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Die Wahrheit · 1927-05-13 · Heft 20 (13.5.1927) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 20 (13.5.1927)
Date
1927-05-13
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 «II llllilllllllllillllllllll!!!!!; DDE WAHRHEIT; Jiimst u. JEiiexatm MHNIHfll Festschrift anläßlich des 50jährigen Bestandes des Tempels in Linz. Das Maiheft der „Menorah" bringt die Festschrift, welche der Vorstand der Linzer Kultusgemeinde aus diesem Anlasse herausgegeben hat Es war nicht nur ein glücklicher, sondern sehr wertvoller Gedanke, als Festschrift eine gediegene historische Arbeit über die Juden in Linz der Allgemeinheit zu überreichen. Den ersten Teil, die Zeit vom 13. bis 18. Jahrhundert, hat der Linzer Rabbiner Dr. V. Kur rein gearbeitet und hier zum erstenmal ein Material aus handschriftlichen Chroniken, Urkundenbüchern, Akten des Stadtgerichtes und sonstigen bisher unausgebeuteten Quellen zugänglich gemacht, für das alle Liebhaber jüdischer Geschichte ihm sehr dankbar sein werden. Von besonderem Werte sind die Zusammenstellungen über die Linzer Märkte und die sogenannten ..Repressalien". Die mit großer Sachkenntnis und historischer Vorsicht geschriebenen Ausführungen Kurreins behandeln nur die Juden in Linz, während die Geschichte der Juden in Oberösterreich vorerst nur so weit in Betracht gezogen ist, als sie mit dem Thema in Zusammenhang steht. Wie. uns bekannt ist, hat die Loge „Ehrmann" in Linz zum Andenken au den verstorbenen Hofrat Prof. Dr. Ehrmann ein „Ehrmann-Institut zur Erforschung der Geschichte der Juden in Oberösterreich" geschaffen, und steht zu erwarten, daß dieses die weiteren Forschungen Kurreins, die Steyr, Enns und das übrige Oberösterreich betreffen, später publizieren wird. Der Arbeit Kurreins schließt sich die des derzeitigen verdienstvollen Präsidenten S c h w a g e r an, der die Zeit von der Gründung der Kultusgemeinde in Linz bis auf die Gegenwart behandelt. Seine hochinteressanten Mitteilungen geben eine schöne Uebersicht über Wachstum und Werden der Institutionen, die innerhalb eines halben Jahrhunderts in der Gemeinde entstanden sind und ausgebaut wurden. In seiner Bescheidenheit hat Benedikt Schwager von dem Anteil, den er selbst seit über 20 Jahren an dem Geleisteteten hat, nicht gesprochen, aber die Schrift selbst spendet ihm höchstes Lob. Denn die Ausgabe einer solchen Festschrift beweist den idealen Sinn und die hohe Auffassung, die ihm eigen sind, und ist die Gemeinde zu solchem Haupte herzlichst zu beglückwünschen. Er hat mit richtigem Blicke erkannt, welch großer moralischer und geistiger. Wert in der Bearbeitung den Gemeindeigeschichte liegt, wie es auch die Wiener Kultusgemeinde anläßlich der Hundertjahrfeier des Seitenstetter Tempels getan hat, und ist die Tatsache, daß Linz sogleich dem Beispiele Wiens gefolgt ist, ein Ruhmesblatt für die Präsidentschaft Schwagers. Die mit sehr schönen und hochinteressanten Illustrationen geschmückte Festschrift, die als Festgabe am 26. Mai, am Tage der Festfeier, ausgegeben wird, wird weit über die Grenzen von Linz, Aufmerksamkeit erregen und der Gemeinde den besten Namen machen. Es kann nicht genug empfohlen werden, daß alle Gemeinden dem Beispiele folgen und solche Gelegenheiten benützen, um Arbeiten wie die KuTreins und Schwagers für Linz, für ihre Gemeinden entstehen lassen. Der Geschichtsforschung wird ein großer Dienst geleistet und spätere Geschlechten werden diesem Idealismus größeren Dank wissen. Nicht unerwähnt soll die prächtige Ausstattung sein, die die Redaktion der Menorah der Arbeit gegeben hat. Weltkrieg, Weltrevolution, Weltverschwörung, Weltoberregierung. Unser geschätzter Mitarbeiter B. W. Segel hat von seinem umfangreichen Werk über die „Protokolle der Weisen von Zion" soeben im Berliner P h i 1 o - V e rlage eine kurze Volksausgabe unter obigem Titel veröffentlicht, über deren Entstehung und Zweck er in seinem Vorwort folgendes schreibt: „Aus verschiedenen Kreisen des Publikums ist öfters an mich die Aufforderung herangetreten, von meinem vor zwei Jahren erschienenen Buch über die „Protokolle der Weisen von Zion" eine gemeinverständliche, kurzgefaßte Bearbeitung herauszugeben, die den Bedürfnissen des schlichten Lesers genügen soll. Am 15. August vorigen Jahres schrieb mir der verewigte Rudolf Eucken: „...Sehr zu wünschen wäre es, daß Sie das ganze Thema in leichtfaßlicher, knapper Form, ohne den komplizierten und subtilen wissenschaftlichen Apparat, für die breite Volksmasse bearbeiten. Es müßte eine besonders intensive Arbeit geleistet werden, um diesen Aberglauben unter den breiten Massen zu bekämpfen. Die unteren Volksschichten fahren ja fort, den abergläubischen Meinungen zu huldigen, lange nachdem diese von den oberen aufgegeben wurden. Wir haben das ja erst vor kurzem schaudernd erlebt, als der Ritualmordwahn in Breslau auflebte und offenbar die Aufdeckung eines grausigen Verbrechens verhinderte.' Die vorliegende kleine Schrift will dieser Aufforderung Genüge tun. Sie bietet gleichsam einen Querschnitt durch das größere Buch, enthält aber auch manche Tatsachen, die erst nach dem Erscheinen dieses Buches bekannt wurden und neues Licht auf die ganze Frage werfen, so die Beweise für die katholische Abstammung von Maurice Joly." Wenn Segel zum Schluß dem Wunsch Ausdruck gibt, daß dieses Büchlein in weiten Kreisen dieselbe Anerkennung finden möge, die sein Vorgänger in der gelehrten Welt gefunden hat, so schließen wir uns diesem Wunsch herzlich an und erweitern ihn noch dahin, daß es nicht nur Anerkennung, sondern auch Verbreitung in möglichst weiten Kreisen finden möge. Paul Nathan-Gedenknummer der „C. V. - Zeitung". Sie hätte eine Festnummer werden sollen, eine Huldigung der deutschen Juden für Paul Nathan zu seinem 70. Geburtstag. Inzwischen hat der grausame Tod diese mächtige Eiche gefällt, die mit ihrem hochragenden Stamm allen Stürmen getrotzt hatte und deren gewaltige Krone Schutz und Schirm der Unterdrückten und vor allem der verfolgten Glaubensbrüder gewesen ist. Aus der Festnummer ist eine Gedenknummer geworden. In dieser widmen die Freunde und Mitarbeiter Paul Nathans dem Verstorbenen Worte innigster Verehrung und wehmutvollen Gedenkens, hervorragende Männer der Wissenschaft, der Politik, der Wirtschaft und der Feder schildern, was Paul Nathan war und was er auf allen Gebieten menschlicher Kultur, insbesondere aber auf dem der Humanität geleistet hat. Justizrat Dr. Julius B r o d n i t z nimmt Abschied von dem Kämpfer für das Recht und die Ehre Ali die Juden des 1. Bezirkes! Es ist für Knaben und Mädchen die Möglichkeit segeben, durch den Besuch verschiedener Kurse, wie Hebräisch-Lesen, Tefilloh, Gemoroh und Meforschlm, Ihr jüdisches Wissen zu erweitern. Auskünfte werden täglich zwischen 7 bis 8 Uhr abends im israel. Bethaus, L, Lazzenhof 2, erteilt. Bandagen, Bruchbänder, ratschen, Gammlsfrompie, Sculupfer, alle Gummfiwaren kaufen Sie zu ferblflflend billigen Preisen bei solidester Qualität im SAMITATSHAVS FISCHER Wien II., Taborstraße 24a - Telephon 40-5-95 SpezialOfferte schriftlich, telephonisch und mündlich bereitwilligst gratis! // Fixangestellte Teilzahlungen fSfld Jlaufkeim Ufteder eröffnet Motel Adlet, itZffJZ früher Fürstenstraße 17 Jetzt Lindenstraße 3 ruhiges, modernes Haus, ganz vom Garten umgeben. Einzigstes Jüdisches Hotel In allernächster Nähe der Bäder Direkt an den Kuranlagen und Salinen. Alle Zimmer mit Balkon. Angenehme Aufenthaltsräume. Frühstück- und Speisezimmer. Restaurationsbetrieb zu jederzeit. Diätetische Küche. 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