Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 20 (13.5.1927)
- Date
- 1927-05-13
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT iliilliiM^ Seite 13 der deutschen Judenschait, dem wackeren Verteidiger seiner Glaubensbrüder, dem Ehrennritgliede des „CentralVereines deutscher Staatsbürger jüdischen Glauben s", dem es „immer zur hohen Ehre angerechnet werden wird, daß Paul Nathan ihm in vorderster Re.ihe mit seiner ganzen Klugheit, mit seiner ganzen Würde und mit seinem warmen Herzen gedient hat." Der Mitarbeiter und Freund des Verstorbenen Dr. Fritz S c h i f i schildert den „umfassenden Geist", den Menschen und Politiker. Politik ist Wissenschaft und Kunst zugleich und sowohl zur Wissenschaft als auch zur Kunst hatte Paul Nathan die innigsten Beziehungen. In der Kunst war es vor allem die bildende Kunst, zu der es ihn mit starken Kräften hinzog, in der Wissenschaft war es die Volkswirtschaftslehre und die Geschichte, welche er mit äußerster Gründlichkeit betrieben hatte. Erstaunlich war aber auch sein tiefes Interesse für Philosophie und Naturwissenschaft, welchen Wissenszweigen er bereits in der von ihm gegründeten Zeitschrift „Die Nation" Raum gewährt hatte. Als einen „Arbeiter der sozialen Pflicht" würdigt Rabbiner Dr. L. Baeck (Berlin) den Verstorbenen. „Der bestimmende Zug im Wesen von Paul Nathan, wie wir es seit Jahrzehnten kennenlernen, war das lebendige soziale Empfinden und der starke Wille zur sozialen Pflicht. Nur aus einer sozialen Einsicht konnte sich dieser Zug ergeben und wenigstens nur mit einer solchen verbunden sein." Ludwig Holländer, der Syndikus des „Centraivereines", bringt „Gespräche mit Paul Nathan", aus welchen der klare, weitschauende Blick und das umfassende und gründliche Wissen des Toten hervorleuchtet. Chefredakteur Theodor W o 1 f f und Dr. Ernst Feder würdigen die hervorragende publizistische Wirksamkeit Paul Nathans, die Reichstagsabgeordneten Eduard Bernstein (Berlin) und Dr. Ludwig Haas (Karlsruhe) sowie Dr. J. L e v y (Berlin) schildern den Verstorbenen als autrechten, fortschrittlichen und freiheitlichen Politiker, den auch dde Witwe des großen Hugo Preuss, Else P r e u s s, als Freund ihres Mannes betrauert. Den Friedensfreund beklagt der Pazifist Dr. L. 0 u i d d e. Was Paul Nathan dem „H i 1 f s v e r e i n der deutschen Juden", dessen Begründer und Geschäftsführer im Ehrenamte er war, gewesen ist, legen Dr. James Simons und Dr. Mark Wischnitzer dar, seine Palästinaarbeit wird von Dr. Alfred Wiener, Ephraim Cohn-Reiß, vormals Direktor der Lehranstalten des „Hilfsvereines der deutschen Juden" in Palästina, und von Dr. Ing. Alfons Finkelstein, dem ehemaligen Direktor des Technikums in Haifa eingehend behandelt. Außerdem enthält die Gedenknummer die Beileidskundgebungen von Luden Wolf und Elkan N. Adler im Namen der englischen Judenschaft —, von Oberrabbiner Dr. F. Markus (Konstantinopel) namens der türkischen Juden und von Staatsrat a. D. Dr. J. T e i t e 1 namens des Verbandes der russischen Juden in Deutschland. Die umfangreiche und stark illustrierte Gedenknummer bietet ein umfassendes und getreues Bild der Verdienste des Verstorbenen und seines segensvollen Wirkens im Dienste des Judentums und der Menschlichkeit E Ferienkolonie Vöslau. Wie alljährlich beabsichtigt die Ferienkolonie Vöslau auch dieses Jahr in ihrem Ferienheime drei Erholungsturnusse für schulpflichtige Kinder (beginnend am 14. Juni, endend am 14 September) einzurichten. Es wird angezeigt sein, für Reservierung des Platzes rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Anfragen sind an das Sekretariat des Vereines, Wien VL, Gumpendorferstraße Nr. 92, Telephon 70-54, zu richten. 6"" Von Wodke zu WodfceT)>| •f HMMIMW«Mut Eine Arbeiterausgabe der „Weisen von Zlon". Soeben ist im bekannten Leipziger Hammer-Verlag in zweiter Auflage eine billige Broschüre erschienen: „Was muß der Arbeiter von der Weltpolitik wissen?" Die Broschüre (21. bis 4a Tausend) enthält einen Auszug aus den berüchtigten Protokollen der „W eisen von Z i o n" und ist „veröffentlicht von einem Arbeiter". Im Vorwort heißt es, dieser vorliegende Auszug aas den Protokollen „sei gefertigt, um die Tatsachen für billiges Geld auch dem Arbeiter zugänglich zu machen". Mit welchen Einflüsterungen man die deutsche Arbeiterschaft zu gewinnen sucht beweist am besten folgende Stelle aus dem Vorwort: „Genossen! Wir ereifern uns um Klassenkampf und Achtstundentag und sehen dabei nicht daß hinter den Kulissen noch ein ganz anderes Spiel gespielt wird. Wänrend wir uns mit unseren Nebenmensc'ien raufen, spinnt eine verborgne Macht insgeheim Net2e. 'im die °esamte ehrliche Menschheit darin einzufangen."' Immer wieder werden von völkischer Seite planmäßig Versuche mit beträchtlichen Mitteln unternommen, die Arbeiterschaft für judenfemdliche Gedankengänge emzufangen. Alle diese Bemühungen sind bisher an den gesunden Sinnen und der politischen Hellhörigkeit des deutschen Arbeiters gescheitert Trotzdem dürfen die Versuche nicht übersehen werden. Die Juden in der amerikanischen Gesellschaft. Das „Jewish Biographical Bureau" veröffentlichte zum ersten Male ein umfangreiches Werk, welches die Biographien aller hervorragenden Juden der Vereinigten Staaten enthält. Dieses Werk, dem eine außerordentliche wissenschaftliche und kulturpolitische Bedeutung zukommt, umfaßt insgesamt 2527 Biographien, und zwar befinden sich unter den einer Besprechung für würdig befundenen amerikanischen Bürgern jüdischen Glaubens: 414 Aerzte, 4 Dichter, 56 Erzieher, 13 Lehrer, 57 Gelehrte, 3 Arbeiterführer, 10 Sänger, 7 Kino-Regisseure, 9 Theater-Regisseure, 10 Schauspieler, 34 Künstler, 50 Personen, die sich um soziale und Wohltätigkeitsanstälten verdient gemacht: 50, die Gemeindeanstalten leiten. 23 Regierungsfunktionäre, 10 Philanthropen, 38 Journalisten, 60 Bankiers, 9 Börsenmakler, 7 Industrielle, 19 Realitätenvermittler, 11 Mitglieder des Kongresses und 13 Mitglieder anderer gesetzgebenden Körperschaften, 14 Verleger, 3 höhere Offiziere in der Armee und einer in der Marine, 310 Rechtsanwälte, 277 Rabbiner, 125 Ingenieure, 98 Maler. 80 Tonkünstler, 93 Professoren. 94 Kaufleute. 32 Gewerbetreibende. 37 Chemiker. Barmizwahfeier. Samstag, den 7. Mai 1927. fand um 9 Uhr vorm. im Jubiläumstempel Wien X.. Huinboldgasse, die Barmizwahfeier des Studenten Paul VV c i 3. Sohn des Oberkantors Simon Weiß und seiner Gattin l r m a, geb. N ii ßbaum statt. Die außerordentlich große Beteiligung bei die-er Feier zeugte von der großen Beliebtheit, welcher sich der Vater des Barmizwoh erfreut. Der kleine Pan! brachte die Haftcrah und die Segenssprüche in vortrefflicher Weise zir.u Vortrage und machte so seinem Vater, der zu den hervorragendsten Vertretern seines Faches zählt, alle Ehre. In seiner Ansprache an den Barmizwoh wies Herr Rabbiner Dr. Mandl auf das große Pflicht bewußtsein seines Vaters hin, dessen gediegenes Können ihm die allgemeine Wertschätzung erworben ertel Abonnenten lor „Die Uahrtelt' Bezugsbedingungen: Halbjährig: für Oesterreich S 8.50, Ungarn Pengö 8-50, Deutschland Goldm. 7.—, Tschechoslowakei cK60—, Polen ZI. 11—, Schweiz Fr. 7.—, Amerika 1 Vi Doli., Italien Lire 40—,EnglandSchilling 15.—, Rumänien Lei 300.—, Jugoslawien Dinar 100. RI A1MPHF" Wiens elegantester i „DLi/\rN\^riEi Schönheitspflege- | aHBHas=i!=!S^HHHa?e=* - - - salon - - - i Damen- und Herrenfriseure | Pruiersiratte 9 (Mezzanin) 1 Danksagung. Anläßlich der Barmizwoh unseres Sohnes Erich sind uns so viele ehrende und hocherfreuende Beweise von Freundschaft zugekommen, daß wir außerstande sind, hiefür jedem einzeln geziemend Dank zu sagen. Wir sprechen daher auf diesem Wege insbesondere Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. M. Bach» den verehr!. Korporationen und allen unseren Freunden und Bekannten unseren wärmsten und tiefgefühlten Dank aus. Josef und Grete Salamoa Wien, im Mai 1927.