Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 23-24 (3.6.1927)
- Date
- 1927-06-03
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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9<f &Aeatec,Xuwustu.£iteKatuv "": O \.............______...........................-----------------------/ Seite 22 llllllllllllllllllllOIlIillllllllllllilllllllllllilllllllllllHIIll Lenk, die Schwiegersöhne Rudolf und Hugo L e nk, die Brüder David und Sandor Leder er, die Schwester Lina Blum, sowie die Enkelkinder Julius und Felix Lenk. Der schwergeprüften Familie des Verstorbenen wendet sich die allgemeine Teilnahme zu. Ein TheaterskandaL Buben, sogenannte deutschvölkische Studenten, wollten vor einigen Tagen im Opernhaus die deutsche Kultur retten, indem sie eine von dem jüdischen Regisseur Marholm nach dem Muster der bekannten russischen Inszenierungskünstler nachgebildete Vorstellung von Shakespeares „Sommernachtstraum" störten und das Weiterspielen verhinderten. Just diese geistvolle Satire auf das Spießbürgertum, über deren Inszenierung durch Marholm man ja verschiedener Meinung sein kann und die bereits zweimal in derselben Inszenierung anstandslos aufgeführt und auch von der Kritik im allgemeinen recht günstig beurteilt wurde, sollte diesen Abderiten den Anlaß bieten, ihr Heldentum zu beweisen. Allerdings erwiesen sich die Bürschlein nur solange als Helden, als das Theater in tiefes Dunkel gehüllt war. Kaum daß aber das Theater erhellt wurde, krochen sie sich wie immer feige zurück. Und doch hätten sie ja dies gar nicht nötig gehabt, weil ja die Polizei sie nicht sehr bedrängte und was noch merkwürdiger ist, daß die Tagesblätter, mit Ausnahme des „Arbeiterwille", der diese Bürschchen richtig charakterisiert, kein Wort des Tadels für diese Schande fanden. Und mit solchen Mitteln will man die Kultur retten. So wirtschaftet man die Kultur nur herunter. Verein „Kinderheim" in Laa bei Neulengbach. Der im Jahre 1898 gegründete Verein zur Erhaltung eines Kinderheimes in Laa bei Neulengbach hielt am 25. Mai seine Generalversammlung ab, welche sehr gut besucht war. Für die Israelitische Kultusgemeinde erschien Vorsteher Emil Engel in Begleitung des Amtsdirektors Regierungsrat Doktor Emil Adler, für die Zentralstelle jüdisch-sozialer Fürsorge war Präsident Kommerziali at Klemperer mit Sekretär Dr. Löwy erschienen, das jüdische Jugendamt war durch Frl. Schwarz vertreten. Nachdem Präsident Doktor Eißler die Erschienenen herzlichst begrüßt hatte, erstattete Vizepräsident Börserat I. Glück den Rechenschaftsbericht, dankte allen Gönnern, insbesonders den Jugendämtern für die Unterstützung, die es ermöglichte, das Heim zu vergrößern In diesem sind jetzt 80 Kinder untergebracht, und zwar 43 Knaben und 37 Mädchen, 24 von 3 bis 6 Jahren, 56 von 6 bis 14 Jahren. Der Bau mit Investitionen kostete zirka S 75.000.—, die Verpflegung der Kinder zirka S 57.000.—. An Einnahmen waren zu verzeichnen: Mitgliedsbeiträge S 1449.10, Spenden S 14.922.50, Amerikanische Subventionen S 41.978.38, Kinderbeiträge S 48.790.30. Die allgemeine Anerkennung, als auch die zur Verfügung gestellten Mittel waren und bleiben, wie der Vizepräsident ausführte, dem Verein ein Ansporn, um das Heim auch weiterhin auf der jetzigen Höhe zu erhalten. — Die Wahl der Frau Harriet K r e i s 1 e r zur Ehrenpräsidentin wurde mit Begeisterung zur Kenntnis genommen. Nach Erstattung des Berichtes der Revisoren wurde dem Vorstande einstimmig das Absolutorium erteilt. Sodann sprachen Kultusvorsteher Emil Engel und Kommerzialrat Klemperer dem Vorstande die volle Anerkennung für seine Leistungen aus. Fürsorgerat Meixner gratulierte dem Verein für die beiden Mütter der Kinder, und zwar der Frau Harriet und Fräulein Ella Kreisler, von deren außerordentlichen Fürsorge für die Schützlinge er sich persönlich überzeugen konnte. Prater-Gartenfest zugunsten des Ofner-Denkmalfonds. Am 18. Juni veranstaltet im Rahmen der Wiener Festwoche die Ortsgruppe 2 der bürgerlich-demokratischen Partei im Etablissement „Konstantinhügel" ein Wiener Gartenfest, dessen gesamtes Reinerträgnis der Errichtung eines Ofner-Denkmals dient. Ueber freundliche Intervention des Präsidenten Stärk des Deutschösterreichischen Bühnenvereines wird eine Reihe hervorragender Mitglieder der Staats- und Privattheater — in Anbetracht der großen Verdienste, die sich Dr. Ofner um die Sicherung der rechtlichen Stellung der Bühnenwelt erworben hat — bei dem Feste erscheinen und an der geplanten Akademie mitwirken. Eintrittskarten zum Preise von S 3.— sind im Vorverkauf erhältlich bei: Josef Haslinger, IL, Hollandstraße 11, Bischitzki & Co., I., Heinrichsgasse 2, und Dickstein & Co., IX., Porzellangasse 40, und in der Redaktion „Die Wahrheit". Graz. Aus Anlaß der Inthronisation des neuen Fürstbischofs war auch die Israelitische Kultusgemeinde geladen und haben Herr Landesrabbiner Prof. Dr. Herzog und der Präses der Israelitischen Kultusgemeinde Rechtsanwalt Doktor Robert Sonnen wald an der Feierlichkeit teilgenommen. — Am Erew Schebhuoth wird hier ein neues Sefer Thora eingeweiht werden, bei welcher Gelegenheit Herr Landesrabbiner Prof. Dr. Herzog die Festrede halten wird. DIE WAHRHEIT Die Juden in Wiener-Neustadt. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Oesterreich von Rabb. Dr. Max Pollak (Oedenburg). Nach der von Maurus Mezei besorgten Uebersetzung aus dem Ungarischen bearbeitet von L. Moser. Wien 1927. Jüdischer Verlag. — Ein sorgfältig und sauber gearbeitetes Büchlein, das uns in die Geschichte der Juden in Wiener-Neustadt mit kundiger Hand und treuer, gewissenhafter Benützung aller Quellen einführt; gleichzeitig auch eine kurze Geschichte der Juden in Niederösterreich. Der Weg führt vom dreizehnten Jahrhundert bis in die Gegenwart. Herr Moser dessen Spezialgebiet die Geschichte der Juden in Nieder Österreich ist, der er sich liebevoll und kenntnisreich annimmt, verdient alle Anerkennung für seine einzige, verläßliche Kleinarbeit. Feuchtwang. Jüdische Welt- und Lebensperspektiven. Abhandlungen über alte und neue Judentumsfragen. Von Dr. Adolf A11mann, Oberrabbiner in Trier. Preßburg. Druck und Verlag von C. Angermayer. Diese durchaus fleißige und interessante Arbeit des gelehrten Oberrabbiners von Trier, Doktor A. Altmann, ist sozusagen eine Zwillingsschwester der „homiletischen Weckrufe" („Aulelaus Umlitaus") "desselben Verfassers und reiht sich denselben würdig an. Zeigt sich der Verfasser in seinen „Aehren und Beeren" als glänzender Kanzelredner, der jede aktuelle und zeitgemäße Frage homiletisch zu behandeln und zu lösen versteht, so lernen wir ihn in seinen „Jüdischen Welt- und Lebensperspektiven" als tiefsinnigen, philosophischgeschulten Denker und Forscher kennen und schätzen. Altmann, der über eine herrliche Sprache und eine geradezu künstlerische Darstellungsweise verfügt, ist nicht nur auf rabbinisch-talmudischem Gebiete zu Hause, er beherrscht auch in gleicher Weise alle Probleme und Systeme der antiken und modernen Philosophie, von denen er in den neun Abhandlungen des vorliegenden Werkes beredtes Zeugnis ablegt. Diese Abhandlungen befassen sich ausschließlich mit jüdischen Fragen, die aber jeden Denkenden interessieren, mit Fragen, deren Darstellung und Lösung seitens des fleißigen Verfassers an und für sich einen geistigen Genuß bietet. Dr. Altmanns „Jüdische Welt- und Lebensperspektiven" ist daher die weiteste Verbreitung zu wünschen, wie sie es auch in vollstem Maße verdienen. Auch Druck und Ausstattung lassen nichts zu wünschen übrig, was zum Lobe des Verlages besonders hervorgehoben werden muß. Dr. Felix Kanter, Zwittau (Mähren). a1 Hygienisches Man achte auf die ges. gesch. Marke ,Hygien. Königslicht* und Harne Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhirschengasse 3 Telephon 83-1-87 Ii