweise durch die Tempel- und Bethausvereine Vorsorgen zu lassen. Im übrigen werden Genehmigungen für temporäre Betveranstaliungen nur in Ausnahmsfällen erteilt wierden. Im Sinne der Bestimmungen des § 80 des Statutes der Israelitischen Kultus gyn einde Wien wird aufmerksam gemacht, daß die Zustimmung der Israelitischen Kultusgemeinde vor Abschluß der Miete eines Lokales für die Veranstaltung von Zusammenkünften zu gottesdienstlichen oder rituellen Uebungen einzuholen sein wird. Im übrigen wird auf die einzelnen Bestimmungen der auf den Anschlagtafeln der Gemeinde- und Vereinsbethäuser angebrachten Kundmachung zur strengen Darna^hachtung hingewiesen. An die jüdischen Eltern! 1. Seit den Uranfängen unseres Volkes wird — durch mehr als drei Jahrtausende ohne jede Unterbrechung — die B e s c h n e i d u n g als für den Juden charakteristisch angesehen- Unbescbnitten in der Bibel — nichtjüdisch. Bei den Juden aller Riten — deutschen und sephardischen — sagt man „jüdischen" und meint damit beschneiden. 2. Die Beschneidung ist von hohem prophylaktischem Werte und es muß häufig bei Erwachsenen unter erschwerten Umständen dieser operative Eingriff gemacht werden, wenn im Kindesalter die Beschneidung verabsäumt wurde. 3. Von der israelitischen Kultusgemeinde werden aussciiließlich Aerzte zur Vornahme der Beschneidung autorisiert, so daß jede Gewähr für eine gefahrlose Durchführung der au sich unbedeutenden Operation gegeben ist. 4. Bei Unbemittelten wind die Beschneidung auf Kosten der Kultusgemeinde vorgenommen. 5. Ein Verzeichnis der autorisierten Aerzte liegt im Maöikelaraite der Israelitischen Kultusgememde auf. Bibliothek der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Die Bibliothek wurde im Monate Juni 1927 von 706 Lesern besucht, die 1235 Werke, beziehungsweise 1740 Bände benutzten. Zurückgestellt wurden 252 entlehnte Werke, beziehungsweise 399 Bände. An Neuerwerbungen hat die Bibliothek im Monate Juni 73 Werke zu verzeichnen. Kriegerdenkmal der israelitischen Kultusgemeinde Wied. Im Vorjahre wurde von der unter Vorsitz des Prof. Holzmeister gestandenen- Jury das Projekt des Architekten Ponzen für die Errichtung eines Kriegerdenkmales äuf der israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofes mit dem ersten Preise prämiiert und wird nunmehr zur Ausführung gebracht. Dessen Fertigstellung soll noch in diesem Herbste erfolgen. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde beabsichtigt hierbei, nebst den Namen der in Wien beerdigten, im Weltkriege gefallenen oder an Kriegserkrankungen verstorbenen jüdischen Soldaten auch düe Namen derjenigen jüdischen Opfer patriotischer Pflichterfüllung der Nachwelt zu überliefern, welche vor dem Feinde gefallen oder an im Kriege erlittenen Verwundungen oder Erkrankungen ver sterben und außerhalb Wiens beerdigt worden sind, die jedoch vor ihrer Einrückung ihren Wohnsitz in Wien hatten An deren Angehörige ergeht das Ersuchen, Namen, Truppenkörper, Charge, Beerdigungsort des Verstorbenen, sowie eventuell weitere zur Verfügung stehende Daten b i s i ä n g st e n s 31. Juli 1927 der Amtsdirektor der israelitischen Kultusgemeinde, Wien I.. Seitenstettengasse 4, III. Stock, bekanntzugeben, Gruftstellen und Gräber auf der israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofes (I. Tor). In dien letzten Jahren haben sich wiederholt Gemeindemitglieder an das Friedhofamt der Kufltusgemeinde wegen Erwerbung von Gruftstellen oder Gräbern auf der israelitischen Abteilung (I. Tor) gewandt, doch konnte diesen Wünschen der Parteien nicht entsprochen werden, weil auf diesem Friedhofe nur mehr eine ganz geringe Zahl von Gruftstellen verfügbar war. Durch Verhandlungen mit der Gemeinde wurden nunmehr neue Möglichkeiten zur Anlage von Gräbern und Grüften auf der israelitischen Abteilung des Zentralf riediiofes (L Tor) geschaffen, doch ist zu ge wärtjgen, daß auch diese neu hinzugekommenen Beerdigungsstellen nur für kurze Zeit den Bedarf decken werden. Gemeindemitglieder, welche die Reservierung einer Gruft- oder Grabstelle auf der israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofes (I. Tor) anstreben, werden eingeladen, .sich ehestens an das Friedhofamt der israelitischen Kultusgemeinde, Wien I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, zu wenden. MÖBELFABRIK SIGM. FERNSPRECH-NUM MER 45-1-91 PPENHEI WIEN, 2. BEZ., PRATERSTRASSE NR. 30 Belebe Auswahl solid Bearbeiteter Möbel zu billigsten Preisen