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Die Wahrheit · 1927-06-03 · Heft 23-24 (3.6.1927) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 23-24 (3.6.1927)
Date
1927-06-03
Page
– (sequence 21)
Language
German
Belongs to
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DIE WAHRHEIT Seite 21 60. Geburtstag. Am 11 Juni feiert der bekannte Rechtsanwalt Dr. Moritz Ludwig Weiß seinen 60. Geburtstag. Als langjähriger Vertreter der Südbahn und anderer bedeutender Unternehmungen, gehört er zu den angesehensten Anwälten Wiens und hat auch an der Spitze des Wiener israelitischen Taubstummeninstitutes erfolgreich gewirkt. So erfreut er sich allseits größter Wertschätzung. Barmizwahfeier. Samstag, den 28. Mai, fand im Tempel in Simmering die Barmizwahfeier des Sohnes des Herrn Michael Sucharipa statt. Die schöne Feier bot dem neuernannten Oberkantor Max Schi dl o Gelegenheit, sein gediegenes Können zu zeigen. Todesfälle. Am 24. Mai wurde hier unter selten großer Beteiligung Herr Julius Freuder zu Grabe getragen. Der Verstorbene war seit 38 Jahren Vorstandsmitglied der „Rembrandtschul" und seit Jahren Vertreter des „M i s r a c h i" in der Bezirkskomission der israelitischen Kultusgemeinde. Er. stammte aus Deutschkreuz (Zehlem), war Sohn des Berühmten Kantors Rabbi Chone Freuder und ein Schulkollege Ludwig Doczys und Karl Goldmarks. Er war ein großer Talmudgelehrter und begann seine Studien im Hause seines unsterblichen Onkels Rabbi David L a c k e n b a c h s. A. der Rosch Beth-Din in Preßburg war. Als der Schwiegersohn desselben, Rabbi Menachem G r ü n w a 1 d vor 55 Jahren seinen auch noch heute innehabenden Oberrabinnerposten von Oedenburg bezog, nahm er den jungen Freuder als seinen ersten Bachur mit nach Oedenburg, wo er auch drei volle Jahre dem Thorastudium oblag. Von dort ging er zu Rabbi Jizchak K r a m e r nach Neuhäusel, der ebenfalls sein Onkel war. Nachdem er eine Tochter aus dem Hause der berühmten Familie Rosenbaum in Preßburg geheiratet hatte, ließ er sich in Wien als Kaufmann nieder. Das Getriebe der Großstadt konnte ihn nicht der Eindrücke seiner frommen Erziehung berauben, er führte ein streng orthodoxes Haus und oblag in allen seinen freien Stunden dem Studium der Thora. An seiner Bahre würdigte Vereinsrabbiner Dr. Joel P o 11 a k die Verdienste des Verewigten um die Aufrechterhaltung des orthodoxen Judentums in Wien und speziell seine Tätigkeit an Seite des Rabbiner K r a m e r s. A., um die Erhaltung der Rembrandtschul. Beim Leichenbegängnis waren vertreten: Die Rembrandtschul, die Adas Jisroel, die Israelitische Kultusgemeinde durch Vizepräsident Dr. I. 0 r n s t e i n, die Demokratische Partei durch Oskar Marmorek, der „Mischrachi" durch Max Spiegel und S. Leenmann, der Verein Reisender Kaufleute, die Vereinigung der Fettwarenfabrikanten, der Bethausverein Talmud-Thora durch Rabbiner Schenk, der Verein Marpe Lanefesch, der Verein der Deutschkreuzer durch Herrn Josef Weiler. Im Verstorbenen betrauern die Herren Bezirksrat Dr. Kolomann F r e u d e r und Redakteur Norbert F r e u d e r ihren Vater. Samuel Lederer s. A. Still und bescheiden, wie er in den letzten Jahren gelebt hat, ist Herr Samuel Lederer von uns gegangen. Er hauchte Dienstag, den 24. Mai 1927, im Kreise seiner über alles geliebten Familie seine edle Seele aus. Nur durch die Zeitungen haben die meisten seiner zahlreichen Freunde und Verehrer die traurige Nachricht von seinem Hinscheiden erfahren und jeder, der ihn gekannt, hatte das schmerzliche Gefühl, daß der Tod einen herzensguten Menschen und aufrichtigen Juden dahingerafft hatte. Herr Lederer kam ans dem Burgenlande zu uns und brachte das tiefe jüdische Bewußtsein seiner engeren Heimat mit nach Wien. Für seine Person vollständig anspruchslos, opferte er sich auf im Dienste für seine Familie, Kinder und Kindeskinder, denen er und die ihm alles bedeuteten. Aber auch außerhalb des engeren Rahmens seiner Familie stiftete er Gutes, wo er nur konnte, und war stets hilfsbereit, wenn sich jemand an ihn wandte. Das Leichenbegängnis, das am 26. Mai unter großer Beteiligung stattfand, gab beredtes Zeugnis von seiner außerordentlichen Beliebtheit und der großen Verehrung, welcher er sich in den weitesten Kreisen wegen seines lauteren Charakters erfreute. Es blieb daher kein Auge tränenleer, als Rabbiner Dr. Feuchtwang ein treffliches Bild des Dahingeschiedenen entwarf, dessen Ableben für seine Familie und seine Freunde einen unersetzlichen Verlust bedeutet. Seit Jahren war er ein kranker Mann und hat sein Leiden mit der ihm eigenen Standhaftigkeit und Gottergebenheit ertragen. Nun ist er mit der ihm vor 10 Jahren entrissenen, über alles geliebten Gattin Fanny vereint. Herr Josef Fuchs, Sekretär der israelitischen Kultusgemeinde, brachte den Schmerz und die Trauer der Freunde des Verstorbenen in beredten Worten zum Ausdruck. Die kantoralen Funktionen wurden in ergreifender Weise von Oberkantor J. Müller vollzogen. An der Bahre des Verstorbenen trauern der Sohn Fritz Leder er, die Töchter Eugenie Lenk und Sophie Bi 1 Priv^Franengeweilsesclifile für Wefönanen nisä üleigermätfieii mit ÖiSentlidsfeelfsredii 2 Jahrgänge Staatsgiltige Zeugnisse Externe Schülerinnen S 20.— < Interne S 100.— pro Monat Streng ritueller Haushalt. Samstag geschlossen. Einschreibungen haben bereits begonnen. ELISABETH-HEIM ... Lwien, Ii. Malzgasse 7 Telephon 43-5-40 l====g=====|===H ====!=====,—= ■ ■ =U1 FLEISC AUEREI' WIEN IX., BERGGASSE HR. 19 FiLI&LEi XVlil., WÄMRINCsEftSTRASSM KR. 97 Telephon Nr. 17-3-99 uud 16-9-34 Lieferant fOr Heilanstalten Abteilung für Koscherfleisch IX., BgpygassB IS und XVUI., SahringirstrsßB 97 unter Aufsicht des ehrar. Rabbinates der Isr. Kulfusgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima- Qualität zu den billigsten Marktpreisen In deT heute abgehaltenen General Versammlung der Aktionäre der gefertigten Anstalt wurden folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Ueber den Antrag des Revisionsausschusses wird der Rechnungsabschluß pro 1926 genehmigt und dem Verwaltungsrate das Absolutorium erteilt. 2. Von dem Raingewinn per S 7,855.323.87 werden dem allgemeinen Reservefonds S 600.000.—, ferner tantiemefrei dem Fonds für Versorgungszwecke von Angestellten S 700.000.— und dem Fürsorgefonds für Angestellte S 70.000.— zugewiesen. 3. Die Dividende für das Jahr 1926 wird mit S 4.— pro Aktie ä Nom. S 40.— festgesetzt. Die Auszahlung derselben erfolgt vom 28. Mai a. c. ab gegen Einziehung des Aktien-Coupons Nr. 1*). Die beantragten Statutenänderungen wurden genehmigt. Die vorgenommenen Wahen ergaben folgendes Resultat: Zu Verwaltungsräten wurden gewählt die Herren: Dr. Albert Hirsch, Dr. Karl Skoda, Louis Rothschild, Dr. Wilhelm Regentanz, A. Palache. Michael S. Spencer-Smith. Baron Sigismund Springer, In den Revisionsausschuß wurden gewählt die Herren: Richard Pollak, Wilhelm Doderer. Friedrich Eisinger, und als Ersatzmänner die Herren: Herbert Zucker. Richard Rosenbacher. Dr. Fritz Carus Wien, den 27. Mai 1927. Oesterreichische Credätanstalt - für Handel und Gewerbe. *) Die Coupons, auf deren Rückseite der Name des Einreichers ersichtlich zu machen ist, sind bei der Depositenabteilung (Couponkassa) der Anstalt, Wien I., Am Hof Nr. 6, vormittags von 9 bis 12 Uhr mit Begleitscheinlen einzureichen, wozu Btankette in der Anstajtjinentgieltlich verabfolgt werden.

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